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Coronavirus
Informationen für Schleswig-Holstein

© Thomas Frey / dpa

Besuche

Darf ich Verwandte/Bekannte im Pflegeheim besuchen?

Insbesondere bei alten und pflegebedürftigen Menschen wird bei einer Infektion mit dem Corona-Virus von einem größeren Risiko für schwere Krankheitsverläufe und Komplikationen ausgegangen. Deshalb ist es besonders wichtig, diese Personengruppe vor einer möglichen Ansteckung zu schützen. Auch wenn allen bewusst ist, wie wichtig Besuche von Angehörigen für ältere Menschen in Einrichtungen sind, müssen erforderliche Maßnahmen ergriffen werden, damit möglichst keine Corona-Viren in die Einrichtungen hineingetragen werden.

Die aktuelle Regelung sieht folgendermaßen aus: Bewohner:innen dürfen jeweils nur von zwei verschiedenen, feststehenden (Bezugs-)Personen, besucht werden. Diese Besucher:innen müssen sich zuvor von den Einrichtungsbetreiber:innen registrieren lassen und können dann "ihren" Bewohner oder "ihre" Bewohnerin im Rahmen der üblichen Besuchszeiten besuchen. Zudem gibt es eine Ausnahmemöglichkeit für weitere Besuche, wenn z.B. aus sozial-ethischen Gründen ein Besuch ermöglicht werden muss (z.B. Sterbebegleitung, akute Verschlechterung des Gesundheitszustandes,  Seelsorge oder Rechtsberatung). Grundsätzlich dürfen die registrierten Besuchspersonen die Einrichtung aktuell nicht gemeinsam besuchen, das heißt es darf zurzeit nur ein:e Besucher:in eine:n Bewohner:in besuchen. Eine Ausnahme besteht, wenn eine Begleitung der besuchenden Person erforderlich ist, weil diese dabei Unterstützung benötigt (z.B. weil sie selbst hochbetagt, gebrechlich oder körperlich behindert und auf Assistenz angewiesen ist). Auch notwendige Begleitpersonen von Personen, die nach ihrem Ausweis für schwerbehinderte Menschen (Merkzeichen B, H, Bl, Gl oder TBl) zur Mitnahme einer Begleitperson berechtigt sind, sowie Kinder bis zur Vollendung des vierzehnten Lebensjahres sind nach den allgemeinen Kontaktregelungen nicht mitzuzählen.

Zudem müssen Besucher:innen über ein negatives Testergebnis verfügen, das vom selben Tag oder vom Vortag stammt. Der Test kann entweder mitgebracht oder in der Einrichtung durchgeführt werden. Die Einrichtung muss dafür Sorge tragen, dass entsprechende Tests in der Einrichtung angeboten und durchgeführt werden können. Wenn die Einrichtung keinen Antigen-Schnelltest anbietet, ist dies bußgeldbewehrt.

Außerdem müssen Besucher:innen eine qualifizierte Mund-Nasen-Bedeckung tragen (d.h. eine medizinische oder vergleichbare Maske oder eine Maske ohne Ausatemventil der Standards FFP2, FFP3, N95, KN95, P2, DS2 oder KF94). Bei voraussichtlich engerem oder längerem Kontakt zu Bewohner:innen wird das Tragen einer Maske des Standards FFP2, N95,KN95, P2, DS2 oder KF94 dringend empfohlen.

Die Pflegeeinrichtung hat ein Hygienekonzept zu erstellen, welches auch Vorgaben für die Durchführung von Besuchen (Besuchskonzept) enthalten soll.

Das Besuchskonzept muss dabei ein angemessenes Verhältnis zwischen dem Gesundheitsschutz der Bewohner:innen, des Personals und der Besucher:innen einerseits und dem nachvollziehbaren Wunsch nach zwischenmenschlichem Kontakt vor allem mit Angehörigen und nahestehenden Personen andererseits bilden. Erforderlich sind die Dokumentation der Besuche (Erhebungsdatum und -uhrzeit, Vor- und Nachname, Anschrift, sowie, soweit vorhanden, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse – Die Kontaktdaten sind für einen Zeitraum von vier Wochen aufzubewahren und dann zu vernichten), um eine Kontaktnachverfolgung zu ermöglichen, und das Tragen einer sogenannten qualifizierten Mund-Nasen-Bedeckung durch Besucher:innen. Das Konzept soll daher insbesondere Regelungen treffen, die:

  • sicherstellen, dass nur so vielen Besucher:innen Zugang gewährt wird, dass Abstands- und Hygienevorschriften sicher eingehalten werden können, und durch ein Zugangs- und Wegekonzept zur Minimierung von Begegnungen beitragen;
  • die Dokumentation der Besuche sicherstellen;
  • Anforderungen an geeignete gesonderte Besuchsräume sowie an Besuche in Bewohnerzimmern beschreiben;
  • die Nutzung eines zum Einrichtungsgelände gehörenden Außengeländes unter Einhaltung der gebotenen Hygienestandards ermöglichen.
  • Ausnahmesituationen, z. B. bei kurzfristigen und längeren Besuchen zur Sterbebegleitung betreffen.

Handlungsempfehlungen für ein Besuchskonzept in stationären Einrichtungen der Pflege (Stand: 25.01.2021) (PDF 95KB, Datei ist barrierefrei/barrierearm)

Wie werden Schnelltests in den Pflegeheimen eingesetzt? Wie sieht die Teststrategie dort aus?

Einrichtungsbetreiber sollen auf Grundlage eines einrichtungsindividuellen Testkonzepts Personen, die in ihren Einrichtungen tätig werden sollen oder tätig sind, d.h. ihre Mitarbeiter:innen und externes Personal (z.B. Zeitarbeitskräfte), zweimal wöchentlich in Bezug auf eine Infektion mit dem Coronavirus mittel Antigen-Schnelltest testen. Ab 1. Februar 2021 wird die Testung verpflichtend. Ein positives Testergebnis ist von der Einrichtungsleitung dem zuständigen Gesundheitsamt zu melden.

Zudem müssen Besucher:innen über ein negatives Testergebnis verfügen, das vom selben Tag oder vom Vortag stammt. Der Test kann entweder mitgebracht oder in der Einrichtung durchgeführt werden,. Die Einrichtung muss dafür Sorge tragen, dass entsprechende Tests in der Einrichtung angeboten und durchgeführt werden können. Wenn die Einrichtung keinen Antigen-Schnelltest anbietet, ist dies bußgeldbewehrt.

Das Land hat ein Muster-Testkonzept veröffentlicht und den Einrichtungen zur Verfügung gestellt, das den Einrichtungen auch die Abrechnung der Tests gegenüber den Pflegekassen erleichtert und damit verhindern soll,  dass Tests den Besucher:innen oder Bewohner:innen in Rechnung gestellt werden:

Muster-Testkonzept und Antragsvordruck zur Umsetzung der Nationalen Teststrategie (Coronavirus-Testverordnung - TestV) zur Anwendung von Antigen-Tests in der ambulanten, teilstationären und stationären Pflege und EGH (Stand: 10.02.2021) (PDF 102KB, Datei ist barrierefrei/barrierearm)

Die Nutzung des Muster-Testkonzeptes erleichtert beiden Seiten (Pflegeeinrichtungen und Gesundheitsämtern) die Durchführung. Im Fokus steht hierbei die regelmäßige Testung von Personal, um Viruseinträge in die Einrichtung über das Personal soweit wie möglich zu verhindern, sowie Tests von Besucher:innen. Der Einsatz von Antigen-Schnelltests kann seit dem 15. Oktober 2020 über den Gesundheitsfonds finanziert werden. Eine Liste mit diesen Tests wurde am 15. Oktober durch das Bundesamt für Arzneimittelsicherheit veröffentlicht.

Träger:innen von kleineren Einrichtungen der Pflege, die über die normalen Vertriebswege bislang keine PoC-Antigen-Tests beziehen konnten, bietet das Land die Möglichkeit, diese Tests über den bereits vorhandenen PSA-Shop des Landes zu erwerben.

Alle wichtigen Informationen, wie der Einkauf über den PSA-Shop funktioniert (Anmeldung zum erstmaligen Einkauf, Bestellformular usw.), finden sich hier: GMSH: Hinweise für unsere Kunden und Nutzer während der Coronakrise

Welche weiteren Personen dürfen Pflegeeinrichtungen betreten?

Ein Betretungsverbot von Pflegeeinrichtungen gibt es für Personen mit akuten Atemwegserkrankungen. Andere Personen, wie z.B. Dienstleister oder Amtsträger in Wahrnehmung ihrer dienstlichen Tätigkeit, dürfen Pflegeeinrichtungen grundsätzlich nur betreten, wenn sie über ein vom selben Tag oder vom Vortag stammendes negatives Testergebnis in Bezug auf eine Infektion mit dem Coronavirus verfügen und eine sogenannte qualifizierte Mund-Nasen-Bedeckung tragen (d.h. eine eine medizinische oder vergleichbare Maske oder eine Maske ohne Ausatemventil der Standards FFP2, FFP3, N95, KN95, P2, DS2 oder KF94). Bei voraussichtlich engerem oder längerem Kontakt zu Bewohner:innen wird das Tragen einer Maske des Standards FFP2, N95, KN95, P2, DS2 oder KF94 dringend empfohlen. Darüber hinaus sind die allgemeinen in der Corona-Bekämpfungsverordnung geregelten Anforderungen (z.B. Hygiene- und Verhaltensregeln, Abstandsgebot, Zahlenmäßige Beschränkungen) einzuhalten. Die Besuchsregelungen sind zu beachten.

Für weitere Informationen siehe: "Darf ich Verwandte/ Bekannte im Pflegeheim besuchen?"

Ein:e Angehörige:r lebt in einer Pflegeeinrichtung; diese will trotz der neuen Besuchsregelungen keinen Besuch zulassen, ist das zulässig?

Nein, die Einrichtung muss den Besuch durch zwei feste Bezugspersonen je Bewohner:in zulassen. Diese Personen müssen sich zuvor registrieren lassen und können dann „ihren“ Bewohner oder „ihre“ Bewohnerin unter Beachtung des Besuchskonzeptes im Rahmen der üblichen Besuchszeiten besuchen. Zudem müssen Besucher:innen über ein negatives Testergebnis verfügen, das vom selben Tag oder vom Vortag stammt. Der Test kann entweder mitgebracht oder in der Einrichtung durchgeführt werden.  Die Einrichtung muss dafür Sorge tragen, dass entsprechende Tests in der Einrichtung angeboten und durchgeführt werden können. Wenn die Einrichtung keinen Antigen-Schnelltest anbietet, ist dies bußgeldbewehrt.

Die Auswahl dieser zum Besuch berechtigten Bezugspersonen sollte durch die/den jeweiligen betroffenen Bewohner:in erfolgen und nicht gegen deren bzw. dessen ausdrücklichen Willen vorgenommen werden. Zudem gibt es eine Ausnahmemöglichkeit für weitere Besuche, wenn z.B. aus sozial-ethischen Gründen ein Besuch ermöglicht werden muss (siehe "Darf ich Verwandte/Bekannte im Pflegeheim besuchen") Diese Ausnahmemöglichkeit gilt auch, wenn eine Begleitung der besuchenden Person erforderlich ist, weil diese dabei Unterstützung benötigt (z.B. weil sie selbst hochbetagt, gebrechlich oder körperlich behindert und auf Assistenz angewiesen ist). Auch notwendige Begleitpersonen von Personen, die nach ihrem Ausweis für schwerbehinderte Menschen (Merkzeichen B, H, Bl, Gl oder TBl) zur Mitnahme einer Begleitperson berechtigt sind, sowie Kinder bis zur Vollendung des vierzehnten Lebensjahres sind nach den allgemeinen Kontaktregelungen nicht mitzuzählen. Liegt ein Besuchskonzept nicht vor, können Sie sich an das zuständige Gesundheitsamt wenden. Falls Sie das Besuchskonzept für nicht ausreichend halten, suchen Sie bitte in erster Linie das Gespräch mit der Einrichtungsleitung, um sich die Gründe darlegen zu lassen. Sie können darauf hinweisen, dass Ihr:e Angehörige:r ein Recht auf gesellschaftliche Teilhabe hat. Das beinhaltet auch, den Kontakt zu Familie und engen Bezugspersonen zu ermöglichen.

Für weitere Informationen siehe: "Welche weiteren Personen dürfen Pflegeeinrichtungen betreten?"

Ein Angehöriger liegt im Sterben, ich möchte ihn noch einmal sehen. Geht das?

Sprechen Sie das direkt mit der Einrichtung ab. Die geltende Verordnung und die Handlungsempfehlungen für Mindestvorgaben bei Besuchskonzepten sehen Ausnahmen von den strengen Anforderungen des Besuchskonzeptes, u.a. bei der Sterbebegleitung vor, z.B. bei der Dauer oder der Häufigkeit von Besuchen.