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© Thomas Frey / dpa

"Lernen aus der Pandemie"

Bildungsministerin Karin Prien stellt neuen Rahmenkonzept zum Schuljahr 2021/22 vor

Wenige Tage vor Ende des aktuellen Schuljahres benennt Bildungsministerin Karin Prien die Ziele für das kommende Schuljahr 2021/22. Die schleswig-holsteinischen Schülerinnen und Schüler sollen ab August wieder unter weitgehend regulären Bedingungen in der Schule unterrichtet werden. Sie sollen gemeinsam mit ihren Lehrkräfte in Schule lernen, sich austauschen und zurück in ihren schulischen Alltag finden.

Portraitfoto Karin Prien

Wir starten nach den Sommerferien in ein Präsenzschuljahr. Ich bin davon überzeugt, dass das der richtige Weg ist

Karin Prien

Das Bildungsministerium informiert zwei Wochen vor Schulbeginn über die notwendigen Rahmenbedingungen für den Schulbetrieb - unter anderem die Hygienemaßnahmen. Prien: "Ich gehe aber aktuell davon aus, dass wir zu Beginn des Schuljahres zunächst mit einer Maskenpflicht und verpflichtenden Tests starten werden.“ Dieser Puffer nach den Ferien sei gerade in Bezug auf die Urlaubsrückkehrer wichtig.

Orientierung und Impulse geben

Das neue Schuljahr steht unter dem Motto "Lernen aus der Pandemie". Das ist auch der Titel eines Rahmenkonzeptes, das in den vergangen Wochen erarbeitet worden ist - unter Mitwirkung von Eltern- und Schülervertretern und Expertinnen und Experten der Schulaufsicht. Es basiert auf ersten Forschungsergebnissen, die es bislang über die Auswirkungen der Pandemie auf die Lernfortschritte gibt. MInisterin Prien: "Mit unserem Rahmenkonzept für das Schuljahr 2021/22 blicken wir zurück und nach vorne. Wir gehen von den Erfahrungen und empirischen Befunden aus, um Orientierung und Impulse zu geben."

Im neuen Schuljahr gehe es erst einmal darum, wieder gut in der Schule anzukommen. Der Präsenzunterricht habe vielen Schülerinnen und Schülern sehr gefehlt. "Dabei geht es nicht nur um fehlende Lernfortschritte, sondern auch um das Fehlen von Schule als sozialem Ort. Es geht darum, da wo notwendig, psychisch-emotionale Belastungssituationen zu erkennen und Hilfe zu ermöglichen sowie die in der Pandemie entstandenen Lernrückstände aufzufangen, psychisch-emotionale Belastungssituationen zu erkennen und Hilfe zu ermöglichen, um den Anschluss wiederherzustellen“, so die Ministerin. Diese Aufgabe sei für Schulen und Lehrkräfte eine professionelle Herausforderung, aber sie könnten damit souverän umgehen.

Lernstände erfassen und aufholen

Die Pandemie hat sich auf die einzelnen Schülerinnen und Schüler ganz unterschiedlich ausgewirkt. Deshalb werden zu Beginn und kontinuierlich während des Schuljahres die Lernstände erfasst. Ein besonderer Blick geht dabei auf die Schülerinnen und Schüler, die sich im Übergang von einer Schule zur nächsten Schule befinden oder demnächst die Schule abschließen werden.

Der nächste Schritt ist es, die Schülerinnen und Schüler gezielt zu fördern und diese Lernrückstände aufzuholen. Ziel müsse es sein, so Ministerin Prien, Wissenslücken zu schließen und Kompetenzen weiterzuentwickeln.

Ein wichtiges Instrument ist dazu neben weiterem Personal für die Schulen vor allem das Programm "Lernchancen:SH". Über 130 Schulen haben bereits fest zugesagt, weitere 40 Schulen planen noch, wie sie teilnehmen. "Ganz wesentlich sind aber auch die externen Unterstützungsangebote", so Prien. Für über 20.000 Kinder habe man Bildungsgutscheine, mit denen sie zum Beispiel zwei Wochen gezielte Nachhilfe bekommen können. Möglich sind 30 Stunden pro Schülerin und Schüler.

"Nach meiner Wahrnehmung war eines der wichtigsten Themen für die Eltern im Land die Frage, ob es für das Distanzlernen verbindliche Regeln und Standards gibt", betonte Bildungsministerin Prien. Die Schulen würden sich daher auf einen Schulentwicklungsprozess begeben, der besonders auf effiziente Klassenführung, kognitive Aktivierung und konstruktive Unterstützung der Schülerinnen und Schüler setze. "Diese Entwicklung von verlässlichen Qualitätsstandards ist für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Ausbildungsbetriebe und Lehrkräfte wichtig", so Karin Prien. 

Dialogprozess starten

„Schule wird nicht mehr so sein, wie sie vor der Pandemie war. Um diese Erfahrungen in Schulen zu einem nachhaltigen Lernerfolg zu führen, werden wir einen breiten Dialogprozess starten“, erläuterte die Bildungsministerin und verwies auf die Sommeruniversität im Juli zum Thema "Schule der Zukunft" und einen großen Onlinekongress zum Ende des Jahres als erste Schritte.

Programm LERNCHANCEN:SH