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Thema : Schule und Beruf

Berufliche Orientierung

Informationen und Projekte zur Beruflichen Orientierung

Letzte Aktualisierung: 23.06.2023

Berufliche Orientierung bedeutet Persönlichkeitsentwicklung und Stärkung der Selbstkompetenz einerseits und folgt damit pädagogischen Zielen. Berufliche Orientierung bedeutet andererseits Berufswahlfähigkeit/Beschäftigungsfähigkeit und folgt damit Anforderungen der Arbeitswelt.

Aus Sicht der Jugendlichen erfordert der Übergang von der Schule in den Beruf die Neugestaltung ihrer Identität, das heißt, sie müssen in der Lage sein, angstfrei mit diesen Veränderungen umzugehen. Gelungene Berufliche Orientierung muss sie deshalb für diesen Übergang stärken. Das ist nicht nur aus Sicht der Jugendlichen ein Prozess, sondern auch aus Sicht von Schule. Ein Konzept für Berufliche Orientierung kann nie abgeschlossen sein und bindet den Auf- und Ausbau von Kooperationen ein.

Praktika bieten eine erste Begegnung mit der Berufswelt und ermöglichen die Chance zum eigenverantwortlichen Lernen und zum Erproben der eigenen Fähigkeiten. Damit sind sie wichtige Bausteine der Beruflichen Orientierung.

Allgemeines

Betriebspraktika finden in der Sekundarstufe I an allen weiterführenden Schulen statt. In der Sekundarstufe II absolvieren die Schülerinnen und Schüler ein zusätzliches Wirtschaftspraktikum. Dieses zielt weniger auf eine persönliche Berufliche Orientierung, sondern dient vorrangig der Einsicht in betriebs- und volkswirtschaftliche Zusammenhänge.
Schulpraktika zählen zu den schulischen Pflichtveranstaltungen. Sie werden von den Schulen organisiert und pädagogisch begleitet. Die versicherungsrechtliche Absicherung der Praktikanten erfolgt über die Unfallkasse Nord sowie den Kommunalen Schadensausgleich.

Rechtliche Grundlagen

Nach § 4 Absatz 3 des schleswig-Holsteinischen Schulgesetzes gehört es zum Auftrag der Schule, "jungen Menschen kulturelle und gesellschaftliche Orientierung vermitteln. Sie soll dazu ermuntern, eigenständig zu denken und vermeintliche Gewissheiten und gesellschaftliche Strukturen auch kritisch zu überdenken. Die Schule soll die Bereitschaft zur Empathie und die Fähigkeit fördern, das eigene Weltbild in Frage zu stellen und Unsicherheiten selbstvertrauend auszuhalten."
In den Fachanforderungen Wirtschaft/Politik für die Sekundarstufe I und II ist festgelegt, dass "die Berufsorientierung integrativer Bestandteil aller Fächer und Jahrgangsstufen" ist. "Wichtige Bausteine bilden in diesem Zusammenhang die Praktika in verschiedenen Berufsfeldern. Über die Form und Dauer sowie die betroffenen Jahrgänge der mindestens einwöchigen Praktika und weiterer Begegnungen mit der Arbeitswelt entscheidet die Schulkonferenz."

Schulen, die zum Mittleren Bildungsabschluss führen, und Förderzentren

Ziel des Praktikums ist es, Arbeit und Betrieb kennen zu lernen. Es handelt es sich also um ein Betriebs- und nicht um ein Berufspraktikum. Die Schulen entscheiden über Formen, Dauer, Jahrgangsstufen und anderer Gestaltungsfragen der Betriebspraktika. Durch Beschluss der Schulkonferenz sind Praktika schulische Veranstaltungen, das heißt Schülerinnen und Schüler sowie betreuende Lehrkräfte sind versichert. Erprobte Formen sind zum Beispiel zweiwöchige Praktika, Langzeitpraktika, Blockpraktika, Sozialpraktika, Technikpraktika ab Jahrgangsstufe 7.
In der Regel koordinieren die Kreisfachberaterinnen und Kreisfachberater für Berufsorientierung die Praktikumstermine in ihren Regionen.
Praktika werden vor- und nachbereitet und durch die Lehrkräfte begleitet.

Gymnasien

Praktika dienen der Erkundung und dem persönlichen Erleben des Arbeitsalltags, ermöglichen Einblicke in betriebliche Abläufe und bieten die Möglichkeit einer ersten beruflichen Orientierung. Das mindestens einwöchige, möglichst 14-tägige Betriebspraktikum wird verbindlich im Rahmen des Wirtschaft/Politik-Unterrichtes der Sekundarstufe I durchgeführt. Die Schülerinnen und Schüler werden durch eine Lehrkraft besucht, es besteht Unfallversicherungsschutz. Die Schulen sorgen für eine betriebswirtschaftlich orientierte Vorbereitung und eine entsprechende Nachbereitung. Hierbei ist der Berufswahlpass zu nutzen.

Wirtschaftspraktikum an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen

In der Sekundarstufe II absolvieren die Schülerinnen und Schüler ein zusätzliches Wirtschaftspraktikum. Das Wirtschaftspraktikum verbindet schulisches und außerschulisches Wirtschaftslernen, die im Unterricht erarbeiteten wirtschaftlichen Grundlagen mit Einblicken in die betriebliche Praxis. Über das Betriebspraktikum der Mittelstufe hinausgehend soll das Wirtschaftspraktikum im Rahmen der Möglichkeiten des Betriebes einen weitergehenden Einblick in Struktur, Arbeitsprozesse, Markteinbindung, soziale Aspekte, unternehmerische Entscheidungen und Zukunftsperspektiven des Praktikumsbetriebs geben. Auch das Kennenlernen der Arbeitsabläufe und die praktische Erfahrung eines Arbeitstages sind wichtige Teile des Wirtschaftspraktikums. Darüber hinaus fördert es das Kennenlernen der regionalen Wirtschaft und kann auch eine berufliche Orientierungshilfe darstellen.
Die Schülerinnen und Schüler sollten möglichst – wenn im Betrieb vorhanden – einen Einblick in mehrere Abteilungen, Bereiche oder Tätigkeitsfelder (wie Produktion/Dienstleistung, Einkauf, Vertrieb, Rechnungswesen, Personalwesen, Marketing) und einen Gesamtüberblick über den Betrieb gewinnen.
Das Wirtschaftspraktikum dauert je nach Schule zwischen einer Woche und zwei Wochen. Die Organisation liegt in der Verantwortung der Schule. Es findet in der Regel durch die Einführung der neuen OAPVO im ersten Halbjahr der Qualifikationsphase (Q1.1) statt, kann aber je nach Terminlegung sowie Vor- und Nachbereitungsmöglichkeiten in den E-Jahrgang oder in das zweite Halbjahr der Qualifikationsphase (Q1.2) gelegt werden. Die Schülerinnen und Schüler sind zumeist 17 bis 18 Jahre alt. Das Praktikum wird fächerübergreifend vor- und nachbereitet, wobei der unterrichtliche Schwerpunkt im Fach Wirtschaft/Politik und dort vor allem in einer besonderen betriebswirtschaftlich orientierten Unterrichtseinheit Q1-Jahrgang liegt.
Während des Praktikums erfolgt nach Möglichkeit ein Besuch durch eine Fachkraft der jeweiligen Schule. In den meisten Schulen fertigen die Schülerinnen und Schüler einen Bericht oder eine andere Art des Leistungsnachweises an, der bewertet wird. Dieser Bericht wird bei Interesse den jeweiligen Betrieben gerne zur Verfügung gestellt.
Da es sich bei einem Wirtschaftspraktikum um eine schulische Veranstaltung handelt, ist der Unfallschutz gegeben.

Ergänzende Informationen

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