Landesportal Schleswig-Holstein

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es hier.

Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Porträt
Jan Philipp Albrecht

Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Staatskanzlei

Die Apfelretter aus dem Auenwald

Die Schüler:innen der Auenwald-Grundschule in Böklund sammeln jedes Jahr Streuobst, um es vor der Mülltonne zu retten.

Sie ernten das Obst, das auf Streuobstwiesen reift, pressen daraus gemeinsam Apfelsaft, backen Apfelkuchen und pflanzen Obstbäume: In Böklund sind die Kinder der Auenwaldschule als Apfelretter bekannt. "Uns ist wichtig, die Kinder nicht nur im Bereich der Ernährung zu sensibilisieren, sondern mit ihnen auch die Kostbarkeit der Lebensmittel herauszuarbeiten", sagt Daniela Juhász, Schulleiterin der Auenwaldschule. Ihr Projekt ist eines von vielen der bundesweiten Aktionswoche „Deutschland rettet Lebensmittel“, die vom 22. bis 29. September 2020 auf Lebensmittelwertschätzung aufmerksam macht.

Wie kommt der Apfel vom Baum in die Saftflasche?

Üppige Früchte tragen die Obstbäume auf den Streuobstwiesen am Schulgelände. Doch nicht nur dort ernten die Schülerinnen und Schüler Äpfel. In diesem Jahr sind sie außerdem fleißige Erntehelfer in der Nachbargemeinde Stolk, um die Streuobstwiese von Uwe Nagel zu beernten. Er war in Not – und die Familie Christl, die eine Mosterei in Idstedt betreibt, hat den Kontakt zur Auenwaldschule hergestellt. Apfelretter helfen sich untereinander. So rückten die Kinder des dritten Jahrgangs an und ernteten das Obst, ehe es verdirbt.

Besuch in der Mosterei

Was nach der Ernte kommt, lernen sie in Idstedt: Beim Obst-Ex-Press wird aus den Früchten ein köstlicher naturtrüber Apfelsaft gepresst. Die Schülerinnen und Schüler schauen sich den Produktionsprozess an. Der Apfelsaft wird direkt vor Ort verkostet – die weitaus größere Menge wird jedoch in Schläuche gefüllt und erhitzt, damit der Saft lange haltbar ist. In der Schule wird er dann eingelagert. Trinken dürfen ihn die Schülerinnen und Schüler der Auenwaldschule bis zur nächsten Erntesaison bei besonderen Anlässen: bei Schul- oder Klassenfesten und Abschlussfeiern. Auch Gäste kommen schon mal in den Genuss des eigenen Apfelsafts – im Winter schmeckt er heiß und gewürzt als Apfelpunsch, im Sommer mit Leitungswasser verdünnt als Durstlöscher.

Selbst gekochtes Gelee als Erinnerung

Ein großer Saftschlauch wird von den Kindern der dritten Klassen meist zu einem gewürzten Apfelgelee verarbeitet – dann nimmt jedes Erntekind ein eigenes Geleeglas mit nach Hause. Einige besonders schöne Äpfel legen die Kinder bei der Ernte zur Seite. Daraus backen sie einen köstlichen Apfelkuchen. Damit auch die nachfolgenden Generationen den Apfel genauso gut kennenlernen wie sie, pflanzt an der Auenwaldschule jeder neue Schuljahrgang einen Baum. So wächst der Streuobstwald auf dem Schulgelände stetig. Neben Obstbäumen und -büschen wurden am Rand des Auenwaldes auch besonders schützenswerte Baumarten gepflanzt. "Zudem nimmt die Auenwaldgrundschule am EU-Schulprogramm für Obst und Gemüse teil, das durch solche Aktionen pädagogisch wertvoll begleitet wird. Das ist ein vorbildlicher Beitrag zur Nachhaltigkeitsbildung", sagt Frank Koschinski, Referent aus dem Landwirtschaftsministerium in Kiel. 

Video: Die Apfelretter