Wie können landwirtschaftliche Betriebe auch künftig stabile Erträge sichern – trotz zunehmender Trockenperioden und Starkregenereignisse? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Modell- und Demonstrationsvorhabens „Fitte Böden für den Klimawandel". Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg überreichte hierfür einen Förderbescheid in Höhe von 438.340,42 Euro. Das Projekt wird vom Kompetenzzentrum für klimaeffiziente Landwirtschaft gefördert und von einem Konsortium aus der HAW Kiel, der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein sowie der GWS Nord – Gewässerschutzberatung umgesetzt.
Bodenschonende Verfahren im Praxistest
Im Fokus steht die nachhaltige Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit. Untersucht werden unterschiedliche Bewirtschaftungssysteme – von konventionellem Pflugeinsatz über reduzierte Bodenbearbeitung bis hin zur Direktsaat. Auf insgesamt elf Demonstrationsbetrieben werden die Verfahren unter realen Bedingungen getestet und wissenschaftlich begleitet. Studien zeigen, dass reduzierte Bodenbearbeitungssysteme oft vergleichbare Erträge wie konventionelle Pflugverfahren erzielen können – mit Vorteilen hinsichtlich Bodenstruktur, Wasserinfiltration und biologischer Aktivität, insbesondere unter extremen Witterungsbedingungen.
Ministerin Schmachtenberg sagte: „Für die Landwirtinnen und Landwirte ist der Boden die zentrale Grundlage ihres Arbeitens. Ihn zu erhalten, heißt, die eigene Zukunft zu sichern. Gleichzeitig sehen wir in der Praxis, dass gegenüber bodenschonenden Verfahren wie der Direktsaat noch Vorbehalte bestehen – auch aufgrund zusätzlicher Anforderungen. Genau hier setzen wir an: Wir wollen Lösungen so aufbereiten, dass sie im Betriebsalltag funktionieren."
Prof. Dr. Conrad Wiermann, Professor für Pflanzenernährung und Bodenkunde an der HAW Kiel, ergänzte: „Um Ackerbausysteme zukünftig an die Auswirkungen des Klimawandels besser anpassen zu können, müssen die heutigen Bodenbewirtschaftungssysteme vielerorts überdacht werden. Hierbei gilt der Grundsatz: Weniger Bearbeitungsintensität bedeutet häufig mehr Bodenfruchtbarkeit und damit besseres Kompensationsvermögen gegenüber zunehmenden Extremwetterlagen."
Wissen in die Praxis bringen
Ein besonderer Schwerpunkt des Projekts liegt auf Beratung, Wissenstransfer und dem Austausch mit landwirtschaftlichen Betrieben. Die Ergebnisse werden über Feldtage, Fachveranstaltungen, digitale Angebote und Leitfäden zugänglich gemacht. Ziel ist es, Landwirtinnen und Landwirte bei der Umstellung zu unterstützen und langfristig klimaangepasste, wirtschaftlich tragfähige Bewirtschaftungssysteme zu etablieren.
Weitere Informationen zum Kompetenzzentrum für klimaeffiziente Landwirtschaft sowie zum Projekt finden Sie hier.