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Thema : Fischerei

Förderung aus der Fischereiabgabe



Letzte Aktualisierung: 22.05.2024

Hinweis: Das Budget der Fischereiabgabe des Landes Schleswig-Holstein ist derzeit erschöpft; eine Antragstellung ist daher bis auf weiteres nicht möglich.

Das wichtigste Vorhaben, das bereits seit vielen Jahren aus Mitteln der Fischereiabgabe finanziert wird, ist die Unterstützung bedrohter Fischarten. Seit 1983 mit Einführung der Fischereiabgabe werden in Schleswig-Holstein Fischartenhilfsmaßnahmen aus Mitteln der Fischereiabgabe in erheblichem Umfang finanziell gefördert.

Ausgehend von zunächst einzelnen Hilfsmaßnahmen, wie zum Beispiel die Besatzprogramme "Salmoniden", "Nordseeschnäpel" und "Große Maräne" wurde das Artenhilfsprogramm im Laufe der Zeit mehrfach konzeptionell überarbeitet und auch auf weitere Fischarten ausgeweitet.

Fisch wird mithilfe einer Messlatte ausgemessen
Seit dem Jahr 2012 wurden für das Fachkonzept Fisch-Horizonte alle in schleswig-holsteinischen Binnengewässern vorkommenden heimischen Fisch-, Krebs- und Muschelarten einer fachlichen Bestandsaufnahme unterzogen.

Seit dem Jahr 2012 wurden für das Fachkonzept "Fisch-Horizonte" alle in schleswig-holsteinischen Binnengewässern vorkommenden heimischen Fisch-, Krebs- und Muschelarten einer fachlichen Bestandsaufnahme unterzogen, anhand eines Kriterienkataloges neu bewertet und einem Handlungsbedarf zugeordnet. Die Artenliste förderfähiger Fisch-, Krebs- und Muschelarten weist im aktuellen Programm, das im Jahr 2022 zuletzt fachlich überarbeitet und angepasst wurde, regionalen oder landesweiten Handlungsbedarf für 15 Arten aus, bei einem Mittelbedarf aus der Fischereiabgabe von knapp 650.000 Euro pro Jahr inkl. des Bedarfs für eine umfassende Erfolgskontrolle. Damit werden deutlich über 50 Prozent der in den letzten Jahren über die Fischereiabgabe jährlich eingenommenen Mittel unmittelbar für Besatz- und Fischartenhilfsmaßnahmen sowie deren Kontrolle ausgegeben.

Weitere Projekte der Fischereiabgabe beschäftigen sich zum Beispiel mit der Historie der Fischerei in Schleswig-Holstein, finanzieren die ehrenamtliche Fischereiaufsicht, unterstützen die Modernisierung der Fischbruthäuser im Land und ermöglichen eine Beteiligung am Länder übergreifenden Projekt zum Schutz des Laichbestands des Aals im Elbesystem.

Fördermittel aus der Fischereiabgabe werden auf Grundlage der entsprechenden Förderrichtlinie des Landes vergeben. Nähere Auskunft zu Modalitäten der Förderung und zu konkreten Projekten erteilt gerne das Landesamt für Landwirtschaft und nachhaltige Landentwicklung als obere Fischereibehörde.

Projekte aus der Fischereiabgabe

Die veröffentlichten Projektberichte beinhalten Einschätzungen der Autoren, die nicht in jedem Fall die Meinung der Landesregierung wiedergeben.

Zu den aus der Fischereiabgabe des Landes Schleswig-Holstein geförderten Projekten finden Sie nachfolgend kurze Beschreibungen der Zuwendungsempfänger. Für weitergehende Informationen werden jeweils Ansprechpartner benannt, an die Sie sich für konkrete Anfragen direkt wenden können.

Übersicht der Projekte

Kurzbericht zum Projekt der Fischereiabgabe:"Wir Fischen.SH"


Im Rahmen des Projektes „Wir Fischen.SH“ sollen Verbraucherinnen und Verbraucher auf verschiedenen Kommunikationskanälen über die schleswig-holsteinische Fischerei informiert werden. Zielsetzung ist es, sowohl das Image der Fischereisparten zu verbessern als auch die Kenntnisse von Verbrauchern und Touristen über heimischen Fisch und die Fischerei zu verbessern. Dabei steht die Einbindung möglichst vieler Akteure aus der Fischerei im Vordergrund.

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Die zu Beginn des Projektes entwickelte Dachmarke „WIR FISCHEN.SH“ wird als gemeinsamer Absender aller Fischereisparten in Schleswig-Holstein erfolgreich genutzt. Neben der Küstenfischerei inklusive Krabben- und Speisefischanlandungen sind auch die Muschelkulturwirtschaft, Binnenfischerei, Teichwirtschaft, Angelfischerei inklusive Angeltourismus und Aquakultur wichtige Bestandteile der heimischen Fischerei.

Ein wichtiges Kommunikationsinstrument ist das Internetportal WIR-FISCHEN.SH. Es fungiert als Informationsseite aller Sparten der Fischerei. Die Website beinhaltet Informationen über die verschiedenen Fischereisparten, die Geschichte der Fischerei, Produkte der Fischerei, Berufe in der Fischerei und aktuelle Termine und Veranstaltungen rund um das Thema Fischerei. Außerdem dient sie als Portal für Fischereibetriebe, für Fischereiverbände, für Museen, die Fischerei zum Thema haben, und die Häfen im Land. Ein Newsletter informiert angemeldete Nutzer regelmäßig über Themen aus der Fischerei und weist auf weitere Informationen auf der Webseite hin. Links verbinden uns mit allen Akteuren aus der Welt der Fischerei im Lande.

Ein zweites wichtiges Kommunikationsinstrument sind die WIR-FISCHEN-Magazine, in denen das Thema Fischerei in Schleswig-Holstein inhaltlich und optisch ansprechend aufbereitet wird. Sie liegen im ganzen Land z.B. bei Fischereibetrieben, Gastronomen, Verbänden und in Tourismusinformationen aus und werden auf Veranstaltungen verteilt. Sie dienen als Informationsmaterial, das sich Besucher und Einheimische gleichermaßen mit nach Hause nehmen können. Ein WIR-FISCHEN-Magazin ist viel mehr als ein Flyer, es ist ein Nachschlagewerk, ein Erinnerungsstück und eine hochwertige Informationsquelle. Derzeit ist das 5. Magazin in der Entstehung.

Auch die WIR FISCHEN.SH Social-Media-Kanäle (Facebook & Instagram) informieren über die heimische Fischerei. Hier wird über Veranstaltungen und aktuelle Entwicklungen rund um die Fischerei berichtet. Für weiterführende Informationen wird in den Beiträgen auf die Internetseite verwiesen.

Auf Veranstaltungen, wie dem "Aalutsetten in de Schlie", der Norla in Rendsburg oder den Husumer Krabbentagen, zeigt WIR-FISCHEN.SH Präsens. Soweit möglich, stehen hier Multiplikatoren aus der Fischerei für Fragen zur Verfügung, um in den direkten Kontakt mit Verbraucherinnen und Verbrauchern zu kommen.

Ansprechpartner für weitere Informationen: 

Sandra van Hoorn / Carolin Müller / Gesa Gerstenberg

Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein

Grüner Kamp 15-17

24768 Rendsburg

wir-fischen@lksh.de

Kurzbericht über die durch die Fischereiabgabe geförderten lebensmittelrechtlichen Untersuchungen angelfischereilich relevanter Fischarten im Nord-Ostsee-Kanal


September 2023

Als Folge des Ölunfalls in Brunsbüttel im Dezember 2022 führte der Landessportfischerverband (LSFV) Schadstoffuntersuchungen an Aalen, Brassen und Zandern aus dem Nord-Ostsee-Kanal durch.

Im Anschluss an die Verunreinigung mit Rohöl wuchs seitens der Anglerschaft und der Öffentlichkeit die Unsicherheit über die Verzehrbarkeit von Fischen aus dem Nord-Ostsee-Kanal. Auch für die Kanalfischerei in Rade war die Frage, ob der Ölunfall Auswirkungen auf die Fische haben könnte, von großem Interesse. Rohöl kann gesundheitsschädliche Bestandteile in sehr unterschiedlichen Konzentrationen beinhalten und in aquatischen Lebensräumen toxisch wirken.

Mitte Mai fingen die Biologen des Landessportfischerverbandes in Zusammenarbeit mit Thomas Philipson von der Fischerei Brauer im Ölhafen Brunsbüttel und in der Weiche Kudensee die für die Untersuchungen benötigten Fische. Mit über Nacht ausgebrachten Stellnetzen und Reusen wurden Brassen, Aale und Zander gefangen. Eine weitere Probennahme zur Absicherung fand im Schirnauer See bei Rade statt. Die Proben wurden unter Berücksichtigung des vom Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz des Landes Schleswig-Holstein (MLLEV) zur Verfügung gestellten „Leitfadens zur Probennahme von Fischen aus dem NOK“ gewonnen.

Fischer sitzt auf Nord-Ostsee-Kanal im Boot. Er hält eine mit Alufolie ausgelegte Wanne fest, die mehrere Fische enthält.
Leitfadengerechte Probennahme von Zander und Brassen durch den Landessportfischerverband SH in Zusammenarbeit mit Thomas Philipson (Kanalfischer, Brauer‘s Aalkate)

Die gefangenen und entsprechend der Vorgaben behandelten Fische wurden an das Landeslabor Schleswig-Holstein in Neumünster übergeben. Für eine anschließende Laboruntersuchung wurden die Proben durch das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe untersucht. Dabei wurde der Gehalt der typischerweise in Rohöl zu findenden Stoffklassen im Fischfilet analysiert.

Die vorliegenden Untersuchungsergebnisse legen nahe, dass der Ölunfall keine negativen Folgen für die Verzehrbarkeit der Fische im Nord-Ostsee-Kanal hat. Weder die Fische im direkten Umfeld der damaligen Unglücksstelle in Brunsbüttel, noch jene aus der Weiche Kudensee wiesen auffälligen Gehalte der untersuchten Stoffgruppen auf. Eine zweite Untersuchung, bei der der Gallensaft von Aalen untersucht wurde, bestätigt, dass das Ökosystem Nord-Ostsee-Kanal mit einem blauen Auge davon gekommen zu sein scheint. In der Untersuchung ergaben sich keine Hinweise, dass der Ölunfall zu einer signifikanten Anreicherung von giftigen Stoffen in der Nahrung der Aale des Nord-Ostsee-Kanals geführt hat.

Ansprechpartner für weitere Informationen

Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e.V.

Ansprechpartner für das Projekt: Marius Behrens

Papenkamp 52

24114 Kiel

Telefon: 0431 67 68 18

info_lsfvsh

Landessportfischerverband

Kurzbericht über den durch die Fischereiabgabe geförderten Elritzenbesatz im Jahr 2023 im Rahmen des Projektes „Fischereiberatung in Schleswig-Holstein“, hier Besatz in die Wapelfelder Au


Juni 2023

Im Rahmen des Projektes „Landesweite Fischereiberatung“ führt der Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e. V. Wiederansiedlungsmaßnahmen mit Elritzen durch.

Bauchlauf der Wapelfelder Au, gesäumt von Wiesen und Bäumen.
Besatzpunkt an der Wapelfelder Au

Bei einigen Fließgewässern in Schleswig-Holstein sind Wiederansiedlungsmaßnahmen mit Kleinfischarten notwendig. Es handelt sich dabei um Arten, welche ursprünglich in vielen unserer Gewässer heimisch waren, mittlerweile aber fast überall verschwunden sind. Die Ursachen für das Verschwinden sind/waren i. d. R. anthropogen bedingt, beispielsweise Gewässerbegradigungen und/oder stoffliche Belastungen. Auch wenn z. B. belastende Einleitungen inzwischen abgestellt wurden und darüber hinaus oft die Struktur des Gewässers durch Maßnahmen wieder verbessert wurde, findet eine eigenständige Wiederbesiedlung durch manche Kleinfischarten dennoch nicht statt. Eine der Arten, deren selbstständige Ausbreitung mancherorts ausbleibt oder extrem lange dauert, ist die Elritze. Gemeinsam mit dem Dezernat Fließgewässerökologie wurden daher einige Gewässer, die inzwischen wieder als Lebensraum geeignet erscheinen, für die Wiederansiedlung ausgewählt.

Die Wapelfelder Au wurde am 03.05.2023 mit 2.000, zum Teil laichfähigen, Elritzen besetzt. Um einer genetischen Homogenisierung vorzubeugen, wurden nur Nachzuchten von Eltern mit der passenden Genetik „Eider-Treene-Sorge“ von der „Krebszucht Oeversee“ besetzt.

Durchgeführt wurde der Besatz an zwei Stellen mit je 1.000 Individuen. Damit wurden zum zweiten Mal Elritzen in die Wapelfelder Au eingebracht. 2019 wurde das Gewässer erstmalig, mit jedoch lediglich 500 Tieren, besetzt. Die Wiederholung des Besatzes soll in diesem Fall die Chance erhöhen, eine sich selbständig erhaltende Elritzenpopulation dauerhaft im Gewässer zu etablieren. Auf dem Foto ist eine der Besatzstellen abgebildet.

Ansprechpartner für weitere Informationen

Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e.V.

Ansprechpartner für das Projekt: Marius Behrens

Papenkamp 52

24114 Kiel

Telefon: 0431 67 68 18

info_lsfvsh

Landessportfischerverband

 Kurzbericht über den durch die Fischereiabgabe geförderten Elritzenbesatz im Jahr 2023 im Rahmen des Projektes „Fischereiberatung in Schleswig-Holstein“, hier Besatz in Zuflüsse der Ostsee


Juni 2023

Im Rahmen des Projektes „Landesweite Fischereiberatung“ führt der Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e. V. Wiederansiedlungsmaßnahmen mit Elritzen durch.

Bachlauf mit klarem Wasser geflankt von Graswiesen.
Maßnahmenbereich an der Kronsbek, hier wurden die Elritzen besetzt.

Bei einigen Fließgewässern in Schleswig-Holstein sind Wiederansiedlungsmaßnahmen mit Kleinfischarten notwendig. Es handelt sich dabei um Arten, welche ursprünglich in vielen unserer Gewässer heimisch waren, mittlerweile aber fast überall verschwunden sind. Die Ursachen für das Verschwinden sind/waren in der Regel anthropogen bedingt, beispielsweise Gewässerbegradigungen und/oder stoffliche Belastungen. Auch wenn z. B. belastende Einleitungen inzwischen abgestellt wurden und darüber hinaus oft die Struktur des Gewässers durch Maßnahmen wieder verbessert wurde, findet eine eigenständige Wiederbesiedlung durch manche Kleinfischarten dennoch nicht statt. Eine der Arten, deren selbstständige Ausbreitung mancherorts ausbleibt oder extrem lange dauert, ist die Elritze. Gemeinsam mit dem Dezernat Fließgewässerökologie wurden daher einige Gewässer, die inzwischen wieder als Lebensraum geeignet erscheinen, für die Wiederansiedlung ausgewählt.

Von den ausgewählten Zuflüssen zur Ostsee wurde erneut die Kronsbek, welche letztes Jahr erstmalig Elritzen erhielt, besetzt. Dieses Jahr konnten 1.000 Elritzen besetzt werden.

Erstmalig wurde die Mühlenau an zwei Besatzpunkten mit 1.575 Individuen besetzt. Der eine Besatzpunkt lag bei Schwartbuck, der andere in der Nähe von Hohenfelde.

Ansprechpartner für weitere Informationen

Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e.V.

Ansprechpartner für das Projekt: Marius Behrens

Papenkamp 52

24114 Kiel

Telefon: 0431 67 68 18

info_lsfvsh

Landessportfischerverband

Projekt der Fischereiabgabe: Abschätzung kormoranbedingter Sterblichkeit beim Westdorsch (KoMoDo)


Der Dorschbestand der westlichen Ostsee befindet sich in einem historisch schlechten Zustand. Trotz einer starken Reduzierung des Fischereiaufwands bis hin zur Einstellung der auf Dorsch gerichteten Fischerei gibt es keinerlei Anzeichen für eine Erholung des Dorschbestandes. Es ist wahrscheinlich, dass nicht-fischereiliche Faktoren wie Erwärmung, Eutrophierung, Lebensraumverlust und Zunahme der natürlichen Sterblichkeit eine wichtige Rolle bei der weiteren Entwicklung spielen.

In diesem Kontext ist auch der Fraß von Dorschen durch Kormorane von besonderem Interesse. Der Kormoranbestand des südwestlichen Ostseeraums (Dänemark, Deutschland mit den Bundesländern Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern) ist von 1970 bis 1995 stark gestiegen und liegt seitdem weitgehend konstant bei knapp unter 50.000 Brutpaaren. Diese relativ hohe Anzahl an Kormoranen wird von den Fischern als Konkurrenz und als Gefahr für die Fischbestände und ihre Bewirtschaftung wahrgenommen. Derzeit werden die Höhe und Entwicklung der Fischprädation durch Kormorane bei der Modellierung von Bestandsdynamiken des Westdorsches nicht berücksichtigt. Die Ergebnisse neuerer Studien legen jedoch potenzielle Auswirkungen von Kormoranen auf Fischbestände und Fischerei auch entlang der Ostseeküste nahe. Die ersten Ergebnisse einer vor Kurzem abgeschlossenen Studie des IfB verdeutlichten, dass Kormorane an einem Schlafplatz am Dassower See nahe der Lübecker Bucht einen unerwartet hohen Anteil an jungen Dorschen in ihrer Nahrung hatten (Pietrock et al. 2021).

Jedoch stammen diese Ergebnisse lediglich von einem Standort und die zeitliche Variabilität war sehr hoch. Es ist deshalb noch unklar, inwieweit die Ergebnisse von Pietrock et al. (2021) repräsentativ für andere Standorte und Jahre sind. Weitere Untersuchungen sind für eine zuverlässigere Abschätzung des möglichen Einflusses der Kormoranprädation auf die Dynamik und den Zustand sowie die Entwicklungsperspektive des Dorschbestand der westlichen Ostsee und anderer Fischarten in der Region erforderlich.

Studienziele

Diese Studie wird sich auf die folgenden Hauptbereiche konzentrieren:

  1. Quantifizierung der Kormoranprädation an ausgewählten Abschnitten der Ostseeküste mit besonderem Fokus auf den Dorsch,
  2. Vergleich konventioneller und neuartiger genetisch basierter Methoden zur Quantifizierung der Fischprädation aus Kormoranspeiballenanalysen und
  3. Abschätzung der potenziellen Auswirkungen der natürlichen Sterblichkeit durch Kormorane auf die Populationsdynamik des Dorsches der westlichen Ostsee.

Dieses Projekt ist auf enge Zusammenarbeit zwischen dem IfB, dem Thünen Institut für Ostseefischerei, dem Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie: Institutsteil Bioanalytik und Bioprozesse, und mehreren Ornithologen ausgelegt. Dadurch fließen spezielle Expertisen aus verschiedenen Bereichen in die Bearbeitung ein, z. B. Fachwissen in der Binnen- und Ostseefischerei, in der Speiballenanalyse, Dorsch- und Kormoranökologie und Populationsdynamik sowie in der Altersbestimmung von Dorschen.

Literatur

Pietrock, M.; Sternberg, N. 2021. Analyse von Speiballen zur Ermittlung der Nahrungs-zusammensetzung von Kormoranen in den Gebieten Plöner Seen, Untertrave und Schlei. Bericht im Auftrag des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein. Institut für Binnenfischerei e. V. Potsdam-Sacrow, 90 pp.

Ansprechpartner für weitere Informationen und Fragen

Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow

Dr. Tyrell DeWeber

Im Königswald 2

14469 Potsdam

Telefon: 033201 406 12

tyrell.deweber@ifb-potsdam.de

https://www.ifb-potsdam.de/seite/650957/projekt-komodo.html

Kurzbericht zum Projekt der Fischereiabgabe: Schlammpeitzgerbesatz im Haaler Au-System 2023


Der Landessportfischerverband Schleswig-Holstein (LSFV) unterstützt die Wiederansiedelung der gefährdeten Fischart Schlammpeitzger in geeigneten Gewässern des Landes.

Beim Schlammpeitzger handelt es sich um eine früher an der schleswig-holsteinischen Westküste, in der Elbmarsch und im Travegebiet häufige Kleinfischart. Heute kommt sie nur noch in wenigen Regionen des Bundeslandes und dort meist nur in geringer Bestandsdichte vor. In der Roten Liste Schleswig-Holsteins wird der Schlammpeitzger als stark gefährdet geführt.

Etwas mehr als fingerlange, bräunliche Fische auf einer Hand, die von einem feinmaschigen Netz umhüllt ist.
Der Bestand des Schlammpeitzgers ist gesunken. Daher wird die Kleinfischart wieder angesiedelt - mit Schlammpeitzgerlarven im Sommer und (hier zu sehen) einsömmerigen Fischen im Herbst.

Bereits in den Jahren 2020 bis 2022 hat ein über die Fischereiabgabe geförderter Besatz mit Schlammpeitzgern im System der Haaler Au stattgefunden. Im Jahr 2019 wurden zusätzlich schon erste Fische aus einem Vorgängerprojekt ausgesetzt. Die bisherigen Besatzgewässer sind geeignete Nebengewässer der Haaler Au im Bereich ihres Unterlaufes nahe des Nord-Ostsee-Kanals.

Das Wiederansiedelungsprojekt wird auch im Jahr 2023 weitergeführt. Der Besatz wird aufgeteilt auf Schlammpeitzgerlarven im Sommer und einsömmerige Fische im Herbst. Bereits am 10. Juni hat der Larvenbesatz stattgefunden. Es konnten alle 10 geplanten Positionen mit insgesamt etwa 12.000 Individuen besetzt werden.

Zusätzlich zum Besatz mit Larven und einsömmerigen Schlammpeitzgern findet jährlich eine Kontrollbefischung der Gewässerabschnitte statt, in denen bereits Fische ausgesetzt wurden. In den Jahren 2021 und 2022 konnten dabei mittels Elektrofischerei auf fast allen befischten Strecken Schlammpeitzger festgestellt werden. Unter den nachgewiesenen Tieren waren auch bereits geschlechtsreife Individuen mit einer hohen Körperlänge. Wir erhoffen uns, dass sich aus dem Besatz innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre ein selbsttragender Bestand des Schlammpeitzgers im beschriebenen Gebiet entwickeln kann.

Weitere Informationen

Mattias Hempel

Landessportfischerverband Schleswig-Holstein

Papenkamp 52

24114 Kiel

Telefon: 0170 4102960

hempel@lsfv-sh.de

Kurzbericht zum Projekt der Fischereiabgabe: „Untersuchung der Überlebensraten zurückgesetzter Plattfische und Entwicklung von Praxisleitlinien zur Verringerung letaler und nicht-letaler Auswirkungen des Rückwurfs in der Angelfischerei“


Buttje, Buttje in der See?! Das Thünen-Institut für Ostseefischerei hat erfolgreich ein durch die Fischereiabgabe des Landes Schleswig-Holstein gefördertes Projekt zur Untersuchung der Überlebensraten geangelter und zurückgesetzter Plattfische gestartet.

Hintergrund

Plattfische werden als Zielfischarten für AnglerInnen an Nord- und Ostsee immer wichtiger – auch als Alternative zum Dorsch. Jährlich werden von deutschen AnglerInnen über 1,2 Mio. Plattfische gefangen, rund 60 % davon in Schleswig-Holstein. Jeder vierte Plattfisch wird nach dem Fang aber wieder zurückgesetzt, etwa weil er zu klein ist. Bisher existierten allerdings keine Informationen über die Überlebensraten geangelter und zurückgesetzter Schollen, Flundern und Klieschen und der potenziellen nicht-letalen Auswirkungen des Zurücksetzens.

Scholle liegt mit Köder im Mund neben einer Angel auf dem Boden eines Bootes.
Die Studie soll Aufschluss über die Überlebensraten von Plattfischen, wie dieser Scholle, geben, wenn sie geangelt und im Anschluss wieder zurückgesetzt werden.

Wunsch nach neuen Erkenntnissen

Im Rahmen des Projektes soll nun erstmalig erforscht werden, wie hoch die Überlebensraten nach dem Zurücksetzen sind und welche Faktoren die Überlebenschancen beeinflussen, z.B. die Angelhakengröße oder die Hakenposition im Fischmaul. Außerdem sollen die Auswirkungen verschiedener Hakengrößen auf die Fischlänge, Hakenposition und Fangmenge untersucht werden.

Kombination des Experiments mit einer Studie

Eine Gruppe von ungefähr 20 Personen steht auf einem Steg, an dem ein Boot angelegt hat. Sie halten Banner mit der Aufschrift "Betriebssportverband Hamburg" und "Thünen-Institut für Ostseefischerei"
Gemeinsam mit Anglern des Betriebssportverbands Hamburg erforscht das Thünen-Institut die Überlebensraten geangelter und zurückgesetzter Plattfische.

Die ForscherInnen kombinieren für die Untersuchung ein Feldexperiment mit einer sogenannten „Citizen Science“ Studie. Bei dem kürzlich gestarteten Feldversuch helfen regelmäßig circa 20 freiwillige AnglerInnen unter realistischen Bedingungen Plattfische von einem Hochseeangelkutter zu fangen.

Anschließend werden die Fische in Netzkäfigen bis zu einer Woche in der Ostsee gehältert, um die Überlebensraten zu untersuchen. Bei der „Citizen Science“ Studie angeln etwa 200 freiwillige AnglerInnen aus ganz Deutschland bis Ende des Jahres mit standardisierten Vorfächern und Haken auf Plattfische und dokumentieren verschiedene Informationen zu ihren Fängen (Fischlänge, Hakenposition, Hakengröße etc.) in einem persönlichen Tagebuch.

Mehr Tierwohl und erhöhte Überlebenschance als Ziel

Am Ende sollen die Ergebnisse dieser Studie dabei helfen, dass AnglerInnen durch die Wahl des Hakens selektiver auf Plattfische angeln und die Überlebenschancen und das Tierwohl beim Zurücksetzen erhöhen können.

Ansprechpartner für weitere Informationen 

Thünen-Institut für Ostseefischerei

Dr. Simon Weltersbach

Alter Hafen Süd 2

18069 Rostock

Telefon: 0381 66099 128

Simon.weltersbach@thuenen.de

Kurzbericht zum Projekt der Fischereiabgabe: Reparatur des Schwimmsteges im Neustädter Binnenwasser


Die Holzoberfläche des Schwimmsteges des Neustädter Fischeramtes war viele Jahre der Witterung ausgesetzt. Dadurch war das Holz an mehreren Stellen verfault. Es musste dringend repariert werden.

Alter Steg des Neustädter Fischeramtes mit verfaulter Holzoberfläche
Die Holzoberfläche des alten Stegs war verfault.

Aus diesem Grund wurde ein Antrag auf Förderung aus der Fischereiabgabe des Landes Schleswig-Holstein bei der oberen Fischereibehörde durch die Neustädter Fischer gestellt. Nachdem der Fischereiabgabeausschuss dem Förderantrag zugestimmt hatte, konnte eine Firma beauftragt werden, die den alten Steg repariert hat. Ende Januar 2023 konnte der neue Steg fertiggestellt werden.

Neuer Steg des Neustädter Fischeramtes
Der neue Steg ist witterungsbeständig.

Ansprechpartner für weitere Informationen

Fischeramt Neustadt von 1474 e.V.

Michael Eim

Eichenweg 32

23730 Neustadt

Telefon: 0157 38404502

Kurzbericht zum Projekt der Fischereiabgabe: Aufbruch in die Moderne in der Fischbrutanstalt Alt-Mühlendorf

Veraltete und defekte Verkabelung im Außenbereich
Veraltete und defekte Elektrik wie diese wurde ausgetauscht.

Alles unterliegt dem Wandel der Zeit - auch die Fischzucht. Neue Technologien kommen immer mehr zum Einsatz und die Verwendung von Steuerungstechnik, modernen Pumpen und einer professionellen Messtechnik ist nicht mehr wegzudenken. Die Zyklen der Fischproduktion finden immer nur einmal im Jahr statt. Ein Verlust von Fischen bedeutet somit auch immer eine ganze Generation an Fischen, die verloren ist. Dieser Verlust bedingt durch eine veraltete Elektrik wäre fahrlässig. Und eine solche Elektrik war in Alt-Mühlendorf noch im Einsatz. Jahrzehntelanges „Anflicken“ führte dazu, dass die vorhandenen Sicherungen völlig überlastet waren und permanent drohten, die gesamte Anlage auszuschalten, weil das gesamte System an einer Leitung hing. Auch verbrannte Steckdosen, offene Leitungen und Leitungen ohne Sicherung erschwerten das Arbeiten und waren gerade im Nassbereich des Bruthauses eine enorme Gefahr.

Neuer Sicherungskasten mit neuer Elektrik
Mit den neuen Sicherungskästen ist der Bruterfolg deutlich besser abgesichert.

Aus diesen Gründen wurde die gesamte Elektrik in der Fischzucht überarbeitet. Alle defekten Teile wurden ausgetauscht oder unschädlich gemacht. Zudem ist nun jeder Bereich einzeln abgesichert, sodass beim Auslösen einer Sicherung nicht die gesamte Anlage zum Stillstand kommt, sondern wirklich nur das betroffene Segment. So ist der Bruterfolg deutlich besser abgesichert, Fehlerquellen können schnell gefunden und behoben werden. Ein wichtiger Schritt in eine moderne Zukunft.

Ansprechpartner für weitere Informationen: 

Verband der Binnenfischer und Teichwirte in Schleswig-Holstein e.V. / Fischbrutanstalt Alt-Mühlendorf

Kilian Lauff

Hauptstraße 12

24646 Warder

0178 9315784

fischbrut@swn-nett.de

Fischbrutanstalt Alt-Mühlendorf

Kurzbericht zum Projekt der Fischereiabgabe: "WIR FISCHEN.SH

Der Fischfang ist für Schleswig-Holstein traditionell von großer Bedeutung. Neben der Küstenfischerei mit Krabben- und Muschelfischerei sind auch die Binnenfischerei, Teichwirtschaft und Aquakultur wichtige Wirtschaftsfaktoren.

Der kulturhistorische Wert sowie die Bedeutung der Fischerei für lebendige Häfen und blühenden Tourismus kommen hinzu. Das Projekt WIR FISCHEN.SH hat zum Ziel, die Fischerei als wichtigen Teil der Wirtschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein in das Bewusstsein der Verbraucher zu rücken und einen einfachen Zugang zur Fischerei, den Fischern und Ihren Produkten zu schaffen.

Seit Mitte 2016 werden mit Vertretern der verschiedenen Fischereisparten gemeinsame Kommunikationsziele erarbeitet. Ein von den Fischereivertretern gewählter Markenbeirat steuert die Maßnahmen. Unter der spartenübergreifenden Marke WIR FISCHEN.SH kommunizieren die Fischereisparten ihre verschiedenen Inhalte mit einheitlichem Absender.

Auf Basis des Internetportals Internetportal WIR-FISCHEN.SH betreiben die verschiedenen Fischereisparten eine gemeinsame Online-Kommunikation. Neben Informationen zu heimischen Fischereibetrieben und ihren Produkten haben Interessierte unteranderem die Möglichkeit sich über Fischereiwissen, Termine und Neuigkeiten der Betriebe zu informieren. Des Weiteren werden interessierte Verbraucher über die sozialen Medien (Facebook und Instagram) sowie über den monatlichen Newsletter erreicht. Neben regelmäßigen fachlichen Beiträgen werden auf diesen Plattformen Betriebe, Vereine und Verbände vorgestellt und mit Rezepten und Gewinnspielen ergänzt. Mit einem eigenen Magazin, hochwertigen Werbemitteln sowie redaktionellen Beiträgen und Anzeigen in ausgewählten Printmedien werden die Kommunikationsmaßnahmen auch im Print-Bereich vervollständigt.

Die gemeinsame Marke WIR FISCHEN.SH ist zusätzlich auf verschiedenen verbraucherorientieren Veranstaltung, z.B. der Internationalen Grünen Woche, der Norla oder den Husumer Krabbentagen vertreten.

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein Grüner Kamp 15-17 24768 Rendsburg

  • Carolin Müller, erreichbar unter 04331 9453 402 und per E-Mail: cmueller@lksh.de
  • Leonie Henn, erreichbar unter 04331 9453 404 und per E-Mail: lhenn@lksh.de

Kurzbericht über das Projekt "Fortführung der landesweiten Fischereiberatung" als Gemeinschaftsprojekt aus Mitteln der Fischereiabgabe des Landes Schleswig-Holstein und der Wasserwirtschaftsverwaltung

Das Projekt "landesweite Fischereiberatung" existiert bereits seit 2008. Das Ziel war die Schaffung einer Schnittstelle zwischen staatlichen Pflichtaufgaben, den Verbandsstrukturen des LSFV mit seinen rund 350 Mitgliedsvereinen und allen Fischereirechtsinhaber*innen.

September 2022

Seit April 2020 ist die Stelle des Fischereiberaters des Landes durch Marius Behrens besetzt. Im Laufe der Jahre hat sich das Aufgabenfeld leicht gewandelt und den Bedürfnissen angepasst. Wesentlicher Fokus lag und liegt jedoch immer auf der einzelfallbezogenen Beratung von Angelvereinen, Berufsfischer*innen, Behörden und Verbänden. Auch im aktuellen, bewilligten Projektzeitraum bis Ende 2026 bildet die einzelfallbezogene Beratung wieder den größten geplanten Tätigkeitsschwerpunkt. Dies können z. B. Beratungen zur Hege und Hegeplanerstellung, bei Fischsterben oder bei allgemeinen Gewässerproblemen sein. Ebenso werden Fortbildungen wie z. B. das jährliche Gewässerwarteseminar angeboten.

Daneben führt die Fischereiberatung u. a. aber auch Wiederansiedlungsprojekte mit heimischen Kleinfischarten, insbesondere der Elritze, als auch Beratung bei der Maßnahmenplanung in Bezug auf fischökologische Belange und Unterstützung bei deren Funktionskontrolle durch.

Das Angebot der Fischereiberatung ist bewusst niedrigschwellig und kann durch direkten Kontakt zum Fischereiberater in Anspruch genommen werden.

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e. V. (LSFV)
Ansprechpartner für das Projekt: Marius Behrens
Papenkamp 52
24114 Kiel
Telefon: 0431 / 67 68 18
E-Mail: info@lsfv-sh.de
Website: www.lsfv-sh.de

Aus- und Fortbildung für Fischereiaufseher und Gewässerwarte

In Schleswig-Holstein ist der Fischereiberechtigte nicht nur zum Fischfang berechtigt, sondern in der Regel auch zur Hege verpflichtet. Damit diese Hege fachkundig erfolgen kann, müssen Verantwortliche geschult werden.

September 2022

Aus diesem Grunde wird die Aus- und Fortbildung von Gewässerwarten, Fischereiaufsehern und anderen in unseren Vereinen und Verbänden ehrenamtlich tätigen Personen aus Mitteln der Fischereiabgabe gefördert. Im Land Schleswig-Holstein wird ein großer Teil der Hege und Pflege von Gewässern durch Freiwillige geleistet. Diese Ehrenamtler gehen mit großer Motivation an ihre Aufgaben, verfügen aber in der Regel kaum über tiefgehende Fachkenntnisse. Diese Kenntnisse zu vermitteln und die Begeisterung zu erhalten, ist Hauptanliegen der durch den Landessportfischerverband (LSFV) durchgeführten und durch die Fischereiabgabe geförderten Aus- und Fortbildungen. Die wichtigsten Veranstaltungen sind dabei die Seminare für Gewässerwarte und die Ausbildung der Fischereiaufseher.

Das Seminar für Gewässerwarte zielt vor allem darauf ab, den Teilnehmern zu ermöglichen, sich einen Eindruck vom Ist-Zustand ihres zu hegenden Gewässers zu machen. Dies ist für den Aufbau oder die Aufrechterhaltung eines artenreichen, heimischen und gesunden Fischbestandes (§3 LFischG) von besonderer Bedeutung. Konkret werden folgende Schwerpunkte vermittelt:

  • Mit verschiedenen Methoden der Fischbestandserhebung wird ein Eindruck vom aktuellen Fischbestand des Gewässers gewonnen. Gezeigt werden Elektrofischerei sowie Zug- und Stellnetzbefischung und die Auswertung und Einordnung der Fänge.
  • Die Bestimmung wasserchemischer Parameter ermöglicht eine trophische Einordnung des Wasserkörpers und zeigt eventuelle Belastungen oder Verunreinigungen auf.
  • Die Bestimmung von Wirbellosen und Wasserpflanzen lässt ebenfalls eine Einordnung des Gewässers zu. Zudem lässt das Vorhandensein oder Fehlen bestimmter Zeigerarten Rückschlüsse über Probleme bzw. Besonderheiten am Gewässer zu.

Durch die Zusammenführung und Interpretation der Ergebnisse sind die Teilnehmer in der Lage, den Ist-Zustandes und mögliche Entwicklungspotenziale des Gewässers einzuschätzen. Großer Wert wird bei den Seminaren darauf gelegt, den Gewässerwarten Bewertungsmethoden an die Hand zu geben, die eine selbstständige, fundierte Einschätzung der Situation am Gewässer ermöglichen sowie Berührungsängste mit den Beratern des LSFV zu nehmen. Letztlich sollen die Gewässerwarte in der Lage sein, selbstständig hegerisch wertvolle Besatz- und weitere Maßnahmen zu beschließen und umzusetzen.

Die Ausbildung der Fischereiaufseher hat zweierlei Ziele: Sie soll zum einen die vorhandenen Aufseher über eventuelle Veränderungen der Rechtslage und neue Entwicklungen seitens der Angelei auf dem Laufenden halten. Zum anderen muss der Bestand an Aufsehern fortlaufend verjüngt und ausgebaut werden, wenn in der Zukunft kein Mangel auftreten soll. Die Ausbildung legt Wert auf Aktualität im Bezug auf neue Phänomene in der Angelei und seitens der Öffentlichkeit, damit Aufseher gut vorbereitet und ohne Wissenslücken ihre Aufgaben erfüllen können.

Der LSFV arbeitet zudem an der Entwicklung weiterer Aus- und Fortbildungen. Geplant ist die Etablierung von Abendveranstaltungen mit Fremdreferenten zu den Themen Besatzplanung, Fischkrankheiten und Öffentlichkeitsarbeit.

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e. V. (LSFV)
Ansprechpartner: Dipl.-Biol. Rüdiger Neukamm
Papenkamp 52
24114 Kiel
Telefon: 0431 / 67 68 18
E-Mail: info@lsfv-sh.de
Website: www.lsfv-sh.de

Praktische Untersuchungen zur Reproduktionsstärke von Zandern in Abhängigkeit von der Größe der Elterntiere im Zusammenhang mit der Entwicklung fischereilicher Hegemaßnahmen

Die nachhaltige Nutzung von Fischbeständen in Binnengewässern bedeutet, Fische zu fangen und gleichzeitig, Bestände zu hegen. Ziel ist in der Regel der Fang einer verträglichen Fischbiomasse bei Erhalt eines der Größe und Beschaffenheit des Gewässers entsprechenden artenreichen, heimischen und gesunden Fischbestandes. Dafür sind in der Binnenfischerei verschiedene Fangregularien etabliert.

August 2022

Häufig werden Mindestmaße angewandt, mit dem Ziel, dass alle Fische mindestens einmal laichen können. Eine Kombination von Mindest- und Maximalmaßen schont kleine und große Fische und wird als Entnahmefenster bezeichnet. Studien, die Fischbestände mittels mathematischer Modelle simulieren, legen nahe, dass ein Entnahmefenster diverse Vorteile gegenüber einem reinen Mindestmaß bieten kann – dazu gehört beispielsweise ein stabileres Aufkommen und Überleben von Jungfischen. An belastbaren empirischen Studien zur Übertragbarkeit dieser Modellierungsergebnisse auf reale Bedingungen mangelt es. Das führt zu kontroversen Diskussionen darüber, in wie weit und unter welchen Gegebenheiten Entnahmefenster ein wirksames Instrument für das Erreichen fischereilicher Managementziele darstellen können.

Projektziel: Das hier vorgestellte Projekt soll die folgenden, bei Modellierungen zentralen und für die Ergebnisse höchst relevanten Fragen in der Praxis prüfen: Erzielen größere und/oder ältere Laichfische im Vergleich zu kleineren und/oder jüngeren Elterntieren unter ansonsten gleichen Bedingungen einen höheren relativen Rekrutierungserfolg (Anzahl an Nachkommen pro Kilogramm Laicherbiomasse)? Und zeigen die Nachkommen dieser Eltern ein besseres Wachstum? Diese Fragen sollen in dem hier vorgestellten Projekt in der Praxis geprüft werden. Die Ergebnisse liefern wichtige Hinweise auf das Potenzial von Entnahmefenster-Regelungen im Rahmen der Bewirtschaftung von fischereilich genutzten Beständen. Ein Teil der Untersuchungen findet in Teichen statt, hier soll auch die Praktikabilität der Aufzucht von Zandern gemeinsam mit Schleien getestet werden.

Untersuchungsprogramm: Für die Prüfung wurde mit dem Zander eine bedeutende Zielart der Binnenfischerei in Deutschland ausgewählt. Es ist eine Kombination von Laborversuchen und Untersuchungen in Teichen geplant. In einem ersten Ansatz werden unterschiedlich alte Zander, die aus Aquakultur-Verhältnissen stammen, im Labor vermehrt. Ein Teil der Nachkommen wird in kleine Teiche überführt und dort in der Entwicklung mindestens bis nach dem ersten Lebenssommer verfolgt. Parameter zu Fruchtbarkeit und Rekrutierungserfolg, wie zum Beispiel die Überlebensrate der Nachkommen über einen bestimmten Zeitraum, werden erfasst und verglichen. In einem zweiten Ansatz werden verschieden große Zander aus einem Wildbestand in naturbelassene, größere Teiche überführt und die Entwicklung ihrer Nachkommen über 3 Jahre dokumentiert. In beiden Ansätzen erfolgt die Zuordnung von Nachkommen über genetische Elternschaftstests.

Veröffentlichung der Ergebnisse: Die Untersuchungsergebnisse werden in mindestens einem deutschsprachigen wissenschaftlichen Artikel und in einer rezensierten internationalen Fachzeitschrift veröffentlicht. Daneben werden sie auf Veranstaltungen der Projektpartner mit Fischer:innen, Angler:innen und Behörden vorgestellt und bezüglich ihrer Bedeutung und möglichen Anwendung diskutiert. Zum Abschluss des Vorhabens im Jahr 2025 werden je ein Workshop mit Vereinen der Angelfischerei in Schleswig-Holstein und Sachsen zum Thema „Entnahmefenster als Hegemaßnahme“ durchgeführt.

Ansprechpartner für Fragen und weitere Informationen:

Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow
Im Königswald 2
14469 Potsdam
https://www.ifb-potsdam.de/
rieke.schons@ifb-potsdam.de
Tel: 033201 406 64

Kurzbericht über den durch die Fischereiabgabe geförderten Elritzenbesatz im Jahr 2022 im Rahmen des Projektes "Fischereiberatung in Schleswig-Holstein", hier Besatz in Zuflüsse der Ostsee

Im Rahmen des Projektes "Landesweite Fischereiberatung" führt der Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e. V. Wiederansiedlungsmaßnahmen mit Elritzen im Ostseeeinzugsgebiet durch.

Juli 2022

Bei einigen Fließgewässern in Schleswig-Holstein sind Wiederansiedlungsmaßnahmen mit Kleinfischarten notwendig. Es handelt sich dabei um Arten, welche ursprünglich in vielen unserer Gewässer heimisch waren, mittlerweile aber fast überall verschwunden sind. Die Ursachen für das Verschwinden sind/waren i. d. R. anthropogen bedingt, beispielsweise durch Gewässerbegradigungen und/oder stoffliche Belastungen. Auch wenn z. B. belastende Einleitungen inzwischen abgestellt wurden und darüber hinaus oft die Struktur des jeweiligen Gewässers durch Maßnahmen wieder verbessert wurde, bleibt eine eigenständige Wiederansiedlung durch manche Kleinfischart dennoch aus. Eine dieser Arten ist die Elritze. Gemeinsam mit dem Dezernat Fließgewässerökologie wurden daher einige Gewässer, die inzwischen wieder als Lebensraum geeignet erscheinen, für die Wiederansiedlung ausgewählt.

Von den ausgewählten Zuflüssen zur Ostsee wurden 2022 die Langballigau mit etwas über 1.600 Stück, die Grimsau mit 1.000 Stück sowie die Kronsbek mit ca. 1.300 Elritzen besetzt. Die Elritzen hatten ein Durchschnittsgewicht von 0,71 g.

Bei den Tieren handelte es sich um Nachzuchten durch die "Krebszucht Oeversee" von Wildfängen aus der Kossau aus Schleswig-Holstein. Die Grimsau sowie die Langballigau konnten damit drei Jahre in Folge besetzt werden. Neben der Kronsbek sollen 2023 weitere Ostseezuflüsse besetzt werden.

Besatzpunkt an der Grimsau
Besatzpunkt an der Grimsau

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e. V.
Ansprechpartner für das Projekt: Marius Behrens
Papenkamp 52
24114 Kiel
Telefon: (0431) 67 68 18
E-Mail: info@lsfv-sh.de
www.lsfv-sh.de

Kurzbericht über den durch die Fischereiabgabe geförderten Elritzenbesatz im Jahr 2022 im Rahmen des Projektes "Fischereiberatung in Schleswig-Holstein", hier Besatz in die Papenau

Im Rahmen des Projektes "Landesweite Fischereiberatung" führt der Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e. V. Wiederansiedlungsmaßnahmen mit Elritzen durch.

Juli 2022

Bei einigen Fließgewässern in Schleswig-Holstein sind Wiederansiedlungsmaßnahmen mit Kleinfischarten notwendig. Es handelt sich dabei um Arten, welche ursprünglich in vielen unserer Gewässer heimisch waren, mittlerweile aber fast überall verschwunden sind. Die Ursachen für das Verschwinden sind/waren i. d. R. anthropogen bedingt, beispielsweise durch Gewässerbegradigungen und/oder stoffliche Belastungen. Auch wenn z. B. belastende Einleitungen inzwischen abgestellt wurden und darüber hinaus oft die Struktur des jeweiligen Gewässers durch Maßnahmen wieder verbessert wurde, bleibt eine eigenständige Wiederansiedlung durch manche Kleinfischart dennoch aus. Eine dieser Arten ist die Elritze. Gemeinsam mit dem Dezernat Fließgewässerökologie wurden daher einige Gewässer, die inzwischen wieder als Lebensraum geeignet erscheinen, für die Wiederansiedlung ausgewählt.

Die Papenau wurde am 25.05.2022 mit 2.000 jungen Elritzen besetzt. Das Durchschnittsgewicht der Tiere lag bei ca. einem Gramm. Um einer genetischen Homogenisierung vorzubeugen, wurden nur Nachzuchten von Eltern mit der passenden Genetik "Eider-Treene-Sorge" von der "Krebszucht Oeversee" besetzt.

Durchgeführt wurde der Besatz an zwei Stellen mit je 1.000 Individuen. Damit wurden bereits zum dritten Mal Elritzen in die Papenau eingebracht. 2019 wurde das Gewässer mit 1.000 und 2021 mit 2.000 Elritzen besetzt. Die Wiederholung des Besatzes soll in diesem Fall die Chance erhöhen, eine sich selbständig erhaltende Elritzenpopulation dauerhaft im Gewässer zu etablieren. Auf dem Foto ist eine der Besatzstellen abgebildet.

Besatzpunkt an der Papenau
Besatzpunkt an der Papenau

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e. V.
Ansprechpartner für das Projekt: Marius Behrens
Papenkamp 52
24114 Kiel
Telefon: (0431) 67 68 18
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www.lsfv-sh.de

 Schlammpeitzgerbesatz im Haaler Au-System 2022

Beim Schlammpeitzger handelt es sich um eine früher an der schleswig-holsteinischen Westküste, in der Elbmarsch und im Travegebiet häufige Kleinfischart. Heute kommt sie nur noch in wenigen Regionen des Bundeslandes und dort meist nur in geringer Bestandsdichte vor. In der Roten Liste Schleswig-Holsteins wird der Schlammpeitzger als stark gefährdet geführt.

Der Landessportfischerverband Schleswig-Holstein hat es sich die Unterstützung bei der Wiederansiedelung der gefährdeten Fischart in geeigneten Gewässern zur Aufgabe gemacht.

Bereits in den Jahren 2020 und 2021 hat ein über die Fischereiabgabe geförderter Besatz mit Schlammpeitzgern im System der Haaler Au stattgefunden. Im Jahr 2019 wurden zusätzlich schon erste Fische aus einem Vorgängerprojekt ausgesetzt. Die bisherigen Besatzgewässer sind geeignete Nebengewässer der Haaler Au im Bereich ihres Unterlaufes nahe des Nord-Ostsee-Kanals.

Das Wiederansiedelungsprojekt wird auch im Jahr 2022 weitergeführt. Der Besatz wird aufgeteilt auf Schlammpeitzgerlarven im Sommer und einsömmerige Fische im Herbst. Bereits am 07. Juni hat der Larvenbesatz stattgefunden, Es konnten alle 10 geplanten Positionen mit insgesamt über 15.000 Individuen besetzt werden.

Zusätzlich zum Besatz mit Larven und einsömmerigen Schlammpeitzgern findet jährlich eine Kontrollbefischung der Gewässerabschnitte statt, in denen bereits Fische ausgesetzt wurden. Im Jahr 2021 konnten dabei mittels Elektrofischerei bereits die ersten geschlechtsreifen Schlammpeitzger, vermutlich Tiere aus dem Besatz 2019, festgestellt werden. Wir erhoffen uns, dass sich aus dem Besatz innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre ein selbsttragender Bestand des Schlammpeitzgers im beschriebenen Gebiet entwickeln kann.

Kontaktdaten für Fragen und Interessierte:

Mattias Hempel

Landessportfischerverband Schleswig-Holstein

Papenkamp 52

24114 Kiel

Tel.: 0170/4102960

E-Mail: hempel@lsfv-sh.de

Durchführung von Genotoxizitätstests von Alizarinrot S zur Klärung lebensmittelrechtlicher Risiken beim Einsatz der Substanz im Zusammenhang mit der Markierung von Aalen in Besatzprogrammen

Zur Bewertung der Wirksamkeit von Aalbesatzmaßnahmen ist eine Erkennung von aus Besatz stammenden Aalen in Folgejahren essentiell. Für eine solche Differenzierung ist derzeit nur ein Ansatz zuverlässig etabliert – die Markierung mit Alizarinrot S.

Juni 2022

Aalbesatz ist eine zentrale Maßnahme in den Aalbewirtschaftungsplänen der deutschen Länder. Jährlich werden etwa 25 Millionen Glas- und Farmaale in den Aaleinzugsgebieten ausgesetzt. Zur Bewertung der Wirksamkeit der Maßnahme ist eine Erkennung von aus Besatz stammenden Aalen in Folgejahren essentiell. Für eine solche Differenzierung ist derzeit nur ein Ansatz zuverlässig etabliert. Dabei werden junge Aale vor dem Besatz in einer mit einem Farbstoff oder Salzen angereicherten Lösung gebadet. Die Markierungen lagern sich in Calziumstrukturen ein und können über das gesamte Leben detektiert werden. Speziell die Anwendung des Farbstoffs Alizarinrot S gilt als sehr praktikabel und effizient. Im Jahr 2016 wurde das Bundesinstitut für Risikobewertung erstmalig darum gebeten, das gesundheitliche Risiko für Verbraucher zu bewerten, welches sich aus dem Verzehr von mit Alizarinrot S markierten Aalen ergibt. In mehreren Stellungnahmen stellt das Bundesinstitut fest, dass eine valide Bewertung auch aufgrund fehlender Kenntnisse zur Genotoxizität derzeit nicht möglich ist. Das hier beschriebene Vorhaben zielt darauf ab, die Gentoxizität der Substanz zu prüfen.

Die Prüfung der Genotoxizität von Alizarinrot S erfolgt durch ein zertifiziertes Labor. Da ein einzelner Test nicht alle relevanten genotoxischen und/oder mutagenen Effekte detektiert, sind ein Rückmutationstest unter Verwendung von Bakterien (nach OECD 471) in Kombination mit einem in-vitro Säugerzell-Mikrokerntest (nach OECD 487) gemäß den Empfehlungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit vorgesehen. Die Ergebnisse werden im Anschluss zu einer Stellungnahme an das Bundesinstitut aufbereitet und verdichtet. Das Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow hat sowohl die Organisation als auch die Steuerung des Vorhabens inne.

Ein mit Alizarinrot S markierter Aalotolith
Abbildung 1: Ein mit Alizarinrot S markierter Aalotolith

Im Rahmen der bisherigen Vorarbeiten wurde ein zertifiziertes Labor mit der Durchführung der standardisierten Tests beauftragt. Im Anschluss wurde die Testsubstanz an das Labor übermittelt und anhand bereits vorliegender Angaben zu physiko-chemischen Eigenschaften charakterisiert. Auf Grundlage verschiedener Voruntersuchungen wurde zunächst ein Prüfplan für den Mikrokerntest erstellt. Das Ergebnis der ersten Prüfung war eindeutig negativ. Der Prüfgegenstand zeigt demnach keine mutagene Wirkung. Gemäß Richtlinie muss in diesem Fall jedoch ein zweites Experiment mit verlängerter Exposition durchgeführt werden. Die finalen Ergebnisse der standardisierten Tests werden voraussichtlich im August 2022 vorliegen. In Vorbereitung auf die Projektzusammenfassung wurden sowohl alle bisher vom Bundesinstitut für Risikobewertung verfassten Stellungnahmen geprüft als auch die darin zitierten Literaturquellen aufbereitet. Eine wichtige Grundlage für den Endbericht bildet zudem eine Stellungnahme der Arge ABF (Zusammenschluss von Vertretern angewandt forschender Institutionen aus dem Bereich der Aquakultur und Binnenfischerei) zu diesem Themenkomplex. 

Ansprechpartner für Fragen und weitere Informationen:

Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow

Dr. T. DeWeber (tyrell.deweber@ifb-potsdam.de)

T. Pagel (thilo.pagel@ifb-potsdam.de)

Kurzbericht zum Projekt der Fischereiabgabe: Ausbau des Netzes barrierefreier Angelplätze in Schleswig-Holstein; Stand Mai 2022

Im Winter 2022 wurden sechs neue, barrierefreie Angelplätze in der Eider-Region fertiggestellt. Sie ergänzen fünf ältere und den 2021 errichteten in Friedrichstadt.

Mai 2022

Im Gebiet zwischen Rendsburg und Friedrichstadt sowie Friedrichstadt und Heide, Luftlinie 50 mal 20 Kilometer, können nun auch Anglerinnen und Angler mit Beeinträchtigung ihrer Leidenschaft an sechs Gewässern sicher nachgehen. In Rendsburg, Nübbel, Tielen, Bargen, Delve und Stapel lädt die Eider Petrijünger ein. In Oldenbüttel bestehen Chancen am Nord-Ostsee- und am Gieselau-Kanal. Bei Flusskilometer 75 mündet die Broklandsau in die Eider und hat nahe Buttermilchskrug einen Angelplatz. Am Westersielzug, dem Verbindungskanal zwischen Eider und Treene, endet das Angebot auf der Strecke. Keine 20 Kilometer südlich lässt sich die Angelruhe im Ostroher- und Süderholmer Moor mit seiner phantastischen Flora und Fauna an zwei älteren Angelplätzen genießen.

Angelplatz Süderstapel
Angelplatz Süderstapel

Drei weitere entstanden in Hanerau-Hademarschen am Reher Teich, in Sankt Michaelisdonn am Fischteich und in Kuden am Kreuzloch. Die beiden letzteren bauen das regionale Netz um Kudensee am Nord-Ostsee-Kanal, Brunsbüttel an der Großen Braake und dem Burggraben in Krempe aus.

Anerkennende Worte und interessierte Nachfragen, auch aus anderen Outdoor-Bereichen und über die Landesgrenzen Schleswig-Holsteins hinweg, sowie die Kontaktaufnahme der AktivRegionen und Tourismusverbände folgen der regelmäßigen Berichterstattung lokaler Printmedien. Die Präsentation auf der Outdoor-Messe in Neumünster und der dazugehörige, zur besten Vorabend-Nachrichtenzeit ausgestrahlte Fernsehbeitrag macht das Netz barrierefreier Angelplätze in Schleswig-Holstein als Vorreiter nachgefragt und bekannt: Bericht Sat1Regional Dass die derzeit in der abschließenden Korrektur befindliche barrierefreie Internetseite zu den Angelplätzen die Nachfrage nach Informationen bedient und die Bekanntheit erhöht, davon ist auszugehen.

Den Herausforderungen Corona-Pandemie, Mangel an Lkw-Fahrern, schwankende Preisanstiege beim Baumaterial und drei kräftige Winterstürme war in dieser Bauphase nur mit dem gelungenen Zusammenspiel vieler fleißiger Hände und kluger Köpfe beizukommen. Beeindruckt von der fachlichen Kompetenz, dem Engagement und ihrem örtlichen Netzwerk sei der Gemeinschaft der Angelfischerinnen und Angelfischer an dieser Stelle besonderer Dank ausgesprochen.

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e. V.
Sabine Hübner
Papenkamp 52
24114 Kiel
0431 67 68 18
E-Mail: hempel@lsfv-sh.de

Abschlussbericht zum Projekt der Fischereiabgabe: Modernisierung der Beckenanlage

Nie mit den steigenden Anforderungen der Artenhilfsmaßnahmen gewachsen. Dies konnte in der vergangenen Laichfischsaison geändert werden.

April 2022

Trennung genetischer Herkünfte im Fokus

Die Ausstattung der Fischbrutanstalt mit Hälterungsmöglichkeiten inklusive der Zu- und Abläufe entsprach nicht mehr dem Stand der Technik für eine sichere Erbrütung der Fische. Deshalb wurden nicht nur die alten Becken ausgetauscht, sondern neben einer Erweiterung der Anlage auf 15 Becken auch die Wasserzufuhr und der Ablauf optimiert. Dadurch ist es jetzt möglich, Fische nicht nur nach Herkünften, sondern auch nach Reifegraden zu trennen. So erspart man noch unreifen Tieren die Sortierung und zu häufiges Keschern, so dass eine unnötige Belastung und Verpilzen vermieden werden – ein wichtiger Schritt Richtung mehr Tierwohl.

Becken Fischbrutanstalt Alt-Mühlendorf
Becken Fischbrutanstalt Alt-Mühlendorf

Nach einer ausgiebigen Planungsphase und erheblichen Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung auf Grund von Lieferengpässen in der Baubranche konnte Anfang November 2021 mit dem Bau der neuen Beckenanlage begonnen werden. Die gesamte vorherige Anlage wurde systematisch zurückgebaut und die Grundlage für die neuen Becken geschaffen. Der Untergrund wurde auf der gesamten Fläche ausgehoben und gesiebt, damit er an Ort und Stelle wieder genutzt werden konnte. Die alten Ab- und Zuläufe sind bis auf wenige Einzelelemente entfernt worden und durch ein System, das dem neuesten Standard entspricht ersetzt, um Fehlerquellen der vorherigen Anlage konsequent ausschließen zu können.

Trotz massiver Erschwernisse durch erhebliche Niederschläge und eine volllaufende Baugrube konnte die gesamte Anlage planmäßig gebaut und in Betrieb genommen werden. Zwar kam es zu unerwarteten baulichen Zwischenfällen, die zu einem erhöhten Kostenaufwand geführt haben, aber auch diese konnten bewerkstelligt und gelöst werden.

Nun steht die Anlage schon mehrere Monate und funktioniert einwandfrei. Die neue Wasserführung läuft wie geplant und erleichtert das Wassermanagement und die Hygiene. Und abschließend ist die Oberfläche der Anlage in den letzten Wochen aufgearbeitet worden, sodass nun eine erneute Begrünung der Fläche stattfinden kann.

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Verband der Binnenfischer und Teichwirte in SH
Kilian Lauff
Hauptstraße 12
24646 Warder
E-Mail: fischbrut@swn-nett.de

Kurzbericht zum Projekt der Fischereiabgabe:
Erweiterung und Modernisierung der Hälterbecken-Anlage in der Fischbrutanstalt Alt-Mühlendorf

Die Fischbrutanstalt Alt-Mühlendorf spielt bei der Durchführung der Artenhilfsprogramme für diverse Fischarten eine entscheidende Rolle. Während der Laichzeit werden laichfähige Elterntiere in den Gewässern gefangen und zur Vermehrung mit nach Alt-Mühlendorf genommen bzw. von den Vereinen angeliefert. Hier werden die Fische entsprechend den Anforderungen der FischHorizonte getrennt nach Ursprungsgewässer gehältert, um ein Durchmischen der genetischen Herkünfte zu verhindern.

März 2022

Trennung genetischer Herkünfte im Fokus

Die Ausstattung der Fischbrutanstalt mit Hälterungsmöglichkeiten inklusive der Zu- und Abläufe entsprach nicht mehr dem Stand der Technik für eine sichere Erbrütung der Fische. Deshalb wurden nicht nur die alten Becken ausgetauscht, sondern neben einer Erweiterung der Anlage auf 15 Becken auch die Wasserzufuhr und der Ablauf optimiert. Dadurch ist es jetzt möglich, Fische nicht nur nach Herkünften, sondern auch nach Reifegraden zu trennen. So erspart man noch unreifen Tieren die Sortierung und zu häufiges Keschern, so dass eine unnötige Belastung und Verpilzen vermieden werden – ein wichtiger Schritt Richtung mehr Tierwohl.

Becken Fischbrutanstalt Alt-Mühlendorf
Becken Fischbrutanstalt Alt-Mühlendorf

Im Rahmen des Neubaus der Beckenanlage wurde auch der Ablauf des Bruthauses erneuert. Dieser war im Laufe der Jahre verschlissen, und es lief nur noch ein Teil des Wassers ab. Im laufenden Betrieb musste dauerhaft eine Pumpe laufen, um das Bruthaus trocken zu halten, was hohe Stromkosten verursachte. Bei einem Ausfall der Pumpe bestand das Risiko, dass Wasser in die Brutschränke gelangt. Dies hätte einen Verlust der Eier bedeutet.

Im Zuge der umfangreichen Baumaßnahmen kam es bei den vorbereitenden Erdarbeiten zu diversen unerwarteten Problemen, die zu einem Antrag auf Mittelaufstockung führten. Zuerst stießen wir auf extrem große Mengen an Steinen, alte Mauerreste und Bauschutt der vergangenen 100 Jahre. Diese im Erdreich zu lassen und wieder neu um die Becken zu verteilen, wäre ein zu großes Risiko gewesen. Die Steine hätten die Becken und Rohre beschädigt. Deshalb wurde das gesamte Erdreich gesiebt. Bei der Erneuerung des Bruthaus-ablaufs zeigte sich, dass sich die Situation des volllaufenden Bruthauses nur durch den Einbau eines Pumpensumpfes beheben ließ. Einsetzender Regen setzte dabei die Baustelle unter Wasser, spülte erhebliche Mengen Sand weg, und eine Ecke brach aus dem Gebäude heraus. Um den Schaden zu beheben, wurden ein Bagger und deutlich mehr Zeit und Arbeit benötigt, als ursprünglich geplant war.

Letztendlich konnten die Bauarbeiten erfolgreich und rechtzeitig zur neuen Brutsaison abgeschlossen werden.

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Verband der Binnenfischer und Teichwirte in SH e.V. / Fischbrutanstalt Alt-Mühlendorf
Kilian Lauff
Hauptstraße 12
24646 Warder
Telefon: 01789315784
E-Mail: fischbrut@swn-nett.de
Website: http://www.fischbrutanstalt-altmuehlendorf.de

Kurzbericht zum Projekt der Fischereiabgabe:
Erhalt der genetischen Diversität von Edelkrebsen in Schleswig-Holstein durch Ansiedlung von Nachzuchten in Abgrabungsgewässern

Nachzuchten aus einem besonders gefährdeten Bestand des europäischen Edelkrebses sollen in neuen Gewässern angesiedelt werden, in denen die Art vor invasiven Flusskrebsen und der Krebspest geschützt ist.

Oktober 2021

Edelkrebse sind die größten wirbellosen Tiere im Süßwasser und waren bis vor einigen Jahrzehnten in Deutschland noch weit verbreitet und häufig. Nach Einschleppung und Ausbreitung der Krebspest durch amerikanische Flusskrebse findet man heute in einzelnen Gewässern lediglich kleinere Reliktbestände. Beim Edelkrebs liegen sehr gute Voraussetzungen vor, um die Tiere erfolgreich in neuen Gewässern anzusiedeln und durch die Schaffung neuer Bestände das Risiko des lokalen Aussterbens der Art zu vermindern. Hierbei sind abgeschlossene Gewässer z.B. aus dem Kiesabbau eine vielversprechende Möglichkeit für einen Initialbesatz, da die Edelkrebse dort gut vor invasiven Flusskrebsarten wie dem Kamber- oder dem Signalkrebs und damit vor der Einschleppung der Krebspest geschützt sind.

Übergeordnetes Ziel ist die Etablierung von mehreren neuen Populationen des Edelkrebses Astacus astacus in Schleswig-Holstein. Durch die Berücksichtigung der genetischen Besonderheiten der noch natürlich vorkommenden Reliktbestände soll zudem die genetische Variabilität der Art langfristig erhalten werden. Hierzu werden mittel- und langfristig Gewässer, verteilt auf unterschiedliche Regionen in Schleswig-Holstein, mit Edelkrebsen aus unterschiedlichen Herkunfts-Gewässern besetzt. Ausgehend von der begründeten Annahme, dass die vorhandene genetische Diversität im Lauf der Zeit Resistenzen gegen die Krebspest hervortreten lässt, kann dieses Vorgehen langfristig wesentlich zum Erhalt der Art beitragen. Hierdurch soll ein Beitrag zum langfristigen Erhalt der Art und ihrer genetischen Diversität in Schleswig-Holstein geleistet werden. Durch eine wissenschaftliche Begleitung werden mit dem beantragten Vorhaben Informationen über Bestandsdynamik und „best practice“ bei der Wiederansiedlung von Edelkrebsen gewonnen, die wertvolle Erkenntnisse für den Schutz der Art auch über Schleswig-Holstein hinaus liefern.

In diesem Teilprojekt sollen zunächst geeignete Gewässer für die Ansiedlung von Edelkrebs-Nachzuchten aus einem Reliktbestand in Ostholstein identifiziert werden. Der Edelkrebsbestand der Ausgangspopulation ist unmittelbar durch Kamberkrebse bedroht, da diese über ein Fließgewässer in den Edelkrebsbestand einwandern können. Bei einem Einwandern der Kamberkrebse in den Edelkrebsbestand würde dieser entweder durch die Krebspest oder – falls die Kamberkrebse den Krebspesterreger nicht tragen sollten – durch Verdrängungsmechanismen verschwinden. Um die genetischen Besonderheiten der Edelkrebse zu erhalten ist daher geplant, Nachzuchten in Abgrabungsgewässer in der Region anzusiedeln

In zwei weiteren, komplementären Vorhaben wurden bereits Nachzuchten aus zwei weiteren bedrohten Edelkrebsbeständen erfolgreich in ausgesuchten Kiesabgrabungsgewässer angesiedelt, um diese Bestand für die Nachwelt langfristig zu erhalten. Diese Projekte zum Erhalt der in Schleswig-Holstein noch vorhandenen außerordentlich schützenswerten genetischen Ausstattung des europäischen Edelkrebses sind „Leuchtturmprojekte“ für die vom Aussterben bedrohte Art in Deutschland.

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Institut für nachhaltiges Ressourcenmanagement gGmbH
Dr. Kai Lehmann
Hof Wulfsfelde 2
24242 Felde
04340 7929014
k.lehmann@inrm.eu
www.inrm.eu

Kurzbericht zum Projekt der Fischereiabgabe: "Wir Fischen.SH" 

Das Projekt WIR-FISCHEN.SH hat zum Ziel, die Fischerei als wichtigen Teil der Wirtschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein einer breiten Öffentlichkeit in das Bewusstsein zu rücken und einen Zugang zur Fischerei und zum Beruf der Fischerin, des Fischers zu schaffen.

August 2021

Im Projekt "Wir Fischen.SH" werden sowohl die Küstenfischerei, die Binnenfischerei, Aquakulturen und auch die Angelfischerei abgebildet. Die hauptberuflichen Fischer und Fischwirtinnen gehören genauso zum breiten Spektrum der Fischerei wie die nebenberuflichen Fischerinnen und die Hobbyangler, die sich in Vereinen engagieren.

Ein wichtiges Instrument dabei ist das Internetportal WIR-FISCHEN.SH. Es fungiert als Informationsseite aller Sparten der Fischerei. Die Texte auf der Webseite sind für Konsumenten und Besucherinnen unseres Landes geschrieben. Die Themen umfassen die verschiedenen Fischereisparten, die Geschichte der Fischerei, Produkte der Fischerei, Berufe in der Fischerei und aktuelle Termine und Veranstaltungen rund um das Thema Fischerei. Außerdem dient die Seite als Portal für Fischer, für Fischereiverbände, Museen, die Fischerei zum Thema haben, und die Häfen im Land. Ein Newsletter informiert angemeldete Nutzer regelmäßig über Themen aus der Fischerei und weist auf weitere Informationen auf der Webseite hin. Links verbinden uns mit allen Akteuren aus der Welt der Fischerei im Lande.

Ein zweites Instrument sind die WIR-FISCHEN-Magazine, in denen das Thema Fischerei in Schleswig-Holstein inhaltlich und optisch ansprechend aufbereitet ist. Sie liegen im ganzen Land z.B. in Tourismusinformationen aus und werden auf Veranstaltungen verteilt. Sie dienen als Informationsmaterial, das sich Besucher und Einheimische gleichermaßen mit nach Hause nehmen können. Ein WIR-FISCHEN-Magazin ist viel mehr als ein Flyer, es ist ein Nachschlagewerk, ein Erinnerungsstück und eine hochwertige Informationsquelle.

Das dritte Informationsinstrument sind unsere Social Media Seiten auf Instagram und Facebook. Hier berichten wir über Events und Veranstaltungen und aktuelle Entwicklungen rund um die Fischerei. Hier werden auch Beiträge über unsere Fischer geteilt. Für weiterführende Informationen verweisen wir in unseren Beiträgen auf unsere Internetseite.

Auf Veranstaltungen, wie zum Beispiel dem mittlerweile traditionellen "Aalutsetten in de Schlie" des Fördervereins zur Erhaltung maritimer Lebensformen und Lebensräume, zeigt WIR-FISCHEN.SH Präsens. Auf diese Weise sind wir zusammen mit der Fischerei im engen Austausch mit den Verbrauchern.

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Lisa Wieckhorst
Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein
Grüner Kamp 15-17
24768 Rendsburg

Telefon: 04331 9453-404 (i.d.R. mittwochs)

E-Mail: WIR-FISCHEN@lksh.de

 Schlammpeitzgerbesatz in der Haaler Au 2021

Der Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e.V. (LSFV) kümmert sich intensiv um den Schutz und die Wiederansiedelung des im Bundesland stark gefährdeten Schlammpeitzgers.

August 2021

Bereits in den Jahren 2019 und 2020 wurden in geeigneten Nebengewässern der Haaler Au im Unterlauf Schlammpeitzgerlarven und einsömmerige Schlammpeitzger aus der eigenen Nachzucht ausgesetzt um dort einen Bestand aufzubauen.

In der Teichanlage des LSFV in Langwedel sollen weiterhin jährlich bis zu 10.000 Schlammpeitzgerlarven und 1.000 einsömmerige Schlammpeitzger für geeignete Nebengewässer der Haaler Au produziert werden. Der Besatz soll über mindesten zwei weitere Jahre fortgeführt werden, um einen möglichst stabilen Bestand entlang des Unterlaufs der Haaler Au aufzubauen. Vorgesehen ist der Besatz in den beiden großen Flachwasserbiotopen sowie in den Grabensystemen von Kruschenbek und Haarbek.

Besatzmaßnahmen mit gefährdeten Arten machen eine Erfolgskontrolle zwingend erforderlich. Die Datenerhebung soll in diesem Fall durch Elektrofischerei und Reusenfischerei erfolgen. Die ersten Kontrollbefischungen sind für 2021 vorgesehen. Danach werden sie bis mindestens 2024 jährlich durchgeführt.

Wir erhoffen uns, dass sich aus dem Besatz innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre ein selbsttragender Bestand des Schlammpeitzgers im beschriebenen Gebiet entwickeln kann. Wird nach dieser Zeit der Besatz beendet, soll über weitere Elektrobefischungen im Spätsommer versucht werden eine eigene Vermehrung der Art im Gewässersystem nachzuweisen. Zur Reproduktion geeignete makrophytenreiche Abschnitte sind in allen geplanten Besatzstrecken bzw. Besatzbiotopen vorhanden. Wenn eine annähernd natürliche Bestandsdichte und eine erfolgreiche Reproduktion festgestellt werden konnten, wäre es aus unserer Sicht unbedingt sinnvoll, den Besatz mit Schlammpeitzgern in weiteren geeigneten Habitaten in Schleswig-Holstein fortzuführen.

Ein Teil des Besatzes 2021 ist bereits erfolgt. Am 25. Juni konnten 6.000 Schlammpeitzgerlarven an 10 geeigneten Standorten ausgesetzt werden. Der Besatz mit einsömmerigen Schlammpeitzgern folgt im September/Oktober 2021.

Abbildung 1: Schlammpeitzgerlarven kurz vor dem Besatz im Juni 2021
Abbildung 1: Schlammpeitzgerlarven kurz vor dem Besatz im Juni 2021
Abbildung 2: Typischer Gewässerabschnitt im Grabensystem der Haarbek
Abbildung 2: Typischer Gewässerabschnitt im Grabensystem der Haarbek

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e. V. (LSFV)
Papenkamp 52
24114 Kiel
Telefon: 0431 / 67 68 18
E-Mail: info@lsfv-sh.de
Website: www.lsfv-sh.de

Kurzbericht zum Projekt der Fischereiabgabe: „Öffentlichkeitswirksame Kampagne zur Förderung des Angeltourismus an der Ostsee Schleswig-Holstein“

Die Marketingkampagne 2021/ 2022 des Wassertourismus in Schleswig-Holstein e.V. verfolgt das grundlegende Ziel, die infolge von Reglementierungen und nicht zuletzt der Corona-Pandemie stark geschwächten angeltouristischen Betriebe an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste und damit die imagebildende maritime Kultur in Schleswig-Holstein zu unterstützen und diese möglichst langfristig zu erhalten.

Juli 2021

Die Marketingkampagne 2021/ 2022 des Wassertourismus in Schleswig-Holstein e.V. verfolgt das grundlegende Ziel, die infolge von Reglementierungen und nicht zuletzt der Corona-Pandemie stark geschwächten angeltouristischen Betriebe an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste und damit die imagebildende maritime Kultur in Schleswig-Holstein zu unterstützen und diese möglichst langfristig zu erhalten. In diesem Zusammenhang soll das Thema „Meeresangeln an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste“ in neuen potenziellen Märkten bearbeitet und erschlossen sowie gezielt mit Maßnahmen in diesen Regionen beworben werden. Das Hauptaugenmerk liegt in der Ansprache von potenziellen Gästen in der Nebensaison und unterstützt damit auch das Ziel der Tourismusstrategie des Landes Schleswig-Holstein zur Stärkung der auslastungsschwächeren Nebensaison. Insgesamt wird bei allen Maßnahmen ein besonderer Fokus auf die Diversifizierung der Zielfischarten und die Verträglichkeit von Angeltourismus und Naturschutz gelegt. Bei der Umsetzung der Maßnahmen wird auf die bereits begonnene, konkrete Zusammenarbeit im Rahmen der Initiative WIR-FISCHEN.SH aufgesattelt.

Konkret ist geplant, die seit 2018 bestehende Informationsseite www.meeresangeln-sh.de zu erweitern: Eine interaktive Karte inklusive Filterfunktion soll die angeltouristischen Betriebe der Ostseeküste verorten und diese für den Nutzer leichter auffindbar machen. Die Daten der Karte mit allen Standorten und Bezeichnungen werden im Format Open Data angelegt, sodass eine kosten- und lizenzfreie Nutzung von Dritten ermöglicht wird.

Zur gezielten Bewerbung der angeltouristischen Anbieter und Angebote in den Zielgebieten werden Facebook-, Instagram- und Google-Anzeigen für potentielle Neukunden geschalten. Die Produktion verschiedener Video-Clips soll die Web- und Online-Marketing-Maßnahmen unterstützen und verschiedene Angelmethoden sowie Zielfischarten in allen Jahreszeiten abbilden.

Ein weiterer Bestandteil der Kampagne wird die Präsenz-Teilnahme an den Magdeburger Meeresangeltagen 2021 sowie den Fishing Masters 2022 sein. Angeltouristische Anbieter sollen am Stand vor Ort Informationen zum Angeln an der schleswig-holsteinischen Ostsee herausgeben und als Ansprechpartner Rede und Antwort stehen. Auch Prospekt-Beteiligungen mit dem Anglerguide sowie den WIR-FISCHEN.SH-Magazinen auf weiteren touristischen Messen und Veranstaltungen sind geplant. Als eigenständig organisierte Veranstaltung soll 2022 das „Kinder- und Jugendangeln“ stattfinden. Kinder und Jugendliche erhalten hier die Möglichkeit, das Hochseeangeln kennenzulernen und ihren ersten Fisch zu fangen.

Das Thema „Winterangeln an der Ostsee“ wird mit einer Reportage in einem Special-Interest-Magazin dargestellt und somit Anglern die Vielfalt der Ostseeküste in der Nebensaison nahegebracht.

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Sandra Belka
Wassertourismus in Schleswig-Holstein e.V.
Röntgenstraße 1
23701 Eutin
Telefon: 04521/ 808 824

E-Mail: belka@wassertourismus-sh.de

Errichtung barrierefreier Angelplätze – Kurzbericht 2021

Über den Winter 2020/2021 sind weitere barrierefreie Angelplätze in Oldenburg in Holstein, Brunsbüttel, Friedrichstadt und Lübeck-Kronsforde am Elbe-Lübeck-Kanal hinzugekommen. Sie erhöhen das Angebot auf nunmehr 15 der 2. Generation.

Juni 2021

That's what ANGLER with disabilities need!

Diese begeisterte Aussage gehört zu einer von bislang 188 sehr positiven Rückmeldungen von Nutzerinnen und Nutzern aus acht Nationen. Sie fasst weiter zusammen, was Angelfischer und -fischerinnen mit Beeinträchtigung zu schätzen wissen: "Angelplätze sind in der Regel für Rollstuhlfahrer ausgelegt und abgeschieden wie Biwaks. Hier werden auch andere berücksichtigt und in der Stadt gebaut. Ich habe über andere Orte in der Nähe gelesen. So entsteht auch für Angler mit Behinderung eine Auswahl an spannenden Gewässern. Wirklich, wirklich ausgezeichnet. Ich habe eine Skizze des entworfenen Geländers gemacht. Es ist sehr funktionell für alle Angelaktivitäten." (Kjell, Angel-Urlauber aus Schweden per Mail, übersetzt aus dem Englischen)

Über den Winter 2020/2021 sind weitere barrierefreie Angelplätze in Oldenburg in Holstein, Brunsbüttel, Friedrichstadt und Lübeck-Kronsforde am Elbe-Lübeck-Kanal hinzugekommen. Sie erhöhen das Angebot auf nunmehr 15 der 2. Generation.

Der anerkennende Besuch von Minister Albrecht während seiner Sommertour 2020 steigerte die Dynamik in der öffentlichen Wahrnehmung, die bereits während der Bauprozesse an verschiedenen Orten wirkte. Die noch seltene Kombination von barrierefreiem Bauen im Außenbereich, in Naherholungsräumen, am Wasser und zur gemeinsamen Freizeitgestaltung mit gesundheitsfördernden Aspekten durch Bewegung an "frischer" Luft und Entspannung vom Alltag ermutigt offensichtlich zu anregten Nachfragen von Wassersportlern, Gestaltern naturnaher Freizeitangebote, Touristikern, Behindertenverbänden und Einrichtungen mit "grünen Klassenzimmern" über unsere Landesgrenze und Deutschland hinaus. Das "Modell Schleswig-Holstein" ist gefragt.

Für den nächsten Bauzeitraum, 2021/2022, haben es 11 von 16 geplanten barrierefreien Angelplätzen in die Endphase des Zustimmungs- und Genehmigungsprozesses geschafft. Vor Baubeginn erfordert es generell die Beteiligung von durchschnittlich 8 Akteuren, darunter Vereine, Fischereigenossenschaften, Privateigentümer, Gemeinden, Ämter, Denkmalschutz, Naturschutz, Wasserwirtschaft, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, Deich- und Sielverbände, seltener Landesämter für Geologie, Küstenschutz und die Polizei. Der nächste Schwerpunkt, wird mitten in unserem Land und von West nach Ost an Eider-Treene-Sorge liegen. Hier entsteht mit sieben Angelplätze das größte zusammenhängende regionale Netz im Herzen Schleswig-Holsteins, das auch dem Mobilitätsradius von Menschen mit Behinderung entspricht. Gleichzeitig ergänzen und schaffen die anderen Verbindungen zu dem bestehenden Netz im Südwesten und den vorhandenen Plätzen der 1. Generation.

Parallel zum Bau und zur baureifen Vorbereitung entstand ein Konzept, wie zukünftig medial über barrierefreie Angelplätze auch barrierefrei informiert werden kann. Speziell der Flyer darf mit Spannung erwartet werden.

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e. V. (LSFV)
Papenkamp 52
24114 Kiel
Telefon: 0431 / 67 68 18
E-Mail: huebner@lsfv-sh.de
Website: www.lsfv-sh.de 

Elritzenbesatz im Rahmen des Projektes "Fischereiberatung in Schleswig-Holstein" 

Im Rahmen des Projektes Fischereiberatung werden Wiederansiedelungsmaßnahmen für unterschiedliche Kleinfischarten in Schleswig-Holstein durchgeführt. Bei diesen Kleinfischarten handelt es sich um Arten, welche in vielen ursprünglich besiedelten Gewässern in Schleswig-Holstein verschwunden sind. Insbesondere für die Elritze werden aktuell verschiedene Maßnahmen geplant und umgesetzt.

August 2020

Besatzelritzen im Transportbeutel
Besatzelritzen im Transportbeutel

Die Ursachen für das Verschwinden der Elritzen und anderer Kleinfischarten sind bzw. waren i. d. R. anthropogen bedingt, beispielsweise durch Gewässerbegradigungen und/oder stoffliche Belastungen. Auch wenn z. B. belastende Einleitungen inzwischen abgestellt wurden und darüber hinaus oft die Struktur des jeweiligen Gewässers durch Maßnahmen wieder verbessert wurde, bleibt eine eigenständige Wiederansiedlung durch manche Kleinfischarten dennoch aus, da mögliche Quellgewässer zu weit entfernt oder nicht ausreichend angebunden sind.

Daher wurden inzwischen als Lebensraum wieder geeignete Gewässer bzw. Wasserkörper in Abstimmung mit dem Dezernat Fließgewässerökologie des LLUR für den Besatz mit der Fischart „Elritze“ ausgewählt.

Zukünftig soll der Erfolg der Besatzmaßnahmen durch gezielte Kontrollen evaluiert werden.

Besatz im Störgebiet: 

Besetzt wurden am 22.04.2020 insgesamt 4.000 Elritzen, mit einem Gesamtgewicht von 3.076 g, in die Hardebek-Brokenlander Au (2.000 Stück), die Rantzau (1.000 Stück) sowie die Schwale (1.000 Stück). Bei den Tieren handelt es sich um Nachzuchten von Wildfängen aus der Osterau, welche in der Fischzucht Kemnitz in Aukrug vermehrt wurden, um den geneti-schen Anforderungen zu genügen.

Besatzstelle in der Schwale / Dosenbek
Besatzstelle in der Schwale / Dosenbek
Besatz in der Langwatt (Zufluss zur Lecker Au) 

Im Wasserkörper bo_07, welcher auch einen Abschnitt der Lecker Au umfasst, wurde das Gewässer „Langwatt“ am 24.04.2020 mit 2.000 Elritzen, mit einem Gesamtgewicht von 970 g besetzt. Um einer genetischen Homogenisierung vorzubeugen, wurden nur Nachzuchten von Tieren aus der Eider besetzt, welche bei der Krebszucht Oeversee vermehrt wurden. 

Besetzt wurde an zwei Punkten mit je 1.000 Individuen. Es handelte sich um einen wiederholten Besatz, bereits im Jahr zuvor war das Gewässer mit 1.500 Elritzen besetzt worden. Die Wiederholung des Besatzes soll in diesem Fall die Chancen erhöhen, eine sich selbständig erhaltende Elritzenpopulation dauerhaft im Gewässersystem zu etablieren. Auf den Fotos sind die Besatzpunkte in der Langwatt ersichtlich.

Besatzpunkt in der Langwatt
Besatzpunkt in der Langwatt

Fotos: Besatzpunkte in der Langwatt

Besatz in Zuflüsse der Ostsee 

Von den ausgewählten Zuflüssen zur Ostsee wurde die Langballigau am 24.04.2020 mit 1.000 Tieren besetzt. Besetzt wurde an zwei nahe aneinander liegenden Punkten mit je 500 Individuen. Bei den Tieren handelte es sich um Nachzuchten durch die Krebszucht Oeversee von Wildfängen aus der Kossau aus Schleswig-Holstein.

Besatzpunkt in der Langballigau
Besatzpunkt in der Langballigau

Fotos: Besatzpunkte in der Langballigau

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e. V. (LSFV)
Papenkamp 52
24114 Kiel
Telefon: 0431 / 67 68 18
Fax: 0431 / 67 68 10
E-Mail: info@lsfv-sh.de
Website: www.lsfv-sh.de

Praktische Untersuchungen zur Markierung von juvenilen Forellen (Salmo trutta)

Woher stammt die kleine Forelle in diesem Gewässer? Zur Beantwortung dieser Frage führt die Fischbrutanstalt Alt-Mühlendorf ein mit Mitteln der Fischereiabgabe gefördertes Projekt durch, um eine Markierungsmethode für juvenile Forellen zu entwickeln.

September 2020

Da in vielen Gewässern Schleswig-Holsteins die natürliche Reproduktion von Wandersalmoniden nach wie vor nur beeinträchtigt möglich ist, wird durch einen kontrollierten Laichfischfang und eine professionelle Erbrütung der Forellen in den Bruthäusern einem Einbrechen des Bestands an Salmoniden in den letzten Jahrzehnten intensiv entgegengewirkt. So konnte in den Gewässern Schleswig-Holsteins durch großes Engagement aller Beteiligten ein Rückgang der Bestände verhindert werden.

Parallel zu dem fischereilichen Engagement wurde und wird ebenfalls mit Erfolg intensiv an einer Habitatverbesserung der Gewässer gearbeitet. Ziel ist es, die verlorengegangenen Laichhabitate und Lebensräume wiederherzustellen, so dass sich eine natürliche Biodiversität in den Gewässern etablieren kann. So ist nun in einigen Bereichen eine selbständige Reproduktion von Salmoniden wieder möglich.

Um herauszufinden, welchen Erfolg die aktuellen Besatzmaßnahmen haben und wie sich der prozentuale Anteil von besetzten Forellen in den natürlichen Systemen verhält, muss dies jedoch auch leicht überprüfbar sein.

Vorangegangene Versuche zu diesem Thema waren stets mit einem hohen materiellen und finanziellen Aufwand verbunden und konnten nur an toten Fischen durchgeführt werden. Ein Töten der besetzten oder natürlich reproduzierten Fische soll künftig jedoch möglichst verhindert werden.

Aus diesem Grund versucht die Fischbrutanstalt Alt-Mühlendorf aktuell, eine nicht-letale Markierungsmöglichkeit für Salmoniden zu erarbeiten. Das Ziel des Projekts ist es, die sichtbaren Hartstrukturen der Fische mittels Calcein farblich zu kennzeichnen, so dass bei einem späteren Wiederfang der Forellen im Gewässer eine Unterscheidung zwischen natürlichem Aufkommen und besetzten Fischen und damit eine Bestimmung des Besatzerfolges möglich ist.

Dafür muss die Farbmarkierung an den im Frühjahr besetzten juvenilen Forellen zu einem späteren Zeitpunkt in einem gezielt durchgeführten Monitoring noch erkennbar sein. Zu diesem Zweck werden derzeit verschiedenste Möglichkeiten der Farbmarkierung der Fische mit Calcein untersucht. Hierbei werden kleine Gruppen an Forellen jeweils in unterschiedlichen Konzentrationen des Farbstoffs verschieden oft gebadet und anschließend in zwei Umwelten (Indoor und Outdoor) gehalten. Es wird untersucht, welche Möglichkeit der Farbanreicherung am erfolgversprechendsten ist.

Wie bereits vorangegangene Versuche zu diesem Thema zeigten, ist zwar eine Markierung mittels Calcein möglich und für die Fische auch unschädlich, jedoch verliert die Markierung bei Sonneneinstrahlung (UV-Strahlung) sehr schnell an Intensität. Schon nach wenigen Wochen ist ein Wiedererkennen der Fische oft nicht mehr möglich, so dass die Methode der Weiterentwicklung bedarf. Im Laufe des Projekts wird sich zeigen, ob eine Markierung von Forellen mittels Calcein zur Bestimmung des Besatzerfolgs geeignet ist, um auf letale Untersuchungsmöglichkeiten in Zukunft gänzlich verzichten zu können.

Das Projekt wird begleitet von der Gesellschaft für Marine Aquakultur und dem Institut für Binnenfischerei Potsdam-Sakrow.

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Verband der Binnenfischer und Teichwirte Schleswig-Holstein
Grüner Kamp 15– 17
24768 Rendsburg
Telefon: (04331) 9453 431
E-Mail: fischereiverband@lksh.de

Kurzbericht zum Projekt der Fischereiabgabe: Praxistest ottersicherer Reusen unter Strömungsexposition

Reusen, die durch den Einbau eines Federbügels oder Installation einer Reißnaht sichere Ausstiegsmöglichkeiten für unabsichtlich mitgefangene Fischotter bieten, bewähren sich in Binnengewässern bereits im Routineeinsatz (siehe Projektbericht im Archivbereich). Fraglich ist jedoch bislang, ob diese Technologie auch unter Strömungsbedingungen bzw. den besonders harschen Bedingungen in den Küstengewässern funktioniert. Dies wird nun ein einem ergänzenden Projekt untersucht.

August 2020

Ziel des Projektes ist es, nach der erfolgreichen Testung der ottersicheren Reusen in Seen, diese unter den besonderen Praxisbedingungen bei Strömung und hoher Drift zu testen. Ferner sollen weitere Daten zum normalen Praxiseinsatz erhoben werden.

Zu den wichtigsten Fragestellungen gehören:

  • zeitlicher Mehraufwand beim Setzen und Heben der Reusen bedingt durch den Otterausstieg
  • Materialkosten für die Instandhaltung der Funktionalität der Otter-Ausstiege bei längerem Dauereinsatz
  • Verhalten der Reusen auch unter schwierigen Bedingungen wie Bewegung durch Strömung, Wellenschlag oder starke Winde
  • Ausmaß von Fischverlusten, speziell bei Aalen, bzw. mögliche geringere Fängigkeit

Die Feldversuche werden jeweils auf der Schlei und an der unteren Trave durchgeführt. Die „neutrale“ Beobachtung und Datenerfassung sowie die Auswertung erfolgen durch die TiHo Hannover, die bereits die vorangegangenen Versuche begleitet und bewertet hat. Die TiHo Hannover besitzt beim Fischotterschutz eine hohe Kompetenz, so dass die erzielten Ergebnisse auch von Dritten akzeptiert und anerkannt werden.

Die Versuche zur "Fischdichtigkeit" werden parallel in der Beckenanlage der Fischbrutanstalt Alt-Mühlendorf unter Verwendung von Reusen mit und ohne Otterausstieg zu verschiedenen Jahreszeiten und Wassertemperaturen durchgeführt.

Problematik im Praxiseinsatz - das Zugentlastungsband hat sich beim Setzen der Reuse unter das Drahtseil gelegt
Problematik im Praxiseinsatz - das Zugentlastungsband hat sich beim Setzen der Reuse unter das Drahtseil gelegt

Fotos: Problematik im Praxiseinsatz - das Zugentlastungsband hat sich beim Setzen der Reuse unter das Drahtseil gelegt

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Verband der Binnenfischer und Teichwirte Schleswig-Holstein
Grüner Kamp 15– 17
24768 Rendsburg
Telefon: (04331) 9453 431
E-Mail: fischereiverband@lksh.de

Die ersten Barrierefreien Angelplätze der 2. Generation sind gebaut

Im vergangenen Jahr sagten das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) und Land Schleswig-Holstein aus seinem Fond für Barrierefreiheit Fördermittel für den Bau von elf barrierefreien Angelplätzen der neuen Generation zu.

Mai 2020

Seit Februar wird im Süden Schleswig-Holsteins gebaut, was unter den angeordneten Beschränkungen aufgrund der Corona-Virus-Pandemie eine besondere Herausforderung darstellt: das Fördermittelkonzept sieht vor, dass die Bauherren, Anglervereine und Landesportfischerverband, sowohl eigene Mittel als auch Arbeitsleistung einbringen. Ihre vor- und nachbereitenden Bauarbeiten nehmen in Zweier-Teams und unter Wahrung eines angemessenen Abstands mehr Zeit in Anspruch als geplant, ebenso wie die Errichtung der Angelplätze durch die Handwerksbetriebe, die im selben Modus arbeiten. Auch die Abnahmen durch Genehmigungsbehörden verzögern sich.

Barrierefreier Angelplatz am Möllner Schulsee
Am Möllner Schulsee entstand der Angelplatz auf den Dalben eines alten Freisitzes. Die Stadt Mölln wird noch zwei Bänke aufbauen, damit auch Spaziergänger den Platz zum Verweilen genießen können. Er ist groß genug für verschiedene Nutzungen, auch gleichzeitig.

Trotz der widrigen Umstände freuen sich Angler*innen und Angler in Lübeck und weiteren Umgebung inzwischen über fünf barrierefreie Angelplätze an der Wakenitz, am Elbe-Lübeck-Kanal und in Mölln am Schulsee.

Am Rensinger See in Kellinghusen (Kreis Steinburg) und in Kolkerheide (Nordfriesland) warten zwei weitere Angelplätze auf ihre Abnahme. Die Erdarbeiten an den Ufern des Kirch- und des Postsees in Preetz beginnen Ende April nach Absinken des außergewöhnlich hohen Wasserspiegels. Im Sommer werden wie geplant die Arbeiten in Krempe und am Segeberger See beginnen.

Parallel zu den Bauarbeiten nehmen die Gestaltung der Nutzungsverträge mit den Grundeigentümern und Steckbriefe mit Informationen zu den Angelplätzen als barrierefreie PDFs Form an. Der geplante Kurzfilm mit SAT1-Nord wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, wie die Messe Angeln, Jagen und Outdoor, zu deren informativer Begleitung er geplant war, auch. In die Lübecker Nachrichten hat es inzwischen ein Bericht über die Wakenitz-Plätze geschafft. Die Corona-Pandemie dominiert die Medienlandschaft.

Fünf weitere barrierefreie Angelplätze sind baureif vorbereitet. Auch hier fördert das LLUR, worüber sich Anglervereine in Brunsbüttel, Oldenburg in Holstein, Friedrichstadt, Bredstedt und der Landessportfischerverband freuen. Große Braake, Priestersee, Westersielzug, Mühlenteich und Elbe-Kanal laden dann ab Spätherbst 2020 zum Fischfang, auch barrierefrei ein.

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e. V. (LSFV)
Papenkamp 52
24114 Kiel
Telefon: 0431 / 67 68 18
E-Mail: hempel@lsfv-sh.de
Website: www.lsfv-sh.de

Die Verantwortung und mögliche zukünftige Rolle Schleswig-Holsteins bei der Wiedereinbürgerung des Lachses im Elbesystem

Im Rahmen dieses Projektes soll geprüft werden, ob die Fließgewässersysteme von Stör und Bramau (Elbesystem) die artspezifischen Lebensraumansprüche des Lachses erfüllen bzw. mittelfristig erfüllen können.

November 2019

Im Zusammenhang mit dem seit 1980 laufenden Projektes des LSFV Schleswig-Holstein e.V. zur Wiederansiedlung des Atlantischen Lachses (Salmo salar) in den Flussgebieten von Stör und Bramau wurde wiederholt die Frage aufgeworfen, ob die Projektgewässer für den Aufbau einer sich selbst erhaltenden Lachs-Population unter den aktuellen oder mittelfristig zu erreichenden Bedingungen geeignet sind. Zudem wird vermutet, dass die Lachsvorkommen im Stör-System im 19. Jahrhundert einerseits nur auf Besatzmaßnahmen zurückzuführen waren und andererseits bereits zu dieser Zeit, wie auch aktuell, keinen sich selbst erhaltenden Lachs-Bestand hervorbrachten bzw. hervorbringen können.
In Verbindung mit dem Internationalen Jahr des Lachses 2019 sollen diese Fragen im Interesse der beteiligten Verbände aber auch der Fischereipolitik aus objektiver und ganzheitlicher Sicht und unter Nutzung überregionaler Literaturquellen sowie möglicher Vergleiche mit anderen Projektgewässern im Elbegebiet geklärt werden.

Im Rahmen des Projektes soll geprüft werden, ob die bisher genutzten Fließgewässersysteme von Stör und Bramau die artspezifischen Lebensraumansprüche des Lachses erfüllen bzw. mittelfristig erfüllen können. Auf Basis bereits existierender regionaler Literaturstudien sowie vor allem unter zusätzlicher Einbeziehung von überregionalen Literaturquellen (im Elbe-EZG, westliches Dänemark und Schweden), einer Analyse der bisherigen Maßnahmen sowie der aktuellen Situation der Fischbestände und Gewässerverhältnisse sollen einerseits die Bedingungen der Projektgewässer mit anderen Lachsgewässern verglichen und ihre Bedeutung (im Elbe-Gebiet) überregional bewertet werden. Andererseits sollen aber auch etwaige Kenntnisdefizite bzw. weitergehende Untersuchungserfordernisse herausgearbeitet werden.
Darüber hinaus sollen alle wesentlichen Daten und Fakten zum bisherigen Besatz von Jungfischen wie auch zum Fang von Jung- oder Laichfischen erfasst sowie hinsichtlich der Habitat-Verfügbarkeit geprüft, bewertet und dargestellt werden. 

Im Ergebnis soll hinsichtlich der Bemühungen zur Wiederansiedlung von Lachsen eine fachlich fundierte Empfehlung zum weiteren Umgang mit den bisherigen Projektgewässern erarbeitet werden.

Es wurden nachfolgende Arbeitsinhalte geplant:

  • Beratungen mit den bisherigen Programm-Beteiligten
  • Literatur- und Datenrecherchen zur Problem- bzw. Aufgabenstellung
  • Recherchen und Analysen zu den aktuellen Gewässerbedingungen
  • Besichtigung und Dokumentation ausgewählter Projektgewässer-Abschnitte
  • Analyse und Zusammenführung bisheriger Projektergebnisse
  • Daten- und Informationsauswertung sowie Berichterstellung
  • Projektpräsentation

Das Projekt wurde für den Bearbeitungszeitraum 01.06.2019 bis 29.02.2020 bewilligt.

Ausblick

Als Flussanrainer des Elbe-Unterlaufs hat Schleswig-Holstein eine große Bedeutung sowohl im Hinblick auf eine erfolgreiche Abwanderung der Jungfische (Smolts) als auch den ungehinderten Laichfischaufstieg. ZAHN et al. (2017) vermuteten, dass die Ursachen für die bisherige verminderte Laichfisch-Rückkehr eher im Elbe-Unterlauf oder im Meer zu suchen sind. Sie verwiesen u.a. auf Wissensdefizite hinsichtlich der Wirkungen fischereilicher Nutzungen und Schutzmöglichkeiten, der Fischwilderei oder auch der sommerlichen Sauerstoffdefizitzone im Raum Hamburg. Insbesondere dem Elbe-Wehr Geesthacht mit seinen Fischaufstiegsanlagen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein könnte im Hinblick auf ein zentrales Monitoring des Aufstiegsverhaltens oder auch für das Bestandsmanagement sowie die Förderung der Reproduktion von Lachsen im Elbe-Gebiet perspektivisch eine herausragende Rolle zukommen.

Ansprechpartner für Rückfragen und weitere Informationen:

Steffen Zahn
Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow
Im Königswald 2   14469 Potsdam
Tel.: 033201 406 18
Mail: steffen.zahn@ifb-potsdam.de
www.ifb-potsdam.de

Projektbeschreibung zum Projekt der Fischereiabgabe: "Maßnahmen zum Erhalt von Edelkrebsen im Schwentinesystem"

In Schleswig-Holstein gibt es nur noch sehr wenige Bestände des Edelkrebses Astacus astacus, und diese sind akut durch die Ausbreitung invasiver, nordamerikanischer Flusskrebse bedroht. Die Ausbreitung invasiver, gebietsfremder Flusskrebse hat neben der Gefährdung des Edelkrebses auch negative Auswirkungen auf andere (Fisch-)Arten in den betroffenen Gewässern. In diesem Vorhaben sollen daher Maßnahmen erarbeitet werden, die den Erhalt von Edelkrebsen im Schwentinesystem sicherstellen, indem lokal die Ausbreitung des Kamberkrebses verhindert wird.

Oktober 2019

Der betrachtete Edelkrebsbestand stellt ein Relikt im ansonsten durchgängig von Kamberkrebsen besiedelten Schwentinesystem dar. Er weist eine bundesweit besondere genetische Ausstattung auf, die für den langfristigen Arterhalt sehr wichtig ist. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass genetische Vielfalt für eine Resistenz gegen die Krebspest ausschlaggebend sein kann. Nachweise gebietsfremder Flusskrebse im Gewässer gibt es bislang nicht, es besteht allerdings die Gefahr, dass Kamberkrebse einwandern. Hiervon geht eine große Bedrohung für den Edelkrebsbestand aus, da mit einwandernden Kamberkrebsen die Gefahr eines Krebspestausbruchs einhergeht. Es ist unklar, inwieweit vorhandene Wanderhindernisse die Invasion mittel- und langfristig aufhalten und welche Gefährdung für den Bestand der Edelkrebse von invasiven Flusskrebsarten in umgebenden Stillgewässern ausgeht.

Mit den Vorhaben soll das Risiko einer Einwanderung von Kamberkrebsen minimiert werden. Für einen der wenigen, verbliebenen Edelkrebsbestände soll so geklärt werden, wo in angrenzenden Gewässern bereits invasive Flusskrebse vorkommen und wie sich langfristig ein Einwandern der Kamberkrebse verhindern lässt.

Hierzu werden umfangreiche Gebietsbegehungen durchgeführt, um zu klären, inwieweit und an welchen Stellen Wanderhindernisse für invasive Flusskrebse bestehen und an welchen Stellen z.B. durch das Einbringen zusätzlicher Barrieren („Krebssperren“) ein langfristiger Schutz der Edelkrebse sichergestellt werden kann. Zudem werden die Flusskrebse in angrenzenden und umliegenden Gewässern in Zusammenarbeit mit beruflicher- und Angelfischerei aufgenommen. Hierfür werden Nachtbegehungen, der Einsatz von Krebskörben und gezielte Nachsuchen u.a. mit Benthoskescher durchgeführt. Dies soll einerseits eine Aussage über die bereits erfolgte Ausbreitung von Kamberkrebsen ermöglichen, andererseits Kenntnisse über weitere Edelkrebsvorkommen in den Zu- und Abläufen liefern.

Den Abschluss des Projekts bildet die Erstellung einer Handlungsempfehlung für Schutzmaßnahmen des Edelkrebsbestands. Das Vorhaben wird einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Edelkrebse in Schleswig-Holstein leisten, indem lokale Maßnahmen zur Eindämmung invasiver Flusskrebse aufgezeigt werden. Es stellt zugleich ein Pilotprojekt mit Vorbildcharakter für ähnlich gelagerte Situationen an anderen Gewässer im Norddeutschen Tiefland dar.

Kamberkrebs
Der Kamberkrebs Orconectes limosus stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde um 1880 nach Europa eingeführt. Hier verbreitete er sich besonders im Tiefland rasch und führte durch das Übertragen der Krebspest zum Kollaps der heimischen Flusskrebsbestände.

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Dipl. Umweltwiss. Kai Lehmann
Institut für nachhaltiges Ressourcenmanagement gGmbH
Dorfstraße 22
24259 Westensee

Telefon: 04340 / 7929014

Internet: https://inrm.eu/
E-Mail: info@inrm.eu

Projektbeschreibung zum Projekt der Fischereiabgabe: "Maßnahmen zum Erhalt von Edelkrebsen im Großen Langsee"

In diesem Vorhaben werden im Gewässersystem des Großen Langsees Maßnahmen zum Schutz des Edelkrebses Astacus astacus vor invasiven gebietsfremden Flusskrebsen durchgeführt. Hierdurch soll ein Beitrag zum langfristigen Erhalt der Art und ihrer einzigartigen genetischen Diversität in Schleswig-Holstein geleistet werden.

Oktober 2019

Für den einheimischen Edelkrebs Astacus astacus geht von invasiven Flusskrebsen und der durch diese übertragenen Krebspesterreger eine erhebliche Gefahr aus. Durch die Verbreitung von Kamber- und Signalkrebs sind auch in Schleswig-Holstein nahezu alle freilebenden Bestände des Edelkrebses ausgestorben. Gleichzeitig haben aktuelle genetische Untersuchungen gezeigt, dass im bundesdeutschen Kontext nahezu ausschließlich die in Schleswig-Holstein untersuchten Bestände genetische Besonderheiten aufweisen. Für den Edelkrebs ist die genetische Ausstattung einzelner Populationen für den langfristigen Arterhalt besonders wichtig, da Untersuchungen darauf hinweisen, dass hohe genetische Variabilität für eine Resistenz gegen die Krebspest ausschlaggebend sein kann.

Der Edelkrebsbestand im Großen Langsee zählt zu den bedeutendsten Edelkrebsbeständen in Norddeutschland und ist durch einwandernde Signalkrebse aus dem System der Füsinger Au akut gefährdet. In Zusammenarbeit mit dem ASV Schleswig wurden in den vergangenen Jahren bereits verschiedene Maßnahmen umgesetzt, die eine Etablierung von Signalkrebsen im Langsee verhindern sollen. Ziel dieser Arbeiten war die möglichst vollständige Entnahme der bereits in den Großen Langsee gelangten Signalkrebse sowie die Sicherung des Mühlenbauwerks gegen ein weiteres Überklettern durch Flusskrebse.

Allerdings befinden sich noch einzelne Signalkrebse oberhalb des Mühlenstaus im Gewässer, deren Nachweise sich auf den Bereich in unmittelbarer Nähe der Barriere beschränken. Reproduktionsnachweise liegen nicht vor. Die Entnahme der verbliebenen Signalkrebse mittels Krebskörben stellt derzeit die einzige verfügbare und praktikable Methode dar, um die Invasion einzudämmen. Dies kann nur unter besonderen Bedingungen (lokal stark eingrenzbares Auftreten, geringe Individuenzahl, keine Reproduktion, gute Zugänglichkeit des Gewässers, etc.) erfolgversprechend eingesetzt werden. Diese Bedingungen liegen am betreffenden Gewässer vor. Umfangreiche Befischungen mit bis zu 100 Krebskörben sollen die Etablierung einer reproduzierenden Signalkrebspopulation oberhalb der Mühle aufgehalten, da ohne die Entnahme die Ausbreitung und Vermehrung der Signalkrebse unaufhaltsam zum Verschwinden des Edelkrebsbestands führen würde.

Im Herbst 2018 ist in einem komplementären Vorhaben damit begonnen worden, Nachzuchten des Langseebestandes in ausgesuchte Kiesabgrabungsgewässer auszusetzen, um diesen Bestand für die Nachwelt langfristig zu erhalten (siehe in Projektliste weiter unten: Projektbeschreibung Ansiedlung von Edelkrebsen in Abgrabungsgewässern in den Gemeinden Handewitt und Wanderup). Diese Projekte zum Erhalt der in Schleswig-Holstein noch vorhandenen außerordentlich schützenswerten genetischen Ausstattung des europäischen Edelkrebses sind "Leuchtturmprojekte" für die vom Aussterben bedrohte Art in Norddeutschland und sollen auch auf andere Gewässer Schleswig-Holsteins angewendet werden.

Abb. 3: Mit Fisch beköderte Krebskörbe werden zum Fang der Signalkrebse im Oberwasser verwendet. Da dort hauptsächlich Edelkrebse vorkommen, werden durch die Befischungen auch wertvolle Informationen über deren Bestandsentwicklung erhoben
Abb. 3: Mit Fisch beköderte Krebskörbe werden zum Fang der Signalkrebse im Oberwasser verwendet. Da dort hauptsächlich Edelkrebse vorkommen, werden durch die Befischungen auch wertvolle Informationen über deren Bestandsentwicklung erhoben

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Dipl. Umweltwiss. Kai Lehmann
Institut für nachhaltiges Ressourcenmanagement gGmbH
Dorfstraße 22
24259 Westensee

Telefon: 04340 / 7929014

Internet: https://inrm.eu/
E-Mail: info@inrm.eu

Projektbeschreibung zum Projekt der Fischereiabgabe: "Gute Aktien für den Aal"

In den letzten Jahrzehnten hat das Glasaalaufkommen an den Europäischen Küsten dramatisch abgenommen. Aalbesatz ist oft die einzige Möglichkeit, um in unseren schleswig-holsteinischen Gewässern Aalbestände zu erhalten oder wieder aufzubauen.

September 2019

Das Glasaalaufkommen beträgt heute im Nordseebereich nur noch ca. 2 % der ursprünglichen Menge, im restlichen Europa etwa 10 % (WGEEL 2018). Die Europäische Union reagierte auf die Verschlechterung mit einer Verordnung zur Wiederauffüllung der Aalbestände (VO 2007/1100). In Deutschland wird diese Verordnung durch Managementpläne für einzelne Flussgebietseinheiten auf Länderebene umgesetzt. In Schleswig-Holstein gibt es Managementpläne für die Flussgebiete Eider, Schlei-Trave sowie die Elbe. In den Flussgebieten Schlei-Trave und Elbe hat der Besatz der Gewässer mit Jungaalen eine hohe Priorität, um den es in dem Vorhaben "Gute Aktien für den Aal" geht.

Boot

Öffentliche Mittel zur Kofinanzierung des Aalbesatzes stehen bislang ausreichend zur Verfügung. Sie wurden in den zurückliegenden Jahren jedoch nie ausgeschöpft, da die erforderlichen privaten Mittel nicht in entsprechender Höhe akquiriert werden konnten. Mit dem Vorhaben „Gute Aktien für den Aal“ soll die Öffentlichkeit für das Thema Aalbesatz sensibilisiert und die Spendenbereitschaft so erhöht werden. Um das etwas abstrakte Thema greifbarer zu machen, wurden sogenannte Aal-Aktien aufgelegt, die man gegen eine Spende erwerben kann. Dabei kommen die Einnahmen, die über die Aal-Aktien generiert werden, zu 100 Prozent dem Aalbesatz zugute.

Über das Vorhaben "Gute Aktien für den Aal" sollen die Aktien Schleswig-Holstein weit bekannt werden. Das wird erreicht über klassische Öffentlichkeitsarbeit offline wie online mit einem Schwerpunkt auf den sozialen Medien, kontinuierliche Pressearbeit sowie Veranstaltungen, die informativ sind, eine Identifikation mit der Region sowie dem Aal erzeugen und gleichzeitig emotional ansprechen. Dabei geht es um Aspekte des Umweltschutzes ebenso wie um die regionale Fischerei und die heimische Kulinarik. Zielgruppen sind sowohl Privatleute als auch Unternehmen und Multiplikatoren. Darüber hinaus werden ein Netzwerk von Verteilstellen für die Aalaktien aufgebaut sowie die Online-Kaufmöglichkeit aktiv beworben.

Dabei will das Engagement für die Aalaktie nicht für sich alleinstehen, sondern wo immer möglich sich in bereits bestehende Netzwerke und Maßnahmen für die Fischerei und den Tourismus in Schleswig-Holstein integrieren und vorhandene Potenziale nutzen. Dabei ist es das erklärte Ziel, die öffentliche Förderung für den Aalbesatz irgendwann zu 100 Prozent ausschöpfen zu können, damit der Aal in den Gewässern Schleswig-Holsteins heimisch bleibt.

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Förderverein zur Erhaltung maritimer Lebensformen und Lebensräume
c/o Landesfischereiverband Schleswig-Holstein
Grüner Kamp 15-17
24768 Rendsburg

Telefon: 04331 / 9453 431

E-Mail: info@landesfischereiverband-sh.de
Website: www.aalaktie.de

Kurzbericht zum Projekt der Fischereiabgabe: Vorbereitungen zum Bau einer neuen Generation barrierefreier Angelplätze

Nicht erst seit Beginn der Implementierung der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland und Schleswig-Holstein ist es dem Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e.V. ein besonderes Anliegen, Menschen mit Handicap bei der Ausübung des wunderbaren Hobbies Angeln zu unterstützen. Ausgehend von regionalen Initiativen wurden schon vor längerer Zeit entsprechende Angelplätze errichtet.

September 2019

Nachdem der Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e. V. (LSFV) und der Kreisanglerverband Nordfriesland drei Angelplätze für Anglerinnen und Angler mit Behinderung am Nord-Ostsee- sowie Gieselau-Kanal und sechs im Westküstenkreis mit Unterstützung aus der Fischereiabgabe gebaut hatte, zeichnete sich weiterer Bedarf ab.

Angler im Rollstuhl

Das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) gab gemeinsam mit dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) eine Konzeptstudie in Auftrag und schrieb das Ziel – eine ausreichende Zahl barrierefreier Angelplätze an interessanten Angelgewässern - im Landesaktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechts-konvention fest.

Mit der Konzeptstudie waren sowohl ein neuer Typ barrierefreier Angelplätze mit Hilfe von Anglerinnen und Anglern mit Behinderung entwickelt als auch etwa 150 Gewässerabschnitte identifiziert worden, die sich gut oder sehr gut aufgrund ihrer Lage dafür eignen.

Bis zur Baureife eines solchen Angelplatzes müssen die Zustimmung des Gewässereigentümers, mit Zeichnungen und statischen Berechnungen die Genehmigung der Behörden für Wasserwirtschaft und Naturschutz eingeholt, gelegentlich die Freiheit von Kampfmitteln oder archäologischen Funden bestätigt, ausführende Handwerksbetriebe und der Bauherr gefunden werden. Ein Kreisverband, sechs Anglervereine und der LSFV wollen im Laufe der nächsten 12 Monate als Bauherren an ihren Pachtgewässern Geld und Arbeitskraft investieren und hoffen nach der Zusage über Mittel aus der Fischereiabgabe auch auf eine Förderung durch den Fond für Barrierefreiheit des Landes.

Neben den mit Angelplätzen der 1. Generation ausgestatteten könnten ab 2020 Anglerinnen und Angler „mit Handicap“ nach und nach an elf weiteren attraktiven Gewässern ihrer Leidenschaft nachgehen. Dazu sollen nach derzeitigem Stand (September 2019) die Wakenitz und der Elbe-Lübeck-Kanal, der Möllner Stadtsee, Krempes Burggraben, der Rensinger See und eine Kuhle in der Kolkerheide sowie Kirch- und Postsee in Preetz gehören.

Alle Vorbereitungen sind getroffen, dem Startschuss wird mit Spannung entgegengesehen.

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e. V. (LSFV)
Papenkamp 52
24114 Kiel
Telefon: 0431 / 67 68 18
Fax: 0431 / 67 68 10
E-Mail: hempel@lsfv-sh.de
Website: www.lsfv-sh.de

Projektbeschreibung zum Projekt der Fischereiabgabe "Etablierung von Arche-Populationen des einheimischen Edelkrebses Astacus astacus in Schleswig-Holstein"

Edelkrebse sind die größten wirbellosen Tiere im Süßwasser und waren bis vor einigen Jahrzehnten in Deutschland noch weit verbreitet und häufig. Lediglich in einzelnen Gewässern findet man heute noch kleinere Reliktbestände. Beim Edelkrebs liegen sehr gute Voraussetzungen vor, um die Tiere erfolgreich in neuen Gewässern anzusiedeln und durch die Schaffung neuer Bestände das Risiko des lokalen Aussterbens der Art zu vermindern.

September 2019

Übergeordnetes Ziel ist die Etablierung von mehreren neuen Populationen des Edelkrebses Astacus astacus in Schleswig-Holstein. Hierbei sind abgeschlossene Gewässer z.B. aus dem Kiesabbau eine vielversprechende Möglichkeit für einen Initialbesatz. Durch die Berücksichtigung der genetischen Besonderheiten der noch natürlich vorkommenden Reliktbestände soll zudem die genetische Variabilität der Art langfristig erhalten werden. Hierzu werden mittel- und langfristig Gewässer, verteilt auf unterschiedliche Regionen in Schleswig-Holstein, mit Edelkrebsen aus unterschiedlichen Donor-Populationen besetzt. Dieser Ansatz führt zu einer Minimierung des Aussterberisikos der Art bei gleichzeitigem Erhalt der genetischen Variabilität. Ausgehend von der begründeten Annahme, dass die vorhandene genetische Diversität bereits kurz- und mittelfristig Resistenzen gegen die Krebspest hervortreten lässt, kann dieses Vorgehen langfristig wesentlich zum Erhalt der Art beitragen. Hierdurch soll ein Beitrag zum langfristigen Erhalt der Art und ihrer einzigartigen genetischen Diversität in Schleswig-Holstein geleistet werden. Durch eine wissenschaftliche Begleitung werden mit dem Vorhaben Informationen über Bestandsdynamik und best practice bei der Wiederansiedlung von Edelkrebsen gewonnen, die für ein zukünftiges Management wertvolle Erkenntnisse liefern.

In einem Teilprojekt werden Edelkrebse aus dem Schulensee (Eider) nachgezüchtet, geeignete Gewässer identifiziert, Bestände etabliert und deren Entwicklung beobachtet werden. Der Edelkrebsbestand im Schulensee ist unmittelbar durch eingewanderte Kamberkrebse bedroht. Daher wurden in den Jahren 2016 und 2017 in Zusammenarbeit mit dem Zoologischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel geschlechtsreife Edelkrebse aus dem Gewässer entnommen und in der Krebszucht Oeversee ein Laichtierbestand aufgebaut. Eine stichprobenhafte Untersuchung der Weibchen in diesem Bestand im Dezember 2018 hat einen sehr guten Eiansatz an diesem Krebsen gezeigt, so dass die Nachzuchten aus diesem Bestand im Herbst / Winter 2019 für einen Besatz zur Verfügung stehen werden. Potentiell geeignete Gewässer befinden sich insbesondere entlang der BAB 7. In diesem Vorhaben ist geplant, die Edelkrebse in Abgrabungsgewässer im Raum Kiel – Rendsburg – Neumünster anzusiedeln.

Im Herbst 2018 ist in einem komplementären Vorhaben damit begonnen worden, Nachzuchten des Langseebestandes in ausgesuchte Kiesabgrabungsgewässer auszusetzen, um diesen Bestand langfristig zu erhalten (siehe Projektbeschreibung Ansiedlung von Edelkrebsen in Abgrabungsgewässern in den Gemeinden Handewitt und Wanderup). Diese Projekte zum Erhalt der in Schleswig-Holstein noch vorhandenen außerordentlich schützenswerten genetischen Ausstattung des europäischen Edelkrebses sind „Leuchtturmprojekte“ für die vom Aussterben bedrohte Art in Norddeutschland und können auch auf andere Gewässer Schleswig-Holsteins angewendet werden.

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Dipl. Umweltwiss. Kai Lehmann
Institut für nachhaltiges Ressourcenmanagement gGmbH
Dorfstraße 22
24259 Westensee

Telefon: 04340 7929014
Internet: www.inrm.eu
E-Mail: info@inrm.eu

Projektbeschreibung zum Projekt der Fischereiabgabe "Untersuchung von Fischlarven in Schleswig-Holstein"

Der Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e.V. (LSFV) sieht eine große Notwendigkeit darin, fischereibiologische Fragestellungen auch durch die Erfassung und Untersuchung von Fischeiern und Fischlarven beantworten zu können. Dieser Herangehensweise will man sich in einem Projekt verstärkt zuwenden.

Mai 2019

Schon aufgrund der zum Teil sehr geringen Körpergröße dieser frühen Lebensstadien sind der Fang und die Bestimmung der Artzugehörigkeit keine einfachen Aufgaben, die neben speziellem Wissen und einiger Erfahrung auch einer besonderen Ausrüstung bedürfen. Diese besteht in erster Linie aus einer Reihe von unterschiedlichen, sehr feinmaschigen Planktonnetzen und einer qualitativ hochwertigen Optik zur verlässlichen Bestimmung und Dokumentation der Fischeier und Larven. Die Finanzierung der Ausrüstung aus der Fischereiabgabe ist wesentlicher Inhalt dieses Projektes der Fischereiabgabe.

Abbildung 1: Pumpspeicherwerk Geesthacht. Gemäß der Wasserrechtlichen Erlaubnis von 1958 dürfen bis zu 140 m3 Wasser pro Sekunde aus der Elbe entnommen werden. Der mittlere Niedrigwasserabfluss der Elbe am Pegel Neu Darchau beträgt 271 m3 pro Sekunde.
Abbildung 1: Pumpspeicherwerk Geesthacht. Gemäß der Wasserrechtlichen Erlaubnis von 1958 dürfen bis zu 140 m3 Wasser pro Sekunde aus der Elbe entnommen werden. Der mittlere Niedrigwasserabfluss der Elbe am Pegel Neu Darchau beträgt 271 m3 pro Sekunde.

Weiterer Projektgegenstand ist die Durchführung von Untersuchungen zum Aufkommen von Eiern und Larven in der Elbe stromauf von Geesthacht im Bereich des Pumpspeicherwerkes (Abbildung 1). Durch wöchentliche Befischungen im Zeitraum von März bis August 2019 soll eine Grundlage für die Abschätzung geschaffen werden, ob Schäden an der Fischfauna durch den Betrieb des Pumpspeicherwerkes entstehen können. Bislang liegen hierzu nur Daten vor, die sich auf größere Lebensstadien der Fische beziehen. Trotz umfangreicher Untersuchungen zur Gefährdung von Fischen durch die zum Teil erheblichen Wasserentnahmen ist über die Mengen von angesogenen und vernichteten Fischeiern und Larven absolut nichts bekannt. Ob es durch die mit dem Betrieb des Pumpspeicherwerkes zwangsweise verbundene Vernichtung jungen Lebensstadien zu Auswirkungen auf die Fischbestände beziehungsweise die fischereilichen Erträge im betroffenen Elbabschnitt kommen kann, ist bisher unklar und wird kontrovers diskutiert.

An insgesamt mindestens 20 Fangtagen wird die Elbe kurz oberhalb von Geesthacht mittels zweier Ringnetze mit einem Durchmesser von jeweils 1,0 m befischt. Der Probennahmezeitraum wurde so gewählt, dass sowohl die Erfassung der Larven von Winterlaichern als auch von Sommerlaichern möglich ist. Die Probennahme findet an jedem Fangtag standardisiert in drei unterschiedlichen Uferabständen und in zwei Fangtiefen statt. Durch den gleichzeitigen Einsatz zweier Ringnetze vom verankerten Boot aus, sind bei ausreichender Strömungsgeschwindigkeit Untersuchungen nahe der Oberfläche und in tieferen Wasserschichten parallel möglich. Der ergänzende Einsatz eines kleinen Zugnetzes ermöglicht die gezielte Erhebung weiterer Daten in sehr flachen und ufernahen Gewässerteilen, die nicht mit dem Boot befahrbar sind. Um tagesperiodische Unterschiede im Larvenaufkommen zu erfassen, wird das standardisierte Vorgehen an jedem Fangtag sowohl tagsüber als auch nachts durchgeführt. Über die Bestimmung des befischten Volumens lassen sich schließlich quantitative Aussagen zum Fischlarvenaufkommen machen. Diese sind essentiell, um abschätzen zu können, wie hoch die Anzahl der vom Pumpspeicherwerk eingesogenen Fischlarven tatsächlich ist und welche Arten dadurch möglicherweise einer Gefährdung unterliegen.

Abbildung 2: Glasaal aus den Planktonfängen oberhalb von Geesthacht
Abbildung 2: Glasaal aus den Planktonfängen oberhalb von Geesthacht

Bei den im März und Anfang April durchgeführten Befischungen wurden bei der jeweils ersten Sichtung der Planktonproben direkt vor Ort bisher nur vereinzelt Glasaale (Abbildung 2) und juvenile Cypriniden festgestellt. Seit Mai sind auch zahlreiche andere Fischlarven in den Proben vorhanden. Um welche Arten und Altersstufen es sich handelt, können wir erst später im Labor unter Zuhilfenahme der neuen optischen Ausrüstung feststellen. Hierüber wird im Abschlussbericht ausführlich berichtet.

Abbildung 3: Späte Larve einer Schwarzmundgrundel (TL: 17 mm).
Abbildung 3: Späte Larve einer Schwarzmundgrundel (TL: 17 mm). Aufgrund der 2018 bei Elektrobefischungen festgestellten sehr hohen Bestandsdichte dieser Art in der Elbe oberhalb von Geesthacht wird auch mit einem häufigen Vorkommen der Tiere in den Planktonproben zu rechnen sein.

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e. V. (LSFV)
Papenkamp 52
24114 Kiel
Telefon: 0431 / 67 68 18
Fax: 0431 / 67 68 10
E-Mail: neukamm@lsfv-sh.de; info@lsfv-sh.de
Website: www.lsfv-sh.de

Kurzbericht zum Projekt der Fischereiabgabe: Machbarkeitsstudie zur Umsetzung eines Praxistests zu den Effekten von Maximalmaßen in der Angelfischerei

Küchenfenster – "Dummtüch" oder sinnvolle Schonbestimmung in der Angelfischerei?

März 2019

Ziel der Machbarkeitsstudie ist es, die Möglichkeiten für die praktische Durchführung von Untersuchungen zu den Effekten von „Küchenfenster“-Regelungen auf die Fischbestandsentwicklung zu prüfen und einen praktikablen und aussagekräftigen Untersuchungsansatz für einen Vergleich von traditionellem Mindestmaß und dem "Küchenfenster" zu entwickeln.

Beispielhafte Alters- und Größenklassenzusammensetzung von Fischbeständen bei verschiedenen Bewirtschaftungsszenarien.


Abb.: Beispielhafte Alters- und Größenklassenzusammensetzung von Fischbeständen bei verschiedenen Bewirtschaftungsszenarien. Durch das Mindestmaß werden kleine junge Fische geschont (blau), während alle großen und älteren Fische (orange) dem Bestand entnommen werden dürfen. Es kommt zu einer Reduzierung der Alters- und Längenklassen. Beim Konzept des Küchenfensters werden die kleinen jüngeren und großen älteren Fische durch Mindest- bzw. Maximalmaß geschont (blau), während der starke Mittelbau des Bestandes befischt werden kann (orange). Dadurch bleibt, trotz Entnahme, eine naturnahe Alters- und Größenklassenzusammensetzung erhalten.

Angelervereine sind als Eigentümer oder Pächter von Fischereirechten nicht nur zur Nutzung der Fischbestände berechtigt, sondern auch zu deren Hege verpflichtet. Zu den häufigsten Hegemaßnahmen zählen Festlegungen von Mindestmaßen und Schonzeiten. Ziel eines Mindestmaßes ist es, dass sich alle Fische vor dem Fang mindestens einmal fortpflanzen können. Es stellt somit einen Schutz vor Überfischung dar. Die Entnahme oberhalb einer bestimmten Länge führt allerdings zu einer Verschiebung der Längen- und Altersstruktur des Bestandes - ältere große Fische werden rar. Gerade den größeren Fischen wird jedoch eine besondere Rolle für den Erhalt der jeweiligen Art beigemessen, zum Beispiel durch eine ausgedehntere Laichzeit, eine höhere Fruchtbarkeit, größere Eier und Larven sowie eine Veranlagung zu schnellem Wachstum. Aufgrund dessen wird in der Wissenschaft, den Angelvereinen und Fischereibehörden über das "Entnahme- bzw. Küchenfenster" diskutiert. Das "Küchenfenster" wird nach unten vom Mindestmaß (Schonung junger Fische) und nach oben von einem Maximalmaß (Schonung älterer Fische) begrenzt. Nur im dazwischenliegenden Längenbereich ist eine Fischentnahme erlaubt. Theoretische Bestandsmodelle und Aquarienexperimente zeigen, dass ein solches "Küchenfenster" zu einem höheren Anteil großer Laichfische führt, wodurch sich die Produktion von Nachwuchs stabilisiert und höhere Fangmengen ohne Überfischung möglich sein können. Ob die Einführung eines "Küchenfensters" tatsächlich die erhofften Vorteile bietet und damit eine geeignete Hegemaßnahme darstellt, ist bisher in der Praxis kaum untersucht worden. Die Machbarkeitsstudie hat deshalb zum Ziel, die Möglichkeiten für die praktische Durchführung von Untersuchungen zu den Effekten von Maximalmaßen auf die Bestandsentwicklung von angelfischereilichen Hauptzielarten zu prüfen. Darüber hinaus wird ein praktikabler und aussagekräftiger Untersuchungsansatz entwickelt, um gemeinsam mit interessierten Angelvereinen einen mehrjährigen Vergleich von traditionellem Mindestmaß und "Küchenfenster" umzusetzen.

Logo "Praxistest Küchentester"

Achtung: Das Institut sucht Angelvereine, die neugierig auf einen mehrjährigen Vergleich von traditionellem Mindestmaß und "Küchenfenster" sind und bereit sind, sich und ihre Gewässer in einen "Praxistest Küchenfenster" einzubringen (Stand: März 2019).

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow
Im Königswald 2
14469 Potsdam

Dr. Uwe Brämick
E-Mail: Uwe.braemick@ifb-potsdam.de
Telefon: 033201 406 30

Daniel Hühn
E-Mail: daniel.huehn@ifb-potsdam.de
Telefon: 033201 406 33

Kurzbericht zum Projekt der Fischereiabgabe: FischHorizonte 2018-2021 - Forelle

Der Besatz mit Forellen ist das "Herzstück" des Projektes "Fischhorizonte 2018 bis 2021". Ziel ist es, das immer noch vorhandene natürliche Fortpflanzungsdefizit der Forellen in vielen unserer Gewässer durch Laichfischfang, Erbrütung der gewonnenen Eier und anschließenden Besatz mit Brut oder Smolts auszugleichen.

Februar 2019

Besonderer Wert wird während der Projektlaufzeit darauf gelegt, dass eine Eigewinnung in möglichst vielen Gewässern durchgeführt wird, um die Brut von möglichst regional angepassten Laichfischen zu gewinnen. Die Möglichkeiten in der Fischbrutanstalt Alt-Mühlendorf lassen eine nach Herkünften getrennte Erbrütung problemlos zu.

Die Zusammenarbeit mit den örtlichen Angelvereinen als Bewirtschaftern der allermeisten Forellengewässer ist über viele Jahre vertrauensvoll gewachsen und somit das solide Fundament für den erfolgreichen Arterhalt der Forellen in unseren Fließgewässern.

Ein großer Beweis für die erfolgreiche Arbeit zum Erhalt der Forellenbestände, neben den zahlreichen zum Laichen zurückkehrenden Fischen: es ist heute kein Geheimtipp mehr, eine Meerforelle an der Küste oder im großen Fluss zu fangen.

Laichfischfang mit dem Elektrofanggerät
Laichfischfang mit dem Elektrofanggerät

Laichfischfang mit dem Elektrofanggerät
Laichfischfang mit dem Elektrofanggerät

Laichfischfang mit dem Elektrofanggerät
Laichfischfang mit dem Elektrofanggerät

Laichfische der Meerforelle, gefangen im Rahmen des Laichfischfangs
Laichfische der Meerforelle, gefangen im Rahmen des Laichfischfangs

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Verband der Binnenfischer und Teichwirte Schleswig-Holstein
Grüner Kamp 15–17
24768 Rendsburg
Telefon: (04331) 9453 431
Mail: fischereiverband@lksh.de

Kurzbericht zum Projekt der Fischereiabgabe: FischHorizonte 2018-2021 - Nordseeschnäpel

Mit dem Projekt "FischHorizonte 2018-2021" wird das Fischartenschutzprojekt Nordseeschnäpel an der Treene weiter fortgesetzt und auf das Flusssystem der Stör erweitert.

Februar 2019

Die Schnäpel werden nach Laichfischfang, Abstreifen und Erbrütung als vorgestreckte Fische mit einer Länge von 4 bis 7 cm ausgesetzt. Nach dem Besatz lassen sich die Schnäpel schnell mit der Strömung flussabwärts verdriften. Die Aufwuchs- und Fressgebiete der Art in Schleswig-Holstein sind die Mündungsbereiche der Treene, Eider, Stör und Elbe und das Wattenmeer.

In der Stör ist im Spätherbst 2020 mit den ersten Laichrückkehrern zu rechnen. Der dann auch in der Stör voraussichtlich mögliche Laichfischfang wird rechtzeitig mit den Fischereiberechtigten vor Ort abgesprochen und geplant.

Abgelaichter Rogner, markiert
Abgelaichter Rogner, markiert

Nordseeschnäpel
Die typisch markante Schnäpel –"Nase"

Nordseeschnäpel
Laichfischfang auch bei Hochwasser

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Verband der Binnenfischer und Teichwirte Schleswig-Holstein
Grüner Kamp 15–17
24768 Rendsburg
Telefon: (04331) 9453 431
Mail: fischereiverband@lksh.de

Kurzbericht zum Projekt der Fischereiabgabe: FischHorizonte 2018-2021 - Ostseeschnäpel

Nach anfänglich guter Entwicklung des Ostseeschnäpels im Nord-Ostsee-Kanal, der Schlei und Trave nach Beginn der Wiedereinbürgerungsmaßnahmen ist der Bestand heute wieder stark zurückgegangen. Lediglich im Neustädter Binnenwasser gibt es derzeit noch einen nennenswerten Laichaufstieg.

Februar 2019

Viele der gefangenen Schnäpel weisen erhebliche Prädatorenschäden auf. Daher besteht die Vermutung, dass die Wiedereinbürgerung des Schnäpels durch starke Prädation – insbesondere durch Kormorane - erschwert wird. Nur etwa 10 % der Schnäpel zeigen aktuell keine Verletzungen!

Frische Verletzungen, typisch für Kormoranfraß

Frische Verletzungen, typisch für Kormoranfraß

In der Schlei und auch am Nord-Ostsee-Kanal ist der Ostseeschnäpel auch ein begehrtes Objekt spezialisierter Angelfischer. Dabei werden Schnäpel in einer Größe von 40 cm, meist aber von 50 bis 60 cm gefangen.

Die Laichgebiete des Schnäpels sind die Unterläufe von Flüssen. Die Habitat- und Strukturverluste werden es dem Schnäpel noch weiterhin schwermachen, eine ausreichende natürliche Reproduktion aufzubauen. Bestandserhaltende Maßnahmen durch Besatz sind daher auch in der Zukunft unerlässlich.

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Verband der Binnenfischer und Teichwirte Schleswig-Holstein
Grüner Kamp 15–17
24768 Rendsburg
Telefon: (04331) 9453 431
Mail: fischereiverband@lksh.de

Aus- und Fortbildung von Fischereiaufsehern und Gewässerwarten in Schleswig-Holstein

Die Fischereiabgabe unterstützt im Rahmen eines kleinen Projektes die Aus- und Fortbildung von Fischereiaufsehern und Gewässerwarten.

Dezember 2018

Im Rahmen dieses Projektes wird die Aus- und Fortbildung von Fischereiaufsehern und Gewässerwarten inklusive der Personen, die einen Elektrofischereilehrgang besuchen, unterstützt. Zusätzlich wurden Reisekosten bezuschusst, die im Zusammenhang mit Weiterbildungen zur Umsetzung der neuen EU-Datenschutzgrund-VO entstanden sind. Auch hier sind Fischereiaufseher und Gewässerwarte betroffen, sobald sie Daten von oder mit anderen Personen festhalten, aufarbeiten oder veröffentlichen.

Die Ausbildung der Fischereiaufseher wurde wieder in bewährter Weise durch eine dafür zuständige Mitarbeiterin aus dem LLUR außerhalb ihrer Dienstzeit vorgenommen.

Signalkrebs, bestimmt beim Gewässerwarteseminar 2018
Signalkrebs, bestimmt beim Gewässerwarteseminar 2018

Die praxisnahe Fortbildung für Gewässerwarte und interessierte Anglerinnen und Angler fand vom 25.-26. August 2018 am Westensee statt. Das diesjährige Motto lautete: "Methoden der Fischbestandserhebung". Angeleitet von sechs Referenten werden die Teilnehmer in umfangreiche fischbestandskundliche Untersuchungen eingewiesen. Gefischt wurde hierbei unter anderem mit Elektrofischfanggeräten, Zugnetzen, Stell- und Spiegelnetzen, Wurfnetzen sowie verschiedenen Reusentypen. Im Rahmen der Auswertungen wurden Artzugehörigkeit, Länge und Gewicht der gefangenen Fische bestimmt und dokumentiert. Ziel des Seminars war es, den Teilnehmern alle Grundlagen zu vermitteln, die sie für die eigenständige Durchführung von Fischbestanderhebungen benötigen. Damit sollen sie in die Lage versetzt werden, das Managen der Gewässer inklusive der Anfertigung der zugehörigen Hegepläne in fachlich fundiertem Maße vorzunehmen.

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e. V. (LSFV)
Papenkamp 52
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Wiederherstellung des Bestandes der endemischen Großen Maräne (Coregonus holsatus) im Schaalsee

Die Schaalseemaräne (Coregonus holsatus) gehört zu den 7 endemischen Eiszeitrelikten in Deutschland. Die Art ist in Deutschland extrem selten und soll nun im Rahmen eines Projektes im Schaalsee - dem ursprünglichen Vorkommensgebiet der Art - wieder angesiedelt werden.

Dezember 2018

Die Schaalseemaräne ist stark gefährdet (RL D 3, RL MV1 2) und unterliegt als Anhang V – Art der FFH-Richtlinie besonderem Erhaltungsschutz. Daraus ergibt sich die besonders hohe Verantwortung Deutschlands sowie der Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig - Holstein für die Sicherung und den Erhalt einer überlebensfähigen Population der Fischart in ihrer genetischen Vielfalt sowie der nachhaltigen Nutzungsmöglichkeit dieser genetischen Ressource.

Dem aktuell nur im Drewitzer See in einer nennenswerten Größe vorkommenden Bestand der Großen Maräne Coregonus holsatus kommt in diesem Projekt eine zentrale Bedeutung zu. Historisch war diese Maräne in Mecklenburg - Vorpommern und Schleswig - Holstein nur im Schaalsee und darüber hinaus im schleswig-holsteinischen Selenter See endemisch (Thienemann, 1915), ist dort aktuell aber nicht mehr nachweisbar und vermutlich verschollen.

Somit besteht im Projekt die Aufgabe, zunächst den letzten bekannten Bestand an Coregonus holsatus im Drewitzer See in seinem Umfang und in seiner genetischen Integrität zu erhalten, um ihn als Basis für den Wiederaufbau einer Population im Schaalsee nutzen zu können.

Laichtiere der Schaalseemaräne in der Hälterung der Gutsfischerei Schaalsee
Laichtiere der Schaalseemaräne in der Hälterung der Gutsfischerei Schaalsee

Für einen nachhaltigen Wiederaufbau eines Bestandes im Schaalsee ist es unumgänglich, einen künstlichen Laichfischbestand in ausreichender Größe aufzubauen, um genügend Besatzmaterial produzieren zu können, ohne dadurch den Bestand des Drewitzer Sees zu gefährden. Eine dafür notwendige Haltungseinrichtung ist noch nicht in ausreichender Größe vorhanden. Deshalb soll am Plauer See in der Nähe von Alt Schwerin bei der dort ansässigen Fischerei eine Hälterung für Nachwuchslaicher und Laichfische aufgebaut werden. Die bereits vorhandene Laichtierhaltung bei der Gutsfischerei Schaalsee wird zur Streuung des Risikos weiterhin genutzt und erhalten werden. Die Vorstreckeinrichtungen für Larven (beleuchtete Netzkäfige) sollen sowohl bei der Fischerei Alt Schwerin als auch bei der Gutsfischerei Schaalsee aufgebaut werden.

Das Projekt begann im September 2018, und es konnten bereits im Winter von ersten Fische der Gutsfischerei Schaalsee Geschlechtsprodukte entnommen werden. Somit ist ein erster Reproduktionserfolg mit Tieren aus der Hälterung sehr wahrscheinlich. Der Aufbau der Anlage in Alt Schwerin wurde ebenfalls auf den Weg gebracht.

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg – Vorpommern
Institut für Fischerei
Josef Hrabowski
Fischerweg 408
18069 Rostock
E-Mail: j.hrabowski@lfa.mvnet.de
Tel.: 0381 202605-39

Bestandsaufnahme von Edelkrebsen in der Schlei entlang eines natürlichen Salinitätsgradienten

Über die Edelkrebse aus der Schlei oder anderen Brackwassersystemen liegen bislang keine systematischen Untersuchungen vor, es kommt jedoch sporadisch zu Meldungen aus solchen Lebensräumen (Flensburger Nachrichten vom 24.07.2013, Schleswiger Nachrichten vom 20.04.2017).

November 2018

Ausgangspunkt des Vorhabens sind Funde von Edelkrebsen in den routinemäßig verwendeten Reusen der Berufsfischer in der Schlei. Besonders interessant ist die Tatsache, dass auch juvenile Krebse und eiertragende Weibchen gefangen werden und damit klare Hinweise auf eine reproduzierende Population vorliegen.

Hinsichtlich der Salinitätstoleranz des Edelkrebses gibt es praktisch keine gesicherten Angaben. Die überwiegende Zahl der veröffentlichten Arbeiten zur Salinitätstoleranz bei normalerweise im Süßwasser vorkommenden Flusskrebsen befasst sich mit dem Galizischen Sumpfkrebs Astacus leptodactylus. Für diese Art konnte für verschiedene Entwicklungsstadien eine hohe Salinitätstoleranz nachgewiesen werden (u.a. Holdich 1997, Susanto & Charmantier 2001). Gleiches gilt für den auch in Schleswig-Holstein verbreiteten Signalkrebs Pacifastacus leniusculus (Holdich 1997) und den Kamberkrebs Orconectes limosus (Jaszczołt & Szaniawska 2011).

Edelkrebsvorkommen in Brackwasserhabitaten wären aufgrund der dort erheblich reduzierten Gefahr durch den Krebspesterreger besonders schützenswert. Die Krebspest ist im Wesentlichen für den dramatischen Rückgang der Edelkrebse verantwortlich. Es handelt sich dabei um einen aus Nordamerika eingeführten Organismus, der an Flusskrebsen parasitiert und europäische Krebsarten im Zuge der Infektion tötet. Amerikanische Krebsarten wie der Kamber- und der Signalkrebs sind weitgehend resistent. Von herausragender Bedeutung für die Virulenz des Krebspesterregers ist der Salzgehalt des Wassers, in dem sich infizierte Krebse oder die mobilen Zoosporen des Erregers aufhalten. Rantamäki et al. (1992) haben gezeigt, dass von infizierten Krebsen bereits ab geringen Salzgehalten keine Sporen mehr abgegeben werden. Die Salzgehalte der Schlei liegen in den Gebieten der bisherigen Nachweise üblicherweise zwischen 4 und 11 ‰ und damit so hoch, dass eine Krebspestinfektion verhindert wird. Im Mündungsbereich von Auen, Bächen und Vorflutern kommen lokal kleinräumige Gebiete mit niedrigeren Salzgehalten vor, welche ggf. bei temporär höheren Salzgehalten als Rückzugsgebiete für die Edelkrebse dienen könnten.

In dem Vorhaben werden Untersuchungen über die Bestandssituation der Edelkrebse in der Schlei durchgeführt. Dazu wird zum einen auf Daten der erwerbsmäßigen Fischerei zurückgegriffen, zum anderen erfolgen gezielt Befischungen auf Flusskrebse. Um zu klären, wie sich der Bestand populationsgenetisch in die bereits untersuchten Bestände in Schleswig-Holstein und der BRD einordnen lässt, wird ergänzend eine genetische Untersuchung durchgeführt. Diese erstmalige systematische Erfassung der Edelkrebse im Brackwasser stellt eine wichtige Grundlage für eine langfristige Bewertung der Bestandsentwicklung in diesem besonderen Habitat dar.

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Verband der Binnenfischer und Teichwirte Schleswig-Holstein
Grüner Kamp 15– 17
24768 Rendsburg
Telefon: (04331) 9453 431
E-Mail: fischereiverband@lksh.de

Ansiedlung von Edelkrebsen in Abgrabungsgewässern in den Gemeinden Handewitt und Wanderup

Zum Erhalt des heimischen Edelkrebses sollen neue Wege gegangen und die Art in kleineren abgeschlossenen Gewässern neu angesiedelt werden.

November 2018

Edelkrebse sind die größten wirbellosen Tiere im Süßwasser und waren bis vor einigen Jahrzehnten in Deutschland noch weit verbreitet und häufig. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts spielten sie zudem eine wichtige Rolle für die Ernährung der Bevölkerung, für die Fischerei und für die Ökologie der Gewässer (Schulz et al. 2009). Diese frühere Verbreitung und Bedeutung der Flusskrebse wird oftmals noch an traditionellen Gewässerbezeichnungen ('Krebsbach') deutlich; heute sind die meisten freilebenden Populationen jedoch vollständig verschwunden, und lediglich in einzelnen Gewässern findet man noch kleinere Reliktbestände.

Die Gefährdung, die für den einheimischen Edelkrebs Astacus astacus von invasiven Flusskrebsarten und von der Krebspest ausgeht, ist hinlänglich bekannt und gut dokumentiert. In Schleswig-Holstein liegen zudem für verschiedene Gewässer Informationen über Edelkrebsbestände vor (Hartmann & Spratte 2006, Dethlefs-Hammes & Brendelberger 2010, Lehmann 2015, Lehmann & Jeske 2016, 2017). In der Zusammenschau weisen diese Arbeiten klar darauf hin, dass die verbliebenen Bestände größtenteils unmittelbar bedroht sind. Gleichzeitig haben aktuelle genetische Untersuchungen gezeigt, dass im bundesdeutschen Kontext nahezu ausschließlich die in Schleswig-Holstein untersuchten Bestände genetische Besonderheiten (Haplotypen) aufweisen (Schmidt et al. 2015). Fast alle untersuchten Bestände in schleswig-holsteinischen Gewässern zeigen jeweils unterschiedliche genetische Ausstattungen und sind auch aus diesem Grund jeder für sich besonders schützenswert. Für den Edelkrebs kann die genetische Variabilität der Reliktpopulationen besonders deshalb für den langfristigen Arterhalt wichtig sein, da jüngste Untersuchungen darauf hinweisen, dass seltene Haplotypen für eine Resistenz gegen den Krebspesterreger ausschlaggebend sein können (Martin-Torrijos et al. 2016).

Krebszüchter Helmut Jeske aus Oeversee beim Aussetzen einer Krebs-Kontrollreuse
Krebszüchter Helmut Jeske aus Oeversee beim Aussetzen einer Krebs-Kontrollreuse

Grundsätzlich ist es erstrebenswert, die verbliebenen Edelkrebsbestände in ihren Ursprungsgewässern zu erhalten. Darüber hinaus liegen beim Edelkrebs herausragend gute Voraussetzungen vor, um die Tiere erfolgreich in neuen Gewässern anzusiedeln und durch die Schaffung neuer Bestände das Risiko des lokalen Aussterbens der Art zu vermindern. Hierfür eignen sich die in Schleswig-Holstein zahlreichen Abgrabungsgewässern nach Ende der Nassauskiesung besonders, da hier ein Einwandern von invasiven Flusskrebsen unwahrscheinlicher ist als in offenen Gewässern.

Kleine Edelkrebse aus der Nachzucht der Krebszucht Oeversee zum Besatz
Kleine Edelkrebse aus der Nachzucht der Krebszucht Oeversee zum Besatz

Übergeordnetes Ziel des Vorhabens ist daher die Etablierung von zahlreichen neuen Populationen des Edelkrebses Astacus astacus in verschiedenen Abgrabungsgewässern in Schleswig-Holstein. Dadurch soll den Gewässern ein wichtiger und vielerorts verschollener Bestandteil zurückgegeben und durch die Berücksichtigung der genetischen Besonderheiten zudem die genetische Variabilität der Edelkrebse erhalten werden. Hierzu werden langfristig mehrere Gewässer verteilt auf alle Regionen in Schleswig-Holstein mit Edelkrebsen aus unterschiedlichen Populationen besetzt. Im Rahmen der Erfolgskontrollen werden auch Informationen über die Bestandsdynamik gewonnen, die für ein zukünftig zu entwickelndes Managementkonzept wertvolle Erkenntnisse liefern können.

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Verband der Binnenfischer und Teichwirte Schleswig-Holstein
Grüner Kamp 15– 17
24768 Rendsburg
Telefon: (04331) 9453 431
E-Mail: fischereiverband@lksh.de

Ausrüstung der Binnenfischerei mit Otterschutzmaßnahmen für Fischreusen

Aktuell werden die Betriebe der Binnenfischerei in Schleswig-Holstein mit Otterschutzeinrichtungen ausgerüstet.

November 2018

In den Jahren 2015 bis 2017 wurden federführend durch den Verband der Binnenfischer und Teichwirte in Schleswig-Holstein Otterausstiege aus Fischreusen entwickelt und in zwei Ottergehegen praktisch getestet. Gemeinsam mit dem Otterzentrum in Hankensbüttel, Niedersachsen, wurden die Ergebnisse im Oktober 2017 der Öffentlichkeit vorgestellt. Auch das Otterzentrum bescheinigt den Otterausstiegen aus Fischreusen eine hohe Wirksamkeit und akzeptiert sie als otterschützende Maßnahme (Pressemitteilung "Otter und Reusen" vom 13.10.2017).
Der ausführliche Bericht zum Projekt ist zum Download eingestellt.

Im Frühjahr 2018 schlug die Landesregierung der Binnenfischerei in Schleswig-Holstein vor, die Kosten für die Materialbeschaffung von Otterausstiegen und Einbaumaterial aus Mitteln der Fischereiabgabe zu beantragen. Einem entsprechenden Antrag des Verbandes wurde im Fischereiabgabeausschuss stattgegeben. Somit konnten im Sommer 2018 4.230 Stück Drahtseilausstiege und 400 Federbügel nebst Einbaumaterial bestellt werden.

Die Fischer Helmut Schwarten und Rüdiger Lasner beim Ausladen der frisch gelieferten Nachrüstkits für die ottersicheren Reusen.
Die Fischer Helmut Schwarten und Rüdiger Lasner beim Ausladen der frisch gelieferten Nachrüstkits für die ottersicheren Reusen.

Ende Oktober 2018 konnte das bestellte Material an die Seenfischereibetriebe und auch an der Schlei und Untertrave ausgeliefert werden. Dabei wurde auch gleich vor Ort intensiv über den Einbau und das Handling der Otterausstiege gesprochen.


Ansprechpartner für weitere Informationen:

Verband der Binnenfischer und Teichwirte Schleswig-Holstein
Grüner Kamp 15– 17
24768 Rendsburg
Telefon: (04331) 9453 431
E-Mail: fischereiverband@lksh.de

Moderne Ausrüstung für den Fischschutz - ein neuer Pick-Up-PKW für den Verband der Binnenfischer und Teichwirte

Das Bruthaus Altmühlendorf des Verbandes der Binnenfischer und Teichwirte ist, neben der Schwestereinrichtung des Landessportfischerverbandes im Aukrug, das Rückgrat des schleswig-holsteinischen Salmoniden-Erbrütungsprogramms. Im Rahmen des Laichfischfangs sind Mitarbeiter des Verbandes monatelang an den Flüssen und Bächen im ganzen Land unterwegs. Dafür steht ihnen nun ein neues, modernes Fahrzeug zur Verfügung.

November 2018

Der neue Pick Up des Verbandes der Binnenfischer und Teichwirte zum Einsatz beim Laichfischfang in Schleswig-Holstein
Der neue Pick Up des Verbandes der Binnenfischer und Teichwirte zum Einsatz beim Laichfischfang in Schleswig-Holstein

In den vergangenen 11 Jahren hat der Verband der Binnenfischer und Teichwirte mit seinem eigenen Pick Up rund 95.000 km nur für das Fischartenhilfsprogramm Forelle bzw. das Programm "FischHorizonte" zurückgelegt.

Im Regelfall wird mit dem Pick Up zum Laichfischfang ein Anhänger mit drei Fischbehältern á 600 Litern und ein darüber gelagertes Alu-Boot gezogen. Dadurch lässt sich in den allermeisten Fällen der Einsatz weiterer PKW vermeiden. Außerdem können so auch Wirtschaftswege, die für einen normalen PKW nicht geeignet sind, befahren werden.

Mit der Abdeckhaube auf der Ladefläche steht ein großer, geschützter Laderaum zum sicheren Transport der persönlichen und wertvollen technischen Ausrüstung zur Verfügung.

Diese Fahrzeugkombination hat sich lange gut bewährt und wird es deshalb auch zukünftig tun.

Eine anteilige Förderung aus der Fischereiabgabe, deren Höhe sich am Einsatz des Fahrzeuges für das Programm "FischHorizonte" bemisst, hat nun (2018) die Beschaffung eines neuen Pick Ups ermöglicht.

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Verband der Binnenfischer und Teichwirte Schleswig-Holstein
Grüner Kamp 15– 17
24768 Rendsburg
Telefon: (04331) 9453 431
E-Mail: fischereiverband@lksh.de

Die Fischereiabgabe unterstützt die Öffentlichkeitsarbeit des Landessportfischerverbandes Schleswig-Holstein

Um vor allem junge Menschen für Fischerei, Angeln, die Hege und Pflege unserer heimischen Gewässer sowie viele weitere spannende „Fisch-Themen“ zu begeistern, ist eine zeitgemäße, moderne Öffentlichkeitsarbeit unerlässlich. Im Rahmen eines Förderprojektes unterstützt die Fischereiabgabe SH Messeauftritte des Landessportfischerverbandes.

November 2018

Stand des LSFV SH e. V. auf der Messe Outdoor 2018 in Neumünster
Stand des LSFV SH e. V. auf der Messe Outdoor 2018 in Neumünster

Im Rahmen dieses Projektes bedient der LSFV e. V. die öffentliche Darstellung der Tätigkeiten des Verbandes und aktueller Fischereiausübung auf der jährlich in Neumünster stattfindenden Messe „Outdoor“. Diese Messe betreut der LSFV neben dem Landesjagdverband seit den Gründungstagen vor über zehn Jahren in Kiel. Mittlerweile hat sie sich von einer Messe für Jäger und Fischer zu einer mehr oder minder alle Bereiche der Outdoor-Aktivitäten abdeckenden Veranstaltung fortentwickelt. Nach einer Phase stetig zurückgehender Beteiligung führte die Umstellung wieder zu kontinuierlich steigenden Besucherzahlen.

Der LSFV hat im Jahr 2018 die Messestände schwerpunktmäßig auf die Jugendarbeit ausgerichtet, wobei zahlreiche Mitglieder aus dem Jugendvorstand ehrenamtlich den Auf- und Abbau sowie die tägliche Betreuung umgesetzt haben. Hierbei kamen neue Rollups, Poster und Flyer zum Einsatz, die einige Themenbereiche der Angelfischerei abdeckten. Bereits im Eingangsbereich konnten die kleinsten Besucher/innen ihre Geschicklichkeit beim Angeln von großen Plastikfischen ausprobieren. Diese kostenfreie Aktivität kam sowohl bei den Kindern als auch bei deren Eltern gut an. Zahlreiche Besucher beobachteten die Wurfkünste einiger Castingsportler. Wer wollte, konnte das Werfen auf eine Scheibe ebenfalls jederzeit üben.

Vier neue Rollups wiesen mit eindrucksvollen Bildern und prägnanten Kurzinfos auf die Jugendarbeit, die Angelfische, die Unterstützung von Lachs und Meerforelle in heimischen Fließgewässern sowie das barrierefreie Angeln hin. Jugendliche sprachen direkt andere Jugendliche an und stellten sich deren Fragen. Auch die Thematik der barrierefreien Angelplätze wurde von zahlreichen Besuchern hinterfragt und mit den anwesenden Verbandsvertretern intensiv diskutiert.

Alle Aufgaben der verbandlichen Angelfischerei wurden in einer völlig neu konzipierten und frisch gedruckten Imagebroschüre aufgezeigt. Diese kam bei den Besuchern ausgesprochen gut an und wurde von ihnen ebenso gerne mit zum Lesen nach Hause genommen wie die informativen Flyer. Das Interesse der Menschen am Angeln ist nach wie ungebrochen, und die Anglerschaft besitzt immer noch einen guten Ruf in der Bevölkerung. Dennoch müssen Themen wie der Tierschutz, das Artensterben und die Umweltverschmutzung, insbesondere die Vermüllung der Gewässer, fachlich hochwertig betreut und sachlich diskutiert werden. Eine Messe ist hierfür ein sehr guter Ort. Nur durch optisch gut aufgemachte Präsentationen/Fotos, verbunden mit kurzen Erläuterungen und der Möglichkeit zu einem Hinterfragen bzw. mittels fachlicher Erläuterung durch sachkundige Ansprechpartner kann eine erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit gelingen und zu positiven Rückmeldungen führen.

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e. V. (LSFV)
Papenkamp 52
24114 Kiel
Telefon: 0431 / 6768 18
E-Mail: info@lsfv-sh.de
Website: www.lsfv-sh.de

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