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Thema : Fischerei

Landesprogramm Fischerei und Aquakultur

Das aktuelle Landesprogramm läuft derzeit aus; die bereitstehenden Fördermittel sind größtenteils ausgeschöpft. Das neue Landesprogramm Fischerei und Aquakultur unter Nutzung des Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds (EMFAF; EU-Förderperiode 2021 – 27) befindet sich derzeit in Vorbereitung. Detaillierte Informationen zu den Fördermöglichkeiten aus dem EMFAF werden rechtzeitig zum Start der Umsetzung an dieser Stelle bereitgestellt. Erwartet wird die Genehmigung des deutschen Programms zum EMFAF durch die Europäische Kommission derzeit für das 4. Quartal 2022. Zu diesem Zeitpunkt werden u. a. die neuen Förderrichtlinien des Landes fertig gestellt sein, anhand derer dann auch Auskünfte über die konkreten Fördermöglichkeiten erfolgen können.

Letzte Aktualisierung: 24.01.2022

Logo Landesprogramm Fischerei und Aquakultur

Mit dem "Landesprogramm Fischerei und Aquakultur" wird die Förderung von Fischerei, Aquakultur und Meeresschutz in Schleswig-Holstein in der EU-Förderperiode 2014 – 2020 umgesetzt. Eine Abwicklung der Förderung wird in einem Zeitraum von bis zu drei Jahren nach Ende der Förderperiode möglich sein.

Im Rahmen des Landesprogramms werden sowohl Mittel der Europäischen Union (Europäischer Meeres- und Fischereifonds – EMFF) als auch nationale Mittel bereitgestellt. Einige bewährte Maßnahmen aus der vergangenen Förderperiode ("Zukunftsprogramm Fischerei", EU-Förderperiode 2007 – 2013) sind erneut Bestandteil des Landesprogramms, so z.B. die Förderung von Investitionen an Bord von Fischereifahrzeugen oder von Forschungsmaßnahmen und Wissenstransfer zu einer nachhaltigeren Fischerei. Um dem geänderten EU-Rechtsrahmen gerecht zu werden, wurden aber auch neue Vorhaben ins Programm aufgenommen bzw. schon bestehende Maßnahmen neu ausgerichtet. Das Programm fokussiert insbesondere auf die Nachhaltigkeit der geförderten Maßnahmen und unterstützt damit die Ausrichtung der Gemeinsamen Fischereipolitik der Europäischen Union.

Detaillierte Informationen zum Landesprogramm:

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Rechtsgrundlagen und Ziele des Landesprogramms

Ein großer Teil der Mittel, die mit dem "Landesprogramm Fischerei und Aquakultur" bereitgestellt werden, stammt aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF). Schleswig-Holstein erhält aus diesem Topf europäische Gelder in Höhe von 24 Mio. €, die mit nationalen Mitteln ergänzt werden. Dabei beträgt der EU-Anteil im Regelfall 75 % und der Anteil nationaler Mittel 25 %. Beim Einsatz von EMFF-Geldern ist neben bundes- und landesrechtlichen Vorschriften der europarechtliche Rahmen zu berücksichtigen.

Rechtsgrundlagen der Europäischen Union

Wesentliche Grundlagen für eine Förderung aus dem EMFF bilden zwei Verordnungen der Europäischen Union:

Diese beiden Grundverordnungen werden durch diverse delegierte Verordnungen und Durchführungsverordnungen der Europäischen Kommission ergänzt. Die in diesen Verordnungen festgelegten Bestimmungen sind ebenfalls von allen EU-Mitgliedstaaten zu beachten.

Ziele und Schwerpunkte der Europäischen Union

Der EMFF trägt nach dem Willen der EU zu folgenden Zielen bei:

  • Förderung einer wettbewerbsfähigen, ökologisch nachhaltigen, rentablen und sozial verantwortungsvollen Fischerei und Aquakultur,
  • Unterstützung der Durchführung der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP),
  • Förderung einer ausgewogenen und integrativen territorialen Entwicklung der Fisch- und Aquakulturwirtschaftsgebiete,
  • Unterstützung der Entwicklung und Umsetzung der Integrierten Meerespolitik in der Union.

In Anlehnung an diese Ziele formuliert die EMFF-Verordnung sechs unterschiedliche Prioritäten (sog. "Förderachsen") für den EMFF:

  1. Nachhaltige Entwicklung der Fischerei (Küsten- und Binnenfischerei)
  2. Nachhaltige Entwicklung der Aquakultur
  3. Begleitende Maßnahmen für die GFP (Fischereiüberwachung und Datenerhebung)
  4. Nachhaltige Entwicklung von Fischwirtschaftsgebieten
  5. Verarbeitung und Vermarktung
  6. Integrierte Meerespolitik

Ein detaillierter Überblick über die EMFF-Prioritäten und die dazugehörigen spezifischen Ziele findet sich im Download-Bereich unten auf dieser Seite.

Ziele des Landes Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein verbindet das Landesprogramm Fischerei und Aquakultur mit den folgenden Zielsetzungen:

  • die Unterstützung und Umsetzung der gemeinsamen Fischereipolitik auf regionaler Ebene,
  • der Erhalt der aktiven Binnen- und Küstenfischerei und die Verringerung ihrer Auswirkungen auf die Umwelt,
  • die nachhaltige Entwicklung der Fischwirtschaftsgebiete an der schleswig-holsteinischen Nord- und Ostseeküste,
  • die Existenzgründung und die Schaffung und Sicherung von sozialversicherungspflichtigen Dauerarbeitsplätzen im Fischerei- und Aquakultursektor,
  • die Förderung des Meeresumweltschutzes und der Schutz der aquatischen Fauna und Flora.

Das deutsche Operationelle Programm zum EMFF

Neben Schleswig-Holstein nutzen auch viele andere Bundesländer sowie der Bund Mittel aus dem EMFF.

Wie und wofür die Nutzung der EMFF-Gelder in Deutschland erfolgen soll, ist im Deutschen Operationellen Programm (OP) für den EMFF ausführlich beschrieben. Im Gegensatz zu den großen anderen Strukturfonds ELER, ESF und EFRE gibt es für den EMFF nur ein einziges OP, das für ganz Deutschland gilt.
Das OP bildet die Basis für die Verwendung von EMFF-Geldern in der gesamten EU-Förderperiode in Deutschland. Anhand von prioritätsbezogenen Analysen der aktuellen Situation ermittelt es konkrete Ziele für die Förderung und stellt dar, für welche Maßnahmen und nach welchen Kriterien die Mittel vergeben werden.
Das deutsche EMFF-OP und die dazugehörigen Anlagen können Sie auf dem gemeinsamen Fischereiportal von Bund und Länder einsehen:

Gemeinsames Fischereiportal von Bund und Ländern

Die Begleitung der Umsetzung des OP erfolgt durch einen so genannten Begleitausschuss, der sich zusammensetzt aus Vertretern des Bundes und der EMFF-nutzenden Bundesländer sowie Interessenvertreter z. B. von Fischerei- und Umweltverbänden und Gewerkschaften. Der Ausschuss tagt in der Regel zwei Mal jährlich und diskutiert in enger Abstimmung mit der Europäischen Kommission Rechtsfragen und fischereifachliche Fragen sowie den aktuellen Stand der OP-Umsetzung.

Ansprechpartner und Fördermöglichkeiten

Eine konkrete Beratung zu Fördermöglichkeiten und Antragsformulare bietet das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, Abteilung Fischerei.
Ansprechpartnerin:
Ines John
Tel. 04347/704-317
Email: Ines.John@llur.landsh.de

Grundsätzliche Informationen zum Landesprogramm Fischerei und Aquakultur erhalten Sie beim Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung.
Ansprechpartnerin:
Svenja Wachhorst
Tel. 0431/988-5105
Email: svenja.wachhorst@melund.landsh.de

Informationen zum Förderschwerpunkt Integrierte Meerespolitik erhalten Sie ebenfalls beim Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung.
Ansprechpartnerin:
Franziska Junge
Tel.0431/988-7150
Email: franziska.junge@melund.landsh.de

Aus dem Landesprogramm Fischerei und Aquakultur können Zuwendungen für folgende Maßnahmen gewährt werden:

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Fördermöglichkeiten im Rahmen der Kutter- und Küstenfischerei sowie der Binnenfischerei

Das der Förderung zugrundeliegende EU-Recht schließt eine Förderung von Schiffsneubauten weiterhin aus. Von der Förderung grundsätzlich ausgeschlossen sind außerdem Maßnahmen, die die Fangkapazität eines Schiffes erhöhen, oder Investitionen, mit denen das Aufspüren von Fischen erleichtert wird (z.B. Echolote).

Eine Förderung kann u.a. gewährt werden für

  • die Unternehmensgründung junger Fischer, die ein erstes Fischereifahrzeug erwerben;
  • Investitionen an Bord von Fischereifahrzeugen zur Verbesserung der Sicherheit und der Arbeitsbedingungen;
  • Investitionen zur Steigerung der Energieeffizienz eines Fischereifahrzeugs;
  • die Neumotorisierung von Fischereifahrzeugen;
  • Investitionen in selektivere Fanggeräte;
  • Investitionen zur Steigerung der Qualität und des Mehrwerts von Fischereierzeugnissen;
  • Investitionen zur Diversifizierung des Einkommens von Fischern;
  • Ausgleichszahlungen für die vorübergehende Einstellung der Fangtätigkeit

Förderrichtlinien

Projektauswahlverfahren

Bei der Prüfung von Anträgen sind die Projektauswahlkriterien für die Prioritätsachse 1 des EMFF  (PDF, 220KB, Datei ist nicht barrierefrei) anzuwenden.

Förderung von Innovationen und Wissenstransfer im Fischereisektor, Besatzmaßnahmen, Schutz und Wiederherstellung der Meeresbiodiversität

Eine Förderung kann gewährt werden für

  • Innovationen im Fischereisektor und zur Erhaltung biologischer Meeresschätze; hierzu zählen auch Studien zu alternativen Antriebssystemen und Rumpfkonstruktionen zur Verbesserung der Energieeffizienz von Fischereifahrzeugen;
  • Partnerschaften zwischen Wissenschaftlern und Fischern zur Förderung des Wissenstransfers;
  • Besatzmaßnahmen, sofern diese EU-rechtlich ausdrücklich als Bestandserhaltungsmaßnahmen vorgesehen sind; dies gilt aktuell nur für den Aal-Besatz;
  • Vorhaben zum Schutz der Meeresbiodiversität und der …

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