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Fragen und Antworten zu Gesundheitsrisiken durch Radon in Gebäuden

Staatskanzlei

Fragen und Antworten zu Gesundheitsrisiken durch Radon in Gebäuden

Am 3. Juli 2017 ist das Strahlenschutzgesetz als Artikel 1 des Gesetzes zur Neuordnung des Rechts vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung im Bundesgesetzblatt verkündet worden. Dieses enthält erstmals auch gesetzliche Regelungen in Bezug auf die Strahlenexposition durch Radon. Radon ist ein natürliches Edelgas, das nahezu überall im Erdboden vorkommt und das die Eigenschaft hat, radioaktiv zu sein. Radon kann daher das Risiko einer Lungenkrebserkrankung erhöhen, insbesondere wenn es in höheren Konzentrationen in der Atemluft vorliegt. Während die Konzentration im Freien gering und damit vernachlässigbar ist, kann sich Radon in Gebäuden je nach Untergrund und Bausubstanz anreichern. Die "Fragen und Antworten zu Gesundheitsrisiken durch Radon in Gebäuden" liefern nähere Informationen zum Thema.

Fragen und Antworten zu Gesundheitsrisiken durch Radon in Gebäuden

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1. Was ist eigentlich Radon?

Radon (Rn-222) ist ein natürliches, überall vorkommendes, farb-, geruch- und geschmackloses radioaktives Edelgas. Es entsteht aus Radium (Ra-226) unter Aussendung von Alpha-Strahlung als Teil der Zerfallsreihe von Uran (U-238) und hat eine Halbwertzeit von 3,8 Tagen. Uran ist ein in nahezu allen Böden und Gesteinen natürlich vorkommendes Schwermetall. Alle Zerfallsprodukte des U-238 sind Schwermetalle - bis auf Radon, das aus den Böden relativ leicht entweichen und sich über die Bodenluft oder gelöst in Wasser ausbreiten kann. Hierbei kann es auch in die Raumluft von Gebäuden gelangen und sich dort anreichern.

2. Welche Folgen hat die Inhalation von Radon für meine Gesundheit?

Über die Atemluft gelangt Radon in die menschliche Lunge und kann dort zerfallen. Die Zerfallsprodukte werden überwiegend nicht wieder ausgeatmet, verbleiben in der Lunge und zerfallen dort wiederum weiter. Die Strahlenexposition durch Radon und dessen Zerfallsprodukte stellt den zweitgrößten Risikofaktor für Lungenkrebs nach dem Rauchen dar. Die Abschätzung des Lungenkrebsrisikos durch Radon in Wohnungen (Menzler et al. 2008) ergab, dass ca. 5% bzw. 1900 der Lungenkrebsfälle statistisch pro Jahr in Deutschland auf Radon in Wohnungen zurückzuführen sind. Alle 100 Becquerel (Bq)/m³ steigt das relative Lungenkrebsrisiko um circa 16% bei langjährigem Einfluss von Radon (Darby et al. 2005). In Deutschland beträgt die durchschnittliche Radonkonzentration im Innenraum circa 50 Bq/m³ (In Becquerel wird die Anzahl der Atomkerne angegeben, die pro Sekunde radioaktiv zerfallen, hier: pro Kubikmeter Innenraumluft).

3. Natürliche Strahlenexposition

Im Gegensatz zu den meisten Schadstoffen gibt es bei Radioaktivität eine natürliche Exposition, der alle Organismen weitgehend unausweichlich ausgesetzt sind. Die damit verbundene Dosis wird als „effektive Dosis“ in der Maßeinheit milliSievert (mSv) angegeben. Die durchschnittliche Dosis in Schleswig-Holstein beträgt etwa 2,1 mSv pro Jahr für eine erwachsene Person. Sie setzt sich aus vier Komponenten zusammen: Strahlung aus dem Kosmos: 0,3 mSv/Jahr, Direktstrahlung von natürlichen Radionukliden im Boden: 0,4 mSv/Jahr, mit der Nahrung aufgenommene natürliche Radionuklide: 0,3 mSv/Jahr, Inhalation von Radon: 1,1 mSv/Jahr.

In vergleichbarer Höhe kommen Expositionen aus medizinischen (durchschnittlich ca. 2 mSv/Jahr) und in vernachlässigbarem Umfang auch aus Anwendungen in Forschung und Technik hinzu (weniger als 0,1 mSv/Jahr). Bei medizinischen Anwendungen spielt die Altersverteilung eine besondere Rolle. Kinder und junge Menschen benötigen z.B. seltener Röntgenuntersuchungen, während mit zunehmendem Alter die Häufigkeit der Anwendungen und damit auch die Dosis steigt.

4. Gibt es einen Grenzwert für Radon?

Mit dem Inkrafttreten des neuen Strahlenschutzgesetzes (StrlSchG) gibt es für Radon in Innenräumen keinen Grenzwert, sondern einen Referenzwert. Dieser Referenzwert beträgt 300 Bq/m³. Ein Grenzwert ist zwingend einzuhalten, während die Unterschreitung eines Referenzwerts unter Berücksichtigung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes anzustreben ist. Es ist sinnvoll, hier einen Referenz- und keinen Grenzwert festzulegen. Denn es ist damit zu rechnen, dass es in manchen Regionen in Deutschland Gebäude gibt, in denen alle Vorsorgemaßnahmen (siehe Ziffer 9) nicht ausreichen werden, den Referenzwert von 300 Bq/m³ zu unterschreiten.

5. Wie bewertet das Land Schleswig-Holstein den Referenzwert?

Der Referenzwert beträgt gemäß der Euratom-Richtlinie 300 Bq/m³ und ist in das Strahlenschutzgesetz übertragen worden. Schleswig-Holstein hat diesen Wert mitgetragen . Dieser Wert ist wissenschaftlich untermauert und stellt einen EU-weiten Konsens dar. Schleswig-Holstein hat sich im Bundesratsverfahren zum Strahlenschutzgesetz dafür eingesetzt, dass die Wirksamkeit der Maßnahmen bewertet und geprüft wird, ob sich eine Absenkung des Referenzwertes ableiten lässt.

6. Wie misst man Radon?

Mit einem speziellen Verfahren kann man Radon in der Bodenluft messen. Dazu wird eine Messsonde in den Erdboden getrieben und Luft aus dem die Sonde umgebenden Erdreich angesogen und messtechnisch ausgewertet. Man erhält hiermit die Radonkonzentration im Boden, wobei meteorologische und geologische Informationen zum Messort wichtig für die Auswertung sind. Mit diesen Informationen kann man Bewertungen durchführen, um zu einer kartographischen Darstellung des geogenen Radonpotenzials zu gelangen. Das Radonpotenzial bezeichnet die Eigenschaft eines Bodens, Radon in die Bodenluft freizusetzen und mit dieser an die Erdoberfläche zu gelangen. Abhängig ist dieses neben dem Radiumgehalt des Bodenmaterials von der Fähigkeit des Bodens, dieses Gas zu leiten, also von der Permeabilität (Zusammenspiel aus der Porosität und der Feuchte des Bodens).

Zur Messung der Radonkonzentration in Innenräumen gibt es diverse am Markt verfügbare Messgeräte und Verfahren. Man unterscheidet hauptsächlich aktive von passiven Messgeräten und -verfahren. Weiterhin gibt es verschiedene Ansätze zur Bewertung der Radonsituation im jeweiligen Gebäude. Die für das deutsche Strahlenschutzgesetz relevante Langzeitmessung wird in der Regel mit passiven Messgeräten, sogenannten Kernspurdetektoren, durchgeführt. Um jahreszeitliche Effekte herausmitteln zu können, werden hierbei zeitlich lange Messintervalle gewählt, idealerweise ein komplettes Jahr. Aktive Messgeräte werden häufig für Trend- oder Screeningmessungen verwendet. Diese Messungen werden für eine kurze Dauer durchgeführt (ca. eine bis drei Wochen) und zeigen besonders die zeitlichen Verläufe (Tages- und Wochengang) aufgrund der Nutzungsbedingungen der Räume auf. Oft lassen sich daraus unmittelbar Empfehlungen zum Lüftungs- und Nutzungsverhalten ableiten.

7. Gibt es verlässliche Werte und/oder Karten zu Radon?

Im Internet kursieren einige Kartendarstellungen zum Thema Radon. Hierunter sind Karten zur Radonkonzentration in der Bodenluft, aber auch Karten zur Radonkonzentration in Gebäuden. Oft sind diese Karten aber "mit Vorsicht zu genießen", da der Datenbestand, der diesen Karten zugrunde liegt, recht gering ist und viele statistische Verallgemeinerungen, z.B. zur Geologie, getroffen wurden, um überhaupt eine Karte erstellen zu können. Mit Inkrafttreten der einschlägigen Regelungen des Strahlenschutzgesetzes wird es eine offizielle Radonkarte des Bundes geben. Diese Karte wird im Internet aufrufbar sein. Darin werden bundesweit "Radonvorsorgegebiete" und "Nicht-Radonvorsorgegebiete" dargestellt. Diese Karte wird stetig aktualisiert werden. Der verfügbare Datenbestand ist beschränkt, wird aber in Abstimmung mit den Bundesländern stetig erweitert.

8. Wie ist die Ausgangslage in Schleswig-Holstein?

Die Radonkonzentration in der Bodenluft ist in Gebieten mit hohem Uran- bzw. Radiumgehalt im Boden am größten. Im bundesweiten Vergleich ist dieser Gehalt in schleswig-holsteinischen Böden etwas erhöht, gilt aber nicht als hoch. Allerdings gibt es regionale Unterschiede. Der Radiumgehalt ist in den Regionen Schleswig-Holsteins am größten, die während der eiszeitlichen Epochen durch das aus Skandinavien stammende Moränenmaterial besonders überformt wurden, also hauptsächlich im östlichen schleswig-holsteinischen Hügelland. Dieses spiegelt sich in den aktuellen Daten der Radonkonzentration in der Bodenluft wieder. In einer vorläufigen Übersicht des Bundes sind diese Gebiete als sogenannte "Untersuchungsgebiete" gekennzeichnet, da sie nach vorhandener Datenlage ein größeres Radonpotenzial als das Kriterium "Nicht-Radonvorsorgegebiet" und ein geringeres Radonpotenzial als das Kriterium „Radonvorsorgegebiet“ aufweisen. Nach aktuellem Stand ist in Schleswig-Holstein kein "Radonvorsorgegebiet" vorgesehen, jedoch sind knapp 4600 km² Landesfläche als "Untersuchungsgebiet" eingestuft. In diesen Gebieten reicht die Datenbasis zurzeit noch nicht aus, diese Gebiete eindeutig zuzuweisen. Das MELUR führt deshalb laufend weitere Messungen durch.

9. Wie gelangt das Radon in mein Haus und was kann ich bei erhöhten Werten tun?

Radon gelangt hauptsächlich durch Risse und Undichtigkeiten in das Hausinnere. Ein Hauptpfad sind Setzungsrisse im Bereich der Bodenplatte oder im Sockelbereich. Auch undichte Kellerfenster oder ungünstig positionierte Lüftungsgitter sowie Ansaugöffnungen bei Lüftungsanlagen können Eintrittspfade sein. Die Radonkonzentration nimmt in den oberen Gebäudebereichen üblicherweise ab, in einem Kellergeschoss ist eine deutlich höhere Radonkonzentration zu erwarten als im Erdgeschoss oder gar in Obergeschossen. Neubauten sind in der Regel sehr gut gegen Feuchtigkeit isoliert. Ist die Bodenplatte normgerecht ausgeführt, sind die üblichen Eintrittspfade verschlossen, so dass in diesen Gebäuden niedrige Radonkonzentrationen vorgefunden werden. Weiterhin bietet eine Lüftungsanlage, welche häufig in Neubauten zu finden ist, Luftwechselraten, die das Risiko einer erhöhten Radonkonzentration nochmals deutlich reduziert.

Ein erhöhtes Risiko stellen statistisch jedoch energetisch sanierte ältere Gebäude dar. Bei der energetischen Sanierung werden in der Regel die Luftwechselraten der Gebäude reduziert, um das Energieeinsparziel zu erreichen. Weiterhin werden die Sanierungsmaßnahmen oft auf die Außenhülle des Hauses beschränkt, ohne die vorhandene Bodenplatte zu betrachten, die oftmals Undichtigkeiten aufweist, auch wenn diese (gasdurchlässigen) Risse für den Feuchteschutz des Gebäudes irrelevant sind. Durch diese Maßnahmen werden einerseits energetisch sanierte Gebäude geschaffen, die andererseits aber oftmals eine höhere Radonkonzentration in Innenräumen aufweisen als vor der Sanierung. Hier sollte im Vorfeld der Sanierungsmaßnahmen betrachtet werden, ob die Bodenplatte und weitere klassische Radoneintrittspfade in die Sanierung einbezogen werden sollten. Darüber hinaus kann auch die Installation einer Lüftungsanlage in Erwägung gezogen werden. Bei geringen Überschreitungen des Referenzwertes kann auch eine Nutzungsänderung der Räume oder eine häufigere Fensterlüftung zu einer Reduzierung der Radonexposition führen. Die technischen Möglichkeiten der Radonsanierungen werden stetig besser und auch die Anzahl der am Markt zur Verfügung stehenden Materialien steigt laufend. Es gibt in der Bautechnik bewährte Folien und Bitumenschweißbahnen, die zum Feuchte- und zugleich zum Radonschutz verwendet werden können, außerdem spezielle Anstriche und die bereits erwähnten Lüftungsanlagen. In Fällen deutlich überschrittener Radonwerte gibt es spezielle Radon-Sanierungsmaßnahmen, hier sind Radonbrunnen und Drainagesysteme zu nennen, die jeweils Radon aus der Umgebung des Hauses oder unter der Bodenplatte wegleiten.

10. Mein Wohnort befindet sich in einem Radonvorsorgegebiet oder Untersuchungsgebiet. Habe ich automatisch hohe Radonkonzentrationen in meinen Wohnräumen?

Ein ganz klares NEIN!. Die Radonkonzentration in der Raumluft hängt zwar auch vom geogenen Radonpotenzial ab, jedoch noch stärker von weiteren Faktoren wie beispielsweise der Bausubstanz, der Abdichtung zum Erdreich, dem Lüftungsverhalten. Dabei zeigt sich, dass benachbarte Häuser deutlich voneinander abweichende Radonwerte aufweisen können, auch wenn unter vergleichbaren Bedingungen (Jahreszeit, Wetter) gemessen wird. Es ist also erforderlich, jedes Haus gesondert zu betrachten.

11. Bin ich verpflichtet, die Radonkonzentration in meinem Haus zu messen?

Es ist zwischen Wohnhaus und Arbeitsstätte zu unterscheiden. In Wohnhäusern gibt es keine Pflicht, die Radonkonzentration zu messen. Anders sieht es an Arbeitsstätten innerhalb von Radonvorsorgegebieten aus. Hier müssen die Arbeitgeber personen- bzw. arbeitsplatzbezogene Messungen durchführen lassen. Innerhalb von 18 Monaten nach Ausweisung der Radonvorsorgegebiete müssen die Messungen durchgeführt und ausgewertet worden sein.

12. Welche Pflichten kommen auf die Arbeitgeber zu und was kostet das?

Das Strahlenschutzgesetz sieht vor, dass alle Arbeitsplätze innerhalb eines Radonvorsorgegebietes umfassend betrachtet und vermessen werden, soweit diese sich im Erd- bzw. Kellergeschoss befinden oder speziellen Arbeitsfeldern wie z.B. Bergwerken, Anlagen zur Wassergewinnung oder auch Radonheilbädern zuzuordnen sind. Hier ist ein sog. Stufenkonzept mit unterschiedlichen Maßnahmen vorgesehen. Auf jeder Stufe scheiden Arbeitsplätze aus, die damit den Maßnahmen der nächsthöheren Stufe nicht zugeführt werden müssen. Im ersten Schritt ist zuerst abzuklären, ob es sich um einen Arbeitsplatz innerhalb eines ausgewiesenen Radonvorsorgegebietes handelt. Ist dies der Fall, so muss der Arbeitgeber, für ihn kostenpflichtig, eine Langzeitmessung zur Ermittlung der Radonkonzentration am Arbeitsplatz beauftragen. Ist der Referenzwert nicht überschritten, ist damit die Pflicht erfüllt. Der Arbeitgeber hat die Ergebnisse der Messung aufzubewahren und auf Verlangen der Aufsichtsbehörde vorzulegen. Sollten sich die Bedingungen des Arbeitsplatzes signifikant ändern, z.B. durch bauliche Maßnahmen wie energetische Sanierung oder Verlagerung von Arbeitsplätzen in andere Räume, sind die Messungen zu wiederholen. Ist dieser erste Messwert oberhalb des Referenzwertes angesiedelt, so sind Reduzierungsmaßnahmen in Betracht zu ziehen und umzusetzen; Ausnahmen sind möglich, wenn etwaige Maßnahmen nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand möglich sind. Der Erfolg der eingeleiteten Maßnahmen ist messtechnisch nachzuweisen. Sollte der Referenzwert danach trotzdem überschritten bleiben, so ist der Arbeitsplatz bei der zuständigen Aufsichtsbehörde anzumelden. Die Behörde nimmt anhand der Messergebnisse Dosisabschätzungen vor. Sollte aus der Dosisabschätzung eine Personendosis von >6mSv/a resultieren, sind die Regelungen zum beruflichen Strahlenschutz anzuwenden. Hier sind dann Dosisgrenzwerte einzuhalten und eine Dosisüberwachung durchzuführen.

Die Kosten für eine Langzeitmessung an einem einzigen Arbeitsplatz liegen unter 50 Euro. Je nach Größe des Gebäudes können bei der Erstermittlung mehrere Radonmessungen in repräsentativen Räumen erforderlich sein. Es muss jedoch nicht an allen Arbeitsplätzen gemessen werden. Bei Überschreiten des Referenzwertes sind ggf. technische Maßnahmen zu ergreifen, deren Kosten von der Komplexität der Maßnahmen abhängen. Für einfache Lüftungssysteme sind einige 100 Euro zu veranschlagen, die Kosten baulicher Maßnahmen können im unteren vierstelligen Bereich liegen. Mit umfangreicheren Sanierungen ist in Schleswig-Holstein nicht zu rechnen.

13. Was ist privaten Hauseigentümern in Radonvorsorgegebieten zu empfehlen?

Eigentümern von Wohnhäusern innerhalb von Radonvorsorgegebieten wird empfohlen, ihre Immobilien auf die Radonkonzentration in Aufenthaltsräumen im Keller- und Erdgeschoss messtechnisch untersuchen zu lassen. Eine Verpflichtung hierzu besteht (anders als an Arbeitsplätzen) nicht. Analog zu den Arbeitsplätzen ist jedoch zu empfehlen, dass bei Messwerten oberhalb des Referenzwertes Maßnahmen zur Reduzierung der Radonkonzentration in Erwägung zu ziehen sind. Auch wenn die Messwerte unterhalb des Referenzwertes liegen, gibt es evtl. geeignete Maßnahmen, die Radonkonzentration in den Aufenthaltsräumen weiter zu reduzieren. Bei Fragen hierzu sind die jeweiligen Aufsichtsbehörden der Länder die passenden Ansprechpartner.

14. Was kann ich als Mieter tun, wenn mein Vermieter keine Messungen durchführt?

Es gibt hier keine rechtliche Grundlage, die den Vermieter dazu verpflichtet, Messungen in einem vermieteten Gebäude durchführen zu lassen. Hier ist der Wille des Vermieters gefragt, diese Messungen zu beauftragen und in der Folge dann auch zu zahlen. Alternativ kann der Mieter natürlich die Messungen in den von ihm angemieteten Räumlichkeiten durchführen lassen.

15. Wie lange wird es dauern, bis die Radonvorsorgegebiete ausgewiesen sind?

Die zuständige Behörde, also in dieser Frage das MELUND, legt innerhalb von zwei Jahren nach Inkrafttreten einer Rechtsverordnung die Radonvorsorgegebiete nach Maßgabe des Bundesumweltministeriums fest (spätestens bis zum 31.12.2020). Die Festlegung ist spätestens alle zehn Jahre zu überprüfen.