Landesportal Schleswig-Holstein

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es hier.

Landwirtschaftliche Flächennutzung

Staatskanzlei

Landwirtschaftliche Flächennutzung

Während rund 55 % der Gesamtfläche der Bundesrepublik Deutschland landwirtschaftlich genutzt wird, ist der entsprechend genutzte Flächenanteil in Schleswig-Holstein mit 70 % vergleichsweise höher. Von dieser Fläche entfallen 54 % auf Ackerland und 45 % auf Dauergrünland. Rund 1 % der Fläche ist mit sonstigen landwirtschaftlichen Nutzungen belegt, also im wesentlichen Haus- und Nutzgärten, Obstanlagen und Baumschulflächen.

Die Bewirtschaftung dieser Flächen erfordert die Zufuhr von Nährstoffen und organischer Substanz sowie den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, was teilweise bereits zu Belastungen des Grundwassers geführt hat (z.B. Nitrat, Pflanzenschutzmittel und deren Metabolite).

Die Zufuhr von Nährstoffen und organischer Substanz durch mineralische und organische Dünger ist im Hinblick auf die zu erzielenden Ernteerträge erforderlich, um den Nährstoffentzug durch die Ernte sowie unvermeidbare Verluste und Festlegungen im Boden auszugleichen und die Bodenstruktur zu erhalten. Im Zuge einer immer stärker nach ökonomischen Gesichtspunkten ausgerichteten intensiven Landwirtschaft ist der Einsatz von Stickstoffdünger daher in den vergangenen Jahrzehnten stark angestiegen. Hinzu kommt, dass mit der Intensivierung der Landwirtschaft und Ausdehnung der Tierhaltung oft ein hoher Viehbesatz einhergehen kann, der zu einem entsprechend großen Anfall von Wirtschaftsdünger in Form von Gülle, Jauche oder Festmist führt. Darüber hinaus hat der Ausbau der erneuerbaren Energien und hier insbesondere der Zuwachs der Biogasanlagen, die nur noch untergeordnet der Energiegewinnung aus Gülle dienen und in erster Linie mit Mais betrieben werden, zu einer erheblichen Vergrößerung der Maisanbaufläche geführt. Der Anbau von Mais kann prinzipiell außerordentlich Grundwasser schonend erfolgen, erfolgt nach den Erhebungen der landwirtschaftlichen Beratung zur Umsetzung der EG-WRRL (2008 – 2012) jedoch überwiegend auf Stickstoff-überversorgten Standorten, die ein hohes Risiko der Nitratfreisetzung darstellen.

Die Entwicklung des Viehbestands in SH ist rückläufig, dies hat sich kaum merklich im Viehbesatz je Hektar der schleswig-holsteinischen Gemeinden niedergeschlagen, nur ein leichter Anstieg des Anteils der Gemeinden mit weniger als 0,5 GVE/ha von 10% im Jahr 2001 auf 13% im Jahr 2010 deutet als Zunahme viehloser Betriebe in die gleiche Richtung.

Hohe Viehdichten bedeuten einen hohen Wirtschaftsdüngeranfall. Zu diesem hohen Wirtschaftsdüngeraufkommen aus der Viehhaltung kommt das hohe Aufkommen von Biogassubstratresten, die ebenfalls auf den landwirtschaftlichen Flächen verwertet werden müssen noch hinzu. Es wird deutlich, dass der Druck auf die landwirtschaftlichen Flächen hinsichtlich der Aufnahme von flüssigen organischen Nährstoffträgern in den letzten Jahren mit Zunahme der Biogasproduktion angestiegen ist.

Das Thünen Institut Braunschweig hat im Auftrag des MELUR für die Jahre 2007 und 2010 eine Brutto-Bilanzierung für den Nährstoff Stickstoff auf Gemeindeebene angestellt. Es zeiget sich, dass ein leichter Anstieg der N-Überschüsse zwischen beiden Jahren festzustellen ist. In der Auswertung wird deutlich, dass die höchsten N-Überschüsse mit bis zu mehr als 120 kg N pro ha LF im Wesentlichen in den nördlichen Geestbereichen (nördlich Hamburgs) festzustellen sind. Die für landesweit 120 Pilotbetriebe im Rahmen der landwirtschaftlichen Beratung zur Umsetzung der EG-WRRL in SH erhobenen Hoftorbilanzen weisen zwar niedrigere N-Bilanzsalden von im Mittel 95 kg N pro ha auf; beide Werte belegen jedoch eine intensive landwirtschaftliche Nutzung der Geest.

Teilen: