In Kiel hat Ministerpräsident Daniel Günther gemeinsam mit Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden eine industriepolitische Agenda verabschiedet. Das Ziel ist, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der schleswig-holsteinischen Unternehmen zu stärken.
Von Maschinen- und Schiffsbau bis Ernährungswirtschaft: In Schleswig-Holstein gibt es rund 6.800 Industriebetriebe. Landesregierung, Gewerkschaften und Wirtschaftsverbände haben nun eine Agenda verabschiedet, um diese Unternehmen zu stärken. Ministerpräsident Daniel Günther stellte die Agenda gemeinsam mit Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen, Laura Pooth (DGB Nord) und Dr. Philipp Murmann (UV Nord) in Kiel vor.
Industrie stärken
"Die aktuelle konjunkturelle Lage erfordert einen Schulterschluss von Politik, Gewerkschaften und Arbeitgebern. Die Industrie in Deutschland und vor allem unser Industriestandort Brunsbüttel stehen vor großen Herausforderungen", sagte Ministerpräsident Daniel Günther bei der Pressekonferenz. "Die nun verabschiedete gemeinsame industriepolitische Agenda ist ein wichtiges Signal: Wer die Industrie stärkt, sichert Arbeitsplätze, Wohlstand und Zukunftsperspektiven für die Bürgerinnen und Bürger."
Energiewende meistern
Schleswig-Holstein habe im norddeutschen Verbund alle Chancen, zu einer sichtbaren Modellregion für eine erfolgreiche Energiewende zu werden, sagte der Regierungschef: "Wir wollen zeigen, wie eine zuverlässige, bezahlbare und klimaneutrale Energieversorgung mit gut bezahlter Arbeit und der Sicherung sowie dem Ausbau von Wertschöpfung und Beschäftigung einhergeht." Entscheidend für Wachstum und Investitionen seien dabei verlässliche und bezahlbare Energie, leistungsfähige Verkehrs- und Digital-Infrastrukturen, schnellere Genehmigungsprozesse und ein spürbarer Bürokratieabbau.
Digitalisierung vorantreiben
Aus diesem Grund wolle das Land staatliche Leistungen stärker digitalisieren und Abläufe vereinfachen, erklärte Günther. "Daneben setzen wir auf leistungsfähige Verkehrswege, moderne Datennetze und stärken weiter die digitale Infrastruktur." Ein weiterer Schwerpunkt sei die Sicherung von Fachkräften. Dafür solle unter anderem die Berufsorientierung sowie die duale Ausbildung weiter gestärkt werden.
Zusammenarbeit als besondere Stärke
Die industrielle Transformation sei eine große Herausforderung, sagte der Ministerpräsident. Schleswig-Holstein sei jedoch gut aufgestellt. "Wir haben mit unseren Stärken bei den Erneuerbaren Energien, bei der Digitalisierung und innovativen Industriebranchen gute Voraussetzungen, von diesem Wandel zu profitieren." Außerdem seien der enge Schulterschluss und die vertrauensvolle Zusammenarbeit von Arbeitgebern, Gewerkschaften und Politik eine besondere Stärke des Landes.
Gemeinsam stark
Die industriepolitische Agenda werde in Zukunft mit allen Gesprächspartnerinnen und -partnern weiter verfolgt und umgesetzt, beispielsweise in der Fachkräfteinitiative des Landes. Viele der entscheidenden Rahmenbedingungen würden dabei aber nicht im Land, sondern auf Bundes- oder EU-Ebene entschieden werden. "Deshalb ist es wichtig, unsere gemeinsamen Anliegen von Unternehmen und Beschäftigten mit einer starken Stimme zu vertreten."
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