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Flurbereinigung

© Britta Gottburg

Die Flurbereinigung ordnet den Boden nach dem Flurbereinigungsgesetz und spielt eine wichtige Rolle in der Gestaltung des ländlichen Raumes. Während sie in den 1960-er und 70-er Jahren hauptsächlich dazu diente, die Produktionsbedingungen in der Landwirtschaft zu verbessern, wird die Flurbereinigung heute immer mehr dazu angewendet, die vielfältigen, oft auch konkurrierende Ansprüche an die Landnutzung aufzulösen. Die Schwerpunkte liegen dabei in der Landschaftspflege und im Naturschutz.

auf einer naturnahen Wiese stehen einige Rinder. Pirschbachtal (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Tallandschaft im Pirschbachtal © Gabi Stein

Die Flurbereinigung hat aber nicht nur den Naturschutz zum Ziel. Ein Verfahren kann auch durch agrarstrukturelle oder wasserwirtschaftliche Erfordernisse sowie größere Infrastrukturvorhaben ausgelöst werden. Weiterhin können Aspekte des Umweltschutzes, der Naherholung und des Tourismus sowie der Dorfentwicklung eine Rolle spielen. In allen Verfahren sind dabei die Belange der land- und forstwirtschaftlichen Grundeigentümer zu berücksichtigen.

Beispiele für das gelungene Zusammenwirken von Naturschutz und Flurbereinigung sind die Renaturierung des Offenbütteler Moores im Kreis Dithmarschen, die Entwicklung des Pirschbachtals bei Mölln zu einem artenreichen Naturraum sowie die Erhaltung und Förderung selten gewordener Arten- und Lebensgemeinschaften im Gebiet der Oberen Treenelandschaft im Kreis Schleswig-Flensburg.

Beispielverfahren

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Obere Treenelandschaft, Kreis Schleswig-Flensburg

Vereinfachtes Flurbereinigungsverfahren Obere Treenelandschaft

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Offenbütteler Moor, Kreis Dithmarschen

Vereinfachtes Flurbereinigungsverfahren Offenbütteler Moor

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Pirschbachtal, Kreis Herzogtum Lauenburg

Vereinfachtes Flurbereinigungsverfahren Pirschbachtal

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Wer ist beteiligt?

Die Flurbereinigung führt in Schleswig-Holstein das Landesamt für Landwirtschaft Umwelt und ländliche Räume (LLUR) durch. Die Flurbereinigungsbehörde ist neutral. Sie vermittelt und koordiniert, um für alle Beteiligten das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Sie sorgt dafür, dass die Flächen für geplante Maßnahmen bereitgestellt werden, und optimiert und ordnet die betroffenen und umliegenden Flächen neu.

Die Grundeigentümer im Flurbereinigungsgebiet bilden die Teilnehmergemeinschaft. Sie wählen einen Vorstand, der sie bei Planung, Finanzierung und Umsetzung der Maßnahmen vertritt. Der Vorstand entwickelt gemeinsam mit dem LLUR das Maßnahmenkonzept. Gegebenenfalls wird hierzu ein „Runder Tisch“ mit Eigentümern, Behörden und Verbänden installiert. Die Eigentumsverhandlungen werden hingegen vom LLUR in Einzelgesprächen mit den Teilnehmern geführt.

Verfahrensarten

Folgende Verfahren stehen nach dem Flurbereinigungsgesetz zur Verbesserung der Agrarstruktur sowie zur Landentwicklung in Schleswig-Holstein zur Verfügung:

  • "klassisches" Flurbereinigungsverfahren nach § 1, 37 FlurbG
  • vereinfachtes Flurbereinigungsverfahren nach § 86 FlurbG
  • beschleunigtes Zusammenlegungsverfahren nach § 91 FlurbG
  • freiwilliger Landtausch nach §103 FlurbG

Die Neueinleitung erfolgt dabei seit geraumer Zeit nahezu ausschließlich als vereinfachtes Verfahren nach § 86 FlurbG. Einige ältere "klassische" Verfahren befinden sich noch in der Abwicklung. Bei nur wenigen Tauschpartnern bietet sich der "Freiwillige Landtausch" an. Allerdings können in diesem sehr schlanken Verfahren über die Flurbereinigung keine Maßnahmen auf den Flächen umgesetzt werden.

Insgesamt werden in Schleswig-Holstein 48 Flurbereinigungsverfahren mit einer Verfahrensfläche von rd. 107.000 ha durchgeführt (Stand: 01.12.2018 ). Dazu kommen jährlich ca. 50-60 freiwillige Landtauschverfahren.

Laufende Flurbereinigungsverfahren

Die Flurbereinigung wird in Schleswig-Holstein im Landesamt für Landwirtschaft Umwelt und ländliche Räume (LLUR) in den Regionaldezernaten Mitte und Südwest bearbeitet. Das Regionaldezernat Mitte befindet sich an den Standorten Flintbek, Flensburg und Lübeck und deckt alle Verfahren von Norden bis Süden im östlichen Teil Schleswig-Holsteins ab. Vom Standort Itzehoe aus betreut das Regionaldezernat Südwest die Verfahren im westlichen Schleswig-Holstein.

Hier entstehen in den kommenden Wochen Informationen zu den Flurbereinigungsverfahren, die momentan in Schleswig-Holstein laufen.

Instrumente der Landentwicklung

Ansprechpartner

Kontakt

Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

LLUR – Abt. 8 – Regionaldezernat Mitte
Johanna Simon
Hamburger Chaussee 25
24220 Flintbek
Telefon: 04347 / 704-636

Kontakt

Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

LLUR – Abt. 8 – Regionaldezernat Südwest
Beate Tjardes
Breitenburger Straße 25
25524 Itzehoe
Telefon: 04821 / 66-2237

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