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Landesarchiv Schleswig-Holstein : Thema: Ministerien & Behörden

Verfolgen – Skandalisieren – Aufarbeiten. NS-Prozesse und westdeutsche Medienöffentlichkeit im Schatten des Ost-West-Konflikts

Mittwoch, 5. Oktober 2022, 18.30 Uhr

Letzte Aktualisierung: 20.07.2022

Das Landesarchiv Schleswig-Holstein lädt im Rahmen der Ausstellung "Heinz Reinefarth: Vom NS-Kriegsverbrecher zum Landtagsabgeordneten" zu dieser Vortragsveranstaltung in das Prinzenpalais, Schleswig, ein.

Bereits vor der deutschen Kapitulation hoben die Alliierten ein umfassendes Prozessprogramm zur Ahndung von NS- und Kriegsverbrechen aus der Taufe. Dessen Höhepunkt bildete das Internationale Militärtribunal (IMT) in Nürnberg, das im Oktober 1946 mit hohen Strafen gegen die deutsche Führungselite endete. In den ersten Jahren nach Gründung des westdeutschen Staats bemühten sich die Justizminister von Bund und Ländern, das als lästig empfundene Nürnberger Erbe zügig abzuwickeln. Aufgrund zahlreicher Personalskandale und der Propagandaaktionen der DDR sah sich die westdeutsche Strafjustiz gegen Ende der Fünfzigerjahre gezwungen, die NS-Ermittlungen wieder aufzunehmen. Trotz nicht abreißender öffentlicher Kritik halten diese Prozesse bis heute an. Der Vortrag gibt einen Gesamtüberblick zur Geschichte der NS-Strafverfolgung und fragt nach Stärken und Schwächen dieses schwierigen Experiments gesellschaftlicher Selbstaufklärung.

Prof. Dr. Annette Weinke forscht und lehrt Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena und ist Stellvertretende Leiterin des Jena Centers Geschichte des 20. Jahrhunderts. Zahlreiche Publikationen zur deutsch-deutschen Nachgeschichte des Nationalsozialismus, zur Geschichte der Menschenrechte und des Völkerstrafrechts sowie zu Themen der internationalen und transatlantischen Geschichte.

Eintritt 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Mitglieder des Fördervereins haben freien Eintritt.

Um Anmeldung wird gebeten unter Telefon 04621 8618-00 oder per E-Mail an sonja.clausen@la.landsh.de.

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