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Mitmachen und Leben retten


Zum Weltblutspendetag erinnern Hilfsorganisationen daran, wie wichtig das Blutspenden ist. Denn es hilft nicht nur unseren Mitmenschen, sondern auch uns selbst.

Letzte Aktualisierung: 14.06.2023

Eine Frau liegt auf einer Liege und spendet Blut.
Rund die Hälfte der Deutschen hat mindestens einmal im Leben Blut gespendet.

Als Fanny Landsteiner ihren Sohn Karl am 14. Juni 1868 in Baden bei Wien zur Welt brachte, wusste sie noch nicht, dass ihr Kind später einmal Millionen von Leben retten würde. Denn Karl Landsteiner war es, der 1900 das sogenannte AB0-System der Blutgruppen entdeckte und damit die Voraussetzung für die erste Bluttransfusion der Welt schuf.

Aktionstag für das Blutspenden

Gut 150 Jahre später ist der 14. Juni zu einem weltweiten Aktionstag geworden. Hilfsorganisationen auf der ganzen Welt erinnern am Geburtstag Landsteiners daran, wie wichtig es ist, regelmäßig Blut zu spenden. Denn allein in Deutschland werden täglich bis zu 15.000 Blutspenden benötigt, um Menschen nach schweren Unfällen, bei größeren Operationen oder bei der Behandlung bestimmter Krankheiten zu helfen.

Lebenswichtiges Transportmittel

Im Blutkreislauf eines Erwachsenen fließen zwischen fünf und sechs Liter Blut. Bei jedem Schlag pumpt das Herz rund 70 Milliliter davon durch den Körper – in 24 Stunden sind das rund 7.200 Liter. Als lebenswichtiges Transportmittel nimmt das Blut Stoffe an verschiedenen Stellen im Körper auf und bringt sie dorthin, wo sie benötigt werden, darunter Sauerstoff, Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate. Darüber hinaus verteilt es Hormone und andere wichtige Botenstoffe sowie spezialisierte Zellen für die Immunabwehr.

Gefüllter Blutbeutel während einer Spendenaktion
Nicht jede Blutspende ist gleich – auf die Blutgruppe kommt es an.

Blutgruppen und ihre Bedeutung

Zurück zu Karl Landsteiner und seiner Entdeckung des AB0-Systems. Was hat es damit auf sich? Im Laufe der Evolution haben sich beim Menschen die Blutgruppen A, B, AB und 0 herausgebildet. Die Blutgruppen sind regional sehr unterschiedlich verteilt. So sind beispielsweise in Deutschland A und 0 die häufigsten Blutgruppen, während die Blutgruppe B in Indien und anderen asiatischen Ländern weiterverbreitet ist.

Um Blut zwischen zwei Menschen auszutauschen, müssen die Blutgruppen von Spender und Empfänger bekannt sein. Denn passen die wichtigsten Merkmale von Spender- und Empfängerblut nicht zusammen, bildet das Immunsystem des Empfängers Antikörper gegen die Spende, wodurch das Blut verklumpen kann. Patienten mit der Blutgruppe A können also kein Blut der Blutgruppe B erhalten.

Hier kommt die Blutgruppe 0 ins Spiel: Sie besitzt weder das Merkmal A noch das Merkmal B, sodass nach der Übertragung beim Empfänger keine Antikörper dagegen gebildet werden. Deshalb dienen Menschen mit der Blutgruppe 0 als Spender für alle anderen Blutgruppen – können aber auch nur Spenden der Blutgruppe 0 bekommen. Anders ist es bei Menschen mit der Blutgruppe AB: Da sie beide Merkmale tragen, können Sie nur für Angehörige ihrer eigenen Blutgruppe spenden. Allerdings können Sie das Blut aller anderen Blutgruppen empfangen.

Engpass in den Sommermonaten

Knapp die Hälfte aller Deutschen hat schon einmal im Leben Blut oder Plasma gespendet – und doch kommt es insbesondere in den Sommermonaten immer wieder zu Engpässen. Grund dafür ist einerseits, dass Menschen in der warmen Jahreszeit schlicht und ergreifend nicht zuhause sind, etwa weil sie Urlaubsreisen unternehmen oder ihre Freizeit im Freien verbringen, anstatt zum Blutspenden zu gehen. Zum anderen fürchten viele Menschen bei Hitze gesundheitliche Einschränkungen wie Kreislaufbeschwerden oder Schwindel nach der Spende.

Eine Frau in Laborkleidung steckt ein Glasröhrchen mit Blut in eine Zentrifuge.
Das gespendete Blut wird im Labor auf Infektionen untersucht.

Doch diese Sorgen sind mit etwas Vorbereitung in der Regel unbegründet. Wer im Sommer spenden will, sollte am Tag der Spende mehr Flüssigkeit als sonst trinken, idealerweise drei Liter Wasser. Einige Stunden vor dem Blutspenden sollte man darauf achten, ausreichend kohlenhydratreiche Mahlzeiten wie Reis oder Nudeln zu sich nehmen und auf anstrengende Tätigkeiten sowie Sport zu verzichten.

Blutspende hilft allen

Wer sich für eine Blutspende entscheidet, hilft übrigens nicht nur anderen. Denn bei der Blutspende gibt es immer auch einen kleinen Gesundheitscheck: Kontrolliert werden beispielsweise der Blutdruck und die Körpertemperatur der spendenden Person, das Blut wird im Labor auf Hepatitis und andere Infektionskrankheiten untersucht.

Darüber hinaus haben Studien gezeigt, dass Blutspenden den Blutdruck bei vorbelasteten Personen nachweislich senken kann. Das macht sich auch bei der Gesundheit des Herzkreislaufsystems bemerkbar: Menschen die regelmäßig Blut spenden, erleiden deutlich seltener Herzinfarkte, auch das Schlaganfallrisiko sinkt um bis zu 40 Prozent.

Die Ausgezeichneten halten ihre Urkunden in den Händen.
In Kiel zeichnete Gesundheitsministerin von der Decken verdiente Blutspenderinnen und -spender mit der Ehrennadel aus.

Spenderinnen und Spender ausgezeichnet

Besonders verdiente Blutspenderinnen und -spender hatte Gesundheitsministerin Prof. Dr. Kerstin von der Decken am Vortag mit der Ehrennadel des Landes ausgezeichnet. Die elf Frauen und Männer haben mindestens zwischen 100- und 150-mal Blut gespendet. "Diese Auszeichnung haben Sie sich dank ihres selbstlosen Engagements auf ganzer Linie verdient. Sie haben Leben gerettet. Darauf dürfen Sie stolz sein", sagte die Ministerin in Kiel.

Weitere Informationen

Blut- und Plasmaspende-Dienste finden

Wissenswertes zur Blut- und Knochenmarkspende


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