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1,4 Millionen Euro für den Schutz von Meerestieren

Das Ostsee Info-Center in Eckernförde macht sich seit zehn Jahren gemeinsam mit den Fischern in der Region stark für den Schutz von Schweinswalen und tauchenden Meeresenten. Nun wird das Programm verlängert.

Letzte Aktualisierung: 15.09.2023

Immer wieder verfangen sich Schweinswale sowie Tauchenten in Stellnetzen und ertrinken. Um die Tiere besser zu schützen, hatten sich 2013 erstmals die Landesregierung, der Landesfischereiverband, der Fischereischutzverband und das Ostsee-Info-Center (OIC) in Eckernförde zusammengeschlossen und eine "Freiwillige Vereinbarung zum Schutz von Schweinswalen und tauchenden Meeresenten" ausgearbeitet. Diese wird seither regelmäßig verlängert, angepasst und um neue Schutzvorkehrungen ergänzt.

Projekt mit Vorbildcharakter

Inzwischen haben rund 80 Prozent der Stellnetz-Fischer die Vereinbarung unterzeichnet. Das Projekt sei ein echter Erfolg, sagte Ministerpräsident Daniel Günther im Ostsee-Info-Center in Eckernförde. Hier überbrachte er einen Förderbescheid über 1,4 Millionen Euro für die Fortsetzung des Projekts. Das Geld stammt aus Mitteln der Europäischen Union sowie des Landes. "Die freiwillige Vereinbarung ist ein wichtiges Beispiel dafür, dass Arten- und Umweltschutz und das schonende Nutzen unserer natürlichen Ressourcen gemeinsam am besten funktionieren. Mit gegenseitigem Respekt und Verständnis", sagte Günther. Dass die Ostsee und das Leben in dem Meer besser geschützt werden müssten, sei Konsens. "Die freiwillige Vereinbarung und die pragmatische Form des Dialogs zeigen, dass Umweltschutz am besten gemeinsam funktioniert. Das hat absoluten Vorbildcharakter!"

Ministerpräsident Günther steht mit einer Frau und einem älteren Mann auf einer Terrasse am Wasser und unterhält sich.
In Eckernförde informierte sich der Regierungschef über die Meeresschutz-Projekte des Ostsee-Info-Centers

Kürzere Stellnetze und Warnsignale

Die Vereinbarung regelt verschiedene Sicherheitsvorkehrungen, um die Tiere besser zu schützen. Zum einen verpflichten sich die Fischer dazu, die Länge ihrer Stellnetze von Juli bis August zu reduzieren. In dieser Zeit sind die Netze um bis zu 85 Prozent kleiner als von der EU zugelassen, um zu verhindern, dass sich die gerade zur Welt gekommenen Jungtiere in den Netzen verfangen und sterben. Darüber hinaus stellt das OIC den Fischereibetriebe seit 2017 spezielle Unterwasser-Warngeräte namens PAL kostenfrei zur Verfügung. Der sogenannte "Porpoise Alert", auf deutsch: Schweinswal-Alarm, imitiert die natürlichen Warnlaute der Tiere. Schweinswale in Reichweite werden dadurch aufmerksamer und intensivieren ihre Echo-Ortung. So können sie die Netze rechtzeitig wahrnehmen und sie umschwimmen. Forschungsarbeiten des Thünen-Instituts für Ostseefischerei haben gezeigt, dass die PALs die Beifangwahrscheinlichkeit von Schweinswalen in Stellnetzen um mehr als 70 Prozent reduzieren können.

Mit der "Entenampel" Meeresvögel schützen

Auch Wasservögel wie Eider-, Trauer-, Berg- oder Eisenenten können sich bei der Nahrungssuche unter Wasser in den Netzen verheddern und ertrinken. Deshalb meiden die Ostseefischer in den Wintermonaten vom 16. November bis zum 1. März Seegebiete, in denen besonders viele Wasservögel Rast machen und nach Nahrung suchen. Für die Küste des deutsch-dänischen Grenzgebiets bis Fehmarn haben die Beteiligten insgesamt 23 Schongebiete ausgewiesen. Sobald sich in einem dieser Gebiete besonders viele Enten befinden, erhalten die Fischer eine SMS mit einem Hinweis, dieses Gebiet nicht anzufahren.

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