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Thema : Wasserstark.SH

Kommunikation und Prävention, das sind die großen Herausforderungen!


Ramon Hiemcke leitet das Dezernat „Hydrologie, Wassergefahren, Geographische Informationssysteme“ am Landesamt für Umwelt des Landes Schleswig-Holstein. Als 17-Jähriger hat er das Hochwasser von 1976 in der Haseldorfer Marsch erlebt. Heute lebt er in Holtsee, fährt aber mindestens einmal im Jahr zum Brandungsbaden an die Nordsee.

Letzte Aktualisierung: 28.08.2023

Ramon Hiemcke (64) leitet das Dezernat „Hydrologie, Wassergefahren, Geographische Informationssysteme“ am Landesamt für Umwelt des Landes Schleswig-Holstein.
Ramon Hiemcke leitet das Dezernat „Hydrologie, Wassergefahren, Geographische Informationssysteme“ am Landesamt für Umwelt des Landes Schleswig-Holstein. Als 17-Jähriger hat er das Hochwasser von 1976 in der Haseldorfer Marsch erlebt. Heute lebt er in Holtsee, fährt aber mindestens einmal im Jahr zum Brandungsbaden an die Nordsee.

Ein Hochwasser ist „schuld“ daran, dass das Thema Wasser Ihr ganzes berufliches Leben bestimmt. Wie ist es dazu gekommen?

Ich bin als Jugendlicher in Moorrege an der Haseldorfer Marsch aufgewachsen. Beim Hochwasser 1976 mit neun Deichbrüchen an der Elbe zwischen Hetlingen und Holm war ich 17 Jahre alt. Meine Mutter hatte schon Lebensmittel in die obere Etage unseres Hauses gebracht. Bei uns ist aber alles trocken geblieben. Der Hof der Eltern meines Schulfreundes ist nur rund 600 Meter entfernt und liegt am Geestrand auf einer Aufschüttung. Bis dorthin ist das Wasser aufgelaufen. Wir haben bis in die Ferne nur noch eine einzige Wasserfläche gesehen. Das war schon etwas beängstigend. Um mehr über die Stärken des Wassers zu erfahren und Ideen zum Umgang damit zu entwickeln, habe ich später beschlossen, Wasserbauingenieur zu werden.

 

Was wissen Sie heute über „Ihr“ Hochwasser?

Heute haben wir zum Beispiel die Möglichkeit, uns die Gegebenheiten auf digitalen Karten anzeigen zu lassen. Dem Geländehöhenmodell kann ich direkt entnehmen, dass unser Grundstück 6,00 Meter über Normalhöhennull lag und das meines Freundes nur bei 3,20 Meter. Und ich weiß: Bei Hochwasser macht dieser Höhenunterschied enorm viel aus!

 

Was ist inzwischen in Sachen Hochwassermanagement passiert?

Kommunikation und Prävention sind die großen Herausforderungen. Und da ist sehr viel passiert. Neben dem reinen Hochwasserschutz mit Überflutungen am Rande von Fließgewässern steht durch den Klimawandel auch die erhöhte Belastung durch Starkregen mit Wassermengen in der Fläche im Fokus. Zahlreiche Schritte durfte ich selbst in die Wege leiten und begleiten. Zum Beispiel Starkregenhinweiskarten für ganz Schleswig-Holstein. Da betreuen meine Kolleginnen und Kollegen und ich fachlich die Erstellung. Darauf kann dann jeder sehen, wo das Wasser bei Starkregen auch außerhalb der Gewässer hinfließt und das Risiko abschätzen.

Diese und andere Informationen allen Entscheidungsträgern unkompliziert zur Verfügung zu stellen, ist wiederum ein Baustein des Wassergefahrenmanagements in einem Projekt zum Schutz der Bevölkerung. Dazu kommen die Informationen darüber, wie alle Beteiligten mit diesem Wissen am besten umgehen.

 

Was ist das Besondere am Hochwasserschutz in Schleswig-Holstein?

Wir haben hier zwei Meere und dazwischen unter anderem rund 3.350 Quadratkilometer Niederungen, also Flächen unter 2,50 Meter Normalhöhennull. Da wird schnell klar: Wir müssen heute den Weg vorbereiten, damit die nächste Generation eine Idee davon bekommt, wie sie sich gut auf die kommenden Herausforderungen einstellen kann.

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