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Feste Fehmarnbeltquerung - Europa wächst zusammen

Portraitfoto Dr. Bernd Buchholz
Dr. Bernd Buchholz

Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

© Femern A/S

Aktuelles zum Planungsstand Fehmarnbelt

Informationen rund um den Fehmarnbelttunnel

Das deutsch-dänische Großprojekt zum Bau einer Festen Fehmarnbeltquerung umfasst nicht nur den Tunnel zwischen der dänischen Insel Lolland und der deutschen Insel Fehmarn, sondern bedingt auch den entsprechenden Ausbau der Hinterlandanbindungen für Straße und Schiene sowie eine zukunftsfähige und verkehrsgerechte Lösung für die Fehmarnsundquerung.

Geplante neue Autobahn- und Schienenanbindung in Puttgarden (Karte) Geplante neue Autobahn- und Schienenanbindung in Puttgarden (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Geplante neue Autobahn- und Schienenanbindung in Puttgarden (Karte) © Femern A/S

Der Fehmarnbelttunnel

Der rund 18 Kilometer lange Fehmarnbelttunnel wird aus einer vierspurigen Autobahn und einer zweigleisigen, elektrifizierten Bahnstrecke bestehen. Die neue Verbindung wird als Absenktunnel unter dem Meeresboden verlaufen.

Das Königreich Dänemark ist für die Planung, den Bau, die Finanzierung und den Betrieb der Festen Fehmarnbeltquerung sowie den Ausbau der dänischen Hinterlandanbindung allein zuständig.

Die Planungen auf dänischer Seite

Das dänische Parlament hat am 28. April 2015 mit der Verabschiedung des Baugesetzes die Voraussetzung zum Bau des Tunnels auf dänischer Seite geschaffen. Die erwarteten Kosten werden mit rund 7,1 Milliarden Euro angegeben. Die im Projektbudget enthaltenen Reserven belaufen sich auf 1 Milliarde Euro.

Der Bau des Fehmarnbelttunnels hat am 30. Mai 2016 eine weitere wichtige Hürde genommen. Die dänische Projektgesellschaft Femern A/S hat vier Hauptbauverträge im Wert von 4 Milliarden Euro mit den für den Bau des Fehmarnbelttunnels ausgewählten internationalen Konsortien abgeschlossen. Am Bau werden mehrere deutsche Unternehmen beteiligt sein.
Die Bauarbeiten beginnen jedoch erst dann, wenn die deutsche Baugenehmigung, also der bestandskräftige Planfeststellungsbeschluss vorliegt.

Die Planungen auf deutscher Seite

Am 18. Oktober 2013 haben die Vorhabenträger Femern A/S und der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH), Niederlassung Lübeck, die Planfeststellungsunterlagen für den deutschen Abschnitt der Festen Fehmarnbeltquerung an die Planfeststellungsbehörde übergeben.

Im Zuge des ersten Anhörungsverfahrens erfolgte die Planauslegung im Zeitraum vom 5. Mai bis 5. Juni 2014. Dabei gingen rund 3.100 Einwendungen und Stellungnahmen bei der zuständigen Behörde ein. Aufgrund der Bedeutung der Einwendungen führte dies zu einem Planänderungsverfahren.

1. Planänderungsverfahren mit erneuter Öffentlichkeitsbeteiligung

Im Rahmen des zweiten Anhörungsverfahrens gingen rund 12.600 Einwendungen und Stellungnahmen von Privatpersonen, Unternehmen, Verbänden sowie von Trägern öffentlicher Belange ein. Alle Einwendungen wurden durch den dänischen Vorhabenträger Femern A/S mit Hilfe von Fachexperten abgearbeitet. Die finalen Erwiderungen wurden am 28. April 2017 an die zuständige Anhörungsbehörde in Schleswig-Holstein übergeben.

Im Sommer 2017 fanden die Erörterungen mit den zuständigen Behörden (TÖB), den betroffenen Grundbesitzern und anderen Einwendern statt.

2. Planänderungsverfahren

Die Vorhabenträger Femern AS und LBV.SH haben am 21. Dezember 2017 bei der Anhörungsbehörde einen Antrag auf Planänderung gestellt.
Die geänderten Planunterlagen wurden im Rahmen einer kleinen Beteiligung den Betroffenen zugestellt. Darüber hinaus sind die Planänderungsunterlagen auch über die Internetseiten des Amtes für Planfeststellung Verkehr (APV) digital einsehbar.

Die Vorhabenträger haben bis Mitte März 2018 zu den Einwendungen und Stellungnahmen im Zuge der 2. Planänderung Erwiderungen an die Planfeststellungsbehörde erstellt.

Nächste Schritte:

Der Planfeststellungsbeschluss befindet sich derzeit in der Bearbeitung und wird zum Jahresende 2018 erwartet. Mögliche Klagen gegen den Beschluss können den Baubeginn weiter hinauszögern.

Weitere Informationen des Vorhabenträgers Femern A/S finden Sie hier: Femern A/S

Hinterlandanbindung Schiene

Die Deutsche Bahn AG (DB AG) plant eine zweigleisige, elektrifizierte, rund 88 Kilometer lange leistungsfähige Schienenanbindung zwischen Lübeck und Puttgarden.

Am 6. Mai 2014 wurde ein vom Land Schleswig-Holstein eingeleitetes Raumordnungsverfahren abgeschlossen, mit dem die raumverträglichste Trassenvariante für die Schienenanbindung von Bad Schwartau bis Puttgarden gefunden werden sollte. Ergebnis war die Variante "2+0", das heißt eine zweigleisige Neubaustrecke im Bereich der Bäderorte sowie die Umfahrung von Ortschaften im Nordosten des Streckenverlaufs.

Fahrender Zug auf der Strecke Richtung Fehmarn © W. Diederich / grafikfoto.de

Auf Basis dieses Ergebnisses setzte die DB AG die weiteren Planungen fort. Im Rahmen der Vorplanung hat die DB AG eine optimierte Trasse, die "Vorzugsvariante" entwickelt. In verschiedenen Vor-Ort-Terminen, insbesondere in den sogenannten "Roadshows", wurden die Pläne der Öffentlichkeit durch die DB AG detailliert vorgestellt. Darüber hinaus werden in regionalen Arbeitsgruppen insbesondere die Themen Lärmschutz, Eisenbahnkreuzungsmaßnahmen und Ausgestaltung der Haltepunkte mit der kommunalen Ebene erörtert.

Derzeit werden die Planfeststellungsunterlagen für die einzelnen Abschnitte der Schienenanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung für die Einreichung beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) vorbereitet.
Am 10. April 2018 wurde für einen ersten Streckenabschnitt im Bereich Fehmarn die Planunterlagen beim EBA übergeben. Dies ist ein wichtiger Meilenstein für das Gesamtprojekt.

Nächste Schritte:

Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) prüft die eingereichten Unterlagen auf Plausibilität. Sollten sich daraus notwendige Anpassungen oder Ergänzungen ergeben, werden diese von der DB Netz AG in die Planunterlagen eingearbeitet. Anschließend übermittelt das EBA die Unterlagen an die zuständige Anhörungsbehörde, das Amt für Planfeststellung Verkehr des Landes Schleswig-Holstein (APV). In einem nächsten Schritt wird das APV die öffentliche Auslegung der Unterlagen veranlassen.

Aktuelle Informationen der DB AG finden Sie unter
Schienenanbindung Fehmarnbeltquerung (DB).

Hinterlandanbindung Straße

Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) plant den Ausbau der B 207 zwischen Heiligenhafen Ost und Puttgarden. Die B 207 soll vierstreifig mit Standstreifen auf eine Länge von 16,3 km ausgebaut werden. Die im Streckenverlauf befindlichen Brückenbauwerke werden erneuert und die Anschlussstellen an die ausgebaute Bundesstraße angepasst. Durch den Ausbau der als Lebensader für Fehmarn fungierenden und unter anderem den Hafen Puttgarden anbindenden B 207 wird die Verkehrssicherheit durch Schaffung von besseren Überholmöglichkeiten erheblich gesteigert.

Planergänzungsverfahren

Der Planfeststellungsbeschluss wurde am 31.08.2015 erlassen und wird beklagt. Zwischenzeitlich hat der LBV.SH als Vorhabenträger im Rahmen eines Planergänzungsverfahrens die Planunterlagen in Teilen überarbeitet.

Wesentliche Inhalte der geänderten Unterlagen:

  • Ergänzung des Verkehrsgutachtens
  • Überarbeitung der schalltechnischen Untersuchung
  • Überarbeitung und Aktualisierung des landschaftspflegerischen Begleitplans
  • Erstellung eines Fachbeitrages zur Wasserrahmenrichtlinie

Die geänderten Planunterlagen lagen nach ortsüblicher Bekanntmachung im Sommer 2017 zur öffentlichen Einsichtnahme aus. Der Planergänzungsbeschluss wurde am 3. Mai 2018 erlassen.

Die Planunterlagen sind über die Internetseiten des APV digital einsehbar.

Nächste Schritte:

Weiterführung des Klageverfahrens vor dem Oberverwaltungsgericht Schleswig mit Anberaumung einer mündlichen Verhandlung. Sobald der Planfeststellungsbeschluss Bestandskraft erlangt, kann mit dem Bau begonnen werden. Die Finanzierung wurde vom Bund als Baulastträger zugesagt, sofern Baurecht vorliegt. Die Gesamtinvestitionssumme (Bau und Grunderwerb) beläuft sich auf ca.109 Millionen Euro.

Karte der Hinterlandanbindung als PDF:
Hinterlandanbindung Straße, vierstreifiger Ausbau der B 207 (PDF 540KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Die Fehmarnsundquerung

Die Herausforderung: Die bestehende Fehmarnsundbrücke wird den künftigen Verkehrsbelastungen nach Fertigstellung der Festen Fehmarnbeltquerung nicht mehr gerecht. Im Sommer 2010 wurden Belastungstests durchgeführt. Diese zeigten, dass die Brücke mindestens ertüchtigt werden muss.

Die Brücke befindet sich im gemeinsamen Eigentum der Deutschen Bahn AG (DB AG) und der Bundesstraßenverwaltung (LBV-SH), d. h. sie gehört dem Bund. Der Bund als Eigentümer hat die DB AG federführend mit der der Planung für ein Ersatzbauwerk beauftragt.

Nutzwertanalyse

Im Rahmen einer Nutzwertanalyse wurden verschiedene Möglichkeiten untersucht, wie eine leistungsfähige Querung des Fehmarnsunds zukünftig erfolgen könnte. Dabei mussten eine Vielzahl an Kriterien und Randbedingungen – so z. B. Kosten, Risiken beim Bau, Umweltrisiken, Auswirkungen auf Tourismus, Denkmalschutz, etc. – für verschiedene Varianten untersucht und bewertet werden. Ziel war der Ausschluss von nicht zielführenden Querungsmöglichkeiten.

Vorplanung

Im Ergebnis wurden die folgenden Vorplanungsvarianten festgelegt:

  • Planungspaket 1: Neubau eines kombinierten Bauwerks für Schiene und Straße (zweigleisig/vierspurig)
  • Planungspaket 2: Neubau zweier getrennter Bauwerke (zweigleisig/vierspurig)
  • Planungspaket 3: Neubau eines kombinierten Absenktunnels (zweigleisig/vierspurig)
  • Planungspaket 4: Neubau eines Bohrtunnels mit mindestens vier Röhren (zweigleisig/vierspurig)

Bei den vorgenannten Planungspaketen 1 bis 4 wird neben der reinen Neubauplanung einschließlich Rückbau des Bestandsbauwerkes auch die Möglichkeit untersucht, das Bestandsbauwerk für eine Richtungsfahrbahn des Straßenverkehrs weiter zu nutzen. Die Festlegung, neben dem Neubau auch den Erhalt des Bestandsbauwerkes zu untersuchen, erfolgte nachträglich und auf Drängen des Bundesrechnungshofes und des Rechnungsprüfungsausschusses des Bundes. Hieraus ergab sich zusätzlich ein weiteres Planungspaket:

  • Planungspaket 5: Ertüchtigung des Bestandsbauwerkes als Voraussetzung für die Weiternutzung der alten Fehmarnsundbrücke

Die Vorplanungspakete wurden in 2017 an verschiedene Ingenieurbüros vergeben und befinden sich derzeit in Bearbeitung.

Blick auf die Fehmarnsund-Brücke Fehmarnsund Brücke (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) © W. Diederich / grafikfoto.de

Nächste Schritte:

Zunächst werden pro Planungspaket verschiedene Alternativen durchgeplant, gegenübergestellt und verglichen. In einem nächsten Schritt werden die sich aus den Planungspaketen ergebenden Vorzugsvarianten in einem Hauptvariantenvergleich gegenübergestellt und hieraus die Hauptvorzugsvariante für die neue Fehmarnsundquerung ermittelt. Voraussichtlich im ersten Quartal 2019 ist mit dem Ergebnis der Vorzugsvariante zu rechnen.

Die Gesamtabwägung aller Varianten bedarf einer nachvollziehbaren Methodik. Hierfür wird in einem

  • 6. Planungspaket eine Bewertungsmethodik für die Vorvarianten- und Hauptvariantenprüfung sowie die Durchführung des Hauptvariantenvergleichs entwickelt.

Im Rahmen der Vorplanung für das Ersatzbauwerk sind eine Vielzahl von Untersuchungen durchzuführen, die bei der Wahl der Vorzugsvariante mit einfließen und zu berücksichtigen sind. So laufen seit 2016 die Umweltuntersuchungen im marinen und terrestrischen Bereich. Baugrundgutachten sind auf Grundlage von Bohrungen und Baugrunderkundungen an Land und im Fehmarnsund aufzustellen.

Instandsetzungsarbeiten an der bestehenden Brücke:

Die DB AG hat in den nächsten Jahren bis voraussichtlich 2022 umfassende Instandsetzungsmaßnahmen am Bestandsbauwerk geplant, z. B. an den Seilen oder am Korrosionsschutz der Stahlkonstruktion. Die Instandsetzungsarbeiten umfassen ein geschätztes Gesamtauftragsvolumen von 11 Mio. Euro.

Kommunikation

Um die unmittelbar betroffenen Gemeinden und Interessenvertreter über die Planungen des Ersatzbauwerkes der Fehmarnsundbrücke zu informieren, wurden bislang fünf Kommunalkonferenzen durchgeführt. Zukünftig soll der Informationsaustausch über das Dialogforum zur Festen Fehmarnbeltquerung und direkt über die Vorhabenträger stattfinden.