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Thema : Geologie

Oberflächennahe mineralische Rohstoffe

Die in Schleswig-Holstein genutzten oberflächennahen mineralischen Rohstoffe gehören zur Gruppe der Steine- und Erden-Rohstoffe und umfassen (Locker-)Gesteine wie Sande, Kiese, Tone und Kalke. Ihre Verbreitung hängt vom geologischen Aufbau des Untergrundes ab, ein Abbau ist nicht an beliebiger Stelle möglich.


Letzte Aktualisierung: 23.02.2026

Mineralische Rohstoffe in Schleswig-Holstein

Die heimischen Primärrohstoffe Sand, Kies, tonige Rohstoffe und Kreide werden an verschiedenen Stellen im Land im Tagebau gewonnen. Sie sind die wichtigsten Vorleistungsgüter für die schleswig-holsteinische Bauwirtschaft und sind somit auch von elementarer Bedeutung für die industrielle Wertschöpfungskette. Verwendet werden sie im Wesentlichen zur Herstellung von Baustoffen und im Wohnungs-, Tief- bzw. Straßenbau. Sie kommen aber auch als Produkte in der Landwirtschaft, bei der Energiewende oder im Umweltschutz zum Einsatz.

Das natürliche Angebot mineralischer Rohstoffe hängt vom geologischen Aufbau des Landes ab. Wirtschaftlich nutzbare Vorkommen sind ortsgebunden und ungleichmäßig verteilt, ihre Gewinnung kann nicht an beliebiger Stelle im Lande erfolgen. Die Vorräte sind auch keineswegs unerschöpflich und regional bestehen Defizite, die durch Rohstofftransporte aus anderen Landesteilen ausgeglichen werden müssen.

Rohstoffpotenzialgebiete im Fachbeitrag Rohstoffe

Der Geologische Landesdienst hat für die planerische Sicherung oberflächennaher Primärrohstoffe im Landesentwicklungsplan und in den Regionalplänen den Fachbeitrag „Gebiete für die Sicherung und den Abbau mineralischer Rohstoffe“ erstellt und 2019 veröffentlicht.

Auf Grundlage geologischer Daten sowie unter Berücksichtigung von Produktion, Qualität, Verwendung, Absatzgebieten und Versorgungsfunktion hat der Geologische Dienst Potenzialgebiete für Sand-Kies-Rohstoffe, tonige Rohstoffe und Kalk-Rohstoffe räumlich abgegrenzt, in die Kategorien Lagerstätten und Vorkommen eingeteilt und hinsichtlich ihres Sicherungsbedarfes klassifiziert.

Vereinfachte Karte der Rohstoffpotenzialgebiete 
Rohstoffpotenzialgebiete in Schleswig-Holstein ab 100 ha Flächengröße

Die Rohstoffkulisse erscheint auf den ersten Blick flächenmäßig groß. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Potenzialflächen neben bereits abgebauten Teilbereichen auch Ortslagen, Verkehrsflächen und sonstige Infrastrukturen enthalten, die für einen Abbau nicht zur Verfügung stehen. Darüber hinaus bewirken konkurrierende Nutzungsansprüche (z. B. Landwirtschaft, Naturschutz, erneuerbare Energien) einen weiteren erheblichen Flächenausschluss. Nicht zuletzt werden die verbleibenden Flächen bzw. Vorräte durch genehmigungsrechtliche Auflagen und Eigentumsvorbehalte weiter stark vermindert. In manchen Regionen lässt sich dadurch bereits eine Tendenz zur Verknappung feststellen.

Die Sicherung der Nutzungsfähigkeit oberflächennaher Primärrohstoffe ist insbesondere eine Frage der Ordnung unterschiedlicher Nutzungsansprüche an den Raum und somit eine landesplanerische Aufgabe. Der Fachbeitrag Rohstoffsicherung des Geologischen Landesdienstes bildet dabei eine wichtige fachliche Grundlage für die Landesplanungsbehörde.

Abbau und Verwendung heimischer Rohstoffe

Der Geologische Dienst führt seit 1996 Befragungen bei den Betreibern von Abbaustellen an Land durch, um Kennzahlen zum Rohstoffabbau in Schleswig-Holstein zu ermitteln. Von Interesse sind dabei vor allem die produzierten Mengen, aber auch wo und wie diese zum Einsatz kommen.

Die Teilnahme an der Befragung ist für die Betriebe freiwillig, weshalb nicht für alle Produktionsstellen die tatsächliche Produktionsmenge bekannt ist. Die Rückmeldequote lag zuletzt jedoch bei über 70 % bezogen auf die Anzahl der Produktionsstellen. Die fehlenden Produktionsmengen werden aus den bekannten Mengen berechnet.

In Schleswig-Holstein werden hauptsächlich Sande und Kiese abgebaut, tonige Rohstoffe spielen nur eine untergeordnete Rolle. Zudem wird an einem Standort Kalkstein in Form von Kreide gewonnen. Der Abbau von Torf verliert zunehmend an Bedeutung und wird deshalb nicht weiter betrachtet.

Die Menge der jährlich produzierten Sand-Kies- und tonigen Rohstoffe lag in den erfassten Jahren zwischen 13,0 und 18,6 Millionen Tonnen. Die geringsten Mengen wurden in den Jahren 2002 bis 2010 produziert. Seitdem steigen die Produktionsmengen wieder langsam an und erreichen im Jahr 2020 mit 18,6 Millionen Tonnen den bislang höchsten Wert.

Säulendiagramm der Entwicklung der Rohstoffproduktion
Produktion von Sand, Kies und tonigen Rohstoffen in Schleswig-Holstein seit 1996. Bei der Betrachtung der Säulen sollte beachtet werden, dass die Zeitabstände auf der X-Achse nicht gleichmäßig sind und die Methode zur Berechnung nicht gemeldeter Mengen zweimal angepasst wurde.

Verwendet werden die Rohstoffe vor allem als Füllmaterial im Erd- und Grundbau, zur Fertigung von Transportbeton und Betonfertigteilen, sowie im Straßenbau. Die Kreide wird größtenteils zu Zement verarbeitet.

Die abgebauten Rohstoffe werden häufig in der Nähe ihrer Gewinnung eingesetzt bzw. weiterverarbeitet, weite Transportwege werden nach Möglichkeit vermieden. Dies ist jedoch nur dort möglich, wo Rohstoffe in ausreichender Menge und Qualität vorhanden sind, in rohstoffarmen Regionen müssen mitunter längere Transportwege in Kauf genommen werden. Ein wichtiger Abnehmer der in Schleswig-Holstein gewonnenen Rohstoffe ist die Freie- und Hansestadt Hamburg, die insbesondere aus den südlichen Landesteilen mitversorgt wird.

Eine Analyse der Daten für das Jahr 2016 ist Bestandteil des Fachbeitrags Rohstoffe. Für weitere Befragungen sind die Ergebnisse in eigenständigen Berichten veröffentlicht, erstmals für das Jahr 2020.

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