Beim Schlammpeitzger handelt es sich um eine früher an der schleswig-holsteinischen Westküste, in der Elbmarsch und im Travegebiet häufige Kleinfischart. Heute kommt sie nur noch in wenigen Regionen des Bundeslandes und dort meist nur in geringer Bestandsdichte vor. In der Roten Liste Schleswig-Holsteins wird der Schlammpeitzger als stark gefährdet geführt.
Der Landessportfischerverband Schleswig-Holstein hat es sich die Unterstützung bei der Wiederansiedelung der gefährdeten Fischart in geeigneten Gewässern zur Aufgabe gemacht.
Bereits in den Jahren 2020 und 2021 hat ein über die Fischereiabgabe geförderter Besatz mit Schlammpeitzgern im System der Haaler Au stattgefunden. Im Jahr 2019 wurden zusätzlich schon erste Fische aus einem Vorgängerprojekt ausgesetzt. Die bisherigen Besatzgewässer sind geeignete Nebengewässer der Haaler Au im Bereich ihres Unterlaufes nahe des Nord-Ostsee-Kanals.
Das Wiederansiedelungsprojekt wird auch im Jahr 2022 weitergeführt. Der Besatz wird aufgeteilt auf Schlammpeitzgerlarven im Sommer und einsömmerige Fische im Herbst. Bereits am 07. Juni hat der Larvenbesatz stattgefunden, Es konnten alle 10 geplanten Positionen mit insgesamt über 15.000 Individuen besetzt werden.
Zusätzlich zum Besatz mit Larven und einsömmerigen Schlammpeitzgern findet jährlich eine Kontrollbefischung der Gewässerabschnitte statt, in denen bereits Fische ausgesetzt wurden. Im Jahr 2021 konnten dabei mittels Elektrofischerei bereits die ersten geschlechtsreifen Schlammpeitzger, vermutlich Tiere aus dem Besatz 2019, festgestellt werden. Wir erhoffen uns, dass sich aus dem Besatz innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre ein selbsttragender Bestand des Schlammpeitzgers im beschriebenen Gebiet entwickeln kann.
Kontaktdaten für Fragen und Interessierte:
Mattias Hempel
Landessportfischerverband Schleswig-Holstein
Papenkamp 52
24114 Kiel
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