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Einspeisemanagement

© M. Staudt / grafikfoto.de

Einspeisemanagement

Aufgrund bundesgesetzlicher Regelungen erhalten Betreiber von Windkraft-, Photovoltaik- und Biogasanlagen für Strom, den sie aufgrund von Netzengpässen nicht einspeisen können, Entschädigungen.

Windkraftanlagen hinter einem Solarpark in Klanxbüll © M. Staudt (grafikfoto.de)

Wie ein im Mai 2019 vorgelegter Bericht der Betreiber der schleswig-holsteinischen Stromnetze und des MELUND zur Abregelung von Strom aus Erneuerbaren Energien (EE) und daraus resultierenden Entschädigungsansprüchen zeigt, wurden 2018 in Schleswig-Holstein 2.524 Gigawattstunden (GWh) Strom aus Wind an Land, Sonne und Biomasse abgeregelt. Damit war die Abregelung um 15 Prozent geringer gegenüber dem Vorjahr 2017. Hinzu kamen 2018 336 Gigawattstunden Abregelung von Offshore-Windenergie mit Netzanbindung in Schleswig-Holstein.

Insgesamt wurde rund 11 Prozent der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien in Schleswig-Holstein abgeregelt. Die daraus resultierenden Entschädigungsansprüche von Betreibern von Erneuerbaren-Energien-Anlagen betrugen nach Abschätzung der Netzbetreiber und der Bundesnetzagentur 2018 rund 230 Millionen Euro für EE-Anlagen an Land und 64 Millionen Euro für die Abregelung von Wind Offshore.

Mehr Strom aus Erneuerbaren Energien

Angesichts des im Vergleich zum Vorjahr 2017 etwas schwächeren Windjahrs 2018, der nur leicht weiter gestiegenen installierten Leistungen sowie der bereits vorliegenden Daten zu Einspeisungen in die Netze von SH Netz und TenneT erwarten MELUND und Netzbetreiber eine Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien im Jahr 2018 in derselben Größenordnung wie 2017, also rund 22-23 TWh. Damit ist die in die Stromnetze aufgenommene Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien in den letzten Jahren weiter und deutlich angestiegen – ein Indikator dafür, dass Netzausbau- und Netzmanagementmaßnahmen in Schleswig-Holstein zu wirken beginnen.

Erwartet werden kann, dass mit dem zunehmend erfolgenden Ausbau des Höchstspannungsnetzes die abzuregelnde EE-Strommenge in Schleswig-Holstein sinken wird.

Die Entschädigungszahlungen für Engpässe im Höchstspannungsnetz werden von 2019 an bis Ende 2022 schrittweise bundesweit angeglichen. In 2017 und 2018 gingen sie in die Netzentgelte der TenneT ein, die über die Länder Schleswig-Holstein, Bremen sowie Teilen Niedersachsens, Nordrhein-Westfalens, Hessens und Bayerns gewälzt werden.  

Bis der erforderliche Netzausbau erfolgt ist, sollte der Strom aus Erneuerbaren Energien verstärkt auch auf andere Art und Weise genutzt statt abgeregelt werden.

Netzausbau weiter vorantreiben

Der Anteil der Abregelungen aufgrund von Engpässen im Höchstspannungsnetz liegt weiterhin bei ca. 97 Prozent (ohne Wind Offshore). Das unterstreicht die Dringlichkeit dieser Stromautobahnen. Die wesentlichen Netzengpässe in Schleswig-Holstein werden mit der Fertigstellung der Westküstenleitung sowie der vorhergehenden Fertigstellung der Mittelachse einschließlich des Umspannwerkes Handewitt behoben. 

Bis der erforderliche Netzausbau erfolgt ist, sollte der Strom aus Erneuerbaren Energien verstärkt auch auf andere Art und Weise genutzt statt abgeregelt werden. Im Zuge des Projektes Norddeutsche Energiewende 4.0 wurde das Konzept für die ENKO Plattform (Energie intelligent koordinieren) von SH Netz und ARGE Netz entwickelt: Hierzu wird ein Algorithmus programmiert, mit dessen Hilfe Netzengpässe bereits am Vortag prognostiziert werden können. Dies ermöglicht es, zuschaltbare Lasten auf der ENKO-Plattform auszuschreiben. Als Koordinationsplattform vermittelt ENKO die zur Behebung der Netzengpässe geeignetsten Flexibilitätsangebote. Ziel ist es, mehr lokal erzeugten erneuerbaren Strom vor Ort zu nutzen.