Die fortschreitende Digitalisierung in Medizin und Medizintechnik führt zu einem rasanten Anstieg komplexer Datensätze, die großes Potenzial für intelligente Gesundheitssysteme und selbstlernende KI-Technologien bergen. Solche IT-Systeme unterstützen Ärztinnen und Ärzte zunehmend bei diagnostischen und therapeutischen Entscheidungen. Das Deutsche Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz in Lübeck spielt dabei eine wichtige Rolle. Im Mittelpunkt der Forschung des DFKI in der Hansestadt stehen die medizinische Bild- und Signalverarbeitung sowie Assistive Gesundheitstechnologien. Jetzt wurden die neuen Räumlichkeiten im Multifunktions-Center IX des Technikzentrums Lübeck in der Maria-Goeppert-Straße gemeinsam mit Digitalisierungsminister Dirk Schrödter sowie zahlreichen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft feierlich eröffnet.
Zentraler Baustein unseres KI-Ökosystems
"Von der medizinischen Bild- und Signalverarbeitung bis zum Deep Learning – das DFKI-Labor ist ein fachlicher Anker für KI in Medizin, Medizintechnik und Gesundheitswirtschaft in Lübeck. Mehr noch: Die nördlichste DFKI-Außenstelle Deutschlands ist ein zentraler Baustein unseres stetig wachsenden KI-Ökosystems im Land", sagte Minister Schrödter. "Als wichtiger Akteur unterstützt es regionale Unternehmen dabei, Forschung schneller in die Anwendung zu bringen. Die Eröffnung der neuen Räumlichkeiten ist daher ein starkes Signal für unseren KI- und Digitalstandort sowie ein Impuls für die Innovationskraft und die Wettbewerbsfähigkeit in Schleswig-Holstein."
Vorträge, Technologie-Demonstrationen und die Vorstellung des DFKI-Labors Lübeck gaben der Veranstaltung ihren inhaltlichen Rahmen. Der Umzug markiert einen wichtigen Schritt in der weiteren Etablierung des DFKI in Lübeck und unterstreicht zugleich die Rolle Schleswig-Holsteins als bedeutenden Standort für Forschung und Entwicklung im Bereich KI in Medizin, Medizintechnik und Gesundheitswirtschaft.
Landesregierung fördert Ausbau mit fünf Millionen Euro
Die Landesregierung fördert den Ausbau des Labors für drei Jahre, der Startschuss fiel bereits Anfang 2024, mit knapp fünf Millionen Euro. Seitdem stärkt das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) die Entwicklung und den Einsatz von KI-Technologien im Gesundheitswesen mit einem Labor in Lübeck. Der Forschungsschwerpunkt des Labors liegt auf dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen.
Optimale Bedingungen für die KI-Forschung
DFKI-Geschäftsführer Prof. Dr. Antonio Krüger hob die Bedeutung des Lübecker Forschungsschwerpunkts hervor: "Mit dem Umzug in die neuen Räumlichkeiten im Technikzentrum Lübeck schaffen wir optimale Bedingungen für exzellente KI-Forschung in der Medizin. Der Standort Lübeck bietet eine hervorragende Verbindung aus wissenschaftlicher Expertise, medizinischer Anwendung und technologischer Innovation. Gemeinsam mit der Universität zu Lübeck, mit Unterstützung des Landes Schleswig-Holstein und in Zusammenarbeit mit Unternehmen treiben wir hier die Entwicklung vertrauenswürdiger KI-Lösungen für Medizin, Medizintechnik und Gesundheitswirtschaft gezielt voran." Das DFKI in Lübeck startete 2021 als Außenstelle. Nach einer strukturellen Neuausrichtung wurde der Standort 2023 dauerhaft als DFKI-Labor etabliert. Mit der Fokussierung auf Anwendungsfelder an der Schnittstelle von KI und Medizin stellt das nördlichste DFKI-Labor einen zentralen Meilenstein für die strukturelle Weiterentwicklung Schleswig-Holsteins im Bereich der Künstlichen Intelligenz dar.
Von intelligenten Hörgeräten bis zur Steuerung von Prothesen
Die Arbeiten umfassen KI-gestützte Bildverarbeitung, die Analyse von Biosignalen, z. B. für intelligente Hörgeräte oder die Steuerung von Prothesen, die Entwicklung lernfähiger medizinischer Bildverarbeitungsmethoden oder auch maschinelle Lernverfahren zur automatischen Analyse von verschiedenen Krankheitsmustern. Darüber hinaus entwickelt der Forschungsbereich "KI für Assistive Gesundheitstechnologien" KI- und Signalverarbeitungsmethoden für die Personalisierung und Individualisierung gesundheitsbezogener Maßnahmen in Prävention, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation und Pflege.
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