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Landesarchiv
Schleswig-Holstein
: Thema: Ministerien & Behörden

Landesfachberatungsstelle für Bestandserhaltung

Die Landesfachberatungsstelle für Bestandserhaltung stellt sich ausführlich vor.

Letzte Aktualisierung: 04.04.2022

Faltblatt der Landesfachberatungsstelle für Bestandserhaltung

Das Land Schleswig-Holstein hat im Landesarchiv die LFB – Landesfachberatungsstelle für Bestandserhaltung eingerichtet. Sie soll Archive und wissenschaftliche Bibliotheken im Land bei der Umsetzung bestandserhaltender Maßnahmen unterstützen.

Faltblatt der Landesfachberatungsstelle für Bestandserhaltung (PDF, 409KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Schriftlich überliefertes Kulturgut ist Identität und gedankliches Fundament unserer Gesellschaft. Sein dauerhafter Schutz und Erhalt ist eine Kernaufgabe der Archive und Bibliotheken und wird in Schleswig-Holstein durch das Landesarchivgesetz (§§ 2 und 15 LArchG) und das Bibliotheksgesetz (§§ 2 und 9 BiblG) verordnet. Dem gesetzlichen Auftrag nachzukommen, stellt die Einrichtungen vor große Herausforderungen – säurehaltiges Papier, schlechte Lagerungsbedingungen und zunehmende Umwelteinflüsse sind nur Beispiele für Mechanismen, die den Originalerhalt bedrohen. Der Bedarf an bestandserhaltenden Maßnahmen ist enorm, so auch veranschaulicht in den von der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) vorgelegten bundesweiten Handlungsempfehlungen.

Handlungsempfehlungen der KEK

Vor diesem Hintergrund möchten wir die Einrichtungen beim Originalerhalt unterstützen und ihnen unser Fachwissen anbieten.

Unser Angebot

Abgestimmt auf das Anliegen der jeweiligen Institution, informiert, vermittelt und berät die Landesfachberatungsstelle für Bestandserhaltung zu den spezifischen Problemstellungen vor Ort und erarbeitet und begleitet zweckmäßige Lösungswege. Diese umschließen Fragen zur Restaurierung und Instandsetzung von Beständen, zur Verbesserung der Aufbewahrungsbedingungen – von der Magazineinrichtung über geeignete Schutzverpackungen bis hin zu klimatechnischen Fragen –, zu Hygienekonzepten und dem Umgang mit Schädlingen. Wichtig ist der Bereich der Notfallvorsorge zum Schutz vor Katastrophen, wie uns jüngste Ereignisse eindrücklich zeigen. Darüber hinaus berät die Beratungsstelle zu Förderprogrammen, um die bestandserhaltenden Maßnahmen durchzuführen.

Unser Beratungsangebot stützen sich auf die allgemeingültigen Standards mit den Empfehlungen und Normen zur Bestandserhaltung:

Landesfachberatungsstelle Bestandserhaltung

Frühzeitige Schadenerkennung

Verschiedenste Mechanismen führen zu Schäden an Archiv- und Bibliotheksgut. Vorsorgemaßnahmen zur Schadenvermeidung und das möglichst frühzeitige Erkennen und richtige Einstufen von Schadensbildern kann schwere Schäden am Schriftgut und damit verbundene Kosten zur Instandsetzung verringern. Die Landesfachberatungsstelle bietet Unterstützungsangebote zur Zustandsbewertung von Beständen an. Mit einer strukturierten Schadenerfassung ist der Erhaltungszustand von Beständen systematisch erfassbar, Behandlungsmaßnahmen können definiert werden und bilden Grundlagen zur Berechnung von Aufwendungen, z. B. für Drittmittelprojekte.

Lagerung und Klima

Optimale Aufbewahrungsbedingungen sind Grundlage der Schadensprävention und Voraussetzung für den dauerhaften Erhalt von Archiv- und Bibliotheksgut. Den Grundstein dazu bildet die Standortwahl und Konstruktion des Gebäudes bzw. Magazins unter Berücksichtigung ausgehender Gefahren (Risikobewertung). Darüber hinaus sollten Magazineinrichtung (Regale/Planschränke) und Raumgestaltung (Wände/Oberflächen/Boden) den fachlichen Anforderungen und Vorgaben entsprechen, keine Schadstoffe absondern und leicht zu reinigen sein. Die regelmäßige Magazinreinigung zur Einhaltung der Raumhygiene ist ratsam. Sie beugt Schädlingsbefall und der Entstehung von Schimmel in Kombination mit einer zu hohen Luftfeuchtigkeit vor. Die kontinuierliche Erfassung und Auswertung des Magazinklimas ermöglicht die Umsetzung von Maßnahmen zur Klimaverbesserung. Starke Klimaschwankungen und Überschreitungen von Grenzwerten können so analysiert und abgestellt werden.

Die Landesfachberatung für Bestandserhaltung liefert Unterstützung zur Optimierung der Aufbewahrungsbedingungen. In Anlehnung an Empfehlungen und Normen gibt sie Auskünfte zur Magazineinrichtung und Raumgestaltung, unterstützt bei der Erarbeitung von Hygienekonzepten mit geeigneten Reinigungsmethoden und kann zur Bewertung der Klimasituation herangezogen werden. Sollten Bestände durch Schimmel kontaminiert sein, gibt die Beratungsstelle Auskünfte zur Behandlung und zu den zu treffenden Schutzmaßnahmen.

Verpackung

Die Verpackung schützt Archiv- und Bibliotheksgut vor Staub, Schmutz, Licht und Klimaschwankungen. Sie vereinfacht den schonenden Transport der Objekte und das geordnete, platzsparende Einlagern. Im Falle einer Havarie können stabile Verpackungen das Schadensausmaß selbstverständlich verringern. Das Verpackungsmaterial ist objektspezifisch auszuwählen und muss mit Blick auf Stabilität und Alterungsbeständigkeit spezifische Anforderungen erfüllen. Vor diesem Hintergrund gibt die Landesfachberatungsstelle für Bestandserhaltung gerne Auskünfte zu Konstruktionsmerkmalen und Materialqualität.

Nutzung und Präsentation

Archiv- und Bibliotheksgut für die Öffentlichkeit bereitzustellen und gleichzeitig dem gesetzlichen Auftrag des Bestandserhaltes nachzukommen, bedingt objekt-schonende Umgangspraktiken und Präsentationsformen der Originale. Insbesondere bei Einsichtnahme, Vervielfältigung und Transport müssen Mitarbeitende und Nutzende für einen bewussten Umgang mit den schadensanfälligen Objekten sensibilisiert werden und konservatorische Vorgaben anwenden. Die Ausstellung und Präsentation von Originalen ist nach Beschaffenheit und Zustand objektspezifisch abzuwägen. Rahmenbedingungen mit den Anforderungen an Raum, Klima, Licht und objektstabilisierenden Präsentationsformen sollen neben sicherheitstechnischen Aspekten berücksichtigt werden.

Dazu gibt die Landesfachberatungsstelle Auskünfte (Einstufung der Nutzbarkeit, Ausstellungsfähigkeit von Objekten, konservatorische Rahmenbedingungen und gegebenenfalls in Betracht zu ziehendende Alternativen). Sie unterstützt bei der Erarbeitung von Handlungsanweisungen, Benutzungs- und Lesesaalordnungen.

Integrierte Schädlingsbekämpfung

Materialschädlinge wie z. B. Papierfischchen haben sich in den vergangenen Jahren verstärkt in Archiven und Bibliotheken ausgebreitet. Eingetragen über Verpackungsmaterial aus Papier oder das Objekt selbst, können sich die Schädlinge unter guten Lebensbedingungen in Magazinräumen ausbreiten und durch Fraß Schriftgut schädigen. Die Integrierte Schädlingsbekämpfung wirkt dem entgegen. Mit präventiven und bekämpfenden Maßnahmen verfolgt sie einen ganzheitlichen Ansatz der Schädlingsbekämpfung. Ein regelmäßiges Monitoring, beispielsweise mit Klebefallen, ermöglicht das frühzeitige Erkennen und die Lokalisierung eines Befalls und ist wesentlicher Bestandteil der gezielten Bekämpfung. Auch dazu berät die Landesfachberatungsstelle für Bestandserhaltung zielgerichtet.

Notfallvorsorge und Notfallbewältigung

Katastrophen treffen Kultureinrichtungen häufig unerwartet und bedrohen und zerstören Archiv- und Bibliotheksgut, beispielsweise durch Brand, Einsturz und Überschwemmung. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von technischen Störungen und menschlichem Versagen bis hin zu Naturgewalten und Klimawandel. Um im Notfall Schadenereignisse zu begrenzen, können sich Archive und Bibliotheken auf entsprechende Szenarien vorbereiten. Als zentrales Instrument gilt der auf die Einrichtung zugeschnittene Notfallplan mit Notallübungen und Erstversorgungsmaterial für den Notfall. Darüber hinaus ist die Organisation in Notfallverbünden unerlässlich. Die Beratungsstelle kann zu Fragen der Notfallvorsorge und des Notfallmanagements hinzugezogen werden. Auch bei der Gründung neuer Notfallverbünde ist sie strategische Ansprechpartnerin. Weitere Informationen können gerne abgefragt werden.

Beantragung von Fördermitteln

Maßnahmen zum Schutz und Erhalt von gefährdetem Archiv- und Bibliotheksgut können durch Landes- und Bundesmittel gefördert werden. Dabei werden Mengenbehandlungen wie die Papierentsäuerung, die Reinigung verschmutzter und kontaminierter Bestände, die Verpackung und Restaurierung mit der Landesförderung zum Erhalt schriftlichen Kulturguts und die Bundesförderung im BKM-Sonderprogramm in besonderer Weise berücksichtigt. Im Rahmen der Bundesförderung im KEK-Modellprojekt werden modellhafte, innovative und öffentlichkeitswirksame Ansätze zur Bestandserhaltung von schriftlichem Kulturgut gefördert. Über eine weitere Förderlinie können auch Mittel zur Erschließung und Digitalisierung von Archiv- und Bibliotheksgut beantragt werden. Die Landesfachberatungsstelle für Bestandserhaltung unterstützt Einrichtungen bei den Vorbereitungsmaßnahmen. Sie berät zu passenden Förderprogrammen und begleitet die Einrichtungen bei der Antragstellung und Evaluierung von bestandserhaltenden Maßnahmen.

Die einzelnen Förderlinien

Präsentation "Förderprogramme für Archive" von Dr. Johannes Rosenplänter, Stadtarchiv Kiel, beim Schleswig-Holsteinischen Archivtag am 22. Juni 2022 (PDF, 264KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Landesförderprogramm zum Erhalt schriftlichen Kulturguts

Bundesförderlinien der Koordinierungsstelle für den Erhalt des schriftlichen Kulturguts (KEK)

DFG-Förderprogramm "Digitalisierung und Erschließung"

Antragsfristen Förderprogramme

Bereiten Sie schon jetzt Ihren Antrag auf Fördermittel für das kommende Jahr 2023 vor – wir unterstützen Sie gerne bei Ihrem Vorhaben!

Aktuelles

Save the Date – Auftaktveranstaltung zur Gründung von Notfallverbünden

Am 7. Dezember 2022 findet im Landesarchiv in Schleswig die Auftaktveranstaltung zur Gründung von Notfallverbünden im Land statt. Neben einer Vortragsreihe soll in einem Workshop die aktive Auseinandersetzung mit dem Thema initiiert werden. Das Programm mit Details zum Ablauf und der Anmeldung können Sie hier herunterladen.

Programm und Anmeldung Auftaktveranstaltung Notfallverbünde (PDF, 137KB, Datei ist nicht barrierefrei)

KEK-Pressemitteilung: Mehr Fördermittel für die Notfallvorsorge

Die Notfallvorsorge in Archiven und Bibliotheken wird 2023 mit zusätzlichen Mitteln gefördert. Die Kulturstiftung der Länder stellt hierfür 50.000 Euro innerhalb der KEK-Modellprojektförderung bereit. Antragsschluss ist der 31. Januar 2023.

Pressemeldung Schwerpunkt Notfallvorsorge (PDF, 240KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Energiekrise

Vor dem Hintergrund der Energiekrise wurden von den Fachverbänden die folgenden Handlungsempfehlungen zu Einsparmaßnahmen veröffentlicht. Gerne beraten wir Sie zu den aufgeführten Empfehlungen und ihren Grenzen – insbesondere, wenn es um Überlegungen zur Energieeinsparung in den Magazinen mit dem dort verwahrten Archiv- und Bibliotheksgut geht.

Handlungsempfehlungen zur Energieeinsparung des Verbandes deutscher Archivarinnen und Archivare e. V.

Positionspapier der Bundeskonferenz der Kommunalarchive beim deutschen Städtetag zur Energiekrise

Handlungsempfehlungen für Energieeinsparmaßnahmen des Deutschen Bibliotheksverbandes e. V.

Kontakt

Landesarchiv Schleswig-Holstein
Landesfachberatungsstelle für Bestandserhaltung
Prinzenpalais
24837 Schleswig

Ansprechpartner:
Matthias Kuhlenkötter
Telefon 04621 8618-42
matthias.kuhlenkoetter@la.landsh.de

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