"Schleswig-Holstein hat seine Hausaufgaben gemacht“
In Kiel hat Ministerpräsident Daniel Günther mit Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck über die Energiewende im echten Norden gesprochen.
Zwei Wochen sind seit dem russischen Überfall auf die Ukraine vergangen. Auch in Deutschland machen sich die Folgen des Kriegs bereits bemerkbar, etwa durch stark angestiegene Energiepreise. In Kiel hat sich Ministerpräsident Daniel Günther nun mit dem Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Robert Habeck, getroffen, um mit ihm über die Perspektiven der schleswig-holsteinischen Energieversorgung zu sprechen.
Beste Voraussetzungen
Die Ukraine-Krise habe gezeigt, wie abhängig der Westen von Energielieferungen aus Russland sei, sagte Günther im Anschluss an das Gespräch. Nun gelte es, schnell Alternativen zu schaffen. "Wir können von schleswig-holsteinischer Seite viel zur Versorgungssicherheit beitragen
", betonte er. Schleswig-Holstein habe Erfahrung im Bereich der Erneuerbaren Energien: "Wir sind gut aufgestellt.
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Bund will LNG-Terminal unterstützen
Günther zeigte sich erfreut darüber, dass die Bundesregierung zugesagt habe, den Bau eines Terminals für Flüssigerdgas (LNG) in Brunsbüttel zu unterstützen. "Wir haben uns darauf verständigt, dass wir auf unseren Ebenen alles dazu beitragen, um dieses Projekt so schnell wie möglich umzusetzen
", betonte der Ministerpräsident. Dazu zähle unter anderem, Genehmigungsverfahren und Bau parallel anzugehen. Habeck bekräftigte, der Bau des Terminals sei sehr wichtig für die zukünftige Energieversorgung Deutschlands: "Wir sind nicht in einer Lage, in der wir uns einen Zeitverzug leisten können.
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Windkraft durch Repowering ausbauen
Beide Gesprächspartner waren sich einig, dass das gemeinsame Ziel die Energieunabhängigkeit Deutschlands sein müsse. Obwohl der echte Norden schon jetzt sehr gut dastehe, werde die Landesregierung hier noch weiter ausbauen, sagte Günther. Als Beispiel nannte er das sogenannte "Repowering" von alten Windkraftanlagen. Dabei werden bestehende Anlagen modernisiert und dadurch leistungsfähiger gemacht. "Wir wollen auf jeden Fall diese Flächen nutzen, um zusätzliche Leistung auch an Land bei uns in Schleswig-Holstein zur Verfügung zu stellen
", betonte der Regierungschef.
Standortvorteil beim Wasserstoff
Wichtig für das Land sei auch die Wasserstoffwirtschaft, sagte Günther und verwies auf das Projekt "HySCALE 100". Ziel des Vorhabens ist es, die Raffinerieanlagen in Heide und Lägerdorf zu modernisieren, um dort große Teile der Industrie mit grünem Wasserstoff zu betreiben – zum Beispiel zur Herstellung von klimafreundlicherem Zement. Die Kosten für das Projekt tragen Bund und Land gemeinsam, das Land steuert mit fast 200 Millionen Euro etwa 30 Prozent der Gesamtkosten bei.
Erneuerbare Energien als Standort-Vorteil
Bundesminister Habeck betonte, der echte Norden habe in den vergangenen Jahren viel erreicht, etwa in Hinblick auf den Netzausbau. "Schleswig-Holstein hat seine Hausaufgaben gemacht.
" Insbesondere die Westküste sei auf dem Weg, ein Vorbild-Cluster für CO2-neutrale Industrie zu werden. Unternehmen würden sich künftig dort ansiedeln, wo es genug grünen Strom gebe, sagte Habeck: "Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist zu einem Standortvorteil geworden.
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