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Munitionsbelastung der deutschen Meeresgewässer

© UXO
Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse und ermittelten Bewertungen hat die AG folgende Handlungsvorschläge erarbeitet.
  • Historische und technische Erkundungen
  • Überprüfung und Überwachung der Umweltauswirkungen
  • Umgang mit Gefahrensituationen
  • Meldewege und Dokumentation

Historische und technische Erkundungen

  • Bereitstellung nötiger Kapazitäten, um in Archiven vorhandene Informationen zu Einbringungsorten sowie Art und Menge der versenkten Kampfmittel auszuwerten.

Miteinzubeziehen sind dabei möglichst auch die Archive der ehemaligen Alliierten, unter deren Aufsicht vielfach Versenkungen vorgenommen wurden.

  • Eingehendere Untersuchung von im Rahmen gezielter Untersuchungen oder durch Zufallsfunde unter der Meeresoberfläche entdeckter Kampfmittelverdachtsobjekte. Insbesondere: Bitte an die Deutsche Marine zur weiteren Untersuchung der vier noch nicht eindeutig identifizierten Objekte im Bereich des Zufahrtskorridors zum Munitionsversenkungsgebiet Bornholm-Becken.
  • Prüfung, ob und ggf. mit welcher Priorisierung und Methodik eine systematische Lageerkundung subaquatischer Kampfmittel in deutschen Hoheitsgewässern durchgeführt werden sollte.

Überprüfung und Überwachung der Umweltauswirkungen

  • Entwicklung geeigneter Methoden zur Bewertung und Überwachung von munitionsbelasteten subaquatischen Flächen, da Notwendigkeit zur Verbesserung der Datenlage zu Umweltauswirkungen subaquatischer Kampfmittel besteht. Dabei Fokussierung auf Untersuchung und Bewertung des Gefahrenpotentials der strandnahen sowie der größten munitionsbelasteten Flächen.

Die bisher auf Einzelbefunden basierende Einschätzung der Gesamtsituation sollte durch weitere Untersuchungen abgesichert werden. Weiterhin sollten Untersuchungen zum Korrosionsverhalten verschiedener Munitionsarten mit dem Ziel durchgeführt werden, letztendlich belastbare Aussagen über die korrosionsbedingte Freisetzung von kampfmitteltypischen Verbindungen in Wasser beziehungsweise Sediment zu erhalten.

  • Auf Grundlage der o.a. Überprüfung und Bewertung von munitionsbelasteten Flächen unter Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und technischer Aspekte Entscheidung über ggf. weiteren Handlungsbedarf. Übergeordnete Fragestellung jeder Überprüfung und Bewertung ist, ob unmittelbare Gefahren abzuwehren sind. Weitere Optionen bis hin zu einer Sanierung können auf Basis der Empfehlungen abgewogen werden.

Umgang mit Gefahrensituationen

  • Aussprechen eines Fischereiverbots für das ehemalige Munitionsversenkungsgebiet Helgoländer Loch, für das bereits der Hinweis „unrein (Gasmunition)“ in den Seekarten vermerkt ist.
  • Überprüfung und gegebenenfalls Entwicklung von Merkblättern und Verhaltensmaßregeln für betroffene, besonders gefährliche Tätigkeiten mit direktem oder indirektem Grundkontakt sowie Sicherstellung der öffentlichen Verfügbarkeit entsprechender Informationen.
  • Sicherstellung der adäquaten Verfügbarkeit des von der AG für das „Auffischen und Auffinden von Munition“ entwickelten Empfehlungs- und Hinweismerkblattes.
  • Kontinuierliche Erweiterung des Handlungsspielraums der Kampfmittelbeseitigung durch neue, alternative Verfahren auf Basis der Integration aktueller technologischer Entwicklungen.


Meldewege und Dokumentation

  • Weiterentwicklung der Meldewege und des Berichtswesen in Deutschland: Schaffung* einer zentralen registrierenden Stelle, an die zur Dokumentation alle in der deutschen Nord- und Ostsee auftretenden Ereignisse gemeldet werden.

    Seit 2013 gibt es die Zentrale Meldestelle für Ereignisse mit Fundmunition.

Die zusammengestellten Daten sollten für weitere Zwecke zur Verfügung gestellt werden, zum Beispiel für periodische Meldungen im Rahmen internationaler Abkommen (OSPAR, HELCOM).