"Jahrhundert-Chance für ländlichen Raum"
Schnelleres Internet dank Glasfaser: Das Land fördert den Ausbau in Ostholstein mit neun Millionen Euro.
Ob für das Homeoffice, um sich virtuell mit Freunden und Familie zu treffen oder um die Lieblingsserie zu streamen – große Teile unseres Alltags benötigen eine stabile und schnelle Internetverbindung. Glasfasertechnologie erfüllt beide diese Anforderungen. Das Land hat das früh erkannt: Etwa 58 Prozent aller Haushalte können bereits an das Glasfasernetz angeschlossen werden und damit so viele wie in keinem anderem Bundesland. Bis zum Jahr 2025 soll Schleswig-Holstein weitestgehend flächendeckend mit Glasfaser versorgt sein.
Auch im Kreis Ostholstein geht es dabei mit großen Schritten voran: In Sierksdorf überreichte Ministerpräsident Daniel Günther nun einen Förderbescheid in Höhe von neun Millionen Euro an den Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Ostholstein, Frank Spreckels. "Schnelles Internet ist entscheidend für unsere Zukunftsfähigkeit, für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft und für attraktive Orte zum Leben
", sagte er.
13.000 Menschen profitieren vom Ausbau
Der Zweckverband errichtet im Auftrag von 29 Städten und Gemeinden dort, wo derzeit kein schnelles Internet verfügbar ist, ein hochmodernes Glasfasernetz. Das Projekt wird Ende 2023 auf dem Festland beendet, Mitte des darauffolgenden Jahres dann auf Fehmarn. Bis zu 13.000 Menschen sollen von dem Ausbau profitieren.
"Obwohl bezahlbarer Wohnraum in den Kreisen vorhanden ist, scheuen noch viele den Schritt auf das Land. Die Digitalisierung wird das ändern
", sagte Günther. Sie biete die Chance auf gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land und sei deshalb eine Jahrhundert-Chance für ländlichen Raum, betonte der Regierungschef.
Leben auf dem Land wird attraktiver
Die ersten Arbeiten zum Ausbau waren bereits im Oktober 2018 in den Gemeinden Altenkrempe, Kasseedorf und Süse gestartet. Seit November 2021 sind alle Bauaufträge auch für die letzten sieben Gemeinden vergeben. Der Zweckverband Ostholstein realisiert dieses Projekt in Zusammenarbeit mit der TNG Stadtnetze GmbH aus Kiel.
Verbandsvorsteher Spreckels betonte: "Unser Projekt setzt dort an, wo sich ein Ausbau für die Privatwirtschaft bisher nicht gerechnet hat, also vor allem in den ländlicheren Teilen unseres Kreises. Für die Menschen dort ist dieser Ausbau aber mindestens genauso wichtig.
"
109 Millionen Euro für Glasfaserausbau
Die Gesamtkosten für den Ausbau im Kreis Ostholstein liegen bei etwa 109 Millionen Euro. Dabei unterstützt das Land das Vorhaben mit neun Millionen Euro, weitere mindestens 15 Millionen Euro kommen vom Bund. Die nicht von Fördermitteln gedeckte Restsumme steuern die beteiligten Städten und Gemeinden des Zweckverbands bei. "Die Kommunen zeigen mit dieser enormen Summe, dass sie Wegbereiter und Antreiber für eine moderne und zukunftsfähige Infrastruktur sind
", betonte der Ministerpräsident.
Weitere Informationen
Die finanziellen Mittel des Landes stammen aus dem "Sondervermögen Impuls 2030".