150 Jahre Berufliche Bildung in Neumünster gefeiert
Am 20. November würdigten die Regionalen Berufsbildungszentren in Neumünster das 150 Jährige Bestehen der Beruflichen Bildung in ihrer Stadt mit einer Jubiläumsfeier.
Neben den Grußworten vom Oberbürgermeiser Tobias Bergmann und Andreas Bitzner sprach Dr. Arno Broux, Stellvertretender Direkor des Schleswig-Holsteinischen Instituts für Berufliche Bildung (SHIBB) und Leiter des Landesseminars Berufliche Bildung (LSBB).
Jörg Leppin, bis September dieses Jahres Schulleiter der Elly-Heuss-Knapp-Schule und nun Dezernatsleiter im SHIBB hielt eine Abschiedsrede und dankte allen Akteuren und Partnern der Beruflichen Bildung und der Dualpartner. Zwei besondere Highlights waren die Muskalische Begleitung von Jan Kjell Saemann und der Vortrag eines Textes von Poetry-Slammer Björn Högsdal, den er anlässlich der Jubiläumsfeier geschrieben hatte.
Andreas Bitzner und Olaf Hirth gingen in ihrer unterhaltsamen Festrede auf die aktuelle und zukünftige Entwicklung der Beruflichen Bildung ein und zeigten auf, dass diese sich auch in der Vergangenheit immer schon verändert hatte.
Die Idee, in Neumünster eine Bildungsstätte für Jugendliche zu schaffen, entstand im 19. Jahrhundert während der dänischen Herrschaft. In den 1840er Jahren wurde der Wunsch nach einer Fortbildungsschule laut, um den jungen Menschen den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten und finanzieller Engpässe wurde 1875 schließlich eine städtische Fortbildungsschule gegründet, die den wachsenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften in der aufblühenden Gewerbelandschaft Neumünsters decken sollte.
Die erste Fortbildungsschule öffnete am 2. November 1875 unter der Leitung von W. Tanck. Anfangs waren die Schülerzahlen gering, doch die Nachfrage stieg rasch. Bis 1895 waren bereits 284 Erwachsene eingeschrieben. Die Schule entwickelte sich kontinuierlich weiter und passte ihren Lehrplan an die gesellschaftlichen Veränderungen an.
Die Bedeutung der beruflichen Bildung für die wirtschaftliche Entwicklung Neumünsters kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Fortbildungsschule spielte eine entscheidende Rolle bei der Erhöhung der Qualifikation der Arbeitskräfte und der Minderung des Fachkräftemangels. Dies war besonders wichtig, da Neumünster sich als Gewerbezentrum etablierte und zahlreiche Industrien ansiedelten. Die Ausbildung von Tuchmachern, Webern und anderen Handwerkern war entscheidend für das Wachstum der lokalen Wirtschaft.
In den folgenden Jahrzehnten erlebte die Schule zahlreiche Umstrukturierungen. Die Einführung des Berufsgrundbildungsjahres und die Modularisierung der Lehrpläne in den 1970er Jahren waren bedeutende Schritte zur Modernisierung der Ausbildung.
Weitere Informationen zur Geschichte der beruflichen Bildung in Neumünster sind hierzu finden.
Heute sichern die drei Regionalen Berufsbildungszentren (RBZ) Neumünsters die berufliche Bildung junger Menschen weit über die Stadtgrenzen hinaus. Die Elly-Heuss-Knapp-Schule, die Theodor-Litt-Schule und die Walther-Lehmkuhl-Schule bieten eine Vielzahl von Ausbildungsberufen und Vollzeitbildungsgängen an, die bis zum Abitur führen. Ihre kontinuierliche Entwicklung und Anpassung spiegeln die dynamischen Veränderungen in der Gesellschaft und der Wirtschaft wieder. Der beruflichen Bildung in Neumünster kommt eine Schlüsselrolle für die wirtschaftliche Stabilität und das Wachstum der Region zu.
Derzeit profitieren an den drei Regionalen Berufsbildungszentren rund 6.000 Schülerinnen und Schüler von einer fundierten allgemeinen und beruflichen Bildung, die ihnen den Erwerb wichtiger Kompetenzen für ihre zukünftigen Karrierewege ermöglicht.
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie über den folgenden Link: