Bei der diesjährigen Jahrestagung des Kompetenzzentrums für klimaeffiziente Landwirtschaft stand die Frage im Mittelpunkt, wie landwirtschaftliche Betriebe Klimaschutz praktisch umsetzen und zugleich wirtschaftlich erfolgreich bleiben können. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf alternativen Antriebslösungen, die zur Reduktion energiebedingter Emissionen beitragen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe stärken.
Das Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz (MLLEV) begrüßte dazu Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Politik in Rendsburg. In Fachimpulsen, Praxisbeispielen und Diskussionsformaten wurden konkrete Ansätze vorgestellt, wie fossile Energieträger in der landwirtschaftlichen Praxis schrittweise ersetzt und Energie effizienter genutzt werden kann.
„Alternative Antriebe spielen mit Blick auf den Klimaschutz eine besondere Rolle: Energiebedingte Emissionen machen rund 11 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft in Schleswig-Holstein aus. Während Methan- und Lachgasemissionen in Teilen unvermeidbar sind, bestehen bei der Energienutzung noch Potenziale zur weiteren Optimierung, um fossile Energieträger zu ersetzen und CO₂ einzusparen. In der landwirtschaftlichen Praxis gibt es bereits Betriebe, die alternative Antriebe und Energieträger wie Biokraftstoffe, elektrische Antriebe oder Wasserstoff erproben. Das Ministerium unterstützt diesen Transformationsprozess insbesondere durch gezielten Wissenstransfer in die Praxis sowie durch die Vernetzung von Forschung, Beratung und landwirtschaftlichen Betrieben“
, sagte Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg.
Als Grundlage für weitere Diskussion dient ein vom Kompetenzzentrum beauftragtes Gutachten der Technischen Hochschule Lübeck. Die Studie „Modellszenarien für eine post-fossile Landwirtschaft" analysiert erstmals detailliert die Energiebedarfe der motorisierten Landwirtschaft in Schleswig-Holstein und deren saisonale Verteilung. „Um die Energiebedarfe künftig zuverlässig mit alternativen Energien zu decken, ist es erforderlich, technologieoffen zu denken. Nur so gelingt der Transformationsprozess, ohne die Betriebe wirtschaftlich zu überfordern“,
so die Ministerin weiter.
Die Ministerin betonte zudem, dass eine klimaeffiziente Landwirtschaft nur gemeinsam mit den Landwirtinnen und Landwirten erreicht werden könne: „ Wir setzen auf einen ganzheitlichen Ansatz: moderne Technologien, eine effiziente Nutzung von Ressourcen und den Erhalt leistungsfähiger Agrarökosysteme. Schleswig-Holstein begleitet die Betriebe aktiv dabei, die Herausforderungen des Klimawandels zu meistern und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben. Ich begrüße ausdrücklich, dass der Bund Fördermittel für alternative Antriebstechniken bereitstellt, damit unsere Landwirtinnen und Landwirte ihre Betriebe klimafreundlich und zukunftsfähig weiterentwickeln können.
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Hintergrund
Die Landwirtschaft verursacht rund 22 Prozent der Treibhausgasemissionen in Schleswig-Holstein. Der größte Anteil entfällt auf Methan- und Lachgasemissionen aus landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsprozessen; rund 11 Prozent sind energiebedingt. Um praxisnahe Lösungen für eine klimaeffiziente Landwirtschaft zu entwickeln und zu vermitteln, hat das MLLEV das Kompetenzzentrum für klimaeffiziente Landwirtschaft eingerichtet. Es wird von einem fachübergreifenden Expertennetzwerk getragen und organisiert unter anderem Fachveranstaltungen, Webinare sowie Gutachten zu Klimaschutz, Klimaanpassung und ökonomischen Auswirkungen für landwirtschaftliche Betriebe.
Weitere Informationen finden Sie unter:
Kompetenzzentrum Klimaeffiziente Landwirtschaft