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Ministerium für Energie­wende, Klimaschutz, Umwelt und Natur : Thema: Ministerien & Behörden

Tobias Goldschmidt

Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur

Letztes Atomkraftwerk geht vom Netz

Nach rund 35 Jahren Laufzeit und 360 Milliarden produzierten Kilowattstunden Strom stellt das Kernkraftwerk in Brokdorf zum Jahresende den Betrieb ein.

Letzte Aktualisierung: 20.12.2021

Außenansicht des Kernkraftwerks
Mit der Abschaltung des Kernkraftwerkes Brokdorf endet die Ära der Atomkraft in Schleswig-Holstein.

Über Jahrzehnte hinweg gehörten die Kernkraftwerke fest zur Energieversorgung in Schleswig-Holstein. Im Rahmen des Atomausstiegs wird nun die letzte Anlage im Norden, in Brokdorf, am 31. Dezember ihren Betrieb einstellen. "Dieser Abschied von einer alten Technologie ist zugleich ein Aufbruch. Schon jetzt ist Schleswig-Holstein Energiewendeland Nummer eins", sagte Umweltminister Jan Philipp Albrecht vor Ort.

Rückbau bis 2040

Albrecht dankt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren wichtigen Dienst für die Allgemeinheit. Sie hätten den sicheren Betrieb der Anlage gewährleistet. "Mir ist bewusst, dass diese letzten Tage des Kraftwerksbetriebs bei Ihnen eher Wehmut als Freude auslösen. Umso dankbarer bin ich, dass ich heute die Gelegenheit hatte, mit einigen von Ihnen noch einmal direkt ins Gespräch zu kommen", sagte der Minister. Bei dem nun anstehenden Rückbau des Kraftwerkes seien die Kenntnisse und Erfahrungen der Beschäftigten unverzichtbar.

Ab Januar 2022 sollen alle 193 Brennelemente zunächst für vier Jahre in ein Lagerbecken umgeladen werden, bevor sie in dann in das Standortzwischenlager kommen. Laut dem Betreiber PreussenElektra wird der Rückbau schätzungsweise bis zum Jahr 2040 dauern.

Mit der Stilllegung des Kernkraftwerks Brokdorf endet die Ära der Atomkraft in Schleswig-Holstein.

Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur Jan Philipp Albrecht

Leistungsstarke Anlage in Brokdorf

Ein Mann interviewt einen anderen Mann draußen vor einem Kernkraftwerk.
Umweltminister Albrecht im Interview mit einem Journalisten zur Abschaltung des letzten Kernkraftwerks in Schleswig-Holstein.

Seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 1986 hat das Kernkraftwerk an der Elbe rund 360 Milliarden Kilowattstunden produziert. Damit gehörte es bis zuletzt zu den leistungsstärksten Anlagen in Deutschland und war im Jahr 2005 sogar weltweit der Reaktor mit der größten Stromproduktion – etwa zwölf Milliarden Kilowattstunden. Das entspricht aktuell dem gesamten Jahresverbrauch der Stadt Hamburg oder etwa drei Viertel des schleswig-holsteinischen Bedarfs.

Zum Vergleich: Die Windkraftanlagen im echten Norden produzieren bereits heute rechnerisch etwa 160 Prozent des Verbrauchs in Schleswig-Holstein und leisten damit bundesweit einen wichtigen Beitrag zur Energiewende.

Atomenergie in der Bundesrepublik

Die Geschichte der Atomenergie in Deutschland hat mehrere Facetten. Als das bundesweit erste Atomkraftwerk 1960 im Nordwesten Bayerns seinen Betrieb aufnahm, galt die Technik als Nonplusultra der Stromgewinnung. Erst in den 1970er Jahren, mit steigender Zahl von Reaktoren in der ganzen Bundesrepublik und der aufkommenden Frage nach der Lagerung des Atom-Mülls, bildete sich eine große zivile Gegenbewegung zur Atomkraft. Zu Zehntausenden versammelten sich Gegnerinnen und Gegner, um unter anderem gegen den Bau weiterer Reaktoren zu demonstrieren.

Atom-Ausstieg nach Fukushima-Katastrophe

Am 14. März 2011 wurde der deutsche Atom-Ausstieg dann endgültig beschlossen – wenige Tage nach der Nuklear-Katastrophe in Fukushima (Japan). Eine große Mehrheit stimmte im Bundestag dafür, acht von damals siebzehn aktiven Kernkraftwerken in der Bundesrepublik noch innerhalb weniger Tage abzuschalten. Für die übrigen Reaktoren wurden Fristen zur Abschaltung vereinbart.

Somit gehen neben dem Kernkraftwerk in Brokdorf, auch die Reaktoren Grohnde (Niedersachsen) und Gundremmingen C (Bayern) zum Jahresende vom Netz. Die dann noch verbleibenden Kernkraftwerke Isar 2 (Bayern), Neckarwestheim 2 (Baden-Württemberg) und Emsland (Niedersachsen) müssen spätestens bis Ende 2022 den Betrieb einstellen.

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