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Geowissenschaftliche Landesaufnahme

Staatskanzlei

Geowissenschaftliche Landesaufnahme

Definition, gesetzliche Grundlage, Ziel

Die "Geowissenschaftliche Landesaufnahme" (GL) ist die systematische, flächendeckende Erkundung und Beschreibung des geologischen und bodenkundlichen Aufbaues der oberen Erdschichten. Die GL wird auf gesetzlicher Grundlage des Lagerstättengesetzes, des Bundesberggesetzes und des Bundes-Bodenschutzgesetzes durchgeführt. Sie ist Kernaufgabe der Geologischen Dienstes und Fachgrundlage für vielfältige weiter gehende geowissenschaftliche Auswertungen.

Tiefenbezogen lassen sich drei Bearbeitungsebenen unterscheiden:

  • der oberflächennahe Untergrund (Tiefenbereich bis 10 m),
  • der mitteltiefe Untergrund (Tiefenbereich 10 - 500 m)
  • der tiefe Untergrund (Tiefenbereich > 500 - 5000 m).

Vorrangiges Ziel der GL ist die beschreibende Erfassung der Erdschichten einschließlich der belebten Bodenzone im Hinblick auf ihre räumliche Verbreitung und Gestaltung, ihre stoffliche Zusammensetzung sowie ihre physikalisch-chemischen Eigenschaften. Dabei werden Daten gewonnen, die sich auf die Probenahmestelle beziehen (Punktdaten). Mit Hilfe fachspezifischer Interpolationsschritte oder Modellrechnungen werden diese Daten in Flächeninformationen umgesetzt und themenbezogen in bodenkundlichen und geologischen Karten bereitgestellt.

Methoden der Landesaufnahme

Vor jeder Erhebung von Felddaten steht die Datenrecherche im Geologischen Landesarchiv, der zentralen Sammelstelle geowissenschaftlicher Fachdaten im LLUR.

Die praktische bodenkundliche und geologische Landesaufnahme des oberflächennahen Untergrundes erfolgt durch Geowissenschaftler des LLUR. Je nach den geologischen und bodenkundlichen Verhältnissen kann es erforderlich sein, über 100 Sondierbohrungen je Quadratkilometer auszuführen, um eine hinreichende Datenbasis für großmaßstäbliche Abgrenzungen der unterschiedlichen Gesteine und Böden zu erlangen. Unterstützend werden heute verstärkt geophysikalische Flächenuntersuchungen eingebunden (beispielsweise Hubschrauberbefliegungen).

Schichtdaten aus dem mitteltiefen Untergrund werden durch maschinengetriebene Tiefbohrungen ermittelt, meist im Zusammenhang mit grundwasserrelevanten Untersuchungen. Ergänzend werden auch indirekte Verfahren (z.B. Geophysik, Pumpversuche) zur Ableitung des Schichtaufbaues herangezogen.

Systematische Ausarbeitungen zur Geologie des tiefen Untergrundes sind nur mit großem Aufwand möglich. Sie erfolgen derzeit auf Ebene der Staatlichen Geologischen Dienste zentral über die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe.

Nutzen der Landesaufnahme

Neben wirtschaftlichen Aspekten (Erkundung mineralischer Rohstoffvorkommen, Erkundung von Trink- und Mineralwasservorkommen, Bewertung der Baugrundeigenschaften) dient die GL auch zahlreichen naturschutz- und bodenfachlichen Belangen. Geowissenschaftliche Daten können Grundlage sein für die

  • Ermittlung und Bewertung von Bodenfunktionen nach dem Bundes-Bodenschutzgesetz sowie der Landschafts- und Küstenentwicklung,
  • Erfassung und Darstellung von erhaltenswerten Geotopen,
  • Bewertung grundwasserüberdeckender Schichten.

Im Geologischen Landesarchiv des LLUR sind die geowissenschaftlichen Fachdaten zentral gesammelt. Das "Informationssystem geowissenschaftliche Karten" vermittelt den aktuellen Stand der geowissenschaftlichen Landesaufnahme in Schleswig-Holstein.

Weitere Informationen

Aufnahmeformblatt für die bodenkundliche Geländeaufnahme (PDF 20KB, Datei ist nicht barrierefrei)