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Munitionsbelastung der deutschen Meeresgewässer

© UXO

Seit 2011 werden den Behörden immer wieder Funde von "Stangenpulver" angezeigt. Die Makkaroni artigen Stangen sind fest, grau oder dunkelrot. Manche Funde stammen aus dem Spülsaum. Bei Niedrigwasserstand werden diese Stangen auch zwischen den ersten Steinen gefunden, die bei normalem Wasserstand noch überspült sind.

Treibladungsstange Kiel-Schilksee, April 2015 Treibladungsstange Kiel-Schilksee (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Treibladungsstange Kiel-Schilksee, April 2015 (c) Claus Böttcher, 2015

Treibladungen entwickeln den Gasdruck, der Granaten aus Rohren von Kanonen, Haubitzen und anderen Rohrwaffen treibt. Um die Granate ins Ziel zu bringen, müssen an die jeweiligen Verhältnisse angepasste Mengen an "Schießpulver" in die Waffen geladen werden. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts nutzt man Hülsen, Kartuschen oder andere Gebinde dazu, stets genau die richtige Ladung einzusetzen. Diese Treibladungsbehälter haben eher dünne Wände und so verwundert es nicht, dass solche Hülsen nun ihren Inhalt frei geben.

Stangenpulver Olpenitz-Weidefeld Sommer 2011 Stangenpulver Olpenitz-Weidefeld Sommer 2011 (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Stangenpulver "Nitrozellulose" (c) MELUR

Funde dieser stangenförmigen, festen, 4 bis 8 Millimeter dicken Stangen, mit einem oder bis zu sieben Löchern in der Mitte, werden aus dem Spülsaum gemeldet oder zwischen den Steinen am Ufer, die bei extremen Niedrigwasser freigegeben werden. Ein Schwerpunkt scheint nördlich von Kiel zu liegen, bis hinauf nach Gelting.

Stangenpulver "Nitrozellulose", gefunden bei Klein Waabs im Jahr 2013 Stangenpulver Nitroglyzerinzellulose (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Stangenpulver "Nitrozellulose", gefunden bei Klein Waabs im Jahr 2013 (c) Martin Elsler, 2013

Die Fotos zeigen eher graue Stangen aus Nitrozellulose und rötliche aus Nitroglyzerinzellulose. Die Stangen sollten nicht mit bloßen Händen angefasst werden, um Anhaftungen giftiger Inhaltsstoffe an die Haut zu vermeiden. Informieren Sie die Strandwacht, die Feuerwehr oder die Polizei über 110.

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