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Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Porträt
Jan Philipp Albrecht

Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

© M. Staudt / grafikfoto.de

Kernkraftwerk Brokdorf geht zur Jahresrevision 2020 vom Netz

Datum 17.09.2020

BROKDORF/KIEL. Das Kernkraftwerk Brokdorf wird am Samstag (19. September) zum letzten innerhalb der gesetzlichen Restlaufzeit vorgesehenen Brennelementwechsel und zu der damit verbundenen Revision vom Netz genommen. Wie bei jeder Revision werden umfangreiche Prüfungen, Instandhaltungsarbeiten und Maßnahmen zum Erhalt und zur Erhöhung der Sicherheit der Anlage durchgeführt.

Im Rahmen der geplanten Inspektionen werden die aktuell eingesetzten Brennelemente wie bereits in den vergangenen Jahren auf erhöhte Korrosion kontrolliert. Die Betreibergesellschaft (PreussenElektra) will darüber hinaus künftig auf den Einsatz von Brennelementen aus dem im Brennelementwechsel 2017 auffällig gewordenen Werkstoff vollständig verzichten und den Reaktordruckbehälter mit 72 neuen Brennelementen aus dem Werkstoff eines anderen Herstellers beladen, der sich im Kernkraftwerk Brokdorf bewährt hat. Damit beabsichtigt die Betreibergesellschaft die Voraussetzungen für den Entfall der wegen des korrosionsauffälligen Werkstoffs behördlich erlassenen Betriebsbeschränkungen zu schaffen. Die geplante Kernbeladung ist so ausgelegt, dass das Kernkraftwerk Brokdorf damit bis zum Ende der Restlaufzeit, Ende 2021, betrieben werden kann.

Zum Wechseln der Brennelemente ist es notwendig, den Reaktordruckbehälter zu öffnen. Dem Fortgang der Arbeiten entsprechend erfolgt dies in den ersten Tagen der für ca. vier Wochen geplanten Revision. Zu Beginn und zum Ende der Revision werden unter anderem auch wieder Funktionsprüfungen an Ventilen im nicht-nuklearen Wasserdampfkreislauf durchgeführt. Dabei kommt es zum Austritt von reinem Wasserdampf in die Umgebung und zu Geräuschentwicklungen kommen, die außerhalb des Kraftwerks wahrnehmbar sind.

Eine besondere Herausforderung bei der diesjährigen Revision stellt der Schutz der beteiligten Personen und der ortsansässigen Bevölkerung vor COVID-19 dar. Die Betreibergesellschaft hat ein umfassendes Schutzkonzept erstellt, mit dem das Infektionsrisiko begrenzt werden soll und dieses mit Gesundheitsbehörde, Arbeitsschutz und Aufsichtsbehörde abgestimmt. Dazu gehören besondere Maßnahmen der Arbeits- und Personalsteuerung, so dass die zeitgleich in der Anlage anwesende Personenanzahl auf 500 begrenzt wird, sowie die Vorhaltung zusätzlicher Flächen, Räume und Sanitäreinrichtungen zur Entzerrung von Personenströmen. Mit diesen Maßnahmen soll u.a. die Einhaltung der Abstandsregelungen gewährleistet werden. Vorsorglich wird eine COVID-19-Teststation auf dem Gelände des Kernkraftwerks eingerichtet.

 

Sämtliche Arbeiten werden von der Atomaufsichtsbehörde intensiv kontrolliert. Dies schließt auch die Einhaltung der Grenzwerte, wie die Ableitungen radioaktiver Stoffe in Luft und Wasser sowie die durch die Arbeiten in der Anlage bedingte Strahlenexposition, ein. Die Atomaufsichtsbehörde wird Sachverständigenorganisationen wie TÜV NORD EnSys, ESN SZ und ZPP im erforderlichen Umfang hinzuziehen.

Hintergrund:

Die nach der Betriebsgenehmigung des Kernkraftwerks Brokdorf erforderliche Zustimmung der Atomaufsicht zum Wiederanfahren der Anlage nach der Revision wird u.a. abhängig gemacht von der Behebung aufgetretener Mängel, der Erfüllung von Anordnungen und Auflagen und der Realisierung von Ertüchtigungsmaßnahmen.

Das Kernkraftwerk Brokdorf ist eines von drei Kernkraftwerken in Schleswig-Holstein. Während die Kernkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel in Folge des Atomausstiegs keine Berechtigung zum Leistungsbetrieb mehr haben und sich das Kernkraftwerk Brunsbüttel bereits in Stilllegung befindet, darf Brokdorf laut Atomgesetz noch bis längstens Ende 2021 Strom produzieren. Für die Zeit danach wurde von der Betreibergesellschaft bereits ein Antrag auf eine Stilllegungsgenehmigung gestellt, über den in einem gesonderten Verfahren unter Beteiligung der Öffentlichkeit entschieden werden wird.

Patrick Tiede, Julia Marre und Joschka Touré | Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung | Mercatorstraße 3, 24106 Kiel | Telefon 0431 988-7044 | E-Mail: pressestelle@melund.landsh.de | Medien-Informationen der Landesregierung finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter www.schleswig-holstein.de | Das Ministerium finden Sie im Internet unter www.schleswig-holstein.de/melund | außerdem bei Twitter: https://twitter.com/melund_sh | Instagram: https://www.instagram.com/melund_sh

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