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Welt-Aids-Tag: Aidshilfe gibt Einblick in die Arbeit des „Check-Mobils“


Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken hat im Ministerium für Justiz und Gesundheit gemeinsam mit der Aidshilfe Schleswig-Holstein zum ersten Einsatzjahr des Test- und Beratungsbusses „Check-Mobil“ berichtet.

Letzte Aktualisierung: 30.11.2023

Checkmobil
v.l. - Louisa Glaum, Koordinatorin „Check-Mobil“, Ute Krackow, Aidshilfe Schleswig-Holstein und Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken

Der Test- und Beratungsbus war im Oktober 2022 im Kieler Landeshaus von der Ministerin und den Projekt-Beteiligten vorgestellt und auf den Weg gebracht worden. „Mit dem Test- und Beratungsbus werden Menschen, die Hilfe brauchen, unmittelbar dort erreicht, wo sie sich aufhalten“, betonte die Ministerin. Insbesondere drogengebrauchende, wohnungslose und von Armut betroffene Menschen laufen Gefahr, sich mit Hepatitis C oder HIV anzustecken. Oder sie sind infiziert, ohne es zu wissen.

Das „Check-Mobil“

Das seit Oktober 2022 in Schleswig-Holstein aktive „Check-Mobil“ ist eine flexibel einsetzbare Test- und Beratungsstelle rund um die Themen Hepatitis C und HIV.

Das Team des bundesweit einmaligen Test- und Beratungsbusses bietet Menschen, die nur schwer Zugang zu Gesundheitsangeboten finden, eine niederschwellige und anonyme Beratung und Testung an. Mein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten“, so Ministerin von der Decken. Bei einer positiven Testung erfolgt für die Betroffenen eine Überleitung und bei Bedarf eine Begleitung in die ärztliche Versorgung.

HIV und Hepatitis C

In Schleswig-Holstein leben geschätzt 1.980 HIV-positive Menschen, davon mehr als 200 ohne Diagnose. 70 Personen erhielten im Jahr 2021 laut Robert Koch Institut eine HIV-Erstdiagnose, davon 40 mit einem weit fortgeschrittenen Immundefekt oder AIDS.

Es gibt zu HIV und Aids vielfältige Informationsangebote, beispielsweise bei den Aidshilfen Aidshilfe Schleswig-Holstein (aidshilfe-sh.de), der Deutschen Aidshilfe Deutsche Aidshilfe oder der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung BZgA: HIV und Aids. Testmöglichkeiten gibt es beispielsweise bei den Aidshilfen oder in Abstimmung mit dem Hausarzt/ der Hausärztin oder gegebenenfalls auch bei den Gesundheitsämtern. Die Aidshilfe Kiel bietet zum Weltaidstag am 1.12. einen offenen Testtag ohne Termin zwischen 14 und 17 Uhr an, siehe aidshilfe-kiel.de/de. Ein weiteres positives Beispiel realisiert die Aidshilfe gemeinsam mit dem Gesundheitsamt der Stadt Kiel und der Christian-Albrechts-Universität: eine kostenfreie und anonyme Testaktion für Studierende der CAU am 4.12., Info ebenfalls unter aidshilfe-kiel.de/de.

44 Prozent der drogengebrauchenden Menschen in Deutschland sind mit Hepatitis C infiziert. Hinzu kommen Menschen, die aus Ländern stammen, in denen das Virus besonders verbreitet ist, sowie Menschen ohne Obdach. Und die meisten wissen nicht von der Infektion. So wird davon ausgegangen, dass in Deutschland rund 190.000 Menschen unerkannt mit Hepatitis C infiziert sind. Auf die Bevölkerungszahl von Schleswig-Holstein bezogen sind dies etwa 6.700 Menschen.

Auch bei Hepatitis C ist eine frühe Diagnostik und Behandlung besonders wichtig, da es sich um eine Erkrankung des gesamten Körpers handelt, die häufig nicht nur zu schweren Leberschäden, sondern langfristig auch zu Herzerkrankungen, Diabetes und massiven psychischen Problemen führt. Es ist mittlerweile möglich, Hepatitis C nebenwirkungsfrei zu therapieren, sodass die Krankheit nach etwa acht bis zwölf Wochen ausgeheilt sein kann. Diese Möglichkeit ist vielen Betroffenen noch immer nicht bekannt. Umgekehrt schützt eine Heilung allerdings nicht vor einer Neuinfektion.

Der Welt-Aids-Tag

Am 01.12.2023 ist der 35. Welt-Aids-Tag. Der Tag ist ein Symbol der Solidarität für alle HIV-Infizierten, Aids-Erkrankten und die ihnen Nahestehenden – Eine Erinnerung daran, dass HIV und Aids nach wie vor eine große Gefahr für Gesundheit und Lebensqualität betroffener Menschen darstellen. In Deutschland leben rund 90.000 Menschen mit HIV und nach Schätzung des Robert Koch-Instituts wissen knapp 9.000 Betroffene nichts von ihrer Infektion. Dies ist der Grund, warum in Deutschland jährlich etwa 900 Menschen an Aids erkranken. Maßgeblich zur Aids-Vorsorge ist eine rechtzeitige Erkennung des HI-Virus und dessen Behandlung. Nach wie vor werden Betroffene mit diesen Krankheitsbildern auch heutzutage immer wieder mit Diskriminierung und Stigmatisierung konfrontiert. Der Welt-Aids-Tag hat sich zum Ziel gesetzt, die Rechte der HIV-positiven Menschen weltweit zu stärken und ruft zu einem Miteinander ohne Ausgrenzung und Vorurteile auf.

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