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Impfen - Schützen Sie sich, Ihre Liebsten und Ihre Nächsten

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Keuchhusten (Pertussis) im Überblick

Keuchhusten ist in jedem Alter eine langwierige Erkrankung. Aber bei Säuglingen kann sie zu lebensgefährlichen Atemstillständen führen...

Erreger und Verbreitung

Der Erreger des Keuchhustens, Bordetella pertussis, ist ein Stäbchenbakterium, welches sich an die Flimmerhärchen auf der Oberfläche der Atemwege heftet. Es bildet Toxine, die die typischen Keuchhusten-Symptome auslösen. Nur der Mensch erkrankt nach einer Infektion mit dem Erreger.

Übertragung

Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch durch Tröpfchen, die mit der Atemluft verbreitet werden (Tröpfcheninfektion, z.B. durch Niesen, Husten, Sprechen). Keuchhusten (Pertussis) ist eine sehr ansteckende Infektionskrankheit.

Symptome und Komplikationen

Keuchhusten verläuft – gerade bei Kindern – typischerweise in drei Stadien. Im ersten Stadium der Erkrankung (Stadium catarrhale) leiden die Betroffenen für 1 bis 2 Wochen unter erhöhter Temperatur und einem uncharakteristischen Husten. Während der zweiten Krankheitsphase (Stadium convulsivum) kommt es zwischen 5- und 50-Mal am Tag zu den typischen, krampfartigen Hustenattacken mit hörbarer Einatmung bis hin zur Atemnot. Nicht selten sind die Anfälle von einem Herauswürgen des Schleims oder Erbrechen begleitet. Im letzten Stadium (Stadium decrementi) klingen die Symptome über einen Zeitraum von 2 bis 6 Wochen ab.

Bei Säuglingen stehen als Symptomatik nicht selten Atemstillstände im Vordergrund. Sie sind daher besonders gefährdet. Auch von möglichen Komplikationen wie Mittelohrentzündungen und Lungenentzündungen sowie einer Erkrankung des Gehirns (Enzephalitis) sind vor allem Keuchhusten-Patienten im ersten Lebensjahr betroffen.

Auch bei Jugendlichen und Erwachsenen treten die typischen Keuchhusten-Attacken nicht unbedingt auf, weswegen sie für ihr Umfeld – vor allem auch für Säuglinge – oft eine unerkannte Infektionsquelle darstellen.

Impfstoff und Impfschema

Der Keuchhusten-Impfstoff ist einzeln und in Kombination mit anderen Bestandteilen erhältlich. Die verfügbaren Kombinationsimpfstoffe schützen auch vor Tetanus und Diphtherie (TdPa). Weiter ist ein Vierfach-Impfstoff zugelassen, der mit einer zusätzlichen Komponente vor Kinderlähmung (Polio) schützt (TdPa-IPV). Für Säuglinge und Kleinkinder sind zudem Impfstoffe im Handel, die darüber hinaus einen Schutz gegen Hepatitis B und Haemophilus influenzae Typ b (Hib) aufbauen.

Für eine Grundimmunisierung erhalten Säuglinge und Kleinkinder je eine Impfung im 3., 4., 5. Lebensmonat, sowie zwischen dem 12. und 15. Lebensmonat, d.h. im Alter von 11-14 Monaten. Die Impfung gegen Keuchhusten wird üblicherweise mit den Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung, Hepatitis B und Haemophilus influenzae Typ b (Hib) kombiniert.

Die erste Auffrischimpfung sollte im Alter zwischen 5 und 6 Jahren verabreicht werden – in der Regel zusammen mit den Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie. Eine zweite Auffrischimpfung ist frühestens 5 Jahre nach der ersten Auffrischimpfung im Alter zwischen 9 und 17 Jahren notwendig.

Impfempfehlung

Die Impfung gegen Keuchhusten wird von der STIKO für alle Säuglinge, Kinder und Jugendlichen empfohlen. Darüber hinaus sollten alle Erwachsenen zusammen mit der nächsten Auffrischimpfung gegen Tetanus und Diphtherie einmalig gegen Keuchhusten geimpft werden. Weiter wird Frauen im gebärfähigen Alter eine Pertussis-Impfung empfohlen, sofern sie in den letzten 10 Jahren nicht gegen Keuchhusten geimpft wurden.

Um Säuglinge vor einer lebensgefährlichen Keuchhusten-Erkrankung zu schützen, empfiehlt die STIKO auch engen Haushaltskontaktpersonen (Eltern, Geschwister, Großeltern) und Betreuern eines Neugeborenen – möglichst vier Wochen vor dessen Geburt – eine Pertussis-Impfung. Zudem wird die Impfung für das Personal im Gesundheitsdienst und in Gemeinschaftseinrichtungen empfohlen.

Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Zum Pertussis-Impfschutz sowie zu den empfohlenen Impf-Zeitpunkten berät Sie auch Ihre Ärztin/Ihr Arzt oder Ihr Gesundheitsamt.

Quellen: www.rki.de (STIKO), Öffentliche Empfehlung von Schutzimpfungen in Schleswig-Holstein, Fachinformationen der Impfstoffe

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