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Coronavirus
Informationen für Schleswig-Holstein

© Thomas Frey / dpa

Jugendämter und Jugendhilfe

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Welche Regelungen gelten für Jugendeinrichtungen und andere nicht erlaubnispflichtige Angebote der Jugendhilfe?

Für Angebote und Einrichtungen der Verbandsarbeit, offenen Kinder- und Jugendarbeit, Jugenderholung, Jugendfreizeit, Familienzentren und Familienbildungsstätten sowie des Kinder- und Jugendschutzes nach dem SGB VIII gelten folgende Regelungen:

  • Diese Angebote sind nur dann erlaubt, wenn sie dem präventiven oder intervenierenden Kinder- und Jugendschutz dienen oder in digitaler Form erfolgen.
  • Grundsätzlich sind keine Gruppenangebote in Präsenzform möglich.
  • Weiterhin möglich sind spezielle am Einzelfall orientierte Beratungsangebote für Kinder, Jugendliche und Familien in Krisensituationen sowie Kleingruppenangebote mit explizit erzieherischem bz pädagogisch-therapeutischem Inhalt.
  • Von dem Abstandsgebot von 1,5 Metern sowohl innerhalb als auch außerhalb geschlossener Räume darf nur dann abgewichen werden, wenn eine Umsetzung des Angebotes sonst nicht möglich wäre. In diesem Falle müssen die Teilnehmer:innen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.
  • Der Träger der Angebote muss ein Hygienekonzept erstellen und die Kontaktdaten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erheben (Erhebungsdatum und -uhrzeit, Vor- und Nachname, Anschrift, sowie, soweit vorhanden, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse). Diese Daten sind für einen Zeitraum von vier Wochen ab Erhebungsdatum aufzubewahren und dann zu vernichten.
  • Gruppenangebote und Veranstaltungen im Bereich Jugendbildung und Jugendverbandsarbeit können ausschließlich in digitaler Form (etwa als digitale Unterrichtseinheiten) stattfinden.   

Die entsprechenden Regeln für Veranstaltungen finden Sie hier.

Jugendfreizeitheime, Ferienlager und ähnliche Angebote unterfallen den Regelungen zur Beherbergung.

Welche Regelungen gelten für Angebote und Veranstaltungen in Familienbildungsstätten?

Präsenzveranstaltungen in Familienbildungsstätten und Familienzentren sind untersagt.  Gruppenangebote und Veranstaltungen können lediglich in digitaler Form stattfinden (etwa in Form von digitalen Unterrichtseinheiten).

Welche Regelungen gelten für Ambulante Hilfen (z.B. Sozialpädagogische Familienhilfe, Erziehungsbeistandschaft, psychosoziale Unterstützung von Familien im Rahmen der Frühen Hilfen)? 

Zur Eindämmung des Coronavirus sollen persönliche soziale Kontakte zwar möglichst weitgehend reduziert werden. Im Arbeitsfeld der erzieherischen Hilfen oder der psychosozialen Unterstützung ist die Unterstützung der Eltern und deren Kinder jedoch weiterhin erforderlich, um Krisen und insbesondere Kindeswohlgefährdungen abzuwenden.

Verantwortliche sollten hier stets mit Blick auf die Ziele der Hilfeplanung, auf die Erforderlichkeit der Hilfe sowie eventuelle Gefahrenaspekte einzelfallgerecht über die Ausgestaltung der Hilfe entscheiden. Neben der persönlichen Kontaktaufnahme könnte die Unterstützung auch anderweitig, z.B. telefonisch, erfolgen.

Unabhängig davon ist die Mitwirkungspflicht der Jugendämter in Kindschaftssachen gemäß § 50 SGB VIII auf jeden Fall sicherzustellen.

Sind Besuchskontakte in den Einrichtungen und Neuaufnahmen erlaubt?

Besuche durch Externe in Einrichtungen der stationären und teilstationären Jugendhilfe sollten weiterhin mit Bedacht zugelassen werden. Umgangskontakte zu den Personensorgeberechtigten sollten möglichst außerhalb der Einrichtung stattfinden. Entsprechende Kontakte sind soweit wie möglich zu dokumentieren.

Einrichtungen mit besonders vulnerablen Zielgruppen wird grundsätzlich geraten, Kontakte der Bewohner zu Dritten unter Berücksichtigung des individuellen Gesundheitszustandes zuzulassen. In Zweifelsfällen sollte eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

Neuaufnahmen von Kindern und Jugendlichen sind gestattet. Zu bedenken ist grundsätzlich, ob die gesundheitliche Situation des Kindes bzw. des Jugendlichen und/oder Kontakt zu sogenannten "Verdachtsfällen" bzw. "bestätigten Fällen" eine vorherige bzw. zeitnahe ärztliche Abklärung erforderlich macht.

Sind Besuche im Haushalt der Sorgeberechtigten und Besuche bei Verwandten möglich?

Grundsätzlich sind Entscheidungen über Besuche im Elternhaus und längere Unterbrechungen der Hilfe nicht allein durch die Einrichtungen selbst zu veranlassen, sondern zwingend mit den fallzuständigen Jugendämtern und den Personensorgeberechtigten abzustimmen. Hier gilt es, wie in allen anderen Bereichen, Kontakte möglichst zu reduzieren und auf die Einhaltung der allgemeinen Hygienebestimmungen zu achten. Bei Besuchen und Heimfahrten ist zu beachten, dass

  • der Gesundheitszustand aller Beteiligten (aktuell und zurückblickend über den Zeitraum von mindestens 14 Tagen) berücksichtigt wird,
  • Kontakte soweit wie möglich dokumentiert werden und
  • vor Rückkehr der Kinder und Jugendlichen in die Einrichtung der Gesundheitszustand erneut berücksichtigt wird.

Ich bin Träger der Jugendhilfe und suche weitere Informationen. Wo finde ich diese?

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