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Coronavirus
Informationen für Schleswig-Holstein

© Thomas Frey / dpa

Ausbildung und außerschulische Bildungseinrichtungen

Wer fällt alles unter den Begriff der "außerschulischen Bildungseinrichtung"?

Der Begriff der "außerschulischen Bildungseinrichtung" umfasst jegliche Einrichtungen, die nicht explizit zum Bildungssystem als solches gehören. Außerschulische Einrichtungen verfügen in der Regel über ein breites Spektrum an Fort- und Weiterbildungsangeboten, die der Allgemeinheit zugänglich sind. Die Weiterbildungen können sowohl politischer, kultureller, beruflicher oder allgemeiner Natur sein. Dazu zählen zum Beispiel Einrichtungen zur Berufsvorbereitung, Volkshochschulen und andere Einrichtungen der Weiterbildung, Einrichtungen zur Durchführung arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen, Fahrschulen, Musikschulen und Familienbildungsstätten als auch Flugschulen.

Was muss bei Präsenzveranstaltungen beachtet werden?

Für außerschulische Bildungsangebote in Form von Präsenzveranstaltungen gelten die Vorschriften für Veranstaltungen mit nachfolgend genannten Maßgaben entsprechend. Fragen und Antworten zum Thema Veranstaltungen

  • An Veranstaltungen innerhalb geschlossener Räume dürfen grundsätzlich nur getestete Personen teilnehmen. Ausgenommen sind Kinder unter sieben Jahre sowie unter bestimmten Voraussetzungen minderjährige Schüler:innen, die im Rahmen eines verbindlichen Schutzkonzeptes regelmäßig zweimal pro Woche getestet werden. Vollständig Geimpfte und Genesene sind dabei getesteten Personen gleichgestellt. Sie benötigen lediglich einen Nachweis über ihre Impfung oder Genesung. Für weitere Informationen siehe "Welche Erleichterungen und Ausnahmen gelten für entsprechend geimpfte, genesene und getestete Personen?"
  • Für alle Präsenzveranstaltungen ist ein Hygienekonzept zu erstellen. Innerhalb geschlossener Räume sind Kontaktdaten der Teilnehmenden zu erheben.
  • Bei Veranstaltungen mit Gruppenaktivität, bei denen keine festen Sitzplätze vorhanden sind oder diese nicht nur kurzzeitig verlassen werden, und bei denen der Teilnehmerkreis nicht wechselt (wie z.B. Führungen und Exkursionen), müssen Teilnehmer:innen innerhalb geschlossener Räume eine qualifizierte Mund-Nasen-Bedeckung (d.h. medizinische oder vergleichbare Maske oder eine Maske ohne Ausatemventil der Standards FFP2, FFP3, N95, KN95, P2, DS2 oder KF94) tragen. Eine maximale Zahl von Teilnehmer:innen ist nicht vorgegeben. Diese ergibt sich aus der Einhaltung des jeweiligen Hygienekonzeptes (z.B. Einhaltung von Mindestabständen).
  • Bei Veranstaltungen, bei denen die Teilnehmer:innen feste Sitzplätze haben, die sie höchstens kurzzeitig verlassen (wie z.B. Vorträge oder Lesungen), müssen die Teilnehmer:innen nur noch auf den Verkehrswegen eine qualifizierte MNB tragen. Das Abstandsgebot gilt für Teilnehmende auf Sitzplätzen nicht, wenn die Veranstalter:in gewährleistet, dass nicht mehr als die Hälfte der zur Verfügung stehenden Sitzplätze besetzt werden, die Sitzplätze unmittelbar neben, vor und hinter jeder/jedem Teilnehmer:in nicht oder nur nach den geltenden allgemeinen Kontaktbeschränkungen besetzt sind. Eine maximale Zahl von Teilnehmer:innen ist nicht vorgegeben. Diese ergibt sich aus der Einhaltung des jeweiligen Hygienekonzeptes (z.B. Einhaltung von Mindestabständen).
  • Es ist auch ein unregelmäßiges Sitzplatzmuster (Schachbrett) möglich, wenn Gruppen, die sich im Rahmen der allgemeinen Kontaktbeschränkungen treffen dürfen, zusammensitzen. Dann müssen jeweils die Plätze vor, hinter und neben der Gruppe frei bleiben. Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Sitzanordnungen der Einrichtungen kann aber davon ausgegangen werden, dass in der Regel bei diesen Veranstaltungen ein Abstand von 75 Zentimetern zwischen den Personen nicht unterschritten wird. Voraussetzung hierfür ist allerdings das Tragen einer qualifizierten Mund-Nasen-Bedeckung.
  • Außerschulische Bildungsveranstaltungen, bei denen sich passiv eine Vorstellung angesehen wird, wie Lesungen und Vorträge, sind aber auch in diesem Fall ohne Mund-Nasen-Bedeckung zulässig. Außerhalb der festen Sitzplätze muss innerhalb geschlossener Räume eine qualifizierte Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden.

Darüber hinaus gelten folgende Ausnahmen:

  • Bei Beatmungsübungen in Erste-Hilfe-Kursen und bei der studienvorbereitenden Ausbildung an den öffentlichen Musikschulen und Proben von Auswahlensembles des Landesmusikrates muss keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden.
  • Von dem Abstandsgebot kann abgewichen werden, wenn der Bildungszweck im Rahmen der praktischen Ausbildungsanteile an Gesundheitsfach- und Pflegeschulen oder an Berufsbildungseinrichtungen im Sinne von § 2 Absatz 1 Nummer 3 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) dies erfordert.
  • Für die Gesundheitsfach- und Pflegeschulen gilt, dass diese in Bezug auf den Gesamtausbildungsrahmen ein zur praktischen Ausbildung ergänzendes schulisches Bildungsangebot über einen längeren Zeitraum vorhalten. Beides ist in den meisten Unterrichtseinheiten zu einer theoretisch-praktischen Einheit verbunden und einzuordnen. Dabei kann davon ausgegangen werden, dass jeweils ein Praxisbezug bzw. Praxisanteile im Rahmen der schulischen Ausbildung auch im in den theoretischen Unterrichtseinheiten hergestellt und theoretisch erarbeitete Erkenntnisse entsprechend erprobt werden. Weiterhin kann im Regelfall davon ausgegangen werden, dass die Zusammensetzung des Teilnehmerkreises unverändert in Klassen/Seminaren/festen Kohorten erfolgt. Insofern kann im schulischen Präsenzunterricht auf die Einhaltung von Abständen verzichtet werden, wenn im Rahmen des Unterrichts ein Mund-Nasen-Bedeckung getragen und bei den Teilnehmenden die Voraussetzungen nach § 5 Absatz 2a Corona-BekämpfungsVO (3G-Regel in Innenbereichen) vorliegen.
  • Bei mehrtägigen Bildungsangeboten der beruflichen Aus- und Weiterbildung, Integrationskursen, Berufssprachkursen, Erstorientierungskursen sowie Starterpaket-für-Flüchtlinge-Kursen, wenn der Teilnehmer:innenkreis im Wesentlichen unverändert bleibt, genügt es, wenn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer spätestens alle 72 Stunden einen weiteren Testnachweis vorlegen.
  • Für mehrtägige Bildungsreisen gelten die Regelungen für Veranstaltungen nicht. Im Rahmen des Hygienekonzeptes sind die Unterkunft und geplante Aktivitäten gesondert zu berücksichtigen. Während der mehrtägigen Bildungsreise muss keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, es sei denn, aus anderen Gründen ist eine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung vorgesehen (Öffentlicher Personen-Nahverkehr, Museum, Gaststätte, Hotel usw.).

Für Angebote der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Jugendarbeit gelten gesonderte Regelungen.

Alle Verordnungen und Erlasse zum Umgang mit dem Coronavirus

Besteht vor Betreten einer außerschulischen Bildungseinrichtung eine Verpflichtung zur Durchführung eines Corona-Tests?

Ja, es besteht eine Testpflicht. Demnach darf die zugrundeliegende Testung maximal 24 Stunden zurückliegen. Für minderjährige Schülerinnen und Schüler gelten Ausnahmen, wenn sie anhand einer Bescheinigung der Schule nachweisen, dass sie im Rahmen eines verbindlichen Schutzkonzeptes regelmäßig zweimal pro Woche getestet werden. Auch für Kinder unter sieben Jahren besteht keine Testpflicht. Vollständig Geimpfte und vollständig Gesene sind von der Testpflicht ausgenommen. Mehr Informationen hier

Fallen auch Arbeitsmarktmaßnahmen unter die Regelungen, die für die außerschulischen Bildungseinrichtungen gelten?

Ja, arbeitsmarktpolitische Maßnahmen fallen unter die Regelungen für außerschulische Bildungseinrichtungen. Die Regelungen für Maßnahmen der Aus- und Weiterbildung gelten entsprechend.

Welche Regelungen gelten für Einzelunterricht oder Einzelcoaching?

Zusammenkünfte von weniger als drei Personen gelten nicht als Veranstaltung, d.h. für Einzelcoaching und Einzelunterricht finden die Regelungen für die Veranstaltungen keine Anwendung. Das Abstandsgebot muss jedoch immer eingehalten werden. Der Mindestabstand darf nur dann unterschritten werden, wenn beispielsweise (durchsichtige) Trennbarrieren verwendet werden. Eine Mund-Nasen-Bedeckung muss bei Einzelunterricht nicht getragen werden. Findet das Coaching in einer Einrichtung statt, sind die allgemeinen Regelungen für Einrichtungen mit Publikumsverkehr zu beachten. Informationen zum Thema Veranstaltungen

Müssen Auszubildende, die keinen Berufsschulunterricht erhalten, in der Zwischenzeit in den Betrieb?

Berufsschüler:innen sind gemäß § 9 Abs. 1 des Jugendarbeitsschutzgesetzes (JArbSchG) bzw. §15 Abs. 1 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG ) für die Teilnahme am Berufsschulunterricht von der Arbeit freigestellt.

Die Freistellung der Berufsschüler:innen durch ihre Arbeitgeber:innen endet jedoch, wenn ein Besuch der Berufsschule über einen längeren Zeitraum hinweg unterbleiben muss.

Somit müssen Berufsschüler:innen Kontakt mit ihrem Ausbildungsbetrieb aufnehmen und klären, ob dort ihre Arbeitsleistung an den ausfallenden Berufsschultagen erwartet wird. Sofern Lehrkräfte ersatzweise für ausgefallenen Unterricht elektronisch oder auf anderem Wege Materialien, Aufgaben oder ähnliches zur Bearbeitung zur Verfügung stellen, ist den Auszubildenden durch die Ausbildungsbetriebe hierfür im ausreichenden Maß Lernzeit einzuräumen.

Für Schüler:innen, für die weder § 9 Abs.1 JArbSchG noch § 15 Abs. 1 BBiG unmittelbare Anwendung finden, gilt diese Regelung entsprechend.

Können Ausbildungszeiten aufgrund der Krise verlängert werden?

Gemäß § 8 Absatz 2 Berufsbildungsgesetz kann auf Antrag des Auszubildenden eine Verlängerung der Ausbildungszeit erfolgen.

Bei Ausfall von Berufsschule und Überbetrieblicher Lehrlingsunterweisung ist die weitere Ausbildung der Auszubildenden in den Betrieben sicherzustellen. Dieser Fall alleine ist jedoch noch kein zwingender Grund zur Verlängerung der Ausbildungszeit.

An wen kann ich mich mit Fragen zur Weiterbildung, Mitarbeitersicherung oder ähnlichem wenden?

Bei Fragen zum Thema Weiterbildung können Sie sich an das Beratungsnetz Weiterbildung des Landes Schleswig-Holstein wenden. Kontaktmöglichkeiten, sowie eine Übersicht über die Standorte des Beratungsnetzes Weiterbildung erhalten Sie hier: https://weiterbilden-sh.de/beratung/standorte-kontakte/. Weitere Informationen rund ums Thema Weiterbildung erhalten Sie im Weiterbildungsportal Schleswig-Holstein unter www.weiterbilden-sh.de.

Eine Übersicht über verschiedene Weiterbildungsangebote diverser Anbieter erhalten Sie im Kursportal Schleswig-Holstein unter https://sh.kursportal.info/.

Bei Fragen zur Gewinnung und Bindung von Fachkräften stehen Ihnen die Berater:innen des Beratungsnetzwerkes Fachkräftesicherung gerne zur Verfügung. In diesen besonderen Zeiten haben sie ihr Beratungsangebot erweitert um Ideen zur Weiterbildung während der Kurzarbeit, Möglichkeiten der Umsetzung von Homeoffice und Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Anträge zu finanziellen Hilfsprogrammen in der Corona-Krise. Eine Übersicht über Kontakte und Standorte finden Sie unter folgenden Links:

https://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/F/fachkraefte/_functions/fachkraefte_wrapping.html

oder unter

https://kofw-sh.de/fachkraeftesicherung/beratungsnetz/

Ist es möglich, Personal zu "verleihen"?

Im Zuge der Corona-Pandemie müssen einige Unternehmen in Schleswig-Holstein ihren Betrieb einstellen oder zumindest einschränken. Viele beantragen Kurzarbeitergeld, um diese schwierige Zeit überbrücken zu können. Es ist auch damit zu rechnen, dass einige Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren werden. Auf der anderen Seite stehen Unternehmen, die aktuell händeringend Arbeitskräfte suchen, um durch ihre Tätigkeit die grundlegende Versorgung der Bevölkerung aufrecht zu erhalten.

Eine Möglichkeit ist die sogenannte Arbeitnehmerüberlassung – insbesondere mit dem Ziel, nach der Krise mit bewährtem Personal wieder zügig durchstarten zu können. Der/die Arbeitgeber:in (Verleiher:in) überlässt eigene Arbeitnehmer:innen einem Betrieb mit akutem Personalbedarf (Entleiher:in) gegen Entgelt und für eine begrenzte Zeit. Grundlage hierfür ist das Gesetz zur Regelung der Arbeitnehmerüberlassung (AÜG).

Die Arbeitnehmerüberlassung erfordert grundsätzlich eine Erlaubnis der Agentur für Arbeit. Zuständig für alle Verleihunternehmen mit Sitz in Schleswig-Holstein ist die Agentur für Arbeit Kiel, Arbeitnehmerüberlassung (AÜG), Tel. 0431 709-1010, E-Mail: KIEL.091-ANUE@arbeitsagentur.de.