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Impfen - Schützen Sie sich, Ihre Liebsten und Ihre Nächsten

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Kinderlähmung (Poliomyelitis) im Überblick

Die Erreger der Kinderlähmung (Polio) können u.a. grippeähnliche Symptome bis hin zu Lähmungen verursachen...

Erreger und Verbreitung

Die Erreger die Kinderlähmung, die sogenannten Polio-Viren, sind RNA-Viren und gehören zu den Picorna-Viren. Nur der Mensch erkrankt nach einer Infektion mit dem Erreger. Seit Einführung der Impfung kommt die Erkrankung weltweit nur noch in wenigen Ländern Afrikas (Nigeria) und Asiens (Afghanistan, Pakistan) vor. Aus diesen Ländern wird sie jedoch immer wieder in andere Staaten eingeschleppt.

Übertragung

Die Übertragung erfolgt meist durch Kontaktinfektion, d.h. fäkal-oral von Mensch zu Mensch, oder über belastete Nahrungsmittel und Getränke. Selten werden die Erreger aber auch von Mensch zu Mensch durch Tröpfchen übertragen, die mit der Atemluft verbreitet werden (Tröpfcheninfektion, z.B. durch Niesen, Husten, Sprechen). Schlechte hygienische Verhältnisse begünstigen die Verbreitung der Polio-Erreger.

Symptome und Komplikationen

Bei etwa 90 bis 95% der infizierten Personen verläuft die Erkrankung unbemerkt bzw. als harmlose Durchfallerkrankung. Treten Krankheitszeichen auf, kann die Erkrankung bis zu vier Phasen durchlaufen. In der ersten Krankheitsphase leiden die Betroffenen unter unspezifischen, grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Übelkeit, Hals-, Kopf- und Muskelschmerzen sowie Durchfall. Nach drei bis sieben symptomfreien Tagen (Phase 2) entwickeln sich bei 1-2% der infizierten Personen Nackensteifigkeit, Rückenschmerzen und Muskelkrämpfe (Phase 3). Bei 0,5% der Polio-Kranken kommt es in einer vierten Phase zu Lähmungen. Diese können sowohl die Arme und Beine, aber auch den Hals und die Atemwege betreffen, so dass Schluckbeschwerden und Atemnot bis hin zur Atemlähmung auftreten können. Bei zwei Drittel der Betroffenen klingen die Lähmungen nicht ab.

Jahre bis Jahrzehnte nach einer Kinderlähmung kann das Postpolio-Syndrom zu einer Zunahme der Lähmungen mit Muskelschwund führen.

Impfstoff und Impfschema

Der Impfstoff gegen Kinderlähmung (Polio) ist als Einzelimpfstoff und in Kombination mit anderen Bestandteilen erhältlich. Die Kombinationsimpfung schützt gleichzeitig vor Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten (TdPa-IPV). Für Säuglinge und Kleinkinder sind zudem Impfstoffe im Handel, die darüber hinaus einen Schutz gegen Hepatitis B und Haemophilus influenzae Typ b (Hib) aufbauen.

Für eine Grundimmunisierung erhalten Säuglinge und Kleinkinder je eine Impfung im 3., 4., 5. Lebensmonat sowie zwischen dem 12. und 15. Lebensmonat, d.h. im Alter von 11-14 Monaten. Die Impfung gegen Kinderlähmung wird üblicherweise mit den Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Hepatitis B und Haemophilus influenzae Typ b (Hib) kombiniert.

Die Auffrischimpfung sollte im Alter zwischen 9 und 16 Jahren verabreicht werden. Im Anschluss wird eine weitere Impfung nur noch dann alle 10 Jahre empfohlen, wenn ein erhöhtes Infektionsrisiko z.B. aufgrund von Reisen in Polio-Endemie-Gebiete oder beruflich bedingt besteht.

Impfempfehlung

Die Impfung gegen Kinderlähmung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Säuglinge, Kinder und Jugendlichen empfohlen. Spätestens bis 18 Jahre sollten ungeimpfte Kinder und Jugendliche ihre Grundimmunisierung erhalten haben bzw. eine unvollständige Impfserie vervollständigt haben. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Darüber hinaus empfiehlt die STIKO Reisenden in Regionen mit Polio-Infektionsrisiko sowie Aussiedlern, Flüchtlingen und Asylbewerbern, die hierzulande in Gemeinschaftsunterkünften leben, bei der Einreise aus Gebieten mit Polio-Risiko eine Impfung. Ferner wird dem Personal in diesen Einrichtungen ebenso zur Impfung geraten wie medizinischem Personal und Mitarbeitern von Laboratorien mit Poliomyelitis-Risiko.

Zum Polio-Impfschutz sowie den empfohlenen Impf-Zeitpunkten berät Sie auch Ihre Ärztin/Ihr Arzt oder Ihr Gesundheitsamt.

Quellen: www.rki.de (STIKO), Öffentliche Empfehlung von Schutzimpfungen in Schleswig-Holstein, Fachinformationen der Impfstoffe

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