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1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland



Am 11. Dezember 321 erließ Kaiser Konstantin im heutigen Köln ein Edikt, das es jüdischen Bürgerinnen und Bürger erlaubte, ein Amt zu übernehmen. Es ist die älteste nachweisbare Quelle jüdischen Lebens im heutigen deutschsprachigen Raum nördlich der Alpen. In diesem Jubiläumsjahr blicken wir zurück auf die Geschichte und hinein in die Gegenwart jüdischen Lebens in Deutschland. Wir erinnern an gesellschaftliche Ausgrenzung und Verfolgung, aber auch an den prägenden Einfluss von Jüdinnen und Juden auf unsere Gesellschaft, unsere Kultur und unsere Wissenschaften.

Die älteste bekannte Quelle zum jüdischen Leben in Schleswig-Holstein ist eine Urkunde aus dem Jahr 1424. Die Geschichte jüdischen Lebens in Schleswig-Holstein ist somit vergleichsweise jung, aber nicht weniger bedeutsam und prägend. Jüdisches Leben und jüdische Kultur war und ist auch in Schleswig-Holstein an vielen Orten präsent. Jüdische Gemeinden gab es im ganzen Land vor allem in kleineren Städten. Seit dem 17. Jahrhundert existierten jüdische Gemeinden in Ahrensburg, Altona, Bad Segeberg, Elmshorn, Flensburg, Friedrichstadt, Glückstadt, Kiel, Lübeck, Neumünster und Rendsburg. In anderen Orten lebten außerdem Familien ohne eigene Gemeinde. Mit der Schändung sämtlicher Synagogen in Schleswig-Holstein im November 1938 und den später folgenden Deportationen in die Ghettos und Lager wurde aber auch in Schleswig-Holstein das jüdische Leben vernichtet.  

In der Nachkriegszeit lebten nur noch wenige jüdische Bürgerinnen und Bürger in Schleswig-Holstein.

Ab den 1990er Jahren gab es eine starke Zuwanderung von Jüdinnen und Juden aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland. Diese Zeit hat den Wiederaufbau vom jüdischen Leben auch in Schleswig-Holstein ermöglicht. Diesen Prozess hat die Jüdische Gemeinde Hamburg intensiv mitbegleitet. So unterzeichnete die schleswig-holsteinische Landesregierung und die Jüdische Gemeinde Hamburg 1998 einen Staatskirchenvertrag zur Förderung des jüdischen Lebens in Schleswig-Holstein. Dieser Vertrag hatte bis 2004 Bestand. In dieser Zeit hat die Jüdische Gemeinde Hamburg drei Zentren des jüdischen Lebens in Lübeck, in Kiel Gaarden und Flensburg aufgebaut. Diese Zentren wurden zwischen 2002 und 2004 selbstständige jüdische Gemeinden der traditionellen Ausrichtung und organisierten sich ab 2004 in dem Landesverband „Jüdische Gemeinschaft Schleswig-Holstein K.d.ö.R“.

Der liberale „Landesverband der jüdischen Gemeinden Schleswig-Holstein K.d.ö.R“ gründete sich 2002 und umfasst heute sechs Gemeinden in Bad Segeberg, Lübeck, Kiel, Elmshorn, Pinneberg und Ahrensburg. Die Zuwanderungsgeschichte ist ein wesentlicher Grundpfeiler des heutigen jüdischen Lebens. Unter hohem persönlichen Engagement wurden Strukturen zum Wiederaufleben der jüdischen Kultur und Religion geschaffen. Seit 2005 besteht zwischen dem Land Schleswig-Holstein und den beiden Landesverbänden ein eigener Staatsvertrag.

Das Miteinander und die Begegnung sollen in diesem Jahr im Vordergrund stehen. Das spiegelt sich auch in dem Programm, das wir in Schleswig-Holstein gemeinsam mit einer Vielzahl von Akteurinnen und Akteuren anbieten. Unsere Botschaft lautet „Shalom&moin“.  Sie gilt über das Jahr 2021 hinaus und steht für das Verbindende, das Miteinander, für neue Impulse und neue Denkmuster.

 

 

 

Karin Prien


Karin Prien Karin Prien (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Karin Prien, Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur © Frank Peter

Jüdisches Leben in Deutschland wird zu oft als etwas gedacht, das von außen kommt und das man inkludieren, tolerieren oder akzeptieren müsse. Aber jüdisches Leben gehört nicht ‚auch‘ zu Deutschland, jüdisches Leben ‚ist‘ Deutschland. Davon zeugt dieses Festjahr 1700 Jahre deutsch-jüdische Geschichte. In guten und leider oft auch sehr schlechten Zeiten stand jüdisches Leben im Fokus. Wenn dieser Tage die Historiker an 150 Jahre Kaiserreich erinnern, kann man an den vergangenen 150 Jahren auch gut das Auf und Ab sehen. Jüdisch und deutsch-national, das gab es damals. Jüdische Soldaten kämpften im ersten Weltkrieg als Freiwillige Seite an Seite mit jenen Männern, die sie und ihre Familien 20 Jahre später auslöschen wollten.

Das Jahr 2021 soll uns mit seinen vielen Aktionen und Veranstaltungen und seinem Austausch zeigen, wie sehr jüdisches Leben eben auch zu Schleswig-Holstein gehört. Daher stellen wir das Jahr bei uns unter das Motto ‚Shalom&Moin‘ !

Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur



Peter Harry Carstensen


Das Bild zeigt den ehemaligen Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU). Peter Harry Carstensen (ehemaliger Ministerpräsident CDU, 2005-2012) © Staatskanzlei

In diesem Jahr erinnern wir nicht nur an die wechselvolle Geschichte der Jüdinnen und Juden in Schleswig-Holstein, wir wollen auch ihr gegenwärtiges Leben in unserem Land deutlich machen. Jüdische Gottesdienste finden in vielen neu erbauten Synagogen im Land statt, zu viele historische Synagogen sind zerstört worden. Jüdisches Leben gehört zu Schleswig-Holstein ebenso wie die Erinnerung an viele jüdische Künstlerinnen und Künstler und jüdische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in unserem Land gewirkt haben. Wir wollen uns in diesem Jahr nicht nur auf Spurensuche begeben, sondern insbesondere auch den Dialog im Lande mit Gegenwartsbezug führen.

Lassen Sie uns das Festjahr zu einem Anlass nehmen, das jüdische Leben als selbstverständlichen Bestandteil unserer Gesellschaft zu zeigen. Ich möchte allen Akteurinnen und Akteuren einen herzlichen Dank für ihre Gestaltung dieses Festjahres aussprechen. Sie leisten einen bedeutsamen Beitrag zur Sichtbarkeit und zum Schutz jüdischen Lebens in Schleswig-Holstein.

Beauftragter für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus



Veranstaltungskalender für jüdisches Leben in Schleswig-Holstein

"Biblische Lieder" und "Hebräische Weisen" - Ein Ökumenischer Lieder – und Klavierabend

GCJZ-SH in Verbindung mit der Kultur- und Gedenkstätte Ehemalige Synagoge Friedrichstadt

Friedrichstadt

Lena Gorelik liest aus „Wer wir sind“

Der schleswig-holsteinische Beauftragte für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen, die Jüdische Gemeinschaft Schleswig-Holstein, das Literaturhaus Schleswig-Holstein und LIDA-SH

Kiel

Vortrag von Joachim Liss-Walther „Er vertrat die Juden vor Kaiser und Fürsten - Josel von Rosheim“

Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Lübeck e.V.

Lübeck

Prägende Persönlichkeiten des Judentums in Deutschland

Christian-Albrechts-Universität Kiel

Kiel

Jüdische Küche - Chanukka

Landesverband der Volkshochschulen Schleswig-Holsteins e.V.

Rendsburg

Walter Blender

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09.03.2021

Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Schleswig-Holstein.

Dipl. Ing. Igor Wolodarski

EnthaeltVideoGalleryElemente

09.03.2021

Landesvorsitzender der Jüdischen Gemeinschaft Schleswig-Holstein K.d.ö.R.

Bundesweites Veranstaltungsangebot zu 1700 Jahre jüdischen Leben in Deutschland

22.02.2021

Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und wichtige Institutionen haben sich zusammengeschlossen, um "1700 Jahre jüdisches Leben" unter der Leitung eines eigens gegründeten Vereins zu begehen.  
Unter dem Namen #2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland werden bundesweit rund tausend Veranstaltungen ausgerichtet. Darunter Konzerte, Ausstellungen, Musik, ein Podcast, Video-Projekte, Theater, Filme …

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