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Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Portraitfoto Dr. Robert Habeck
Dr. Robert Habeck

Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

© M. Staudt / grafikfoto.de

Wie verhält man sich bei einer Wolfsbegegnung?

Drei Wölfe im Wildpark Eekholt Drei Wölfe im Wildpark Eekholt (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) © Wolf-Gunthram v. Schenck / Wildpark Eekholt

Wölfe sind keine Kuscheltiere, sondern in der Lage, größere Beutetiere zu töten. Deshalb ist es notwendig, sie mit Respekt zu betrachten, sich nicht anzunähern und den Tieren deutlich zu machen, dass Menschen keine potenzielle Beute sind. Wölfe sind vorsichtig und gehen normalerweise dem Menschen aus dem Weg, so dass man selten einen Wolf zu Gesicht bekommt. Wölfe nähern sich aber wie andere Wildtiere auch, vor allem nachts gelegentlich Siedlungen. Auch das Queren einer Siedlung in den Nachtstunden gehört zum normalen Verhaltensspektrum. Sie nehmen den Menschen dank ihrer guten Sinne schon aus größeren Abständen wahr - meist lange bevor dieser etwas von ihnen bemerkt - und ziehen sich in der Regel zurück. Insbesondere bei Jungwölfen ist diese Scheu teilweise weniger ausgeprägt, zudem sind Jungtiere oft ausgesprochen neugierig. Dabei ist zu beachten, dass Jungwölfe mit einem Lebensalter von gut einem halben Jahr bereits annähernd die Größe erwachsener Wölfe erreichen können.


Verhaltensregeln:

  1. Wie bei anderen Wildtieren, sollte Abstand zu Wölfen gehalten werden; nie auf Wölfe zugehen oder die Tiere gar bedrängen.
  2. Unter keinen Umständen dürfen Wölfe gefüttert werden! An Fütterung durch den Menschen gewöhnte Wölfe können in der Folge Futter aufdringlich oder aggressiv einfordern. Hierdurch können Gefahren für Menschen entstehen!
  3. Auch indirekte Fütterung ist zu unterlassen. Insbesondere in Wolfsgebieten sollten deshalb Speisereste, Schlachtabfälle und Tierfutter, besonders solches für Hunde und Katzen, so verwahrt werden, dass diese nicht für Wildtiere zugänglich sind. Wölfe wie auch andere Wildtiere können sich an leicht zugängliche Nahrungsquellen im Siedlungsbereich gewöhnen und dann unerwünschte und problematische Verhaltensweisen entwickeln, wie mangelnde Scheu, aufdringliches oder sogar aggressives Verhalten.
  4. Bei vielen dokumentierten Begegnungen mit relativ vertrauten Wölfen befanden sich die beobachtenden Menschen innerhalb von Fahrzeugen. Dass Wölfe vor Fahrzeugen oder auch vor Reitern oft wenig Scheu zeigen, haben sie mit vielen anderen Säugetier- und Vogelarten gemeinsam und ist insofern keine ungewöhnliche oder besorgniserregende Verhaltensweise.
  5. Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad Wölfen begegnet, die sich nicht unverzüglich zurückziehen, sollte diese im Auge behalten, aber nicht direkt anstarren, sich langsam entfernen, beziehungsweise. mit dem Fahrrad langsam weiterfahren. Rennen Sie nicht überhastet vor den Tieren davon.
  6. Folgen der oder die Wölfe in gewissem Abstand, sollte man sich nicht hastig entfernen oder weglaufen, sondern langsam, betont uninteressiert weitergehen bzw. fahren und dabei laut sprechen.
  7. Im unwahrscheinlichen Fall, dass ein oder mehrere Wölfe sich offensichtlich direkt, zügig und entschlossen Menschen annähern, handelt es sich in der Regel um neugierige Jungtiere: Bleiben Sie in solchen Fällen stehen, rufen laut und klatschen sie in die Hände, und – bei weiterer Annäherung - werfen Sie mit Gegenständen (z.B. herumliegende Knüppel).
  8. Sollten Sie einen Wolf an seiner Nahrung überraschen, sollten sie jede weitere Annäherung an das Tier und seine Beute unbedingt vermeiden und sich umgehend zurückziehen.
  9. Hunde können, wenn sie sich unbeaufsichtigt in Wald und Flur bewegen, von Wölfen angegriffen, verletzt und getötet werden. In Gebieten, in denen Wölfe vorkommen, sollten Hunde daher angeleint oder nur im engen Einwirkungskreis des Besitzers geführt werden.
  10. Auch angeleinte Hunde können, besonders bei unerfahrenen Jungwölfen, Interesse, Neugier- und eventuell auch aggressives Verhalten auslösen. Die Wölfe sind dann teilweise so auf den Hund fixiert, dass der begleitende Mensch durch die Wölfe scheinbar ignoriert wird. In einem solchen Fall die Wölfe durch lautes Rufen und Gestikulieren auf sich aufmerksam machen.
  11. Die Gefahr für Jagdhunde im jagdlichen Einsatz kann durch verschiedene Maßnahmen reduziert werden. Bei Jagden in bekannten Wolfsgebieten, bei denen freilaufende Jagdhunde eingesetzt werden, sind alle Beteiligten vorab über die mögliche Anwesenheit von Wölfen zu informieren. Die Hunde sollten erst geschnallt werden, wenn die Treiber unterwegs sind, den Hunden können Schutzwesten und Halsbändern mit mechanischen oder elektronischen Schutzvorrichtungen angelegt werden.
  12. Wölfe, bei denen das Beutefangverhalten auf Haustiere (meist Schafe oder Ziegen) ausgelöst ist, können so auf die Beute fixiert sein, dass auch bei Anwesenheit mehrerer Menschen ein Vertreiben schwerfallen kann. In einem solchen Fall Wölfe nicht auf begrenztem Raum (Ecken hoher, für Wölfe nicht überwindbarer Zäune oder von Gebäuden) in die Enge treiben.
  13. Deutschland ist frei von Wildtollwut, daher ist nicht mit tollwütigen und aus diesem Grund unvorsichtigen oder auffälligen Wölfen zu rechnen.
  14. Wer einen toten, kranken oder verletzten Wolf findet, sollte das Tier keinesfalls anfassen.
  15. Bitte melden Sie alle Wolfskontakte (Tote und lebende Tiere) den Mitarbeitern des schleswig-holsteinischen Wolfsmanagements (Tel. 0174/6330335 bzw. 04347/704325)

 

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