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Landesamt für Vermessung und Geoinformation Schleswig-Holstein

© LVermGeo SH

SAR4Infra

Erfassung von Gefährdungen der Verkehrsinfrastruktur in Schleswig-Holstein mittels Radarinterferometrie

Bei unsicherem Baugrund (Torflinsen, Marschgebiet) können Bodenbewegungen auftreten, die teilweise starke Beschädigungen an Gebäuden oder der Verkehrsinfrastruktur verursachen. Ein bekanntes Beispiel ist die im Herbst 2017 aufgetretene Absackung eines Teilstücks der Fahrbahn der Bundesautobahn 20 bei Tribsees in Mecklenburg-Vorpommern.

Messprinzip InSAR Messprinzip InSAR (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Messprinzip InSAR © Icons made by Freepik from www.flaticon.com

Eine großflächige, landesweite und kontinuierliche Überwachung der Verkehrsinfrastruktur ist bei der Anwendung klassischer Vermessungstechniken aufgrund zeitaufwendiger Vermessungsverfahren und hoher Arbeitskosten nicht praktikabel. In dem Projekt SAR4Infra soll mittels moderner Fernerkundungstechniken ein flächendeckendes kontinuierliches Monitoring der Verkehrsinfrastruktur in Schleswig-Holstein entwickelt werden. Dazu werden insbesondere die Daten der Radarsatelliten Sentinel-1 des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus genutzt. Das Messprinzip Interferometric Synthetic Aperture Radar (InSAR; deutsch Radarinterferometrie) wird sich dabei zunutze gemacht. Etwa alle sechs Tage überfliegt einer der beiden Sentinel-1-Satelliten Schleswig-Holstein und nimmt Amplitude und Phase der vom Satelliten ausgesendeten Radarstrahlung auf. Über einen längeren Zeitraum von ein bis zwei Jahren können so viele Phasenbilder zu einem Bildstapel aufgebaut und analysiert werden. Die Phasenunterschiede zwischen den einzelnen Aufnahmezeitpunkten können in sogenannten Interferogrammen gemessen werden, und es wird ein Langzeittrend (Senkung, Hebung oder stabil) millimetergenau bestimmt. Außergewöhnliche Bodenbewegungen sollen so frühzeitig detektiert werden.

Projektpartner sind das Institut für Photogrammetrie und GeoInformation (IPI) der Leibniz Universität Hannover, das Deutsche GeoForschungsZentrum (GFZ) in Potsdam sowie der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH).

Kontakt

Landesamt für Vermessung und Geoinformation Schleswig-Holstein

Mercatorstraße 1
24106 Kiel

Leitstelle Copernicus
Telefon: 0431 383-2172

Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI).

Logo des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur © BMVI