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Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Porträt
Jan Philipp Albrecht

Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

© M. Staudt / grafikfoto.de

Umweltministerium veröffentlicht zweiten Nährstoffbericht des Landes

Umwelt- und Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht: "Wir müssen die Nährstoffüberschüsse dringend reduzieren, um sowohl die Gewässer zu schützen als auch zum Klimaschutz beizutragen"
Datum 24.03.2020

KIEL. Die Nährstoffüberschüsse in Schleswig-Holstein sind in den vergangenen Jahren nicht gesunken und belasten Grundwasser, Oberflächen- und Küstengewässer weiterhin stark. Das geht aus dem zweiten Nährstoffbericht des Landes hervor, den Landwirtschafts- und Umweltminister Jan Philipp Albrecht heute gemeinsam mit Prof. Friedhelm Taube und Prof. Christian Henning von der Christian-Albrechts-Universität in Kiel vorgestellt hat. Er untersucht die Entwicklung der Nährstoffströme bis Ende 2017, jüngste Entwicklungen im Düngerecht sind noch nicht berücksichtigt.

"Der Bericht zeigt klar auf, dass sich die Nährstoffsituation leider nicht gebessert hat. Das ist ein alarmierender Befund. Wir müssen die Nährstoffüberschüsse dringend reduzieren, um sowohl die Gewässer zu schützen als auch zum Klimaschutz beizutragen. Dabei kann die anstehende Novellierung der Düngeverordnung im Bund wichtige Akzente setzen", sagte Albrecht.  Zur Verringerung der Eintragssituation seien gemeinsame Anstrengungen der Landwirtschaft und der Verwaltung nötig.

Die Landwirtschaft wird schon jetzt durch die Gewässerschutzberatung und künftig mit einem im Aufbau befindlichen Förderprogramm zum Bau von ausreichend Lagerkapazitäten und Düngeausbringungstechniken unterstützt. "Nur mit einer konstruktiven Zusammenarbeit lassen sich die Anforderungen des Gewässerschutzes und der Landwirtschaft gemeinsam in die Zukunft bringen", so Albrecht. Dies sei gerade vor dem Hintergrund der veränderten Düngeverordnung wichtig, weil die Gewässerschutzberatung bei der Umsetzung hilft und so dazu beitragen kann, die Folgen für die Betriebe abzumildern.

Der Nährstoffbericht 2020 wurde von den Prof. Christian Henning und Prof. Friedhelm Taube von der Agrarfakultät der Kieler Universität im Auftrag des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) erstellt. Der Bericht beschreibt die Entwicklung der Stickstoff- und Phosphorströme für den Zeitraum 2007 bis 2017. Das Jahr 2018 wurde in dem Bericht wegen der extremen Trockenheit bewusst nicht betrachtet. Die Kernaussagen des Berichts sind:

  • Die Stickstoff-Bilanzen haben sich im Zeitraum 2013-2017 gegenüber dem Zeitraum 2007-2012 nicht verbessert, in einigen Regionen sogar leicht verschlechtert. So ist die Stickstoff Bodenbilanz für gesamt Schleswig-Holstein von 78 auf 84 kg/Ha und ähnlich auch die Stickstoff Stoffstrombilanz von 115 auf 122 kg/Ha gestiegen.
  • Regional ergeben sich Verschlechterungen der Stickstoff-Bilanzsalden in den Futterbauregionen, während sich die Werte im Hügelland leicht verbessert haben.
  • Die Verschlechterung ist vor allem darauf zurückzuführen, dass deutlich höhere Mengen an Gülle und Gärresten in den Tierhaltungsregionen im Norden angefallen sind, die trotz Verbringungsverordnung nicht in ausreichendem Maße in südliche Landesteile verbracht wurden.
  • Die Ergebnisse hinsichtlich der regionalen und betrieblichen Nährstoffbilanzen für Phosphor sind prinzipiell ähnlich ausgeprägt wie für Stickstoff, sie sind in den Tierhaltungsregionen jedoch im Hinblick auf die zukünftigen Anforderungen noch problematischer als beim Stickstoff.
  • Basierend auf Modellrechnungen werden im Bericht Vorschläge gemacht, wie die Anpassungen an die zu erwartenden strengeren Düngungsregelungen mit vertretbaren Kosten möglich sein werden.
  • Wichtigste Maßnahme in der Praxis ist es, vorhandene Wirtschaftsdünger wie Gülle und Gärreste effizienter in der Düngung zu nutzen und dafür auf den Zukauf von Mineraldünger zu verzichten.
  • Für Landwirte außerhalb der viehstarken Gebiete müssen weiter Anreize geschaffen werden, damit die Betriebe dort verstärkt Wirtschaftsdünger aufnehmen.
  • Die Diskussion um die Düngeverordnung ist nicht allein vor dem Hintergrund des Grundwasserschutzes zu führen; aus Sicht des Meeresschutzes besteht ein flächendeckender Handlungsbedarf, die Nährstoffeinträge zu mindern. Die Ziele sind bei standort- und pflanzenbedarfsgerechter Düngung grundsätzlich erreichbar.
  • Die Reform der Düngeverordnung ist notwendig; zielführend ist es nun, die Voraussetzungen zu schaffen, um nach den Vorgaben des Düngegesetzes von 2017 bis spätestens 2022 eine Stoffstrombilanzverordnung für alle Betriebe umzusetzen. Dazu muss eine vollständige Datenverfügbarkeit gewährleistet werden, um die relevanten Stoffströme ermitteln zu können

Weitere Informationen

Der Zweite Nährstoffbericht des Landes Schleswig-Holstein

Verantwortlich für diesen Pressetext: Patrick Tiede, Julia Marre und Joschka Touré | Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung | Mercatorstraße 3, 24106 Kiel | Telefon 0431 988-7044 | E-Mail: pressestelle@melund.landsh.de | Medien-Informationen der Landesregierung finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter www.schleswig-holstein.de | Das Ministerium finden Sie im Internet unter www.schleswig-holstein.de/melund

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