Institut für
Qualitätsentwicklung an
Schulen Schleswig-Holstein: Thema: Ministerien & Behörden
Vom Piloten in die Praxis: Was wir aus dem KI-Schulprojekt gelernt haben
An der Kaiser-Karl-Schule in Itzehoe haben sich Bildungsministerin Dr. Dorit Stenke und Digitalisierungsminister Dirk Schrödter ein Bild von der Arbeit mit Künstlicher Intelligenz im Unterricht gemacht.
Letzte Aktualisierung: 26.06.2026
Aufgeregte und neugierige Gesichter begrüßten Bildungsministerin Dr. Dorit Stenke und Digitalisierungsminister und Chef der Staatskanzlei Dirk Schrödter beim Besuch an der Kaiser-Karl-Schule in Itzehoe. Eine siebte Klasse gewährte Einblicke in den praktischen Einsatz von AIS.chat im Unterricht. Anschließend stellten Lehramtsstudierende der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Unterrichtskonzepte zum Thema Künstliche Intelligenz vor, die sie im Rahmen ihres Masterstudiums entwickelt haben.
Die Kaiser-Karl-Schule ist eine von 35 Pilotschulen, die in den Jahren 2024 und 2025 den Einsatz generativer Künstlicher Intelligenz im Unterricht erprobt hat. Die wissenschaftliche Begleitung durch das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) und die Technische Hochschule Lübeck liefert nun belastbare Erkenntnisse darüber, wie KI den Unterricht sinnvoll unterstützen kann. Diese Ergebnisse sind nach Abschluss des KI-Schulprojekts direkt in die Entwicklung der KI-Chatbot-Oberfläche AIS.chat eingeflossen. Sie steht seit November 2025 allen Schulen in Schleswig-Holstein kostenlos zur Verfügung.
Digitalisierungsminister Dirk Schrödter betonte, dass digitale Souveränität und die Nutzung an Schule besonders wichtig sei: "Schleswig-Holstein verbindet Innovation mit Verantwortung: Wir schaffen die Voraussetzungen dafür, dass Schulen moderne KI-Technologien sicher, datenschutzkonform und niedrigschwellig nutzen können. Gleichzeitig stärken wir die Kompetenzen, die junge Menschen in einer digitalen Gesellschaft benötigen."
Sorgfältige Evaluation
Die Evaluation begleitete das Projekt von September 2024 bis Juli 2025. Lehrkräfte und weitere Teilnehmende wurden in Online-Befragungen sowie Interviews zu ihrer Motivation, ihren KI-Kompetenzen, ihrem Unterstützungsbedarf sowie zum wahrgenommenen Nutzen und zur Praktikabilität der eingesetzten KI-Anwendungen befragt. Darüber hinaus wurden Verbesserungsvorschläge erhoben und in einem Abschlussbericht für das Bildungsministerium zusammengeführt.
Bildungsministerin Dr. Dorit Stenke: "Das KI-Modellprojekt hat gezeigt, wie Künstliche Intelligenz an Schulen sinnvoll genutzt werden kann." Mehr als drei Viertel der teilnehmenden Lehrkräfte haben das Projekt als positiv bewertet. Den größten Mehrwert sehen sie bei der Unterrichtsvorbereitung und -planung – einem zentralen Bestandteil ihrer pädagogischen Arbeit. Gleichzeitig berichtet mehr als die Hälfte der Lehrkräfte von einer höheren Motivation der Schülerinnen und Schüler sowie von abwechslungsreicher gestalteten Unterrichtsstunden.
Verbesserung der Medienkompetenz
Auch die KI-Kompetenzen haben sich im Verlauf des Schuljahres deutlich weiterentwickelt. Nach Einschätzung der Lehrkräfte verfügen sowohl sie selbst als auch ihre Schülerinnen und Schüler über ein höheres Maß an Wissen und Sicherheit im Umgang mit KI-Anwendungen. Besonders häufig wurde KI in den Fächern Mathematik, Informatik, Deutsch sowie Wirtschaftslehre und Wirtschaft/Politik eingesetzt. Gleichzeitig macht die Evaluation deutlich, dass der pädagogische Nutzen je nach Fach, Unterrichtssituation und Lerngruppe unterschiedlich ausfällt.
Wertvolle Erkenntnisse
Ein weiterer zentraler Befund betrifft die Unterstützung der Schulen: Besonders hilfreich wurden der kollegiale Austausch innerhalb der eigenen Schule, die Vernetzung mit anderen Schulen sowie Schulentwicklungstage bewertet. Die Evaluation zeigt damit auch, an welchen Stellen Fortbildungs- und Unterstützungsangebote den größten Mehrwert bieten.
Mit den Ergebnissen des Modellprojekts liegen erstmals belastbare pädagogische Erkenntnisse dazu vor, in welchen Unterrichtsszenarien, Fächern und Jahrgangsstufen generative KI einen konkreten Mehrwert bietet und wo ihre Einsatzmöglichkeiten Grenzen haben. "Die Erfahrungen unserer Pilotschulen helfen heute allen Schulen im Land. Mit AIS.chat setzen wir flächendeckend auf eine pädagogisch durchdachte, datenschutzkonforme Lösung, die für den Schulalltag entwickelt wurde", sagte die Bildungsministerin.
KI-Chatbot für die Schule
Das Wissen bildet eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung digitaler Bildungsangebote in Schleswig-Holstein: Das IQSH stellt den Lehrkräften und Schulleitungen ein umfassendes Unterstützungsangebot zur Verfügung. Es besteht aus Handreichungen, Erklärvideos und einem großen Fortbildungsangebot, das aus Selbstlernkursen, Online-Seminaren und Präsenzveranstaltungen.
AIS.chat greift diese Erfahrungen aus der schulischen Praxis auf und stellt den Schulen eine datenschutzkonforme, pädagogisch ausgerichtete KI-Chatbot-Oberfläche zur Verfügung. Das Angebot ist Teil des länderübergreifend finanzierten Projekts AIS (Adaptive Intelligente Systeme) und unterstützt Schulen dabei, Künstliche Intelligenz verantwortungsvoll und gewinnbringend im Unterricht einzusetzen.
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie über den folgenden Link: