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Aquakultur in Schleswig-Holstein

Staatskanzlei

Aquakultur in Schleswig-Holstein

Karpfen im Eimer Karpfen im Eimer (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Die Karpfenproduktion spielt bei der Aquakultur in Schleswig-Holstein eine wichtige Rolle. ©MELUND

Unter Aquakultur wurde lange Zeit nur die klassische Fischzucht in Teichen, Durchflussanlagen und Netzgehegen verstanden. Für Schleswig-Holstein war und ist hier insbesondere die Karpfen- und Forellenproduktion von Bedeutung, der sich nach wie vor eine Reihe von Haupterwerbsbetrieben widmet. Andere Arten wie beispielsweise Störe oder Krebse werden ebenfalls in Teichen gehalten. Auch die Fischproduktion in Netzgehegen spielt in Schleswig-Holstein eine Rolle, so gibt es derartige Anlagen zur Forellenproduktion beispielsweise im Nord-Ostsee-Kanal und in der Kieler Förde. Auch die Muschelfischerei im Land zählt in weiten Teilen zur Aquakultur, nur im Bereich der Flensburger Förde wird derzeit auch die Miesmuschelfischerei auf Wildmuscheln betrieben. Sowohl hinsichtlich der Produktionsmengen als auch der Erlöse ist die Muschelwirtschaft der mit Abstand bedeutendste Zweig der Aquakultur in Schleswig-Holstein. Letztlich zählen auch die Produktion von Mikro- und Makroalgen beispielsweise in Tanks oder Bioreaktoren zur Aquakultur.

Unter moderner Aquakultur wird heute eine Vielzahl unterschiedlicher Produktionsmethoden und Zielorganismen verstanden. Dazu zählt auch die Produktion von Fischen und Krebstieren in sogenannten Kreislaufanlagen, die weitgehend standortunabhängig errichtet werden können. Einige Betriebe nutzen in Schleswig-Holstein bereits heute dieses Verfahren. Trotz vieler Vorteile der Kreislaufanlagen hinsichtlich des Wasserbedarfs und der geringen Umweltauswirkungen stellt eine dauerhaft rentable Produktion wegen sehr hoher Investitions- und Betriebskosten oft eine Herausforderung dar.

Landesregierung will Aquakultur fördern

Mit Ausnahme der Muschelwirtschaft steckt die Aquakultur im marinen Bereich in Schleswig-Holstein noch "in den Kinderschuhen". Das naturräumliche Potenzial der Küstengewässer ist in Schleswig-Holstein hervorragend für eine Aquakulturnutzung geeignet. Allerdings sind vielfältige Nutzungskonkurrenzen zu beachten (Fischerei, Tourismus, Schifffahrt, Altlasten) und sehr anspruchsvolle naturschutz- und wasserrechtliche Genehmigungsvoraussetzungen zu erfüllen. Grundsätzlich sind in diesem Umfeld künftig neue Projekte für integrierte multitrophische Aquakulturanlagen denkbar, bei denen in der Gesamtbilanz geschlossene Stoffkreisläufe ohne Nährstoffeinträge ins Meer entstehen. Muscheln und Algen könnten die beispielsweise von Fischen abgegebenen Nährstoffe vollständig aufnehmen und umsetzen. Die Zukunft derartiger Projekte wird davon abhängen, dass es gelingt, die vielfältigen Nutzungsansprüche und Genehmigungserfordernisse unter einen Hut zu bringen.

Blick auf Muscheln, die an einem schwarzen Plastikrohr befestigt sind. Muschel in Smartfarm (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Smartfarm: Muscheln werden hier an PVC-Rohren gezüchtet. ©MELUND

Es ist das erklärte Ziel der Landesregierung Schleswig-Holstein, in Übereinstimmung mit der Strategie der EU und der Bundesregierung die Aquakultur im Lande zu fördern und weiter zu entwickeln. Ein wichtiger Meilenstein dafür war die Erstellung eines "Nationalen Strategieplans Aquakultur" in 2014.

Hervorzuheben ist die breit aufgestellte Aquakulturforschung im Land Schleswig-Holstein. Zu nennen sind hier vor allem die Gesellschaft für Marine Aquakultur (GMA) in Büsum, der Lehrstuhl für Marine Aquakultur an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, die Fraunhofer – Einrichtung für marine Biotechnologie in Lübeck und auch das GEOMAR in Kiel.

Weitere Informationen hinsichtlich der Aquakulturforschung finden Sie auch beim Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus.

Strategie zur Entwicklung einer nachhaltigen Aquakultur in Schleswig-Holstein

Unter umfangreicher Abstimmung mit der Wirtschaft und den Verbänden hat das MELUND 2014 eine Landesstrategie zur künftigen Entwicklung der Aquakultur im Land aufgestellt. Sie benennt die konkreten Entwicklungsziele für Schleswig-Holstein und führt ergänzend zur bundesdeutschen Planungsebene konkrete Maßnahmen mit Schleswig-Holstein-Bezug auf. Dabei werden in dieser Strategie Nachhaltigkeitskriterien und Belange von Umwelt- und Naturschutz bei der angestrebten Entwicklung des Sektors umfassend berücksichtigt.

Hinweise zu Genehmigungsverfahren für neue oder erweiterte Aquakulturstandorte

Die Erlangung neuer oder erweiterter Genehmigungen im Aquakulturbereich ist sehr anspruchsvoll, da unterschiedlichste Rechtsbereiche betroffen und verschiedene Behörden zuständig sind. Um diese Verfahren für potentielle Investoren transparenter zu machen, veröffentlicht das MELUND an dieser Stelle ausführliche Leitfäden für Vorhaben im Binnenland bzw. an der Ostseeküste (im Downloadbereich unten). In den Leitfäden finden Sie neben allen relevanten Rechtsgrundlagen und Informationen zu den jeweils zuständigen Behörden auch weiterführende Tipps für erforderliche Unterlagen sowie die jeweiligen Ansprechpartner.

Genehmigung einer Aquakulturanlage an der Schleswig-Holsteinischen Ostseeküste Aquakultur Küste (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Genehmigung einer Aquakulturanlage an der Schleswig-Holsteinischen Ostseeküste. © MELUND

Genehmigung einer Aquakulturanlage in Schleswig-Holstein (Binnenland) Aquakultur Binnenland (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Genehmigung einer Aquakulturanlage in Schleswig-Holstein (Binnenland). © MELUND

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