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Coronavirus
Informationen für Schleswig-Holstein

© Thomas Frey / dpa

Kita und Familie

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 Aktueller Stand zur Betreuung in Kitas

Aufgrund des  aktuellen Infektionsgeschehens gilt in den Kitas ein Betretungsverbot. Es wird dort lediglich eine Notbetreuung für bestimmte Eltern angeboten, die keine andere Betreuungsmöglichkeit für ihre Kinder haben. Alle Eltern sollten nur in dringenden Fällen auf diese Betreuungsmöglichkeit zurückgreifen. Es gilt der Appell, Kinder zu Hause zu betreuen, um Ansteckungsrisiken zu vermeiden. In Kindertageseinrichtungen dürfen nicht mehr als zehn Kinder in einer Gruppe gleichzeitig betreut werden. Abweichende Gruppengrößen sind nur unter Beachtung der räumlichen Situation in der Einrichtung und der Möglichkeit zur Kontaktminimierung in Abstimmung mit der betriebserlaubniserteilenden Behörde möglich.

Folgende Kinder können notbetreut werden, wenn ihre Eltern nicht über eine alternative Betreuungsmöglichkeit verfügen:

  • Kinder, von denen mindestens ein Erziehungsberechtigter in Bereichen der kritischen Infrastrukturen (nach § 19 der VO) dringend tätig ist. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr haben auf eine Notbetreuung nur an solchen Tagen Anspruch, an denen sie nachweislich für den Bereitschaftsdienst eingeteilt sind.
  • Kinder von berufstätigen Alleinerziehenden.

Darüber hinaus können notbetreut werden:

  • Kinder, die einen täglichen hohen Pflege- und Betreuungsaufwand oder einen heilpädagogischen Förderbedarf haben, dem im häuslichen Rahmen nicht entsprochen werden kann und
  • Kinder, die aus Sicht des Kindeswohls besonders schützenswert sind.

Grundsätzlich können auch Kinder mit einem Sprachförderbedarf unter den genannten Voraussetzungen notbetreut werden.

Die Erziehungsberechtigten haben die Voraussetzungen zur Inanspruchnahme gegenüber der Einrichtung in geeigneter Weise zu dokumentieren.

Angebote der erlaubnispflichtigen Kindertagespflege können durchgeführt oder eingestellt werden. Es gelten die bereits geltenden Regeln für Kindertagespflege: Angebote der erlaubnispflichtigen Kindertagespflege können mit bis zu fünf Kindern aufrechterhalten werden. Bei Kooperationen von zwei Angeboten der Kindertagespflege mit bis zu zehn Kindern ist die gemeinschaftliche Nutzung von Funktions- und Nebenräumen weiterhin zulässig.

Auch bei der Kindertagespflege gilt der Appell an alle Eltern, ihre Kinder Zuhause zu betreuen.

Zählt eine Homeoffice-Tätigkeit als eine "alternative Betreuungsmöglichkeit", sodass Eltern, die im Homeoffice tätig sind, grundsätzlich keinen Anspruch auf Notbetreuung haben?

Nein. Das Arbeiten im Homeoffice stellt grundsätzlich keine alternative Betreuungsmöglichkeitsmöglichkeit dar, da sich Eltern im Homeoffice nicht ständig um ihre Kinder im Kita-Alter kümmern können. Eltern können ihre Kinder also auch dann in die Notbetreuung geben, wenn sie im Homeoffice tätig sind und sie unter den oben genannten Voraussetzungen einen Anspruch auf Notbetreuung haben.

Welche Hygienevorschriften gelten für Kindertagesstätten?

Grundsätzlich hat jede Kita nach dem Infektionsschutzgesetz einen Hygieneplan vorzuhalten und umzusetzen. Dies gilt unabhängig von der aktuellen Corona-Pandemie, ein gesondertes Hygienekonzept gemäß der Corona-Bekämpfungsverordnung müssen Kitas somit nicht entwickeln. Das Landesjugendamt gibt jeweils aktuelle Empfehlungen der Gesundheitsabteilung an die Träger von Kindertagesstätten und die Jugendämter weiter.

Mund-Nasen-Bedeckungen in Kitas und Horten

Welche Bedeutung hat die Elternvertretung für den Betrieb der Kitas unter den Bedingungen der Covid-19-Pandemie?

Der Einbezug der Elternvertretung ist weiterhin von großer Bedeutung, da auf diese Weise gewährleistet ist, dass die Elternbedürfnisse ausreichend berücksichtigt werden und alle Beteiligten bestmöglich informiert sind.

Weitere Informationen: Infoschreiben vom 17.09. zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen (PDF 164KB, Datei ist barrierefrei/barrierearm)

Welche Regelungen gelten für kranke Kinder?

Was mache ich, wenn ich (Schüler:in) krank bin beziehungsweise mein Kind krank ist?

Unser "Schnupfenplan" zeigt, wie Sie richtig mit Krankheitsanzeichen bei Ihren Kindern umgehen: Empfehlungen zum Umgang mit Erkältungssymptomen (Aktualisierte Fassung, Stand 26.08.2020)

In diesem Zusammenhang gilt aber der dringende Appell, ihr Kind zu Hause zu betreuen und nicht in die Kita zu bringen, wenn Krankheitsanzeichen zeigt.

Leichte Erkältungssymptome

Ihr Kind darf zur Schule/in die Kita kommen, wenn es:

  • einen einfachen Schnupfen ohne weitere Krankheitsanzeichen hat
  • leichten oder gelegentlichen Husten ohne weitere Krankheitsanzeichen hat
  • Halskratzen oder Räuspern ohne weitere Krankheitsanzeichen hat

Ihr Kind braucht in diesem Fall für den Schul-/Kitabesuch weder ein ärztliches Attest noch einen negativen Virusnachweis. Eltern sollten die Entscheidung verantwortungsvoll im Interesse ihrer Kinder und anderer Kinder treffen. Sie als Eltern kennen die saisonal oder bei bestimmten Tätigkeiten auftretenden Krankheitsanzeichen Ihrer Kinder und können den Verlauf mit den Vorjahren sicherlich gut vergleichen. Kinder, bei denen Krankheitsanzeichen wie Husten bekannt und einer nicht-infektiösen Grunderkrankung wie z.B. Asthma zuzuordnen sind, können weiterhin die Schule oder Kita besuchen.

COVID-19-Symptome

Ihr Kind sollte auf keinen Fall zur Schule/in die Kita kommen, wenn es Anzeichen einer COVID-19-Erkankung hat. Dazu zählen:

  • Fieber ab 38°C (bitte gut und ausreichend messen)
  • Muskel- und Gliederschmerzen
  • Trockener Husten/Halsschmerzen
  • Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns (nicht in Kombination mit Schnupfen)

Was tun, wenn ich (Schüler:in) oder mein Kind Anzeichen einer COVID-19 Erkrankung hat?

Sollte Ihr Kind Anzeichen einer COVID-19 Erkrankung haben, melden Sie sich bitte umgehend bei der Schule, die Ihr Kind besucht. Melden Sie es dort als krank und besprechen Sie das weitere Vorgehen. Ob Ihr Kind einen Arzt benötigt, liegt in Ihrem Ermessen als Eltern. Nehmen Sie bitte bei Bedarf telefonisch Kontakt zu Haus- oder Kinderarzt:in auf. Alternativ wählen Sie die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes: 116 117.

Der oder die behandelnde Mediziner:in entscheidet, ob Ihr Kind auf das Coronavirus getestet wird. Zwischen Test und Mitteilung des Ergebnisses gilt für Ihr Kind: Kein Besuch der Schule! Wurde kein Test für Ihr Kind angeordnet, beobachten Sie es mindestens 24 Stunden. Sollte der Allgemeinzustand nach 24 Stunden wieder gut und die Krankheitsanzeichen verschwunden sein, darf Ihr Kind wieder in die Schule.

Sollte Ihr Kind negativ auf das Coronavirus getestet worden sein, sich in einem guten Allgemeinzustand befinden und keine weiteren Krankheitsanzeichen entwickelt haben, kann es die Schule wieder besuchen. Für den Besuch ist weder ein ärztliches Attest noch ein negativer Virusnachweis erforderlich.

Was tun, wenn mein Kind positiv auf eine COVID-19 Erkrankung getestet wurde?

Bei einem positiven Testergebnis muss Ihr Kind zuhause bleiben. Bitte befolgen Sie die Anweisungen des zuständigen Gesundheitsamtes. In der Regel wird die Isolierung Ihres Kindes in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt beendet, wenn Ihr Kind wieder gesund ist. Dann darf Ihr Kind wieder in die Schule, sofern es sich wieder in einem guten Allgemeinzustand befindet und keine weiteren Krankheitsanzeichen zeigt. Für den Besuch ist weder ein ärztliches Attest noch ein negativer Virusnachweis erforderlich.

Kann ich die Geschwister meines erkrankten Kindes in die Schule oder Kita schicken?

Ja, aber nur unter der Voraussetzung, dass die Geschwisterkinder keinen Quarantäneauflagen unterliegen. Grundsätzlich sollten Abstandsgebote zu Erkrankten dann, wo immer möglich, beachtet werden, auch im häuslichen Umfeld.

Mund-Nasen-Bedeckungen in Kitas und Horten

Das Land empfiehlt, dass in Angeboten der Kindertagesbetreuung (Elementar, Krippe, Hort und Kindertagespflege) alle erwachsenen Personen – und somit auch die pädagogischen Fachkräfte – eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, wo immer dies möglich ist. Dabei können die pädagogischen Fachkräfte in der Betreuung der Kinder mit Blick auf das Kindeswohl situationsabhängig, z.B. zur gezielten Sprachförderung oder beim Streitschlichten und Trösten der Kinder, vorübergehend auf das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung verzichten.

In Kreisen und kreisfreien Städten mit einer 7-Tages-Inzidenz von mehr als 70 Neufällen pro 100.000 Einwohner sollen alle erwachsenen Personen – und somit auch die pädagogischen Fachkräfte – eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Für die entsprechenden Kreise und kreisfreien Städte gelten somit strengere Regelungen, da es sich nicht um eine Empfehlung, sondern um eine Soll-Regelung handelt.  Auch hier gilt, dass die Fachkräfte situationsabhängig vorübergehend auf das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung verzichten können (siehe oben).

Für alle Kinder, die eine Hortgruppe besuchen, gelten abweichende Regelungen. Für sie gelten die Regelungen zur Mund-Nasen-Bedeckungspflicht in Schulen. Die für Schulen geltenden Ausnahmen in § 12 Absatz 1 Satz 3 der Verordnung finden entsprechende Anwendung, d.h. Kinder derselben Kohorte sind beispielsweise in einem ihnen zugewiesenen Bereich, in dem sich keine Kinder einer anderen Kohorte befinden, von der Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ausgenommen. Dabei sind die Kohorten von der Einrichtungsleitung zu definieren, regelhaft entspricht eine Hortgruppe einer Kohorte. Den in § 12 Absatz 1 Satz 3 Nummer 1 genannten Unterrichtsräumen entsprechen die Horträume, den dort genannten an der Schule tätigen Personen entsprechen die im Hort tätigen Personen.

Welche Maßnahmen können zum Schutz der Mitarbeitenden in Kindertageseinrichtungen getroffen werden?

Nach den bisherigen Erkenntnissen gibt es verschiedene Faktoren, die das Risiko für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Infektion erhöhen können, zum Beispiel das Alter, aber auch verschiedene Grunderkrankungen. Aufgrund der Vielfalt der möglichen Faktoren ist eine Einstufung in eine Risikogruppe nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts pauschal nicht möglich. Vielmehr erfordert dies eine individuelle Risikofaktoren-Bewertung im Sinne einer (arbeits-)medizinischen Begutachtung.

Ältere oder vorerkrankte Beschäftigte sollten daher nicht pauschal von Trägern der Kindertageseinrichtungen von einer Tätigkeit im Gruppendienst freigestellt werden. Stattdessen sollte dies von einem konkreten und ärztlich attestierten Risiko abhängig gemacht werden.

Die entsprechenden Informationen des RKI zu diesem Themenbereich finden Sie unter nachfolgendem Link: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogruppen.html

Eine Handlungshilfe für Arbeitgeber zu Arbeitsschutzmaßnahmen in Kitas im Hinblick auf eine Ansteckung mit Coronavirus (SARS-CoV-2) ist zu finden unter: https://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/K/kinderJugendhilfe/Downloads/Handlungshilfe_Arbeitsschutz_Kita_Corona.html

Kann ich Kinderkrankengeld erhalten, wenn ich mich Zuhause um meine Kinder kümmern muss, da mein Kind pandemiebedingt nicht in der Kita betreut werden kann?

Der Bund wird gesetzlich regeln, dass das Kinderkrankengeld im Jahr 2021 für 10 zusätzliche Tage pro Elternteil und 20 zusätzliche Tage für Alleinerziehende gewährt wird. Dieser Anspruch soll – anders als bisher – auch dann gelten, wenn Eltern ihre Kinder zu Hause betreuen müssen, weil die Betreuungseinrichtung pandemiebedingt geschlossen ist bzw. der Zugang zum Kinderbetreuungsangebot eingeschränkt wurde.

Wird ein Lohnersatz wegen Schul- und Kitaschließung gezahlt?

Wer wegen Schul- oder Kitaschließung die eigenen Kinder betreuen muss und nicht zur Arbeit kann, ist gegen übermäßige Einkommenseinbußen abgesichert. Dies gilt nicht nur, wenn die Schule oder Betreuungseinrichtung für Kinder insgesamt geschlossen oder ein Betretungsverbot für diese ausgesprochen wird. Werden Schulklassen oder Betreuungsgruppen als Kohorten vom zuständigen Gesundheitsamt vom Besuch der Einrichtung ausgeschlossen, so kann dies ebenfalls einen Anspruch auf Verdienstausfallentschädigung begründen.

Eltern erhalten demnach eine Entschädigung in Höhe von 67 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens für bis zu zehn Wochen, Alleinerziehende für bis zu 20 Wochen; für einen vollen Monat wird ein Höchstbetrag von 2.016 Euro gewährt.

Seit dem 19. November 2020 erhalten erwerbstätige Eltern nicht nur dann eine Entschädigung in Geld für den erlittenen Verdienstausfall, wenn die Schule oder die Betreuungseinrichtung vollständig oder teilweise geschlossen wurde oder für diese ein Betretungsverbot ausgesprochen wurde, sondern auch dann, wenn das betreuungsbedürftige Kind durch das zuständige Gesundheitsamt unter häusliche Quarantäne gestellt wurde und aus diesem Grund eine Schule oder Betreuungseinrichtung nicht besuchen kann.  

Die Auszahlung übernimmt der Arbeitgeber, der bei der zuständigen Landesbehörde einen Erstattungsantrag stellen kann. Anträge können beim Landesamt für soziale Dienste, Dienstsitz Neumünster, gestellt werden.

Voraussetzung dafür ist, dass die erwerbstätigen Eltern Kinder unter 12 Jahren, Kinder mit Behinderungen oder auf Hilfe angewiesene Kinder zu betreuen haben, weil eine anderweitige zumutbare Betreuung nicht sichergestellt werden kann.

Eine andere zumutbare Betreuungsmöglichkeit ist beispielsweise gegeben, wenn

  • ein Anspruch auf eine sogenannte Notbetreuung in der Kindertagesstätte oder der Schule besteht,
  • auf den anderen Elternteil zurückgegriffen werden kann
  • oder andere Familienmitglieder/Verwandte oder Bekannte die Betreuung übernehmen können. Personen, die einer Risikogruppe angehören, gelten nicht als zumutbare Betreuungsmöglichkeit. Einrichtungen zur Betreuung von Kindern oder Schulen, die von der zuständigen Behörde vorübergehend geschlossen bzw. mit einem Betretungsverbot belegt wurden, gelten ebenfalls nicht als "zumutbare Betreuungsmöglichkeit".

Befinden sich die Sorgeberechtigten in Kurzarbeit, entsteht kein Anspruch auf Entschädigung. Denn Sorgeberechtigte, die keine Arbeitsleistung erbringen müssen, können ihre Kinder während dieser Zeit selbst betreuen.

Ein Entschädigungsanspruch greift nur, wenn allein die Schul- oder Kitaschließung zu einem Verdienstausfall führen. Das ist zum Beispiel nicht der Fall, wenn der Erwerbstätige bereits nach anderen gesetzlichen, tariflichen, betrieblichen oder individualrechtlichen Grundlagen unter Fortzahlung des Entgelts der Arbeit fernbleiben kann. Soweit derartige rechtliche Möglichkeiten bestehen, sind diese prioritär zu nutzen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn dem sorgeberechtigten Erwerbstätigen noch Zeitguthaben zusteht. Dieses ist vorrangig abzubauen.

Wie beantrage ich die Entschädigung wegen Verdienstausfall infolge der Kita- und Schulschließungen?

Derzeit erfolgt die Antragsstellung per E-Mail an das Funktionspostfach ifsg@lasd.landsh.de

Zum Antragsformular

Mit Hilfe des neuen Online-Antragsverfahren "IfSG-Online" können die Entschädigungen für Verdienstausfälle wegen Corona online über die Internetseite https://ifsg-online.de gestellt werden. Mit dem Onlineantrag können Arbeitgeber und Selbstständige alle erforderlichen Angaben machen und Nachweise hochladen: Schnell, einfach und papierlos. Die Daten werden elektronisch an das Landesamt für soziale Dienste des Landes Schleswig-Holstein in Neumünster übermittelt.

Anträge stellen können ebenfalls Selbstständige und Arbeitgeber, die ihren Beschäftigten die Entschädigung auszahlen würden. Alle Informationen zum Anspruch auf Entschädigung und zum Antragsverfahren stehen auf der Internetseite https://ifsg-online.de zur Verfügung.

Werden Elternbeiträge im Monat Januar erstattet?

Ja. Für den Monat Januar wird das Land die Kosten der Elternbeiträge übernehmen. Eltern werden somit von den Kosten der Kindertagesbetreuung entlastet und müssen keine Beiträge bezahlen. Der Anspruch gilt unabhängig davon, ob die Eltern ihr Kind zu Hause betreuen oder die Notbetreuung in Anspruch nehmen. Für alle Vertragskinder sowohl in der Kita als auch in der Kindertagespflege wird der Elternbeitrag übernommen.

Über die genaue Umsetzung der Verfahrensabwicklung zwischen Eltern und Einrichtungen wird vor Ort entschieden. Da die Beiträge für den Monat Januar von den Einrichtungen zum Großteil bereits eingezogen wurden, wird die Erstattung in vielen Fällen rückwirkend oder für den Februar erfolgen.

Welche Hilfen gibt es für Familien?

Der Bund hatte bis Ende September 2020 befristete Änderungen beim Unterhaltsvorschuss sowie vereinfachte Antragstellung zum Kinderzuschlag (den sogenannten "Notfall-KiZ") vorgesehen.

Damit werdende und junge Eltern, die aufgrund der Corona-Pandemie Verdienstausfälle haben oder die Voraussetzungen für den Bezug des Elterngeldes nicht mehr einhalten können, keine Nachteile haben, wurde darüber hinaus das Elterngeld vorübergehend angepasst.

Der sogenannte Entlastungsbetrag für Alleinerziehende in der Einkommensteuer wurde befristet auf die Jahre 2020 und 2021 von derzeit 1908 Euro auf 4008 Euro angehoben. Der Entlastungsbetrag ist ein zusätzlicher Steuerfreibetrag, der die besonderen Belastungen Alleinerziehender berücksichtigt. Für den Steuervorteil müssen Alleinerziehende nicht bis zur Steuererklärung warten. Mit der Lohnsteuer können sie die Entlastung direkt nutzen. Damit der erhöhte Entlastungsbetrag für die Jahre 2020 und 2021 schon bei der Lohnsteuer berücksichtigt werden kann, muss gegebenenfalls ein Antrag beim örtlichen Finanzamt gestellt werden.

Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend: Finanzielle Unterstützung für Eltern in der Corona-Pandemie

Der Bund wird zudem gesetzlich regeln, dass das Kinderkrankengeld im Jahr 2021 für 10 zusätzliche Tage pro Elternteil und 20 zusätzliche Tage für Alleinerziehende gewährt wird. Dieser Anspruch soll – anders als bisher – auch dann gelten, wenn Eltern ihre Kinder zu Hause betreuen müssen, weil die Betreuungseinrichtung pandemiebedingt geschlossen ist bzw. der Zugang zum Kinderbetreuungsangebot eingeschränkt wurde.

Welchen Einfluss haben die Corona-Regelungen auf das Umgangsrecht in Trennungsfamilien?

Die Regelung, soziale Kontakte soweit wie möglich einzuschränken (Kontaktverbot), bezieht sich nicht auf die Kernfamilie, auch wenn die Eltern nach einer Trennung in zwei getrennten Haushalten leben. Kinder sollen selbstverständlich auch weiterhin direkten Kontakt zum anderen Elternteil pflegen dürfen. Gibt es eine Umgangsregelung oder eine gerichtliche Entscheidung zum Umgang, gilt sie trotz der Coronakrise weiter.

Bei der Ausübung des Umgangsrechts ist darauf zu achten, dass die allgemeinen Hygienevorschriften eingehalten werden.

Weitergehende Informationen hält das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz auf folgender Internetseite bereit: https://www.bmjv.de/DE/Themen/FokusThemen/Corona/SorgeUmgangsrecht/Corona_Umgangsrecht_node.html

Welche Regelungen gelten für Spielplätze?

Spielplätze können unter der Voraussetzung weiterhin betrieben werden, dass der Betreiber ein Hygienekonzept zur Reduzierung von Infektionsrisiken erstellt und umsetzt.

Der Betreiber entscheidet dabei in eigener Verantwortung und unter Berücksichtigung der Empfehlungen der obersten Landesgesundheitsbehörde, zu welchem Zeitpunkt und in welcher Weise er die Öffnung praktisch umsetzt.

Die Umsetzung der Regelungen erfolgt in der Verantwortung des Betreibers, um den infektionshygienischen Erfordernissen gerecht zu werden. Dies kann auch durch eine Delegation der Aufgabe an Dritte erfolgen.

Begleitend empfiehlt die oberste Landesgesundheitsbehörde den Kommunen, folgende Rahmenbedingungen zu schaffen:

  • Vorrangige Öffnung von Spielplätzen in besonders zu beachtenden Gebieten, wie z.B. in Städten und sozialen Brennpunkten.
  • Einhaltung des Abstandsgebotes z.B. durch die Regelung, dass der gleichzeitige Zutritt auf eine bestimmte Anzahl Kinder begrenzt wird. Die Zahl sollte in Abhängigkeit von der Größe des Spielplatzes festgelegt werden.
  • Hinweis – unter Nutzung von Piktogrammen, z.B. unter infektionsschutz.de oder vergleichbaren Visualisierungen - an den Spielplätzen, dass vor allem das Abstandeinhalten vor einer Infektionsübertragung durch Tröpfchen schützt.
  • Untersagung von Ansammlungen von Erwachsenen oder Jugendlichen.
  • Hinweis, dass Abstandsgebote für alle Spielplatznutzer, auch für Begleitpersonen, gelten und das Spielen der Kinder in Gruppen möglichst unterbleiben sollte.
  • Die Prüfung, ob einzelne Spielgeräte weiterhin gesperrt bleiben sollten, um Gruppenbildungen zu verhindern.
  • Begrenzung der zeitlichen Nutzung, z.B. auf bestimmte Stunden pro Tag.
  • Reinigung der Spielgeräte in regelmäßigen Abständen.
  • Die Umsetzung der Regelungen erfolgt in der Verantwortung der Betreiber, um den infektionshygienischen Erfordernissen gerecht zu werden. Dies kann auch durch eine Delegation der Aufgabe an Dritte erfolgen.

 Auf diese Weise soll das Ziel erreicht werden, das Risiko für Infektionsübertragungen soweit wie möglich zu begrenzen.

In Kreisen und kreisfreien Städten mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 200 pro 100.000 Einwohner:innen, in denen die hohe Inzidenz nicht klar eingrenzbar ist, sondern auf eine zu hohe Viruszirkulation in der Bevölkerung zurückzuführen ist, (siehe dazu die Daten der Landesmeldestelle unter https://schleswig-holstein.de/coronavirus-zahlen) sind strengere Zugangsregelungen zur Nutzung von privaten und öffentlichen Spielplätzen zu treffen.

Mund-Nasen-Bedeckungen in Kitas und Horten

Das Land empfiehlt, dass in Angeboten der Kindertagesbetreuung (Elementar, Krippe, Hort und Kindertagespflege) alle erwachsenen Personen – und somit auch die pädagogischen Fachkräfte – eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, wo immer dies möglich ist. Dabei können die pädagogischen Fachkräfte in der Betreuung der Kinder mit Blick auf das Kindeswohl situationsabhängig, z.B. zur gezielten Sprachförderung oder beim Streitschlichten und Trösten der Kinder, vorübergehend auf das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung verzichten.

In Kreisen und kreisfreien Städten mit einer 7-Tages-Inzidenz von mehr als 70 Neufällen pro 100.000 Einwohner sollen alle erwachsenen Personen – und somit auch die pädagogischen Fachkräfte – eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Für die entsprechenden Kreise und kreisfreien Städte gelten somit strengere Regelungen, da es sich nicht um eine Empfehlung, sondern um eine Soll-Regelung handelt.  Auch hier gilt, dass die Fachkräfte situationsabhängig vorübergehend auf das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung verzichten können (siehe oben).

Für alle Kinder, die eine Hortgruppe besuchen, gelten abweichende Regelungen. Für sie gelten die Regelungen zur Mund-Nasen-Bedeckungspflicht in Schulen. Die für Schulen geltenden Ausnahmen in § 12 Absatz 1 Satz 3 der Verordnung finden entsprechende Anwendung, d.h. Kinder derselben Kohorte sind beispielsweise in einem ihnen zugewiesenen Bereich, in dem sich keine Kinder einer anderen Kohorte befinden, von der Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ausgenommen. Dabei sind die Kohorten von der Einrichtungsleitung zu definieren, regelhaft entspricht eine Hortgruppe einer Kohorte. Den in § 12 Absatz 1 Satz 3 Nummer 1 genannten Unterrichtsräumen entsprechen die Horträume, den dort genannten an der Schule tätigen Personen entsprechen die im Hort tätigen Personen.

Bei Fragen rund um das Thema Coronavirus

Wir erhalten zurzeit viele Anfragen. Bitte haben Sie Verständnis, wenn die Beantwortung Ihrer Frage etwas länger dauert. Auch die Telefonleitungen sind derzeit voll ausgelastet, deshalb kann es zu längeren Wartezeiten kommen.

Tel Bürgertelefon des Landes Schleswig-Holstein: 0431 / 797 000 01
(werktags von 8-20 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 8-16.30 Uhr)

Mail E-Mail-Postfach: corona@lr.landsh.de

Tel Impftermin-Hotline 0800 / 455 655 0

Tel Ärztlicher Bereitschaftsdienst Nur medizinische Anfragen! 116 117

Tel Videotelefon in Gebärdensprache: Zur Videotelefonie