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Allianz für den Gewässerschutz in Schleswig-Holstein

© Michael Trepel (MELUR)

Allianz für den Gewässerschutz in Schleswig-Holstein

Landwirtschaftlich genutzte Flächen Allianz 1 (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) © Frank Steinmann (LLUR)

Der Bauernverband Schleswig-Holstein und das Ministerium haben im Frühjahr 2013 eine Allianz für den Gewässerschutz begründet, um gemeinsam wichtige Eckpunkte für den Gewässerschutz in Schleswig-Holstein zu bearbeiten.

Hintergrund für die Allianz ist, dass etwa die Hälfte der Grundwasserkörper (etwa 450.000 ha landwirtschaftliche Fläche) die nach der EG-Wasserrahmenrichtlinie geforderten Ziele zur "Schaffung eines guten ökologischen und chemischen Zustandes von Gewässern" bis zum Stichtag in 2015 voraussichtlich nicht erreichen wird. Zur Zielerreichung muss die diffuse Belastung des Grundwassers mit Nitrat aus der landwirtschaftlichen Flächennutzung weiter reduziert werden.

Darüber hinaus sind die Fließgewässer und Seen mehrheitlich in keinem guten Zustand und erfüllen nicht die durch die Wasserrahmenrichtlinie gestellten Qualitätsanforderungen. Die Orientierungswerte zur Erreichung eines guten ökologischen Zustandes werden in der Summe der Parameter an mehr als 95% aller berichtspflichtigen Fließgewässer nicht eingehalten. An mehr als 90% dieser Fließgewässer und Seen ist der ökologische Zustand oder das Potenzial nicht gut.

Ziel ist es, die Nährstoffeinträge in die Gewässer zu senken. Hierfür muss insbesondere die landwirtschaftliche Flächennutzung in Bezug auf die Nährstoffausträge weiter optimiert werden.

Im Rahmen der Allianz ist daher vorgesehen, folgende Themen zu bearbeiten:

  • Etablierung von Gewässerrandstreifen
  • Ausweitung und Intensivierung der landwirtschaftlichen Gewässerschutzberatung
  • Weiterentwicklung und Angebot von Agrarumweltmaßnahmen
  • Landesweites Nährstoffmanagement in der Landwirtschaft
  • Öffentlichkeitsarbeit

Der Wortlaut der Allianz für den Gewässerschutz mit Stand Frühjahr 2013 kann hier heruntergeladen werden:

Eckpunktepapier (PDF 23KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Über die im Rahmen der Allianz begonnenen Aktivitäten wird auf dieser Seite informiert.

Öffentlichkeitsarbeit

Im Frühjahr 2013 wurden gemeinsam mit dem Bauernverband drei Informationsveranstaltungen durchgeführt, um vor allem Landwirte über die Inhalte der Allianz zu informieren. Die Vorträge dieser Informationsveranstaltung stehen zum Herunterladen zur Verfügung:

Praxisbeispiele aus der Beratung

Die Abteilung Wasserwirtschaft hat in Zusammenarbeit mit der IT-Verantwortlichen einen modernen, einfach bedienbaren Zugang zu berichtspflichtigen Informationen für jeden Wasserkörper sowie zu den Ergebnissen der Gewässergüteüberwachung geschaffen. Die Ergebnisse der Gewässergüteüberwachung für Messstellen im Grundwasser sowie an Seen- und Fließgewässern können über diesen Zugang entweder durch Auswahl einer oder mehrerer Messstellen tabellarisch oder durch Auswahl einer Messstelle auf einer Karte abgefragt werden. Die Abfrageergebnisse können als Tabelle heruntergeladen und eigenständig weiterverarbeitet oder in Form von Diagrammen grafisch aufbereitet werden. Die Daten werden kontinuierlich aktualisiert.

Zugang zum Wasserkörper- und Nährstoffinformationssystem

Schwentine Schwentine (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Im Rahmen der Gewässergüteüberwachung erfasst das LLUR regelmäßig wie hier an der Schwentine die Nährstoffgehalte der Gewässer Schleswig-Holsteins © Dr. Trepel, MELUR

Einführung von Gewässerrandstreifen

Gewässerrandstreifen Allianz 2 (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) © Michael Trepel (MELUR)

Die Einführung der Gewässerrandstreifen erfolgt durch eine Änderung des Landeswassergesetzes, die voraussichtlich zum 01. November 2013 in Kraft tritt. Dabei wird das Landeswassergesetz an die Regelung des Wasserhaushaltsgesetzes des Bundes angepasst. Danach ist es in einem 5 Meter breiten Streifen entlang von Fließgewässern und Seen von übergeordneter Bedeutung unter anderem verboten, Dauergrünland umzubrechen. Innerhalb eines 1 Meter breiten Streifens ist es untersagt, Pflanzenschutzmittel und Düngemittel anzuwenden und Ackerflächen umzubrechen.

Darüber hinaus sind an empfindlichen Vorranggewässern breitere Gewässerrandstreifen erforderlich, um diesen Gewässern Entwicklungsraum zu geben und sie vor direkten Stoffeinträgen zu schützen. Das gleiche gilt für Gewässerabschnitte, die an hängige Ackerflächen grenzen. In diesen Bereichen sollen auf freiwilliger Basis gegen Entschädigung breitere Gewässerrandstreifen eingerichtet werden.

Im Umweltatlas und Feldblockfinder sind die Kulissen für Fließgewässer und Seen von übergeordneter Bedeutung im Sinne des LWG eingestellt.

Die Gewässerabschnitte, an denen breitere Gewässerrandstreifen benötigt werden, sind im Umweltatlas unter der Rubrik "Wasser" im Ordner "Randstreifen" eingestellt.

Der Bestand an dauerhaft gesicherten Gewässerrandstreifen kann über das Wasserkörper- und Nährstoffinformationssystem für jeden Wasserkörper des Vorranggewässernetzes abgefragt werden. Die Angaben werden jeweils zum Jahresanfang aktualisiert.

Ausweitung und Intensivierung der landwirtschaftlichen Gewässerschutzberatung

In den Gebieten Schleswig-Holsteins, in denen das Grundwasser vornehmlich aufgrund von Nitratbelastungen in einem chemisch schlechten Zustand ist, wird seit 2008 eine spezielle Gewässerschutzberatung für die Landwirtschaft durchgeführt. In insgesamt 6 Beratungsgebieten sind rd. 450.000 ha LF auf dem Mittelrücken der Geest einbezogen. Aufgrund der bisherigen positiven Erfahrungen und Erfolge soll die Gewässerschutzberatung innerhalb dieser WRRL-Kulisse fortgeführt und weiter ausgebaut werden. Zur Umsetzung soll das z. Zt. aus reinen Landesmitteln bestehende Mittelbudget mit ELER-Mitteln aufgestockt werden. Gegenwärtig laufen die Vorbereitungen für die Aufstellung des neuen Förderprogrammes für den ländlichen Raum nach 2015, für das die Gewässerschutzberatung bereits angemeldet ist. Parallel wird z. Zt an der neu auszurichtenden fachlichen Ausgestaltung und Konzeption der Beratung im MELUND gearbeitet.

Weiterentwicklung und Angebot von Agrarumweltmaßnahmen

Auch in der neuen Förderperiode ab 2015 sollen begleitend zur Beratung auf den Gewässerschutz ausgerichtete Agrarumweltmaßnahmen (AUM) angeboten werden. Nach dem gegenwärtigen Diskussionsstand sollen die schon in der laufenden Förderperiode angebotenen AUM "Winterbegrünung mit Anbau von Zwischenfrüchten und Untersaaten" sowie die "Emissionsarme und Gewässer schonende Ausbringung von flüssigen Wirtschaftsdüngern mittels Schlitz-/ Injektionsverfahren sowie Güllegrubber" angeboten werden Sie sind ebenfalls wie die Gewässerschutzberatung zur Aufnahme in das neue ELER-Förderprogramm für Schleswig-Holstein ab 2015 angemeldet. An der erforderlichen Modifizierung und konkreten Ausgestaltung dieser beiden AUM wird zurzeit ebenfalls zusammen mit den beteiligten Fachdienststellen gearbeitet.

Landesweites Nährstoffmanagement in der Landwirtschaft

Ausbringung von Wirtschaftsdünger Allianz 3 (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) © Frank Steinmann (LLUR)

Um die in gewissen Landesteilen vorhandene Problematik der hohen Nährstoffüberschüsse insbesondere in Regionen mit intensiver Tierhaltung und/oder Biogasproduktion einer Lösung näher zu bringen, ist die Einrichtung einer landesweiten Nährstoffbörse für Gülle und Gärreste geplant. Diese Nährstoffbörse soll vom Landesverband der Maschinenringe eingerichtet und betrieben werden. Der dazu vorliegende Konzeptvorschlag des Landesverbandes wird z. Zt. im MELUND in einer AG mit den Beteiligten (LV Maschinenringe, BV, LK, LLUR und IM) intensiv erörtert und weiterentwickelt. In drei dafür eingerichteten Unterarbeitsgruppen erfolgen gegenwärtig die weiteren Detailarbeiten und die Erstellung der erforderlichen Unterlagen und Konzepte:

  1. Technische und organisatorische Umsetzung, Arbeitsweise der Nährstoffbörse (FF bei LV Maschinenringe)
  2. Erstellung von Beratungsunterlagen, Düngeempfehlungen (FF bei Landwirtschaftskammer)
  3. Erarbeitung eines gemeinsamen Erlasses mit Hinweisen an die Vollzugsbehörden (FF bei MELUR zusammen mit IM)

Im Anschluss sollen die Ergebnisse zusammengetragen und die weiteren Schritte abgestimmt und festgelegt werden.

Vermerk Nährstoffbörse (PDF 317KB, Datei ist nicht barrierefrei)