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Nord-Ostsee-Kanal (NOK)

M. Staudt / grafikfoto.de

Der Nord-Ostsee-Kanal verbindet als Deutschlands wichtigste Bundeswasserstraße Nord- und Ostsee miteinander. Mit knapp 100 Kilometer Länge durchquert der NOK ganz Schleswig-Holstein und führt von Brunsbüttel an Elbemündung und Nordsee und bis Kiel-Holtenau an der Ostsee.

Gedenktafel mit Inschrift: "Der Bau dieser Schleusen wurde unter der Regierung Kaiser Wilhelms II. begonnen im Jahre 1889 und vollendet im Jahre 1895" Gedenktafel an den Brunsbüttler Schleusen (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) © M. Ruff / grafikfoto.de

Weit über 30.000 Schiffe passieren ihn Jahr für Jahr. Damit ist der NOK die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt.

Schleswig-Holsteins wichtigste Wasserstraße

Der NOK hat eine bedeutende Funktion für die deutsche und die internationale Seeschifffahrt. Er verbindet Nord- und Ostsee auf einer deutlich kürzeren Strecke miteinander, als eine Fahrt um die Kimbrische Insel (Jütland) durch Skagerrak und Kattegat bedeuten würde. Wer den Kanal nutzt, spart – je nach Abfahrts- und Zielhafen – im Schnitt 250 Seemeilen an Wegstrecke, also rund 460 Kilometer. Eine deutlich kürzere Wegstrecke bedeutet: weniger Fahrzeit, weniger Treibstoff, also geringere Kosten.

Interessantes für Geschichtensammler

Info Zur Geschichte des Nord-Ostsee-Kanals

Erbaut wurde der Nord-Ostsee-Kanal in den Jahren 1887 bis 1895. Er ist 98,26 Kilometer lang, derzeit bis auf die Oststrecke 162 Meter breit (im Wasserspiegel) und 11 Meter tief.

Berühmte Brücken

Acht Straßen und vier Eisenbahnbrücken überqueren den NOK auf insgesamt zehn Brücken. Davon ist die Rendsburger Eisenbahnbrücke wegen ihres malerischen Erscheinungsbildes besonders bekannt und die Rader Hochbrücke für den Straßenverkehr, die in den kommenden Jahren aufgrund erheblicher Bauwerksschäden ersetzt werden muss.

Nähere Informationen finden Sie hier: Sanierung der Rader Hochbrücke

Wirtschaftsstandort NOK

Der NOK ist aber nicht nur ein wichtiger Verkehrsweg, sondern auch ein Wirtschaftsstandort. Die privat betriebenen Häfen der Brunsbüttel Ports GmbH am Nord-Ostsee-Kanal sowie der am Westausgang des Kanals liegende Elbehafen bieten moderne Logistikkonzepte für feste und flüssige Massengüter. Der Elbehafen bietet sich auch als Umschlagsort für sogenannte "high & heavy"-Ladung aller Art an.

www.brunsbuettel-ports.de

Ein gelungenes Beispiel, wie sich Windenergie und Hafenwirtschaft gut verbinden lassen, ist in Rendsburg zu finden: Der Rendsburg Port ist fast vollständig ausgelastet mit dem Umschlag von Turmsegmenten, die mit dem Binnenschiff aus Magdeburg angeliefert, zwischengelagert und dann per Schwerlasttransport ausgeliefert werden.

www.rendsburg-port.de

Ausbau der Infrastruktur

An beiden Enden des NOK, also in Brunsbüttel und Kiel-Holtenau, gibt es je zwei kleine und zwei große Schleusenkammern. Aufgrund ihres hohen Alters sind sie stark sanierungsbedürftig und ihre Kapazitäten reichen nicht aus. Insgesamt 32.091 Schiffe haben mit rund 90.630 Millionen Tonnen Ladung den Kanal im Jahr 2015 passiert. Damit ist er weltweit der Spitzenreiter unter den künstlichen Wasserstraßen. Um seine Leistungsfähigkeit für die internationale Schifffahrt auch in Zukunft zu gewährleisten, sind neben den laufenden Sicherungs- und Unterhaltungsmaßnahmen am NOK umfangreiche Ausbaumaßnahmen notwendig.

Mittlerweile haben der Bau der 5. Schleuse in Brunsbüttel sowie vorbereitende Maßnahmen zum Ausbau der Oststrecke zwischen Königsförde und Kiel-Holtenau begonnen. Für den Ausbau der Oststrecke hat der Bund Finanzmittel für erste Teilmaßnamen zur Verfügung gestellt und für noch folgende Arbeiten im Haushalt abgesichert. Insgesamt sind hierfür 260 Millionen Euro für die nächsten fünf Jahre verbindlich eingeplant.

Aktuelle Informationen zu den Ausbaumaßnahmen finden Sie auf den Seiten der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes:

Küstendaten.de: Portal Nord-Ostsee-Kanal

Ausbaumaßnahmen im Überblick

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5. Schleusenkammer in Brunsbüttel

Der Neubau wurde Mitte April 2016 begonnen. Die Kosten liegen bei ca. 485 Millionen Euro, Bauabschluss ist für 2021 geplant. Beim Bau der 5. Schleusenkammer ist es aufgrund von nicht vorhersehbaren Problemen (Rückverankerungssystem, Schlickbaggerungen unter Kampfmittelverdacht) zu Verzögerungen gekommen, die Auswirkungen auf den Endtermin haben. Durch einen optimierten Bauzeitenplan sollen die Verzögerungen im weiteren Bauablauf auf ein Minimum reduziert werden.

Sanierung Große Schleusen Brunsbüttel

Die Sanierung der Großen Schleusen erfolgt nach Freigabe der 5. Schleuse. Die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf etwa 210 Millionen Euro, Dauer dieser Maßnahme ca. 6 Jahre. Die Finanzierung ist derzeit nicht gesichert.

Instandsetzungsdock für Schleusentore

In Brunsbüttel soll ein Trockendock zur Reparatur der Schleusentore entstehen. Neue Berechnungen des Bundes haben ergeben, das die mit rund 21 Millionen Euro vorgesehenen Kosten günstiger sind, als die Schleusentore aus Brunsbüttel und Kiel bei externen Werften überholen zu lassen. Baurecht für das neue Dock besteht, Baubeginn steht derzeit noch nicht fest.

Anpassung der Oststrecke (Kiel-Königsförde)

Rund 20 Kilometer westlich von Kiel soll der NOK begradigt und verbreitert werden, um größeren Schiffen die Passage zu erleichtern. Kosten ca. 278 Millionen Euro, Baurecht seit März 2014. Der Haushaltsausschuss des Bundestags hatte im Juni 2014 die erforderlichen Mittel freigegeben. Für die Maßnahmen sind rund 10 Jahre vorgesehen, da der Ausbau unter laufenden Verkehr stattfinden muss und die verschiedenen Abschnitte nacheinander und nicht gleichzeitig ausgebaut werden. Das Vorhaben ist im BVWP 2030 als fest disponiert verankert.

Schleusen Kiel-Holtenau

Kosten ca. 240 Millionen Euro. Das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Kiel-Holtenau hat ein Sanierungskonzept erarbeitet. Die beiden kleinen Schleusen sind seit Pfingsten 2014 gesperrt. Mit ihrer Sanierung (Neubau der Schleusenkammern und neue Tore) soll ab 2020 mit ersten Teilmaßnahmen begonnen werden. Die Finanzierung ist noch nicht abschließend gesichert. Im Anschluss werden die großen Schleusenkammern saniert. Zur Höhe dieser Sanierungskosten gibt es derzeit keine Angaben.

Neubau des Versorgungsdükers – Schleuse Kiel-Holtenau

Der Versorgungsdüker unter den Holtenauer Schleusen wurde bei laufendem Schiffsverkehr komplett neu gebaut. Er enthält Versorgungs- und Steuerleitungen für die Schleusenanlagen sowie die Anlagen des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Kiel-Holtenau. Die Arbeiten wurden im März 2018 abgeschlossen, Baukosten: rund 20 Millionen Euro.

Ersatzneubau Levensauer Hochbrücke

Die mehr als 100 Jahre alte Brücke begrenzt durch ihre Bogengeometrie die nutzbare Breite des Kanals, dadurch gilt dieser Bereich als navigatorische Engstelle. Der Kanal soll hier verbreitert werden, um Schiffsbegegnungen zu ermöglichen - dafür muss das Bauwerk ersetzt werden. Das Planfeststellungsverfahren hierzu ist abgeschlossen, die Aufträge wurden nach der EU-weiten Ausschreibung vergeben. Die Kosten belaufen sich auf ca. 50 Mio. €, die Finanzierung ist gesichert.

Vertiefung des NOK um einen Meter (auf 12 m Wassertiefe)

Die Vertiefung wird notwendig, um Schiffen mit mehr Tiefgang die Durchfahrt zu ermöglichen. Eine Voruntersuchung ist abgeschlossen. Die Vertiefung wurde im Bundesverkehrswegeplan als "vordringlicher Bedarf plus" eingestuft. Starten der Baumaßnahmen frühestens nach weitgehendem Abschluss des Ausbaus der Oststrecke. Die Kosten werden auf 235 Millionen Euro geschätzt, die Finanzierung ist noch nicht gesichert.

Neutrassierung der Saatsee-Kurve (Rendsburg)

Kosten ca. 12,4 Millionen Euro (in dem Ansatz von 235 Mio. € für die Vertiefung enthalten). Zur Anpassung an die zukünftige Entwicklung der Schiffgrößen, die Vorplanung ist abgeschlossen. Die Neutrassierung wurde im neuen Bundesverkehrswegeplan als "Vordringlicher Bedarf - Engpassbeseitigung (VB-E)" aufgenommen, die Finanzierung ist noch nicht gesichert.


Weitere Informationen

Der NOK ist Schleswig-Holsteins wichtigste Wasserstraße. Und er blickt auf eine interessante Geschichte zurück.

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