BRÜSSEL. Beim zweiten Treffen der schleswig-holsteinische Initiative "OSPOs for Europe" im Hanse Office in Brüssel hat Digitalisierungsminister Dirk Schrödter die strategische Bedeutung von Open Source für Europas digitale Zukunft hervorgehoben. Rund 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft aus Europa kamen auf Einladung des Landes und des DigitalHub.SH zusammen, um den europäischen Austausch zu offenen Technologien und digitalen Innovationen weiter zu stärken.
"Die Frage ist nicht mehr, ob Open Source wichtig ist. Die eigentliche Frage lautet, ob Europa es sich leisten kann, Open Source nicht zum Grundpfeiler seiner digitalen Zukunft zu machen
", betonte Schrödter in seiner Eröffnungsrede.
Nach Auffassung des Ministers sind digitale Souveränität und internationale Zusammenarbeit keine Gegensätze. Im Gegenteil: Je stärker Europa bei Standards, Technologien und Expertise zusammenarbeite, desto widerstandsfähiger und unabhängiger werde der Kontinent. Quelloffene Software und offene Standards seien deshalb unverzichtbare Voraussetzungen für eine souveräne und resiliente digitale Infrastruktur.
Schrödter unterstrich zudem die demokratische Dimension von Open Source. Transparenz, Beteiligung und gemeinsame Verantwortung seien zentrale Werte demokratischer Gesellschaften und würden durch offene Technologien in besonderer Weise gefördert. "Die Zukunft unserer Demokratie wird zunehmend in unserer digitalen Infrastruktur entschieden. Deshalb muss diese Infrastruktur unsere demokratischen Prinzipien widerspiegeln
", sagte er.
Darüber hinaus hob der Minister die wirtschaftlichen Potenziale von Open Source hervor. Offene Technologien senkten Markteintrittsbarrieren, stärkten Start-ups und kleine Unternehmen und förderten Innovation und Wettbewerb. Europa müsse öffentliche Investitionen stärker nutzen, um eigene digitale Kompetenzen und gemeinsame technologische Grundlagen auszubauen, anstatt langfristige Abhängigkeiten von proprietären Lösungen zu verstärken.
Die Initiative "OSPOs for Europe" entwickele sich zunehmend zu einer europäischen Gemeinschaft, die die Idee von Open Source in konkretes Handeln übersetze. Ziel sei es, erfolgreiche Projekte sichtbar zu machen, voneinander zu lernen und neue Partnerschaften für eine gemeinsame europäische Digitalpolitik zu schaffen.
"Europas digitale Souveränität wird nicht aus isolierten Initiativen entstehen. Sie entsteht aus Netzwerken – wie diesem
", so Schrödter abschließend.
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