Der Ministerpräsident - Staatskanzlei : Thema: Ministerien & Behörden
Daniel Günther
Ministerpräsident
Rückenwind für die Inklusion
Unter dem Motto "Einer für alle" hat die Landesregierung ihren neuen Landesaktionplan für mehr Teilhabe und Barrierefreiheit vorgestellt.
Mehr als eine halbe Million Menschen in Schleswig-Holstein leben mit einer Behinderung – das entspricht rund zwanzig Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes. Immer wieder stehen Menschen mit Behinderungen im Alltag vor Herausforderungen und Barrieren, etwa Stufen, Treppen, engen Wegen, schlechter Akustik oder komplizierten Texten. Dies will die Landesregierung mit mehr als 50 verschiedenen Vorhaben in den kommenden Jahren ändern und so die Inklusion im echten Norden stärken. Die verschiedenen Projekte bilden unter dem Motto "Einer für alle" den neuen Fokus-Landesaktionsplan 2022, den Ministerpräsident Daniel Günther und die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung, Michaela Pries, nun in Kiel vorgestellt haben.
Miteinander – füreinander
Inklusion, Barrierefreiheit und Gleichstellung seien Themen, die alle Menschen gleichermaßen angingen, betonte der Ministerpräsident. Deshalb sei der Aktionsplan gemeinsam von Menschen mit und ohne Behinderungen erarbeitet worden. "Wir haben die Menschen mit Behinderungen gefragt, wo sie konkreten Handlungsbedarf sehen und was zu tun ist. Diese aktive Beteiligung war uns ein besonderes Anliegen
", erklärte Günther. In enger Zusammenarbeit mit der Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung, Michaela Pries, sowie ihrem Vorgänger Professor Ulrich Hase sei so der Fokus-Landesaktionsplan 2022 entstanden.
Schon viel erreicht
Vor knapp sieben Jahren habe die Landesregierung einen ersten Aktionsplan ins Leben gerufen, um die UN-Behindertenrechtskonvention in Schleswig-Holstein umzusetzen, sagte die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung, Michaela Pries. "Alle Beteiligten haben in dieser Zeit wichtige Erfahrungen gesammelt, die in diesen neuen Aktionsplan eingeflossen sind."
Dank der vielfältigen Beteiligung sei ein gutes Ergebnis erzielt worden. "Wir haben alle viel voneinander gelernt und kommen damit auf dem Weg in eine inklusive Gesellschaft weiter voran!
"
Gesellschaft sensibilisieren
Der Regierungschef betonte, es sei enorm wichtig und eine permanente Aufgabe, die Gesellschaft für die Interessen von Menschen mit Behinderungen zu sensibilisieren. Zu dieser Bewusstseinsbildung tragen zahlreiche Projekte des neuen Landesaktionsplans bei, so etwa ein Dokumentationsfilm für Schulen und Hochschulen, der Klischees und Vorurteile über Menschen mit Behinderung abbauen soll. Auch Gebärdensprach-Kurse für Beschäftigte der Landesverwaltung sind geplant, ebenso wie Sprachförderkurse für Geflüchtete mit Behinderungen.
Ebenfalls im Landesaktionsplan enthalten sind zahlreiche Vorhaben rund um die Themen Freizeit und Tourismus. Dazu zählt unter anderem ein barrierefreier Radwanderweg zwischen Glückstadt und Puttgarden sowie ein Projekt, das die Natur im Nationalpark Wattenmeer für blinde und sehbehinderte Menschen erlebbar macht.
Der neue Aktionsplan steht sofort im Internet unter www.fokus-lap-2022.de zur Verfügung – auch in Leichter Sprache und Deutscher Gebärdensprache.
Zusätzliche Millionen für Barrierefreiheit
In den vergangenen zwei Jahren hat die Landesregierung viele verschiedene Inklusionsprojekte wie rollstuhlfreundliche Fußgängerzonen, behindertengerechte Spielplätze und barrierefreie Strandzugänge mit insgesamt rund 9,5 Millionen Euro aus dem Fonds für Barrierefreiheit gefördert. Insgesamt 153 Projekte hat das Land bislang unterstützt. Förderfähig waren bauliche Veränderungen (investiv), aber auch nicht-investive Vorhaben wie Info-Veranstaltungen, Fortbildungen oder Filme zu den Themen Behinderung und Barrierefreiheit.
Für 2022 stehen nun noch einmal 1,2 Millionen Euro für sogenannte investive Vorhaben bereit. Hinzu kommen weitere fünf Millionen Euro, um in fünf Kommunen sogenannten "Sozialräume" – also öffentlich zugängliche Orte wie Marktplätze, Rathäuser und Parks – möglichst barrierefrei, lebendig und kinderfreundlich zu gestalten. Anträge zum Fonds können noch bis zum 1. April 2022 unter https://schleswig-holstein.de/unbrk gestellt werden.
Weitere Informationen
Video: Der Fokus-LAP 2022