Das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte internationale Bildungsprojekt „Young Climate Action for World Heritage“ (2022–2024) wurde erfolgreich abgeschlossen. Ziel des Projekts war es, junge Menschen für Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Kontext des UNESCO-Welterbes zu sensibilisieren und aktiv in die Bildungsarbeit einzubinden. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Welterbestätten sowohl vom Klimawandel bedroht sind als auch Lernorte für nachhaltige Entwicklung sein können.
Die nun veröffentlichte Abschlusspublikation „Young Climate Action for World Heritage. Promoting Climate Action and Sustainability in World Heritage Education.“ fasst zentrale Ergebnisse und Erfahrungen aus dem Projekt zusammen und richtet sich an Pädagoginnen und Pädagogen, Fachleute, Institutionen und junge Menschen weltweit. Sie bietet praktische Anregungen zur Verbindung von Welterbe-Vermittlung und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Die Publikation ist transdisziplinär und interkulturell ausgerichtet. Sie soll zum Austausch anregen und zugleich konkrete Unterstützung bei der Vermittlungsarbeit in Schulen, Museen, Bildungszentren oder Welterbestätten bieten. In drei Teilen werden die pädagogischen Ansätze, konkrete Projektumsetzungen und Ergebnisse vorgestellt – ergänzt um eine umfangreiche Tool-Sammlung für die Praxis. Herausgeber der Broschüre ist das Institute Heritage Studies und die Deutsche UNESCO-Kommission.
Der Klimawandel gehört zu den gravierendsten Herausforderungen unserer Zeit – auch für den Erhalt des kulturellen Erbes. Viele Welterbestätten weltweit sind bereits von veränderten Umweltbedingungen, Extremwetterereignissen oder Nutzungskonflikten betroffen. Gleichzeitig bieten sie einzigartige Lernorte, um ökologische, soziale und kulturelle Zusammenhänge erlebbar zu machen und zur Diskussion zu stellen.
Die archäologischen Stätten von Haithabu und Danewerk gelten als herausragende Zeugnisse der Wikingerzeit und erzählen von grenzüberschreitender Kooperation, Handelsnetzwerken und kulturellem Austausch. Ihre strategische Lage auf dem Isthmus zwischen Nord- und Ostsee verdeutlicht ihre historische Bedeutung als Verbindung zwischen Skandinavien und Mitteleuropa.
In ihrer heutigen Form sind Haithabu und das Danewerk zugleich hochsensible archäologische Areale. Der Klimawandel, in Form steigender Niederschläge (Starkregenereignisse), Trockenheit, Bodenerosion und veränderte Feuchtigkeitsbedingungen – gefährdet die Substanz der Anlagen. Auch neue Nutzungsansprüche, etwa durch den Ausbau erneuerbarer Energien, führen zu Nutzungskonflikten im Umfeld des Welterbes. Diese Themen wurden von den Schülerinnen und Schülern aufgegriffen, diskutiert und kreativ verarbeitet.
Im Mittelpunkt des Projekts stand die aktive Auseinandersetzung von Schülergruppen mit diesen komplexen Herausforderungen. Dabei entstanden vielfältige Produkte – von Kunstprojekten über Medienformate und Spiele bis hin zu Recherchen und lokalen Aktionen. Allen gemeinsam war das Ziel, eigene Perspektiven zu entwickeln, andere zu erreichen und konkrete Impulse für einen bewussten Umgang mit Klima und Kulturerbe zu setzen.
Schülerprojekte zu Haithabu und Danewerk
Als eine von mehreren beteiligten Welterbestätten in Deutschland waren Haithabu und das Danewerk Gegenstand besonders kreativer Projekte, die in enger Zusammenarbeit mit der Domschule Schleswig und der A.P. Møller-Skolen in Schleswig umgesetzt wurden. Ergebnisse sind das Krimi Dinner „Mord auf dem Grund der Wikinger“ und ein von Schülerinnen und Schüler entwickeltes Hörspiel „Der Untergang von Haithabu und Danewerk – für das Welterbe durch Raum und Zeit".
Das MysteryDinner greift den Konflikt zwischen dem Schutz des Welterbes und dem Ausbau erneuerbarer Energien auf und verknüpft diesen mit einer spannenden, spielerisch erlebbaren Handlung. Zielgruppe sind insbesondere jüngere Schüler*innen. Die Printversion wurde von „Bingo! Die Umweltlotterie“ sowie „PRO Domschule e.V.“ gefördert.
Das Hörspiel führt eine Schülergruppe in das Jahr 2025, an den Welterbeort Haithabu-Danewerk. Um dessen drohende Zerstörung zu verhindern, reisen die Jugendlichen in die Vergangenheit. Dabei wird die Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eindrucksvoll thematisiert. Entstanden ist ein kreatives Medium der Umweltbildung – von Jugendlichen für Jugendliche.
Beide Projekte zeigen exemplarisch, wie Schülerinnen durch eigene Kreativität und Partizipation einen aktiven Beitrag zur Welterbe-Vermittlung und Umweltbildung leisten können. Sie spiegeln zudem wider, welche Potenziale im Bildungsraum Welterbe stecken – gerade in ländlichen Regionen und im Zusammenspiel von Schule, Denkmalpflege, Museumsarbeit und Zivilgesellschaft.
Das Projekt „Young Climate Action for World Heritage“ war für alle Beteiligten – Lernende, Lehrende und Fachakteure – eine bereichernde Erfahrung. Es bleibt zu hoffen, dass die entwickelten Formate und Materialien auch über das Projekt hinaus Anwendung finden und junge Menschen dazu ermutigen, sich weiterhin aktiv für Klima, Kultur und eine nachhaltige Zukunft einzusetzen.
Die im Rahmen dieses Projekts präsentierten und entwickelten Inhalte wurden von den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern eigenständig erarbeitet. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Inhalte sind ausschließlich die jeweiligen Autorinnen und Autoren verantwortlich.
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