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Häufig gestellte Fragen zur Geflügelpest (Aviäre Influenza)

Staatskanzlei

Häufig gestellte Fragen zur Geflügelpest (Aviäre Influenza)

Ausführliche Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Aviären Influenza

Was ist die Aviäre Influenza?

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Was versteht man unter Geflügelpest, Vogelgrippe und aviärer Influenza (AI)?

Was sind die Symptome der aviären Influenza?

Während eine Infektion mit niedrigpathogenen aviäre Influenzaviren (LPAIV) zumeist leicht verläuft, führt eine Infektion mit hochpathogenen aviären Influenzaviren (HPAIV) fast immer zu drastischen Symptomen. Zu den Krankheitsanzeichen einer HPAIV-Infektion können erhöhte Todesraten, verringerte Gewichtszunahme, Abnahme der Legeleistung, Atemnot, Apathie, Schwellungen im Kopfbereich, neurologische Ausfallerscheinungen oder Blauverfärbung der Haut gehören, die unterschiedlich ausgeprägt sein können.

Die hochpathogene aviäre Influenza ist hochansteckend. Die Zeit zwischen Ansteckung und Erkrankung (Inkubationszeit) variiert in Abhängigkeit vom Virusstamm zwischen wenigen Stunden und Tagen. Die Krankheit verläuft schnell und endet für die erkrankten Tiere meist tödlich.

Wie verläuft das Geflügelpestgeschehen 2018?

Seit dem ersten Nachweis des hochpathogenen aviären Influenzavirus des Subtyps H5N6 in den Niederlanden im Dezember 2017 sind neben Deutschland auch weitere europäische Staaten wie die Schweiz, das Vereinigte Königreich, Irland, Schweden und Dänemark betroffen. Fälle treten in der Wildvogelpopulation und in einigen Ländern auch in kommerziellen und nicht-kommerziellen Geflügelhaltungen auf. Der erste Fall in Deutschland wurde bei einer Wildente in Bayern im Januar 2018 nachgewiesen. Der erste Fall in einer Haltung in Deutschland wurde im März 2018 in Schleswig-Holstein amtlich festgestellt (siehe Presseinformation vom 21. März 2018: Geflügelpest in Geflügelhaltung in Schleswig-Holstein festgestellt).

Dieser in Europa aufgetretene Subtyp H5N6 weist große genetische Ähnlichkeit zum HPAIV H5N8 auf, das seit Winter 2016/2017 in Europa zirkuliert.

Wie verlief das Geflügelpestgeschehen 2016/2017?

Das Seuchengeschehen 2016/2017 stellt das bisher schwerste und am längsten andauernde Geschehen in Europa seit Beginn der Aufzeichnungen dar. Von Anfang November 2016 bis ins Frühjahr hinein wurden in Deutschland 107 Ausbrüche bei gehaltenen Vögeln, davon 52 Puten-, 9 Enten-, 2 Gänse-, 5 Legehennen-, 24 Klein-/Gemischthaltungen und 15 Zoos, gemeldet. Es wurden zudem über 1150 Fälle bei Wildvögeln amtlich festgestellt. Geflügelpest wurde in allen Bundesländern nachgewiesen.

Innerhalb Europas waren oder sind zum Teil immer noch 29 Staaten betroffen. Zwischen Oktober 2016 und Mai 2017 wurden 1064 Ausbrüche bei gehaltenen Vögeln an das Tierseuchenmeldesystem der EU gemeldet. Die 804 gemeldeten Wildvogelfälle sind Mindestzahlen und stellen lediglich die Lokalisation dar, an den das Virus bei Wildvögeln zirkulierte.

In Schleswig-Holstein wurde das Virus ebenfalls bei zahlreichen verendeten Wildvögeln und in Hausgeflügelbeständen (kommerziell und nicht-kommerziell) festgestellt. Es kam zu fünf Ausbrüchen der Geflügelpest in Hausgeflügelbeständen und 120 Ausbrüchen in der Wildvogelpopulation.  

Dabei wurden zwei Subtypen festgestellt: H5N8 und ab Dezember 2016 zusätzlich H5N5.

In drei Hausgeflügelbeständen wurde zudem die niedrigpathogene Variante der aviären Influenza des Subtyps H5 festgestellt.

Wo kommt das Virus her und wie kommt es nach Schleswig-Holstein?

Die Tierseuche kann grundsätzlich über verschiedene Wege in die Ställe gelangen. Zu den Infektionsquellen gehören der Geflügelhandel, Verschleppungen von infizierten Betrieben zu anderen, aber auch der direkte und indirekte Kontakt zwischen Hausgeflügel und Wildvögeln zum Beispiel über verunreinigtes Futter, Einstreu, Gegenstände oder Schuhe.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat die möglichen Eintragswege in die betroffenen Geflügelhaltungen für die vergangene Geflügelpestepidemie überprüft, darunter auch Transportwege. Während für 75 Prozent der Ausbrüche ein Eintrag durch direkte oder indirekte Kontakte mit infizierten Wildvögeln als wahrscheinlichste Eintragsursache festgestellt wurde, geschah bei etwa 25 Prozent eine Ausbreitung von Bestand zu Bestand, vor allem bei Putenhaltungen im Niedersachsen.

Der Eintrag des Virus ins Land erfolgte höchstwahrscheinlich über Wildvögel. So waren im Sommer 2016 hochpathogene aviäre Influenzaviren des Subtyps H5N8 bei Wildvögeln im Süden Sibiriens und seit Ende Oktober in Europa nachgewiesen worden. Die in Europa nachgewiesenen Viren sind nach den genetischen Analysen des FLI sehr eng mit denen aus Südsibirien verwandt, unterscheiden sich aber leicht von den früher nachgewiesenen Geflügelpestviren des Subtyps H5N8 aus Südkorea, China und Japan. Daher gilt es als unwahrscheinlich, dass das Virus direkt über Transporte nach Europa eingeschleppt wurde.

Die bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Herkunft und Verbreitung der Geflügelpest hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in einer gesonderten Publikation dargelegt.

Die bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Herkunft und Verbreitung der Geflügelpest hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in einer gesonderten Publikation dargelegt. Die Broschüre zum Herunterladen: Geflügelpest: Herkunft und Verbreitung des Virus H5N8 (PDF 667KB, Datei ist nicht barrierefrei).

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Friedrich-Löffler-Institut.

Was sollen Bürgerinnen und Bürger beachten?

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Was soll man tun, wenn man tote Vögel findet?

Tote Vögel sollten auf keinen Fall angefasst werden. Beim Fund von toten Wildvögeln soll man das Ordnungsamt oder das zuständige Veterinäramt informieren. Für offensichtlich verunglückte (z.B. überfahrene) Vögel sollten keine Meldungen erfolgen.

Was kann man als Bürgerin bzw. Bürger tun, um das Weiterverbreiten dieser Seuche zu verhindern?

Jeder kann die Geflügelpest unbewusst weitertragen. Die Viren lassen sich sehr leicht über die Kleidung, Schuhe, Gegenstände usw. verbreiten. Das Virus kann vorhanden sein, ohne dass es bemerkt wird. Ein wenig Mist unter den Schuhen reicht zum Beispiel aus, um damit das Virus weiter zu tragen.

Für Bürgerinnen und Bürger gilt, dass sie beim Fund von toten Vögeln die Kadaver nicht anfassen, sondern den Fund beim nächsten Ordnungsamt oder Veterinäramt melden sollen.

Für wen ist die hochpathogene aviäre Influenza der Subtypen H5N8, H5N5 und H5N6 (Geflügelpest) gefährlich?

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Ist die Geflügelpest der Subtypen H5N8,H5N5 oder H5N6 ein Risiko für die menschliche Gesundheit?

Die im Seuchengeschehen 2016/2017 nachgewiesenen Geflügelpestviren der Subtypen H5N8, H5N5 und der in 2018 festgestellte Subtyp H5N6 stellen vor allem eine Gefahr für Vögel dar.


Nach Einschätzung des Robert Koch Institut (RKI) (RKI) sind bei Menschen Erkrankungen mit dem hochpathogenen Aviären Influenza-Virus des Subtyps H5N8 bisher nicht beobachtet worden, können aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Beim Einsatz adäquater Schutzmaßnahmen sind Übertragungen auf den Menschen jedoch unwahrscheinlich. Auch im Zusammenhang mit bekannten Ausbrüchen beim Geflügel durch verwandte Geflügelpestviren in Südkorea, Japan oder China wurde bisher von keinen humanen Erkrankungen berichtet. Beim hochpathogenen aviären Influenza-Virus des Subtyps H5N5 sind bislang weltweit ebenfalls keine Infektionen beim Menschen beobachtet worden. Die bisher in Europa untersuchten Fälle des Subtyps H5N6 weisen eine hohe genetische Ähnlichkeit zum Subtyp H5N8 auf, welcher das Seuchengeschehen 2016/2017 bestimmt hat. Bislang sind keine Erkrankungen von Menschen durch den in Europa vorkommenden Subtyp H5N6 bekannt.

Tot aufgefundene Vögel sollten nicht angefasst, sondern dem zuständigen Ordnungsamt gemeldet werden. Bei Verdacht auf Geflügelpest sollten Geflügelhalterinnen und Geflügelhalter unverzüglich das zuständige Verterinäramt unterrichten. Weitere Informationen finden Sie auch auf den Seiten des Friedrich-Loeffler-Institut (FLI)(FLI).

Unabhängig vom aktuellen Geschehen gelten für Personen, die im direkten Kontakt mit Geflügel oder Wildvögeln stehen, die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Nähere Informationen dazu findet man auf der Seite des Robert Koch Institut (RKI)(RKI).

Kann ich Geflügelfleisch auch in Zeiten der Geflügelpest bedenkenlos essen?

Geflügelfleisch, Eier und sonstige Geflügelprodukte aus betroffenen Beständen werden nach den Vorgaben der Geflügelpest-Verordnung vernichtet und gelangen nicht auf den Markt. Daher ist der Konsum von Geflügelfleisch, Erzeugnissen sowie von Eiern unbedenklich.

Beim Umgang mit rohem Geflügelfleisch, Geflügelfleischprodukten und Eiern sollten Hygieneregeln eingehalten und vor dem Verzehr die Empfehlung zum ausreichenden Garen von Geflügelfleisch und Eiern beachtet werden.

Nähere Informationen sind auf der Seite des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu finden.

Sind tierische Erzeugnisse aus Sperrbezirken oder Beobachtungsgebieten noch sicher?

Tierische Erzeugnisse von Geflügel und Federwild dürfen aus Sperr- und Beobachtungsgebieten nicht verbracht werden und unterliegen der verstärkten Überwachung.

Sind andere Haustiere, zum Beispiel Hunde oder Katzen, gefährdet?

An der Geflügelpest erkranken in der Regel nur Vögel, wie im Seuchengeschehen 2016/2017. Andere Haustiere können das Virus allerdings nach Kontakt weiter verbreiten. Daher soll ein direkter Kontakt von Haustieren, insbesondere Hunden und Katzen, mit toten oder kranken Vögeln verhindert werden. 2006 verendeten an dem Geflügelpestvirus des Subtyps H5N1 jedoch auch Säugetiere wie Marder und Hauskatzen.

Welche amtlichen Maßnahmen zum Schutz vor der Geflügelpest gelten in Schleswig-Holstein?

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Welche Regelungen für Geflügelhalterinnen und Geflügelhalter gelten derzeit in Schleswig-Holstein?

Die in der Verordnung zum Schutz gegen die Geflügelpest formulierten allgemeinen Schutzmaßregeln (Unterabschnitt 1, vor allem §§ 2-6) sind immer einzuhalten, auch wenn kein aktuelles Seuchengeschehen vorliegt.

Zudem müssen auch weitere Rechtsvorschriften wie u.a. das Tierschutzgesetz, das Tiergesundheitsgesetz, die Tierseuchenfonds-Verordnung, die Viehverkehrsverordnung, die Geflügel-Salmonellen-Verordnung und die Tierische-Nebenprodukte-Beseitigungsverordnung beachtet werden.

Im Tierseuchenfall gelten zusätzliche Regelungen und durch das Veterinäramt angeordnete Maßnahmen.

Ich halte nur einige Hühner und Gänse, gelten für mich auch Maßregeln?

Auch Halter von Kleinst- und Hobbyhaltungen müssen sich grundsätzlich an oben aufgeführte Rechtsvorschriften, auch außerhalb von Krisenzeiten, halten. Für sie gelten bspw. ebenso die allgemeinen Schutzmaßregeln der Verordnung zum Schutz gegen die Geflügelpest (bis auf § 6), das Tierschutzgesetz, das Tiergesundheitsgesetz, die Tierseuchenfonds-Verordnung, die Viehverkehrsverordnung und die Tierische-Nebenprodukte-Beseitigungsverordnung.

Im Tierseuchenfall sind wie bei allen anderen Haltungen die getroffenen und angeordneten Maßnahmen einzuhalten. Ein Eintragsrisiko besteht für alle Haltungsformen. Von großer Bedeutung ist die Meldung des Bestandes an das zuständige Veterinäramt.

Das MELUND hat einen Gefahr Geflügelpest: Wie schütze ich meine Tiere? Hinweise für Hobby– und Kleingeflügelhalter (PDF 452KB, Datei ist nicht barrierefrei) erstellt, welcher über Schutzmaßnahmen informiert.

Was passiert, wenn in Deutschland Fälle von Geflügelpest (hochpathogene Aviäre Influenza der Subtypen H5 und H7) oder niedrigpathogene Aviäre Influenza der Subtypen H5 und H7 bei Hausgeflügel auftreten?

Für die Bekämpfung der Geflügelpest gelten europäische und nationale Vorschriften wie die Verordnung zum Schutz gegen die Geflügelpest.

Wird Geflügelpest bei Hausgeflügel festgestellt, wird – wie beim Fund infizierter Wildvögel – ein Sperrbezirk und ein Beobachtungsgebiet eingerichtet. Die betroffenen Bestände werden schnellstmöglich getötet und unschädlich beseitigt. Ebenso werden in den betroffenen Betrieben das Fleisch von Geflügel und Eier sowie vorhandene tierische Nebenprodukte, Futtermittel und Einstreu unschädlich beseitigt. Dies erfolgt bei großen Betrieben durch spezialisierte Firmen, bei Kleinhaltungen auch durch Einschläfern durch den Tierarzt.

Zudem werden nach der Geflügelpest-Verordnung vorgeschriebenen Maßnahmen zur Reinigung und Desinfektion durchgeführt. Die Verordnung enthält auch Betretungsverbote, um eine Verschleppung des Virus aus dem Seuchengebiet durch Tierkontakte, indirekten Kontakt über Personen, Transportbehälter, Verpackungsmaterial, Eierkartons oder Einstreu zu verhindern.

Auch bei der niedrigpathogenen aviären Influenza (LPAI) gelten die Vorschriften der Geflügelpestverordnung: Es wird ein Sperrgebiet von einem Kilometer Radius eingerichtet. Die Bestände müssen nach der Feststellung einer LPAIV-Infektion getötet werden. Die Vorschriften zu Beseitigung von Fleisch und Eiern sowie zur Hygiene gelten entsprechend.

Warum fordert die aviäre Influenza diese Bekämpfungsmaßnahmen?

Die Geflügelpest stellt eine große Gefahr für viele Hausgeflügelbestände dar. Sie ist weltweit als bekämpfungspflichtige Tierseuche gelistet. Die Geflügelpest verursacht hohe Tierverluste innerhalb kürzester Zeit kann zu großen wirtschaftlichen Schäden bei Geflügelhaltern.

Handelsbeschränkungen durch Drittländer können zudem zu weiteren wirtschaftlichen Schäden für die landwirtschaftlichen Nutztierhalter und die damit verknüpften Wirtschaftsbereiche führen. Darum gilt es, alle notwendigen Maßnahmen zu treffen, um eine Ausbreitung der Seuche zu verhindern.

Die Bekämpfung der Geflügelpest ist durch eine Rechtsverordnung – die Verordnung zum Schutz gegen die Geflügelpest vorgeschrieben, die auf Bundes- und EU-Recht basiert. Dort werden die Schutzmaßnahmen beschrieben, die beim Verdacht oder nach der Feststellung von Geflügelpest zu ergreifen sind sowie Regelungen zum Vorbeugen und zur Früherkennung der Erkrankung.