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Impfen - Schützen Sie sich, Ihre Liebsten und Ihre Nächsten

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Haemophilus influenzae Typ b (Hib) im Überblick

Hib-Bakterien können viele Arten von Erkrankungen auslösen, die von leichten Entzündungen der Ohren und Nasennebenhöhlen bis hin zu lebensgefährlichen Hirnhautentzündungen, Lungenentzündungen und Kehldeckelentzündungen reichen...

Erreger und Verbreitung

Haemophilus influenzae ist ein Stäbchenbakterium (gramnegatives Stäbchen), das zur Gattung Haemophilus gehört. Das Bakterium besitzt eine aus Polysacchariden aufgebaute Kapsel. Abhängig vom Kapseltyp werden sechs Serotypen (A-F) unterschieden. Kapseltyp B gilt als stärkster Krankheitsauslöser.

Übertragung

Der Erreger Haemophilus influenzae Typ b (Hib) verbreitet sich durch Tröpfchen-Infektionen. Er befindet sich im Nasen-Rachen-Raum des Trägers, der beim Husten, Niesen oder Sprechen winzige keimhaltige Tröpfchen an seine Umgebung abgibt. Besonders Säuglinge und Kleinkinder sind von Hib-Erkrankungen betroffen. Viele Infizierte erkranken selbst nicht, können aber andere Menschen anstecken.

Symptome und Komplikationen

Haemophilus-influenzae-Bakterien können viele Arten von Erkrankungen auslösen, die von leichten Entzündungen der Ohren, der Nasennebenhöhlen und Gelenke bis hin zu lebensgefährlichen Hirnhautentzündungen, Lungenentzündungen und Kehldeckelentzündungen reichen:

Lungenentzündung (Pneumonie)
Anzeichen für die Lungenentzündung sind Fieber (kann bei älteren Menschen auch eine unterdurchschnittliche Körpertemperatur sein), Husten, Atemnot, Schüttelfrost, Schwitzen, Brustschmerzen beim Atmen, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und sehr starke Müdigkeit.

Eitrige Hirnhautentzündung (Meningitis)
Eine Meningitis ist eine der häufigsten Erkrankungen, die Hib-Bakterien verursachen. Warnzeichen sind Erbrechen, hohes Fieber, Bewusstseinstrübung und Krämpfe. Die Sterberate ist für diese Erkrankung sehr hoch. Bei überstandener Erkrankung können Folgeschäden wie Sprachstörungen, Hörschäden und geistige Behinderung zurückbleiben.

Kehldeckelentzündung (Epiglottitis)
Merkmale einer Kehldeckelentzündung sind hohes Fieber, Schluckbeschwerden, kloßige Sprache und ausgeprägte Atemnot, die sich innerhalb von Stunden entwickeln. Eine Epiglottitis ist immer ein Notfall. Wie bei der Meningitis ist die Sterberate sehr hoch.

Impfstoff und Impfschema

Impfstoffe gegen Haemophilus influenzae Typ b sind sowohl einzeln als auch als Kombination mit anderen Bestandteilen zugelassen. Die verfügbaren Kombinationsimpfstoffe schützen alle auch vor Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten. Weiter gibt es Fünf- und Sechsfach-Impfstoffe im Handel, die zusätzlich einen Schutz gegen Kinderlähmung (Polio) und/oder Hepatitis B aufbauen.

Für eine Grundimmunisierung erhalten Säuglinge und Kleinkinder je eine Impfung im 3., 4., 5. Lebensmonat sowie zwischen dem 12. und 15. Lebensmonat, d.h. im Alter von 11-14 Monaten. Die Impfung erfolgt üblicherweise als Kombinationsimpfung, die gleichzeitig auch vor Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung und Hepatitis B schützt.

Für Menschen mit fehlender Milz (Asplenie) oder eingeschränkter Milzfunktion ist eine einmalige Impfung gegen Haemophilus influenzae Typ b empfohlen.

Impfempfehlung

Laut der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut in Berlin sollten alle Kinder bis zu vier Jahren gegen Hib immunisiert werden. Der Impfstoff wird insgesamt dreimal im ersten Lebenshalbjahr und einmal im zweiten Lebensjahr verabreicht. Falls die Impfung nicht im Säuglingsalter durchgeführt wurde, sollte sie bis zum Alter von vier Jahren nachgeholt werden.

Ab einem Alter von 5 Jahren ist eine Hib-Impfung nur in Ausnahmefällen indiziert, wie bei Personen, deren Milz fehlt oder nicht funktionstüchtig (Asplenie) ist. Diese Risikopatienten sollten eine einmalige Impfung erhalten.

Die Kosten für die von der STIKO empfohlenen Impfungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Weitere Fragen zur Kostenübernahme von Impfungen beantwortet Ihre Krankenkasse. Zum Impfschutz berät Sie Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt oder Ihr Gesundheitsamt.

Quellen: www.rki.de (STIKO), Öffentliche Empfehlung von Schutzimpfungen in Schleswig-Holstein, Fachinformationen der Impfstoffe

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