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Bearbeitungsgebiet Elbe-Lübeck-Kanal Süd (22)

Staatskanzlei

Bearbeitungsgebiet Elbe-Lübeck-Kanal Süd (22)

1. Bearbeitungsgebietsverband

Gewässerentwicklungsverband Schaalssee-Delvenau

Vorsteher:
Herr Günter Mund,
Büchen

2. Geschäftsstelle

Gewässer- und Landschaftsverband Herzogtum Lauenburg

Herr Dr.-Ing. Henning Giese
Robert-Bosch-Str. 21 a
23909 Ratzeburg

Tel.: 0 45 41 / 85 70 88-4
Fax: 0 45 41 / 85 70 88-1
email: giese@glv-rz.de

3. Karte des Bearbeitungsgebietes

Bearbeitungsgebiet Nr. 22 (PDF 135KB, Datei ist nicht barrierefrei)

4. Kurzbeschreibung

Oberflächengewässer
Das Bearbeitungsgebiet Elbe-Lübeck-Kanal Süd liegt im Südosten des Landes Schleswig-Holstein, im Kreis Herzogtum Lauenburg. Das Gebiet umfasst im Osten die in Schleswig-Holstein gelegenen Teile der Einzugsgebiete des Schaalsees, der Boize, des Schwanheider Mühlenbaches und der Delvenau sowie im Westen das Einzugsgebiet des Elbe-Lübeck-Kanals mit seinen Nebengewässern.

Das Einzugsgebiet setzt sich aus den einzelnen Gewässerunterhaltungsverbänden

  • Ratzeburger See (Kittlitzer Bach und Dutzower Rinne) – Teilgebiet des Verbandes,
  • Hellbach-Boize (Boize und Schwanheider Mühlenbach) – Teilgebiet des Verbandes,
  • Priesterbach (Hornbeker Mühlenbach und Gethsbek) – Teilgebiet des Verbandes,
  • Steinau (mit Mühlenbek und Schulendorfer Bek),
  • Linau (mit u.a. Augraben und Hornbek),
  • und dem Wasser- und Bodenverband Delvenau-Stecknitzniederung

sowie dem verbandsfreien Gebiet des oberhalb der Staustufe Geesthacht gelegenen Hohen Elbufers zusammen.

Das zentrale Gewässer im Gebiet stellt der Elbe-Lübeck-Kanal als Gewässer I. Ordnung zwischen den Städten Mölln und Lauenburg an der Elbe dar. Er vereinigt mit der Aufnahme von 6 größeren Bacheinzugsgebieten die Naturräume des ostholsteinischen Hügellandes, der Hohen Geest und des Büchener Sanders, bevor er in das Urstromtal der Elbe eintritt. Die übrigen Einzugsgebiete entwässern über die Landesgrenze nach Mecklenburg-Vorpommern. Das Gesamteinzugsgebiet entwässert über die Elbe in die Nordsee und gehört dem Koordinierungsraum mittlere Elbe – Elde an. Das Bearbeitungsgebiet hat eine Fläche von rund 50.600 ha und Gewässer mit einer Gesamtlänge von 583 km. Von diesen unterhalten die Verbände 435 km.

Die Gewässer sind überwiegend als kiesgeprägte Gewässer eingestuft. Im Bereich der Sander und Niederungen wird das Spektrum der Gewässertypen durch sand- bzw. niederungsgeprägte Bäche ergänzt. Der Elbe Lübeck-Kanal ist als künstliches Gewässer eingestuft.

Die größten Gewässersysteme im Bearbeitungsgebiet sind die der Steinau und der Linau. Beide Gewässer haben eine Fließlänge von rund 25 und 30 km Länge.

Die Steinau ist zugleich das größte und eines der wichtigsten verbliebenen Rückzugsgebiete naturnaher Bachlebensgemeinschaften im Bearbeitungsgebiet sowie im Kreis Herzogtum Lauenburg selbst. Das Gewässer besitzt mehrere Quelleinzugsgebiete in verschiedenen Naturräumen. Die Steinau selbst entspringt im Herzen des Kreises Herzogtum Lauenburg bei Talkau und mündet nach rund 25 km Fließweg sohlgleich bei Büchen in den Elbe-Lübeck-Kanal. Die größte überwundene Höhendifferenz beträgt rund 60 m im Einzugsgebiet.

Weitere wichtige Gewässer mit naturnahen Strukturen im Bearbeitungsgebiet sind die Gethsbek und der Hornbecker Mühlenbach. Die Delvenau als ehemaliger zentraler natürlicher Fluss und historischer Schifffahrtsweg ist aufgrund des Elbe-Lübeck-Kanales seines natürlichen Einzugsgebietes beschnitten, heute annähernd bedeutungslos und weist nur noch eine künstlich gestützte, geringe Wasserführung auf. Ihr Einzugsgebiet wird aufgrund der in Geesthacht gestauten Elbe zeitweise künstlich über das Schöpfwerk Palmschleuse in Lauenburg entwässert.

Der Schaalsee stellt eine Besonderheit im Gebiet dar, da er durch die Landesgrenze geteilt ist und über zwei Abflüsse verfügt. Der Hauptabfluss geschieht über den künstlich angelegten Schaalseekanal in das Bearbeitungsgebiet 32/33 (Untere Trave). Ein kleiner Abflussstrom gelangt über die Schaale auf Mecklenburger Landesgebiet in die Elbe. Der See wird als kalkreicher, geschichteter Seentyp der Tieflandregion mit kleinem Einzugsgebiet beschrieben.

Grundwasser
Je nach geologischer Entwicklung der eiszeitlich geprägten Landschaftsbestandteile sind die bindigen Deckschichten im Bearbeitungsgebiet unterschiedlich mächtig ausgeprägt und besitzen deshalb eine mehr oder weniger gute Schutzwirkung für das oberflächennahe Grundwasser.

5. Bearbeitungsgebiets-Arbeitsgruppe

Der Arbeitskreis setzt sich wie üblich aus je einem/r Vertreter/in verschiedener Behörden und Verbände zusammen. Ergänzt wird der Kreis durch die Teilprojektberaterin des Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums und die Geschäftsführung der Arbeitsgruppe, sie sind beide nicht stimmberechtigt. Die örtlichen Vertreter der gesellschaftlichen Interessensgruppen, die ein besonderes Interesse an der Umsetzung der Wasserrichtlinie im Bearbeitungsgebiet haben, unterstützen als Arbeitskreismitglieder dabei aktiv das Land bei der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie.

Das Gremium tagt je nach Erfordernis, wird über die laufenden Umsetzungsschritte des Ministeriums und der Wasser- und Bodenverbände informiert und unterstützt maßgeblich den Ausweisungsprozess sowie das Berichtswesen für die Wasserkörper im Verbandsgebiet. Es berät vorrangig Vorschläge zur naturnahen Entwicklung der Gewässer und gibt sein Votum über die Eignung von Maßnahmen zum Erreichen der Ziele der Wasserrahmenrichtlinie und deren Realisierbarkeit ab.

Weitere Ziele sind:

  • Abschluss der Bestandsaufnahme,
  • Die wirtschaftliche Analyse
  • Die Entwicklung und Begleitung des Monitoringprogrammes zur Ermittlung der Ursachen für Defizite gegenüber den seitens der EU-WRRL definierten Zielvorgaben
  • Die Einstufung erheblich veränderter Gewässer
  • Unterstützung der Berichtspflichten des Landes S-H für die Wasserrahmenrichtlinie

Mitglieder der Arbeitsgruppe

Günter MundGEV Schaalsee-Delvenau
Hartwig Albers GEV Schaalsee-Delvenau (stellv.)
Heinz Wöhl-BruhnStädte- und Gemeindetag
Hartwig AlbersBauernverband
Dr. Gerhard RiehlLandesnaturschutzverband
Barbara Denkerörtliche Naturschutzverbände
Horst BrüsewitzFischereiverbände
Silke SchreierWSA Lauenburg
Christian FothUntere Wasserbehörde RZ
Andreas Fischer Vertreter des MELUND / LKN IZ / Teilprojektleiter
Dr. Henning GieseGeschäftsführung, GLV Herzogtum Lauenburg

6. Projekte zur Renaturierung der Fließgewässer und der Reduzierung der Nährstoffeinträge im Bearbeitungsgebiet

Bereits abgeschlossen:

  • Rückbau von unzähligen Fischteichen entlang der Steinau und Wiederherstellung der Überschwemmungsflächen in Büchen oberhalb der Pötrauer Mühle
  • Herstellung einer Sohlgleite an der Pötrauer Mühle in Büchen
  • Rückbau von Sohlabstürzen in der Linau, Steinau und Mühlenbek
  • Entrohrung zweier Quellgewässer im Einzugsgebiet der Linau
  • Renaturierung des Hornbeker Mühlenbaches in der Delvenauniederung (Unterlauf)
  • Beseitigung von Wanderhindernissen im Verlauf des Hornbeker Mühlenbaches
  • Herstellung eines Umlaufgerinnes an der Linau um den Dorfteich in Gülzow
  • Renaturierung der Riedebek im Mittel- und Unterlauf (Kreis Herzogtum Lauenburg)
  • Entrohrung und naturnahe Gestaltung der Blasebuschbek
  • Wiedervernässung des Rohrwerders an der Müssener Mühlenbek
  • Strukturverbesserung und Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit im Mittellauf der Gethsbek
  • Strukturverbesserung der Schuldendorfer Bek (Unterlauf), WSA Ausgleichsmaßnahme
  • Strukturverbesserung an der Steinau im Mittel- und Unterlauf
  • Sedimentmanagement für das Einzugsgebiet der Steinau
  • Herstellung der ökologisch Durchgängigkeit am Wehr am Randgraben (Obere Delvenau)
  • Herstellung einer ökologisch durchgängigen Löschwasserentnahmestelle an der Steinau in Grove

In Bearbeitung:

  • Strukturmaßnahmen der Steinau Mittel- und Oberlauf
  • Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit an der Linau Einmündung zum Elbe-Lübeck-Kanal (ELK)

Geplant:

  • Rückbau von Wanderhindernissen im Bearbeitungsgebiet (Stauanlagen Hornbek und Roseburg und andere Querbauwerke)
  • Strukturmaßnahmen in allen Wasserkörpern
  • Entrohrung der Bornholzbek
  • Entrohrung der Hagedornbek
  • Verbesserung der Fischaufstiegsmöglichkeiten von der Elbe in den ELK und in seine Nebengewässer